29. Juni 2017 Von Gelesen 1150 mal 0 Kommentar

E-Coaching

Coaching 2.0 - Coaching online? Kann das funktionieren? Ist es überhaupt möglich eine persönliche Beziehung aufzubauen? Schaust Du Dir Coaching in seinem klassischen Setting an, scheint es fast unmöglich dies in gleicher Qualität auch online durchführen zu können.

Doch E-Coaching ist nicht gleich E-Coaching. Wie immer kommt es auf das Thema und die Art der Durchführung an. Ich möchte Dir heute aufzeigen, bei welchen Anlässen es aus meiner Erfahrung möglich bzw. sinnvoll ist und welche Kriterien bei der konstruktiven Durchführung eine Rolle spielen können.

Grundsätzlich gibt es viele Variationen ein E-Coaching anzubieten. Dies kann rein auditiv, auditiv-visuell, schriftlich, synchron oder asynchron sein. Zu jeder Variante gibt es entsprechende Tools mit denen man sie umsetzen kann.

Gegenüber einem direkten Face-to-Face-Coaching kann E-Coaching folgende Vorteile bieten:

  • Das Coaching kann ortsungebunden abgehalten werden. Egal wo auf der Welt Du bist oder Dein Klient gerade ist; nur eine stabile Internetverbindung sollte es geben ;-).
  • Das E-Coaching ist zeitlich flexibel einsetzbar, da Reisezeiten wegfallen. Nicht selten ist daher auch eine spontane Sitzung möglich.
  • Die Sitzungsdauer selber kann ebenfalls flexibler gehandhabt werden. Manchmal reicht ein kurzer Impuls von z. B. 15 Minuten.
  • Bei einer asynchronen Sitzung, das heißt es wird nicht in Echtzeit kommuniziert, sondern zeitversetzt, kannst Du Deinen Klienten Fragen stellen oder oder ihnen "Aufgaben" geben, die sie zu ihrer Zeit und in ihrem Tempo beantworten können.
  • Dadurch dass vielfach Reisezeiten wegfallen, kann ein E-Coaching auch preisliche Vorteile haben.

Doch ich möchte auch die Nachteile nicht verschweigen, die es mit sich bringen kann:

Stell Dir vor, der Coaching-Prozess mit Deinem Klienten verläuft ausschließlich schriftlich. Das kann für beide Seiten sehr mühsam sein. Durch die Zeit, die zwischen den jeweiligen Antworten liegt, müssen sich beide Seiten stets neu einarbeiten. Außerdem kann es sein, dass es Dir schwerer fällt eine Beziehung zu Deinem Klienten aufzubauen, da Du von ihm keine Stimme, keine Mimik, keine Gestik wahrnimmst. Für ihn wiederum könnte es den Vorteil der „Unsichtbarkeit“ haben. Am Ende entscheidet der Kunde, ob das Coaching für ihn hilfreich war. Vielleicht fühlt er sich so sicherer. Hier müssen wir uns frei machen von dem eigenen Anspruch, dass ein Coaching nur dann erfolgreich sein kann, wenn wir das Gefühl haben eine persönliche Vertrauensbeziehung aufbauen zu können.

Natürlich kann es ungewohnt sein per E-Mail oder Skype zu coachen. Ich kann mich noch gut an mein erstes Skype-Coaching erinnern:

Wie kann ich etwas verschriftlichen bzw. visualisieren? Wie wähle ich die Kameraeinstellung (Mein Büro ist nicht der gleiche Raum den ich für Coachings nutze), Wie wähle ich den Einstieg? Wie kommen wir ans arbeiten? Um es kurz zu machen: Mir gingen tausend Fragen durch den Kopf.

Doch in der Praxis ging dann alles wie von alleine. Das Schöne ist, Du kannst Deine Klienten einfach fragen, ob sie das aufgestellte Flipchart gut sehen können, ob der Lichteinfall ok ist usw. Das lockert die Atmosphäre von Anfang an auf. Das heißt, ob Du eine Nähe zu Deinem Kunden herstellen kannst, ist eher von Dir und Deinen kommunikativen Fähigkeiten abhängig als vom genutzten Medium.

Ich habe einige Kunden, die weiter weg wohnen und für die ein Coaching per Skype sehr hilfreich ist, da der Weg doch etwas Zeit in Anspruch nehmen kann.

Neben der Möglichkeit per E-Mail oder Skype zu coachen, gibt es mittlerweile eine Vielzahl an elektronischen Tools, die unterschiedliche Anforderungen erfüllen.

Solltest Du Dich ernsthaft mit dem Gedanken tragen E-Coaching anzubieten, kann es Sinn machen, sich mit den verschiedenen Tools und Ihren Möglichkeiten zu beschäftigen. Nachfolgend liste ich Dir ein paar Beispiele, ohne Form von Wertung auf. Die jeweiligen Tools genügen unterschiedlichen Ansprüchen.

Coaching Cosmos (www.coaching-cosmos.de)

Coaching-Cloud (www.coachingcloud.com)

CoachAccountable (www.coachaccountable.com)

CoachMaster (https://coachmaster.co.uk)

CAI (www.cai-world.de)

Virtuelles Coaching VC (www.virtuelles-Coaching.com)

Die hier aufgeführten Beispiele sind vielfach mit Lizenzgebühren verbunden. Wenn Du Lust hast, schau Dir die verschiedenen Möglichkeiten an.

Ob Du Skype nutzt, Dich für ein kommerzielles Tool entscheidest oder beim klassischen Face-to-Face-Coaching bleibst, kann von verschiedenen Kriterien abhängen. Prüfe für Dich und Deinen Coaching-Klienten was Euch wichtig ist und entscheide anschließend welche Form des Coaching am besten dazu passt.

Die aufgeführten Kriterien kannst Du auch in eine Bewertungsmatrix (Von „Ganz wichtig“ bis „Gar nicht wichtig“) überführen um sie als Entscheidungsgrundlage nutzen zu können.

  • Zeitunabhängigkeit
  • Ortsunabhängigkeit
  • Datensicherheit
  • On-Demand-Terminierung
  • Flexibilität der Sitzungsdauer
  • Preis
  • Persönliche Nähe
  • Soziale Verbindlichkeit
  • Schutz durch Unsichtbarkeit
  • Psychologische Tiefe
  • Ergebnisorientierung
  • Selbstreflexionsfähigkeit
  • Einbindung in Arbeitsalltag

Was hältst Du von E-Coaching? Kann es so effektiv sein wie ein Face-to-Face-Coaching? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

18. Juni 2017 Von Gelesen 1048 mal 0 Kommentar

Die Kunst erfolgreichen und nachhaltigen Coachings ist es, den Klienten im Coachingprozess mit etwas Wichtigem, vielleicht im Moment Verschütteten bzw. nicht Greifbaren in Kontakt zu bringen, seinen Ressourcen! Da Coaching ein prozessorientiertes „Beratungsformat“ ist, können wir die Anliegen insofern begleiten, dass wir wichtige Ressourcen aktivieren, damit unsere Kunden bzw. Klienten im Moment anstehende Probleme, Entscheidungen etc. selbst lösen können oder in ihrer Zielerreichung weitere, selbstständige Schritte einleiten oder gehen können. Um in ein Bild einzutauchen: Als Coach bist Du ein Navigator, der bei trübem Wetter oder unklarer Sicht Hilfestellung bietet und zwar solange, bis sich der Nebel aufgelöst hat und die Sicht wieder klar(er) ist. Als geschulter Coach bist Du sicherlich „Ressourcenfachmann“. Was aber tun, wenn der Klient auf kein „Angebot“ in punkto Ressourcenaktivierung von Dir eingehen möchte? Im folgenden Artikel möchte ich Dir zeigen, welche „Fallstricke“ im Coaching lauern können und wie du diese umgehen kannst.

Aller Anfang ist Kontakt - Deine Hausaufgaben als Coach

Ein wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste Baustein für Dich als Coach ist, eine vertrauensvolle Basis herzustellen. Diese braucht neben klientzentrierter Beratungshaltung ganz einfach Zeit und auch Geduld. Hier entscheidet sich oft, ob es dem Coach gelingt für „guten und belastbaren“ Kontakt zu sorgen. Belastbar in dem Sinne, dass auch schwere Themen von beiden Seiten ausgehalten werden können. Oftmals wird übersehen, dass Dein Werteverständnis auch Deine Arbeit als Coach mitbeeinflusst. Da wir immer auch „Teil des Coachingprozesses“ sind, kommt der Wirkung unserer Person ein nicht zu unterschätzender Anteil zu. Untrennbar hängen eigene Werte auch mit Glaubenssätzen zusammen. Ein solcher könnte lauten: Ich muss meinen Klienten möglichst schnell zur Zielerreichung hinführen, sonst ist er mit dem Coaching unzufrieden und ich hab womöglich einen schlechten Job gemacht. Aber ist Dir bzw. dem Klienten das Ziel auch wirklich „sonnenklar“?

Saubere Auftragsklärung verhindert „Schiffbruch“ im Coaching

Vielleicht hat Dein Klient verschiedene Anliegen, die in dem Moment wichtig sein können. Möglicherweise ist er auch in einem krisenhaften Erleben und steuert tatsächlich „auf Sicht“ und benötigt Dich als Leuchtturm. Der bildliche Vergleich passt gut zu der Aussage: Manchmal ist das Ziel noch nicht so klar erkennbar, weil der Nebel zu dicht ist. Bucht ein Klient Dich für eine Sitzung, ist oftmals noch gar nicht genau abzusehen, wohin die „Reise“ geht. So kann es unter Umständen eine ganze Sitzung dauern, bis der Klient sein Anliegen schlüssig formulieren kann. Hat der Klient sein Anliegen formuliert, hast Du auf jeden Fall schon eine wichtige „Pflicht“ erfüllt. Jetzt kommt aber die „Kür“, nämlich:

Welchen Auftrag formulierst Du nun für Dich daraus?

Ein Beispiel aus der Coachingpraxis:
Die 42-jährige Klientin kommt zu Dir ins Coaching, da sie mehr und mehr gefrustet ist von ihrer jetzigen Arbeit. Sie hat im Moment einen ziemlich hohen „Stresspegel“, wie sie wörtlich sagt. Mit einer Kollegin erlebt sie im Moment ziemliches „rumgezicke“, jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und vergifte das Klima im Büro. Dazu kommt, dass sie im Moment in einem Projekt eingebunden ist, das sehr hohe Zeitressourcen von ihr beansprucht und sie dafür viele Überstunden macht. Das Projekt sei aber wichtig für ihre weitere Karriere in der Firma, so ihre Aussage. Die Klientin spricht im Coaching von vielen Anliegen. Auf Nachfrage von Dir, welches das wichtigste sei sagte sie dass sie lernen möchte, ihren Stresspegel zu senken. Sie würde eine Verbesserung daran merken, dass sie nicht auf jeden „Mist“ ihrer Kollegin einsteigen würde. Das wäre bereits eine große Entlastung.

Was hat die Auftragsklärung mit der besagten „Ressourcenseite“ im Coaching zu tun?

An der Stelle ist es nun wichtig, für Dich aus dem genannten Anliegen einen Auftrag zu generieren, der für Dich leistbar ist und welcher der Klientin hilft, ihr Anliegen zu bearbeiten. Folgenden Auftrag bietest Du an: Ich könnte Ihnen helfen, Ihr Kommunikationsverhalten zu reflektieren und zu schauen, welches Verhalten bzw. welche „Muster“ dazu führen, dass die Kommunikation mit Ihrer Kollegin eskaliert. Ich würde Ihnen zeigen, wie Sie diese „Muster“ unterbrechen könnten. Zurück zum Ausgangsthema: Ein ressourcenorientierter Auftrag impliziert bereits, dass die oben genannte Klientin etwas an ihrem Verhalten verändern möchte und darauf Einfluss nehmen kann. Hier kann bereits ein wichtiges „Priming“ entstehen. Damit gemeint ist eine Vorbereitung, um auf die „Ressourcenseite“ der Klientin umzuschwenken und natürlich auch um Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln.

Vom Problemraum zum Lösungsraum im Coaching - ein schmaler Grat?

Im systemischen Coaching nutzen wir eine schöne Metapher. Hier sprechen wir vom "Problemraum" und "Lösungsraum". In Ersterem exploriert der Klient seinen momentanen Ist-Zustand, spricht über das was ihn stört oder ihm einfach Probleme bereitet. Auf der Lösungsebene schauen wir, was der Klient möchte und wie er dies mit Hilfe seiner Ressourcen erreichen kann. Hierbei können wir zwischen internen und externen Ressourcen unterscheiden. Als interne Ressourcen bezeichen wir diejenigen, die der Klient selbst in sich trägt. Das kann eine Kompetenz sein, Wissen, Fähigkeiten, durchschrittene Krisen, Erfahrungen uvm. Externe Ressourcen sind solche, die der Klient von „Außen“ bekommt. So ist bereits das Inanspruchnehmen des Coachings eine externe Ressource. Gerne möchte man den Klienten möglichst schnell in den „Lösungsraum“ bringen, dass dieser umgehend sein Problem bzw. Anliegen lösen kann. Dieser Anspruch kann aber selbst „zum Problem“ werden, wenn der „Schwenk“ zu schnell erfolgt und das Problem oder der momentane Leidensdruck mit allem was für den Klienten in der Situation wichtig ist nicht oder zu wenig gesehen oder gewürdigt wird. Es wäre nicht das erste Coaching, welches „misslingt“, da der Coach zu schnell auf die Lösungsebene wechseln möchte und der Klient einfach (noch) nicht bereit dazu ist.

Immer diese „Klienten“…

Solltest Du den Eindruck haben, dass der Klient sich im Problemraum ganz wohl fühlt und eher „noch nicht“ in den Lösungsraum wechseln möchte, könntest Du auch eine ganz neue Perspektive entwerfen. Vielleicht hat das Problem auch im Moment viele gute Seiten, die man mit einer „Lösung“ möglicherweise aufgeben müsste. Manchmal sind diese Dinge auch unbewusst oder gar nicht präsent. Solltest Du diesen Eindruck haben, könnte ein echter „Rettungsanker“ für Coach und Klient diese Frage sein:

Was wären gute Gründe, dass das Problem im Moment „noch nicht“ gelöst ist?

Im besten Falle löst Du damit Suchprozesse aus und Dein Klient kann schonmal den „großen Zeh“ in das „neue Fahrwasser“ halten. Vielleicht merkt er aber auch, dass ihm das Wasser noch etwas kalt ist. Möglicherweise braucht er aber noch eine „Schwimmweste“ (z.B. in Form von Hilfen von Dir), damit er sich in das Unbekannte wagen kann. Es könnte aber auch sein, dass er einen „Kopfsprung“ macht und sich überraschen lässt von dem, was da kommt. Menschen haben immer gute Gründe, sich genauso zu verhalten wie sie es tun. Wir Coaches können und dürfen neugierig sein. Vielleicht ist das angesprochene Problem des Coaches auch eine Lösung? Ja, für was eigentlich? ;-) Somit hast du gleich mindestens zwei Anker zur Verfügung: Ressourcenorientierte Auftragsklärung und die „noch-nicht“ Frage.

21. Mai 2017 Von Gelesen 773 mal 0 Kommentar

Gibt es überhaupt so etwas wie Burn-Out? Ist es eine der vielen Modediagnosen, welche vielleicht auf die Pharmaindustrie zurückgeht? Ist es vielleicht sogar „schick“, ein Burnout zu „haben“?

Viele Fragen, mit denen ich als Coach häufig von Klienten konfrontiert werde. In meiner Praxis spielt tatsächlich das Thema Burnout aus Klientensicht immer wieder eine Rolle im Karrierecoaching. In diesem Artikel interessiert mich aber vielmehr die Gegenseite, nämlich: Wie schütze ich mich als Coach vor Überlastung oder woran merke ich, dass ich kürzer treten oder mehr auf mich achten sollte?

Arbeitest Du als Selbstständiger auch im Coaching, hast Du es in der Hand, in welchem Thema Du Deine Expertise aufbaust und mit wem Du arbeitest. Vielleicht bist Du als gefragter Businesscoach für Unternehmen tätig, hast Dir einen Namen gemacht und wirst mittlerweile von vielen empfohlen!? Dann brauchst Du Dich wahrscheinlich gar nicht mehr darum kümmern, bekannt zu werden. Oder Du hast im Bereich Personalcoaching ein Thema, das sehr gefragt ist und Du wirst von Klient zu Klient „herumgereicht“, da Dein Ruf Dir vorauseilt!? Vielleicht bist Du aber auch Newcomer und musst Dein Geschäftsfeld und Deine Expertise noch etablieren, was Dich sehr viel Mühe und Fleiß kostet…

Egal zu welcher beschriebenen Gruppe Du gehörst: Die Arbeit als Selbstständiger erfordert ein sehr hohes Maß an Einsatz, Fleiß, Ausdauer, Kreativität uvm. Klar ist: Das alles muss geleistet werden und die meisten Coaches sind „Solo-Selbstständige“. Damit meine ich: Viele oder gar alle Entscheidungen werden (müssen) selbst getroffen werden. Die Lorbeeren aber auch das Risiko werden oft alleine getragen. Gerade am Anfang ist es auch so, dass der selbstständige Coach nebenbei noch „Steuerberater“, „Journalist“ und „Werbefachmann“ ist, also ein Allrounder, der die Geschicke seines „Unternehmens“ selbst lenkt bzw. lenken muss.

Es macht ja auch Spaß, die Arbeit als Coach

Du kannst anderen Menschen helfen, ihre Probleme besser zu lösen. Vielleicht bist Du auch als Impulsgeber bei wichtigen Unternehmensentscheidungen tätig und hilfst dem Management, eingetretene „Denkpfade“ zu verlassen. Als erfolgreicher Coach bist Du gefragt und kannst manches Mal live erleben, wie Deine Arbeit sich nutzbringend für Klienten einsetzen lässt. Vielleicht brennst Du sogar für Deine Arbeit und gehst immer höher, schneller, weiter. Auch Erfolg kann süchtig machen. So sprach ich kürzlich mit einem Kollegen, der in einem Jahr über 120 Coaching- und Trainingstage absolviert hat. Das finde ich sehr viel. Dieser Erfolg hatte allerdings seinen Preis: Er hat seine Kinder nur sehr selten gesehen. Auf Nachfrage ob er denn noch verheiratet sei entgegnete er, dass seine damalige Ehefrau das auf Dauer nicht mitgemacht hat und sich von ihm habe scheiden lassen. Beruflicher Erfolg hat demnach auch eine „Kehrseite“, der gründlich abgewogen werden will.

Erst kommt der Sinn, dann der Unsinn

Ich möchte Dich sensibilisieren, trotz allem Spaß an der Arbeit nie wichtige Säulen, die als Gegenpol Sinn stiften können, zu vernachlässigen. Insbesondere in einem stressigen Berufsalltag als Selbstständiger fehlt oft die Zeit, sich um Dinge wie Freunde, Freizeitaktivitäten oder die eigene Familie zu kümmern. Ich selbst habe zumindest noch keine Ehe oder Familie kennengelernt, die wegen „zu viel Zeit“ auseinandergegangen ist. Sinnvoll ist es, sich in der Freizeit zum Beispiel mit Dingen zu beschäftigen, die überhaupt nichts mit Deiner Arbeit als Coach zu tun haben. Vielleicht spielst du gerne Tennis oder macht einen anderen Sport. Oder du fotografierst gerne oder besuchst Kino oder Konzerte. Diese Dinge laden Deinen Akku wieder auf, damit Du für Deine Klienten auch etwas Gutes geben kannst. Unsinn ist die Annahme, dass ein immer größeres Arbeitspensum Dich immer besser werden lässt. Oftmals sind es „kleine Krisen“ und deren Vorboten, die nicht gehört werden, die Menschen in ein Burnout bringen können. Wichtig ist es dann, gute und sinnvolle bzw. sinnstiftende Aktivitäten zu haben die helfen, in anderen Bereichen außerhalb der Arbeit wichtige „Anker“ zu besitzen.

Burnout wo - wie - was? Also ich hab noch keinen gesehen…

Ein gutes Frühwarnsystem soll Dir helfen, ein „Ausbrennen“ zu verhindern. Wichtige Anzeichen sind:

  • Lustlosigkeit - Dinge die Dir sonst immer Freude oder Spaß gemacht haben, zum Beispiel Deine Arbeit, fallen Dir schwer und Du kannst diese nur wie gegen einen Widerstand erledigen
  • Versagensangst - Du hast das Gefühl, Deinen Aufgaben beruflich wie auch privat nicht mehr gerecht werden zu können
  • Müdigkeit - Du fühlst Dich permanent wie „gerädert“, bist müde, kraftlos und erschöpft. Selbst wenn Du Dir entsprechende Ruhepausen gönnst hast Du das Gefühl, dass Dein Akku nicht aufgeladen ist.
  • Sinnlosigkeit - Diese kann nicht nur Deine Arbeit betreffen sondern zieht sich auch durch private Aktivitäten. Oftmals kommt dazu noch der Antriebsmangel.

Kennst Du eines oder mehrere dieser Anzeichen von Dir selbst? Dann macht es Sinn, Deine Strukturen oder Abläufe einer Überprüfung zu unterziehen.

Leichtigkeit als Coach - Struktur und kritischer Prüfstand

Wo kannst Du Abläufe und Strukturen vereinfachen? Welche Arbeit bzw. Aufträge sind stressig, bringen aber im Grunde wenig? Welche materiellen Dinge brauchst Du wirklich zum Leben und was ist im Grunde materieller Ballast, der sich im Laufe der Zeit angehäuft hat? Wie kannst Du kritisch zu Dir selbst sein und Dich fragen, was Du überhaupt zum Leben brauchst und was vielleicht nur Deine Angst ist, es könnte auch mal nicht so gut laufen?

Gleich ob es nun „Burnout“ tatsächlich gibt: Die oben aufgezeigten Kriterien solltest Du auch immer mal für Dich selbst heranziehen. Ich wollte Dich mit diesem Artikel aufmerksam machen und Dir helfen, einmal auf Dich selbst zu schauen. Unser Arbeitsalltag als Coach besteht oft darin, sich um andere zu „kümmern“ und ihnen zu helfen, deren Probleme zu lösen. Immer sollten wir aber auch nach unserem eigenen „energetischen Haushalt“ schauen. Denn nur dann können wir die beste Arbeit für unsere Coaching-Klienten leisten.

11. Mai 2017 Von Gelesen 320 mal 0 Kommentar

erfolgreiche Coachingpraxis oeffnet Horizonte

Führe Deine Coachingpraxis erfolgreich – Teil 2 

Zusätzlich zu den Tipps 1 – 5 aus Teil 1,

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Tipp 2 – Konzentration auf das Wesentliche

Tipp 3 – Methodensicherheit

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

folgen hier die Tipps 6 – 10 für Deine erfolgreiche Coachingpraxis.

 

Tipp 6 – Professionelle Website

Von der Notwendigkeit einer Internetseite brauchen wir hier aus meiner Sicht nicht mehr zu sprechen. Ohne geht nicht! Ob die Internetseite auf Typo3 oder Joomla basiert, ob es sich um eine klassische Website oder einen Onepager handelt, ist am Ende egal. Wichtig ist, dass die Internetseite einen seriösen, professionellen Eindruck macht. Handelt es sich dann noch um ein Responsives Webdesign (heißt, die Darstellung der Seite passt sich dem jeweiligen Gerät an, mit dem sie aufgerufen wird) Hut ab! Die Zeiten der „selbstgebastelten“ Websites sollten somit endgültig vorbei sein. Ich persönlich finde es wichtig, die Seite später selber pflegen zu können, sprich, man benötigt ein entsprechendes CMS (Content-Management-System) wie das oben erwähnte Typo3 bzw. Joomla oder Wordpress. Auf das Konzept der Internetseite darf man schon ein bisschen Zeit verwenden, bietet es doch den ersten Eindruck von der Person, sprich dem Coach und seiner Arbeit.

Tipp 7 – Klares Konzept

Um seine Arbeit nach außen professionell vertreten zu können, ist ein klares Konzept extrem hilfreich. Dies beinhaltet neben den schon in Tipp 2 erwähnten Themen, Zielgruppen und eingesetzten Methoden auch die persönliche Arbeitsweise, inklusive persönlichem Zeitmanagement und nicht zuletzt die Honorarstruktur. Je mehr Gedanken man sich über sein eigenes Konzept gemacht hat um so leichter kann man dies auch nach außen vertreten.

Tipp 8 – Weitere Standbeine

Da die Kunden in aller Regel nicht gleich Schlange stehen, sollte man sich zusätzlich zur Coachingtätigkeit weitere Standbeine aufbauen die „artverwandt“ sind. In diesem Sinne arbeiten viele Coaches auch als Trainer. Sie halten Vorträge, Seminare, Workshops zu den eigenen Schwerpunktthemen und profitieren in dieser Tätigkeit auch von ihrer Coaching-Kompetenz. Hierdurch kann man zum einen seine Expertise untermauern und sich andererseits bekannter machen. Nicht selten helfen einem die neu gewonnene Kontakte beim Aufbau der Coachingtätigkeit in dem man darüber neue Kunden gewinnen kann.

Tipp 9 – Mit Herzblut dabei sein

Hab nicht bei jedem Auftrag nur die Dollar-Zeichen im Blick. Natürlich willst Du mit Deiner Arbeit als Coach Geld verdienen, keine Frage. Doch wenn Du bei jeder Sitzung mit Deinen Klienten nur an die später auszustellende Rechnung denkst, bist Du mit Deiner Aufmerksamkeit nicht wirklich beim Klienten. Das wird er merken…Zeige Deinen Klienten lieber, dass Du Deine Arbeit tatsächlich gerne machst und mit Herzblut dabei bist. Das rechnet sich aus meiner Erfahrung deutlich mehr.

Tipp 10– Steuerberater

Nicht zuletzt ist ein Steuerberater sinnvoll, der Auskunft darüber geben kann, welche Geschäftsform sinnvoll sein kann, was alles absetzbar ist, was bei der Buchführung zu beachten ist usw. Aus meiner Erfahrung macht es Sinn, sich bereits deutlich vor Eröffnung einer Coachingpraxis von einem Steuerberater beraten zu lassen, um möglichst viele Anfängerfehler zu vermeiden (Ein beliebter Fehler ist z. B. die Einnahmen als Gewinn zu betrachten ;-))

Zum Schluss erscheint es mir noch wichtig die Geduld ins Spiel zu bringen. Nicht als Tipp sondern eher als gut gemeinten Ratschlag. Ich kenne keinen Coach dessen Praxis von Anfang an überlaufen war. Es braucht mindestens 3 – 5 Jahre, bis man sich einen Namen gemacht hat. Sei geduldig mit Dir selbst und Deinen Klienten. Dann kommt der Erfolg fast von alleine.

Welche Erfahrungen hast Du am Anfang Deiner Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würdest Du gerne weitergeben? Oder hast Du Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

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