17. März 2017 Von Gelesen 819 mal 0 Kommentar

Coach Marketing3 Tipps, wie Du ohne "selbsternannte Experten" gutes Marketing betreiben kannst.

Ein schwieriges Thema für viele, gute Coaches ist die Gestaltung der eigenen Außenwirkung und der Umstand, sich mit dem eigenen Angebot zu zeigen bzw. nach Außen hin darzustellen. Vielleicht hast Du auch schon den Artikel zum Thema "Positionierung" von Oliver Kissner gelesen, der eine große Resonanz hatte. Aus der Sorge, potentielle Kunden "zu vergraulen" nimmt man oft keine oder nur wenig Spezialisierung vor. Das haben auch die vermeintlichen Coach-Marketer erkannt, mit der sich mittlerweile die "Straßen pflastern“ lassen. Wer sich hier einmal umschaut sieht allerlei Phrasen wie: "Kunden auf Knopfdruck"...."in einem Monat 10.000 Euro Umsatz" uvm. Fragt man die selbsternannten Experten mal etwas genauer, woher sich die eigene Expertise speist, wird schnell klar: Hier soll vor allem der eigene Geldbeutel schnell gefüllt werden. In aller Regel sind hier nicht wirklich Coaches am Werk die ihre Erfahrung und Feldkompetenz weitergeben. Ganz schlimm kann es werden, wenn man nach Referenzen fragt. Nicht selten wird dann auf eine "Referenzen-Seite" geleitet mit Kommentaren wie: "Das Training hat mir sehr geholfen", oder: "Danke, dass du ein toller Trainer bist". Ich mache mir manchmal den "Spaß" und frage nach konkreten Telefonreferenzen, also nach konkreten Kunden die tatsächlich einen Mehrwert im Sinne von Kunden durch eine Beratung gewonnen haben. Dabei sind mir schon die verrücktesten Sachen passiert. Erst kürzlich antwortete ein "Berater": Ich muss mich nicht mit dir unterhalten, die Kunden kommen zu mir...

Lies selbst, ich habe den thread kommentiert, damit Du besser nachvollziehen kannst, wer was geschrieben hat.

 

Referenzen Coaching

 

Spätestens hier trennt sich die "Spreu vom Weizen". Ein seriöser Marketer sollte hierbei stets mit "offenen Karten" spielen und entsprechende Referenzen nennen können. Alles andere könnte unglaubwürdig wirken und das Angebot nicht nachvollziehbar machen.

Nachhilfe für die "dummen Coaches"?

Ich ziehe daraus den Schluss, dass es für Coaches offenbar viel "Nachhilfebedarf" beim Marketing gibt. Aber auch, dass sie offensichtlich als "leichte Beute" wahrgenommen werden. Für mehr als problematisch halte ich den Umstand Leuten weis zu machen, es gäbe EIN Marketing für alle Coaches. Ganz im Sinne von: Du musst nur diesen "Knopf" drücken, dann hast du jede Menge Aufträge. Authentisches Marketing bedeutet für mich immer, den Menschen - in diesem Falle den Coach - vor dem Hintergrund seiner Erfahrung, seiner Biografie und seiner Persönlichkeit zu sehen. Den Zusammenhang all dieser Einflüsse zu ordnen und zu bewerten ist dabei nicht immer leicht. Das eigene Angebot zu finden ist aus meiner Sicht immer ein Prozess der Zeit benötigt. Die Hilfe eines Coaches kann diesen Prozess beschleunigen helfen und für wichtige Impulse sorgen, keine Frage. Die Basis ist bzw. sollte immer die Person sein, die hinter dem Angebot steht, im beschriebenen Falle eben der Coach.

Endlich zertifizierter "Integralpädagogischer NLP-Coach"

Die Übergabe der Zertifikate war nochmal ein echtes Highlight, schwärmt Mara. "Was soll ich sagen, ein Traum ging für mich in Erfüllung!" Viele Monate hat sie für ihre Abschlussprüfung gebüffelt. Vor etwa 18 Monaten hatte sie sich an einer Fernschule zu dem genannten Fernstudium angemeldet, fleißig die Studienbriefe bearbeitet und die Einsendeaufgaben ausgefüllt. Und jetzt war es soweit. Das langersehnte Zertifikat hing in der eigenen Praxis. "Jetzt können die Kunden kommen, yeah, yeah, yeah", rief sie überglücklich. Leider meldete sich in den kommenden vier Wochen überhaupt niemand. Vielleicht war die Internetseite, die sie extra von einem Webdesigner hat herstellen lassen doch nicht so gut, zweifelte sie. Immerhin hatte sie 1500 Euro dafür ausgegeben. Allein das Logo für ihre neue Praxis hat noch einmal 300 Euro zusätzlich gekostet. Der Stapel Visitenkarten den sie hat gestalten und drucken lassen noch gar nicht mitgerechnet...."Was jetzt", dachte Sie...

Ich möchte Dir drei Punkte aufzeigen, die Dir helfen werden (ganz ohne selbstverliebten Marketing-Berater) wichtige Erkenntnisse über Dein zukünftiges Angebot zu sammeln.

1. Blick in Deine Biografie - in welchem Bereich hast Du Feldkompetenz gesammelt?

Dieser Punkt ist für mich die Nummer 1! Vielleicht hast Du in Deinem Berufsleben wichtige Erfahrungen als Führungskraft gesammelt. Oder Du hast als Projektleiter gearbeitet und kennst die vielfältigen Probleme, die dort auftreten und hast eine Lösung dafür. Vielleicht hast Du bisher als Sozialpädagogin im Jugendamt gearbeitet und kennst die fordernden bzw. herausfordernden Situationen für die Fachkräfte dort. Es ließen sich sicher noch viele Beispiele dazu anbringen. Wichtig ist: Deine Feldkompetenz, die sich aus Deinem Erfahrungshorizont speist, gibt Dir Sicherheit und Expertise in einem ganz speziellen Bereich. Es macht insbesondere am Anfang Sinn, Dein Coaching-Angebot mit dieser Expertise zu verbinden.

2. Beherrsche Dein Handwerk als Coach

"Zu viele Methoden verderben den Coach!". Diese Überschrift stammt aus unserem Buch "Jetzt werde ich Coach". Gemeint ist, dass es mehr Sinn macht, mit einem Grundset an Methoden zu starten, als noch zig Weiterbildungen "dranzuhängen". Häufig existiert der "Irrglaube", wenn nur die eigene Weiterbildungsbiografie mit genug Fortbildungen "gepflastert" sei, würden die Kunden dies honorieren. Ein Grundset an praxistauglichem Handwerkszeug sollte nach meiner Erfahrung unbedingt aus dem geübten Umgang mit Methoden der personzentrierten Beratung (nach Rogers) bestehen. Außerdem sollte der Umgang mit lösungsorientierter Fragetechnik kein Fremdwort sein. Offen gestanden habe ich "Bauchweh", wenn Coaches einen Drei-Tageskurs in Hypnose besuchen und dann (ohne entsprechende Selbsterfahrung) mit Klienten arbeiten. Ohne Selbsterfahrung kann das Coaching schnell zur "Eigentherapie" werden, ohne dass der Coach das möchte oder bemerkt. Hier leuchtet am Rande auch das Thema "Ethik im Coaching" auf.

3. Baue ein Netzwerk auf

Gut vernetzt zu sein, macht Dich und letztlich auch Dein Angebot stark. Baue Kontakte auf zu Kollegen und anderen Experten, die sich in Deinem oder einem ähnlichen Bereich befinden. Gib anderen großzügig Rat (wenn du danach gefragt wirst) oder Hilfestellung, wenn Du anderen etwas Gutes tun kannst. Schaue dabei auch, was Dein Angebot einzigartig macht und sich von dem potentieller Mitbewerber abhebt. Bleibe in Verbindung mit zufriedenen Kunden, diese sind Deine Multiplikatoren, deren Zufriedenheit Deine Botschaft in die Welt tragen.

Puh! Vielleicht denkst Du jetzt: Mann (oder Frau)...das ist ja richtig Arbeit. Ich sage Dir, genau das ist es. Kunden auf Knopfdruck...schnell den großen Umsatz...das sind Meldungen aus "Tausendundeinernacht". Wer sich diesen "Märchen" hingibt, wird vor allem eins schnell merken: Wie sein Budget für wirkliche Marketingmaßnahmen die etwas bringen ganz schnell schmilzt. Lade lieber Kollegen zu einem Netzwerktreffen ein und gebe "einen aus". Die Freude am gemeinsamen Miteinander und das Interesse am Anderen wird bestimmt ein Vielfaches sein und Du hast in etwas investiert, was sich immer auszahlt: Echte Menschen und wirkliche Kontakte!

09. März 2017 Von Gelesen 554 mal 0 Kommentar

Verkaufsargumente für Coaching

Höher – schneller - weiter – Coaching kann`s!

Coaching macht aus Führungskräften bessere Menschen – Mit Coaching wird jeder Konflikt zum Kinderspiel - Mitarbeiter lassen sich durch Coaching zu Höchstleistungen motivieren. Wow, eine echte Wunderwaffe, mit der man alles aus dem Hut zaubern kann, könnte man meinen!

Es ranken viele Gerüchte und Mythen um Coaching. Heute möchte ich Dir erklären, was Coaching wirklich kann und welche wissenschaftlichen Belege es dafür gibt. Mit diesen Argumenten kannst Du bei Deinem nächsten Verkaufsgespräch punkten. Denn, natürlich möchte eine Firma einen „Beweis“ dafür, dass Coaching etwas bringt und sie ihr Geld nutzbringend eingesetzen wird. Das ist nur allzu nachvollziehbar.

Welche Versprechen kann Coaching denn nun tatsächlich erfüllen? Lange gab es keine systematischen Untersuchungen und demnach auch keine nachprüfbaren Belege über die Wirksamkeit von Coaching. Dies führte dazu, dass „alles“ „irgendwie“ machbar war, zumindest wenn man auf die vielen „Marktschreier“ auf dem Gebiet gehört hat. Doch dies hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, da Coaching und seine Wirkweise gut wissenschaftlich ausgeleuchtet wurde und immer noch wird.

Hier ein paar Behauptungen aus der „Praxis:“, die wissenschaftlich untersucht wurden.

„Coaching ist ein Karriereturbo. Wenn Du aufsteigen willst, dann geh zu einem Coach, der hebt Dich auf die nächste Stufe.“

Hierbei handelt es sich um Marketinggetöse von eher fragwürdigen Anbietern. Als seriöser Anbieter kannst Du ein solches Versprechen gar nicht geben, da es bei Beförderungen viel zu viele Kriterien gibt auf die im Coaching kein Einfluss genommen werden kann.

Keine wissenschaftliche Studie belegt den Zusammenhang zwischen Karrieresprung und Coaching.

„Coaching fördert die Entwicklung der Willenskraft.“

Diese Eigenschaft, die für das berufliche Weiterkommen förderlich ist, wird durch  Coachingmaßnahmen am meisten gefördert, wie wissenschaftliche Untersuchungen (Uni-Amsterdam um Tim Theeboom) gezeigt haben. Somit hat Coaching indirekte Einflüsse auf die Karriere.

Nach einem Coaching haben Führungskräfte häufig konkretere Ziele vor Augen und besitzen klarere Strategien wie sie sie erreichen wollen. Außerdem planen sie bessere Aktionen zur Erreichung und schöpfen aus der Zielerreichung mehr Energie, die sie für die Verfolgung weiterer Ziele nutzen können.

Dr. Harald Geißler, Coaching-Forscher der Universität Hamburg, führt das darauf zurück, dass die Führungskräfte nicht nur ihre expliziten Ziele mit ins Coaching bringen sondern auch ihre impliziten Ziele. Dies sind unbewusste Ziele, deren Nichterreichung eine gewisse Unzufriedenheit mit sich bringen.

Je eindeutiger die impliziten Ziele herausgearbeitet werden, umso klarer wird der Führungskraft was sie wirklich will, was sie im Inneren antreibt. Dass dies die Willensbildung und deren Umsetzung fördert, liegt auf der Hand.

Häufig müssen Umwege gegangen werden um die impliziten Ziele herauszuarbeiten, da diese im Unterbewusstsein liegen und nicht direkt zugänglich sind. Das braucht Zeit und ist ein Grund, warum Coaching selten schnell geht. Das heißt, die Führungskraft muss etwas Geduld mitbringen. Ergebnisse von 61 Businessstudien sprechen hier von durchschnittlich 5 – 12 Sitzungen von durchschnittlich 1 Stunde über einen Zeitraum von 3 – 10 Monaten. An dieser Stelle wäre es schön, wenn sich Hypnose auch in Führungskreisen verstärkt durchsetzen würde. Doch das ist ein anderes Thema...

„Coaching muss möglichst schnell gehen“

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Dauer des Coachings und seinem Erfolg, laut Metastudie Amsterdam. Das liegt wahrscheinlich an der unterschiedlichen Komplexität der Themen. Je konkreter das Anliegen desto kürzer das Coaching.

Wichtig ist es hier, das richtige Maß zu finden, sonst kann es kontraproduktiv sein, da die gedankliche Nähe zwischen Coach und Klient zu groß werden kann. Das System wächst quasi zu stark zusammen und entwickelt ähnliche Einstellungen zu bestimmten Themen.

Dagegen hilft: Nicht immer zur vertrauten Person gehen, sondern mit einem neuen Thema auch gerne mal den Coach wechseln. Verschiedene Coaches für verschieden Fälle, statt „ein Coach für alle Fälle“. Sowohl dem Coach als auch dem Klienten sollte klar sein, dass es sich um eine Arbeitsbeziehung handelt und die sollte es auch bleiben.

„Die Chemie zwischen Coach und Klient ist das Wichtigste überhaupt“

Eine intakte Beziehung ist für den Erfolg des Coachings wichtig. Doch ist die Chemie nicht der alles überstrahlende Erfolgsfaktor. Besonders die Art und Weise und der Wechsel zwischen verschiedenen Methoden trägt zum Erfolg eines Coachings bei. Dies jedenfalls behauptet eine Studie des Ashridge Institutes for Coaching, in der 400 Coachingbeteiligte befragt wurden.

Es gibt aber keine verbriefte wissenschaftliche Erklärung dafür. Wohl eher nach dem Motto: „Viele Körnchen Wissen ergeben eine weise Antwort.“

Je mehr Techniken ich anwende, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine treffe, mit der mein Klient besonders gut zurecht kommt. Ich bin also in der Lage unterschiedliche Lerntypen anzusprechen. Außerdem basieren viele Methoden auf bestimmten Typologien bzw. Rastern. Dadurch wird Komplexität verstehbarer und bearbeitbarer gemacht.

„Je komplexer das Thema, um so besser ist Coaching geeignet“

Prof. Dr. Harald Geißler von der UniHamburg ist überzeugt, dass es kein Weiterbildungsformat gibt, dass besser geeignet ist um sich in eine neue Rolle hineinzufinden als Coaching. Geißler stützt sich auf Studien die zeigen, dass die Selbstwirksamkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nach einem Coaching deutlich höher sind als vorher. Die Steigerung der beiden genannten Fähigkeiten ist im Mittel ähnlich hoch wie die Steigerung der Willenskraft.

„Coaching hat einen Langzeiteffekt“

Dr. Annette Christina Pannenberg lehrt an der Euro-FH Hamburg Coaching und hat einen Langzeiteffekt von Coaching, über 6 Monate hinaus, in ihrer Dissertation geliefert (2013). Sie konnte feststellen, dass die Selbstorganisation steigt und es weniger Fehlentscheidungen getroffen werden. Dies führt sie auf gewonnene Einsichten der Führungskräfte über sich selbst zurück. Da Coaching auf Selbstreflexion ausgerichtet ist, lernt der Klient auch immer etwas über sich selbst.

Die ermittelten Auswirkungen von Coaching auf das Entscheidungsverhalten ließ sie, gemeinsam mit weiteren Faktoren, in eine Kosten-Nutzen Formel einfließen. Der Nutzen überstieg die Kosten oft um mehr als 120 %.

Weitere Studien belegen laut Uwe Böning eine bessere Konfliktlösung, besserer Umgang mit Risiken, reibungsloser verlaufende Change-Pozesse, weniger Krankheitstage. Somit hat Coaching einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Dies ist keine läppische Marketingfloskel.

„Coaching kann Führung besser machen.“

Hierfür gibt es keinen unmittelbaren wissenschaftlichen Beweis. Aber deutliche Hinweise auf einen mittelbaren Zusammenhang. Zum Beispiel wird die Kluft zwischen Selbst- und Fremdbild reduziert, da der Klient stets zwei Spiegel vorgehalten bekommt. Der eine, in dem er sich selbst sieht, der andere, der Ihm zeigt, wie andere ihn sehen. So erfährt der Klient wie ihn andere wahrnehmen. Dies kann dazu führen, dass sich eine Führungskraft authentischer bzw. glaubwürdiger gegenüber den Mitarbeitern verhält. Diese beiden sind laut Führungsforschung zentral für die Mitarbeiterführung. Somit könnte man die allgemeine Verbesserung von Führungsqualitäten als willkommene Begleiterscheinung des Coaching bezeichnen.

Vielleicht hast Du jetzt ein paar Argumente in der Tasche, die Dich bei Deiner nächsten Verhandlung untersützen können. Das würde mich freuen.

Wenn Du Dich weitergehend mit dem Stand der Forschung des Coaching-Marktes beschäftigen möchtest, sei Dir das Buch, "Ergebnisse der Coaching-Forschung: Aktuelle Studien - ausgewertet für die Coaching-Praxis" von Uwe Böning empfohlen.

 

 

 

28. Februar 2017 Von Gelesen 831 mal 0 Kommentar

Positionierung für coachesDas Ziel der Positionierung für einen Coach ist grundsätzlich, sich von der Masse abzuheben. Dazu muss der Coach eine klare Position beziehen. WAS bietet er FÜR WEN an, welchen NUTZEN hat das und was für ein TYP bin ich. Damit zeigt er mit seiner Positionierung klar und deutlich: Das bin ich und auf diesem Gebiet bin ich Experte!

Mit einer klaren Positionierung die passenden Kunden finden

Silke ist Coach. Vor ein paar Monaten hat sie ihre nebenberufliche Ausbildung zum Personal Coach abgeschlossen. Sie hat lange dafür gebüffelt und viel an sich gearbeitet. Besonders spannend fand sie die praktischen Übungen, die sie mit Freunden und Bekannten durchgeführt hat. Für den Berufsalltag als Coach fühlt sie sich gut gerüstet, waren die Probleme ihrer Probanden doch vielfältiger Natur: Allgemeine Unzufriedenheit, berufliche Probleme, Stress, Beziehungsprobleme, Blockaden, Ängste, usw. Nebenbei hat Silke sogar noch eine NLP Ausbildung absolviert und ist sich sicher, dass sie ihren zukünftigen Klienten in jeder Lebenslage helfen kann. In den folgenden Wochen will Silke ihre Website erstellen. Von Marketing und Positionierung hat sie zwar schon gehört, für was das gut ist, ist ihr allerdings nicht klar. Sie konzentriert sich auf ihre beiden Schwerpunkte: 1. Beruf und Karriere und 2. Hilfe bei privaten Herausforderungen. Als Unterpunkte für die Website ergeben sich: Stressprävention, Karriereentwicklung, Führung und Kommunikation für den beruflichen Bereich und Lebenskrisen, Beziehungsprobleme und Ängste für den privaten Bereich. Mit dieser breiten Positionierung glaubt sie, die Bedürfnisse der meisten Menschen abzudecken und ist guten Mutes, so genügend Kunden zu gewinnen.

Hm, was glauben Sie: Ob Silke damit wohl Erfolg hat?

So einfach es vielen Coaches fällt, für Klarheit bei ihren Klienten zu sorgen, so schwer fällt es ihnen häufig, die eigene Positionierung klar darzustellen. Die Gründe, warum sich viele Coaches mit der eigenen Positionierung schwer tut, sind vielfältig. Der Eine hat von Positionierung noch gar nichts gehört, der Andere misst der eigenen Positionierung keine Bedeutung bei. Was mir in meinen Beratungen immer wieder begegnet: Es fehlt oft an Mut. Mut sich auf ein bestimmtes Thema und eine bestimmte Zielgruppe (Nische) festzulegen und Mut, sich so authentisch wie nur möglich zu positionieren. Auch wenn das bedeutet, den einen oder anderen zu vergraulen oder gar auf die Füße zu treten.

Der Mutige hebt sich von der Masse ab

Fakt ist: Derjenige, der sich klar positioniert, hebt sich von der Masse ab! Für einige ist das gleichbedeutend mit einem „Outing“, inklusive der Befürchtung, den Erwartungen des Publikums (der Wunschkunden) nicht entsprechen zu können. Aber: Ohne eine aufmerksame Positionierung werden Sie nicht wahrgenommen und werden sich mit der Kundengewinnung schwertun. Die Mutigen hingegen, die hervorstechen, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie heben sich von der Masse ab. Sie werden leichter gefunden, sind leichter weiterzuempfehlen und werden als Experte wahrgenommen. Mit ihrer authentischen Positionierung ziehen die Mutigen so aus der breiten Masse an potentiellen Zielkunden genau diejenigen an, die zu ihnen passen.

Warum sollte jemand Ihr Klient werden?

Wie Silke glauben viele, im Internetzeitalter sei es einfach, potenzielle Kunden zu finden und sein Unternehmen zu bewerben. Die Homepage wird mit entsprechenden Keywords gefunden und dann melden sich die Kunden von alleine. Oder? Na ja, wenn das so einfach wäre, würde dann nicht jedes Unternehmen höchst erfolgreich sein? Selbst wenn Ihre Seite gut gefunden wird, bleiben die Anfragen oft aus. Die Ursache: Die meisten Webseiten beantwortet die allesentscheidende Frage nicht. Nämlich die Frage, warum jemand Ihr Kunde werden soll? Das Ziel ihrer Positionierung ist, diese Frage zu beantworten.

  • Erkennt ein Interessent auf einen Blick den Mehrwert, den Sie bieten?
  • Wird deutlich, dass Sie der Experte für ein bestimmtes Thema sind?
  • Heben Sie sich mit Ihrem Angebot von der Masse ab?
  • Schaffen Sie es, sich so zu positionieren, dass ein Interessent sagt: „Ja, genau das will ich?“

Bedenken Sie: Auch, wenn Ihre Website für die Suchmaschine optimiert wurde und Ihre Angebote gefunden werden, heißt das noch lange nicht, dass sich die gewünschte Zielgruppe mit Ihrer Positionierung angesprochen fühlt.
Wer einen Coach oder Berater sucht, hat in der Regel ein spezifisches Anliegen. Er sucht nach einem Experten für ein bestimmtes Problem und möchte sich dort persönlich gut aufgehoben fühlen. Der Interessent wird sich sehr wahrscheinlich für den Coach entscheiden, dem er vertraut und bei dem er aus der Positionierung direkt erkennt: Dieser Coach kann mir bei meinem Problem helfen. Er hat eine Lösung für mich und ich mag die Art und Weise, wie er sich präsentiert (positioniert). Er wird - mehr oder weniger bewusst – denjenigen auswählen, der ihm sympathisch ist.

Dinge gehen lassen nach dem Motto: „Weniger ist mehr“

Manchmal fehlt der Mut zu einer klaren Positionierung aber auch dann, wenn es darum geht, Dinge gehen zu lassen. Als Coach haben Sie (genau wie Silke), vielseitige Wege erlernt, um Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen zu helfen. Menschen zu helfen - und zwar möglichst vielen -, ist Ihr Ziel und genau das spiegelt sich nun vielleicht in Ihrer Außendarstellung wider. Was für einen Gärtner durchaus sinnvoll ist, nämlich das verwenden einer Gießkanne, funktioniert in puncto Kundengewinnung allerdings leider nicht. Deshalb sollten Sie Ihre gewählte Positionierung überprüfen. Erzielen Sie genügend Aufmerksamkeit? Gewinnen Sie ausreichend Kunden? Passt das Ganze (noch) zu Ihnen? Macht es Ihnen Spaß? Oder sind Veränderungen an Ihrer Positionierung notwendig? Meines Erachtens gilt hier: Weniger ist mehr. Lassen Sie Dinge gehen, die zwar gut gemeint, aber nicht zielführend sind.

Fazit: Fokussierung und eine klare Positionierung

Ich denke mittlerweile ist klar, dass Silke mit ihrer Positionierung noch nicht ganz am Ziel ist. Fakt ist: Wenn jemand einen Coach sucht, wird er denjenigen auswählen, der aus der Masse hervorsticht, dem er bei der Lösung seines Problems vertraut und zu dem er sich hingezogen fühlt. Was würde wohl passieren, wenn Silke den Mut für eine klare Positionierung aufbringt und sich authentisch, mit allen Ecken und Kanten auf ihr Herzensthema fokussiert?

  • Sie würde als Expertin auftreten und als solche wahrgenommen
  • Sie würde eine starke Verbindung zu ihren Interessenten aufbauen
  • Sie würde diejenigen anziehen, die zu ihr passen und mit denen Sie arbeiten möchte
  • Sie würde hochmotiviert und mit Begeisterung von ihrer Arbeit berichten
  • Sie würde leichter neue Klienten gewinnen
  • Ihre Klienten wären hochzufrieden und würden sie weiterempfehlen
  • Sie darf deshalb auch gerne ein höheres Honorar vereinbaren

So, ich denke an diesem Beispiel es ist klargeworden, wie wichtig eine deutliche Positionierung für Sie und Ihre Kunden ist. In diesem Sinne wünsche ich ihnen von Herzen den nötigen Mut für Ihre Positionierung.

PS. Wenn es Ihnen ähnlich geht wie Silke und Sie auf der Suche nach einer ehrlichen und authentischen Positionierung sind, finden Sie hier den kostenfreien Ratgeber „Erfolgreiche Positionierung – Erfolgreich als Coach positionieren und durchstarten“.

Über den Autor:

Oliver Kissner Portrait


Oliver Kissner ist Experte für die erfolgreiche Positionierung von Coaches, die tolle Arbeit leisten, aber Schwierigkeiten haben, dies im außen darzustellen. Er hilft seinen Kunden, mit einer intelligenten und authentischen Positionierung leichter Neukunden zu gewinnen. Bereits mehr als 7.000 Coaches nutzen seine Publikationen, Workshops und Beratungsangebote, um sich von der Masse abzuheben und leichter Neukunden zu gewinnen. Weitere Informationen sowie nützliche und sofort umsetzbare Tipps zum Thema Positionierung und Marketing finden Sie hier.

17. Februar 2017 Von Gelesen 787 mal 1 Kommentar

Entscheidungshilfe Coaching FrankfurtDrei Entscheidungshilfen, die Dir garantiert schmecken werden

1, 2 oder 3, Du musst Dich entscheiden, drei Felder sind frei... So sang schon Michael Schanze in der beliebten Quizsendung in den 80ern. Doch welches Feld wähle ich...

„Wer nicht selbst entscheidet, für den wird entschieden.“ 

Dieses geflügelte Wort bringt das Wesen der Entscheidung auf den Punkt. Man kann selbst entscheiden oder es anderen überlassen – doch schlussendlich wird sie von irgendwem getroffen. Hirnforscher gehen davon aus, dass wir pro Tag circa 20.000 Entscheidungen treffen, kleine wie große.

Dazu eine Frage aus dem Alltag? Wann warst Du das letzte Mal in einem Supermarkt um Joghurt zu kaufen? Wenn Du nicht gerade zu den Traditionalisten gehörst und immer den gleichen Joghurt wählst, findest Du Dich vor einer quasi unüberschaubaren Auswahl wider. Ich möchte Dich verschonen und werde nicht alle Sorten, die mir jetzt so einfallen aufzählen. Mir geht es mittlerweile so, dass ich nur noch Naturjoghurt, cremig gerührt versteht sich, kaufe und alles andere ausblende. Angesichts der riesigen Auswahl, fühle ich mich, ehrlich gesagt, überfordert. Meine Konsequenz habe ich gezogen und mich entschieden, nämlich für die, wie ich finde, einfachste Variante. 

Dies ist natürlich ein recht banales Beispiel und ich weiß nur zu gut, dass es mit Entscheidungen nicht immer so einfach ist. Du darfst Dich zum Beispiel zwischen zwei Jobangebot entscheiden. Du möchtest Dich zwischen verschiedenen Weiterbildungen entscheiden oder auch für eine von mehreren Coaching-Ausbildungen. Damit Du es zukünftig leichter hast, möchte ich Dir später drei Entscheidungshilfen aufzeigen.

OK, Entscheidungen treffen fällt also zunehmend schwerer. Dies ist zumindest mein Eindruck. Und dabei ist es egal ob ich mich mit Freunden unterhalte, die ein Haus bauen möchten, mit einem jungen Coaching-Klienten der vor der Berufswahl steht oder mit Interessenten für unsere Coaching-Ausbildung. Allen gemein ist, dass sie eine für sich richtungsweisende Entscheidung treffen möchten aber nicht wissen, wie sie dabei vorgehen können. Hinzu kommt, dass jeder eine optimale Lösung möchte. Ein Lösung, mit der er oder sie auch noch in 10 Jahren glücklich sein kann. Ein nachvollziehbarer Wunsch, keine Frage.

Vielleicht liege ich falsch, aber ich bin zutiefst davon überzeugt, dass sich die Menschen noch vor ca. 10 - 15 Jahren leichter für oder gegen etwas entschieden haben. Doch woran mag das liegen?

Coaching-Ausbildungen wie Sand am Meer

Zum einen glaube ich, liegt es tatsächlich an der immensen Auswahl, die es zu allem und jedem gibt. Wenn ich, z. B. daran denke, wie viele Coaching-Ausbildungen es mittlerweile gibt.... Als ich mich 2006 für eine Coaching-Ausbildung interessierte, habe ich mir eine kleine Entscheidungsmatrix angelegt, habe diese mit den Kriterien belegt die mir wichtig waren, wie z. B.:

  • Preis
  • Preis/Stunde
  • Gesamtstundenanzahl
  • Gruppengröße
  • Methode
  • Besonderheiten
  • Abschluss
  • Ort

Dann habe ich mir fünf Ausbildungsinstitute rausgesucht und meine Entscheidungsmatrix mit den entsprechenden Kriterien gefüllt. Anschließend habe ich von den fünf Instituten drei in die engere Wahl genommen. Bei diesen habe ich angerufen um mir einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Das war für mich das Wichtigste! Damit und mit meinen Kriterien konnte ich mich zügig entscheiden. Heute sieht es anders aus, da die Anzahl der Coaching-Ausbildungen enorm zugenommen hat und es schon schwierig ist sich auf fünf zu begrenzen.

Neulich fragte eine Interessentin für unsere Coaching-Ausbildung, ob ich ihr sagen könnte, wie sie sich entscheiden solle. Mein spontaner Rat war, den persönlichen Kontakt zu den zukünftigen Lehrcoaches zu suchen, wie sie es bei uns ja gerade getan hat, um sich, wie oben schon erwähnt, einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Schnell wird sie merken:

  • Wie sympathisch ist mir die Person?
  • Wie gut wird mir zugehört?
  • Wird sich ausreichend Zeit genommen?
  • Werden alle meine Fragen beantwortet?
  • Welches Bild von Coaching wird beschrieben?
  • Welche Besonderheiten in der Coaching-Ausbildung gibt es?
  • Doch neben der Riesenauswahl gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt:

Wo steckt die Nadel im Heuhaufen?

Zum anderen, meine ich, gibt es insbesondere durch das Internet, überall und zu jeder Zeit und zu jedem Thema die Möglichkeit sich zu informieren. Was ich einerseits total praktisch finde und auch rege nutze, kann aber auch ein echtes Hindernis werden. Nämlich das Hindernis eine Entscheidung zu treffen. Denn es könnte ja sein, dass ich noch nicht alle Informationen habe um mich entscheiden zu können. Und wer weiß, was mir bei B und C entgeht wenn ich mich für A entscheide? Hier könnten sich förmlich Verlustängste breitmachen. Denn, entscheide ich mich für A, muss ich mich gleichzeitig von B und C verabschieden. Doch am liebsten möchte ich alles!? 

Dies ist ein Phänomen, welches ich schon häufig beim Coaching von Berufseinsteigern feststellen konnte. „Ich könnte ja Umwelttechnik studieren“, höre ich da. „Aber will ich wirklich mein Leben lang in diesem Job arbeiten? Mhm, Jura würde mich auch interessieren, um für mehr Gerechtigkeit zu kämpfen, doch ist das nicht ziemlich spießig?“ Usw. usw. Auch hier erlebe ich die Schwierigkeit, aufgrund der Auswahlmöglichkeiten und einem irgendwie gearteten Anspruch auf eine perfekte „lebensandauernde“ Entscheidung. 

Unabhängig von den Konsequenzen neigen wir in der deutschen Kultur dazu, nicht optimale Entscheidungen zwangsläufig als Fehler einzustufen. Und Fehler sind –zumindest hierzulande – negativ besetzt. Dabei können vermeintlich „falsche“ Entscheidungen auch interessante Lernansätze sein und zu ganz neuen Erfahrungen führen.

Doch wie entscheide ich mich nun „richtig“?

Entscheidungen beschäftigen die Menschheit aber nicht erst seit gestern, und so wurden Methoden entwickelt, die Entscheidungen erleichtern können. Drei davon möchte ich Dir kurz vorstellen.

Welche davon Du ausprobierst, ist allerdings Deine Entscheidung ;-))

Sie werden übrigens auch in unserer Coaching-Ausbildung vermittelt. Dort allerdings etwas ausführlicher. Hier habe ich mich für die „Rezeptform“ entschieden um es einfach und griffig zu halten.

 

Übung 80.Geburtstag (von Lukas Niederberger)

Anzuwenden bei Orientierungslosigkeit oder biografischen Entscheidungen.

Vorgehen: Bewaffne Dich mit Stift und Papier und begib Dich an einen ruhigen Ort. Dort stelle Dir die folgenden Fragen: „Was würde mich an meinem 80. Geburtstag zum Weinen bringen, weil ich es erleben durfte oder weil ich es versäumt habe? Was möchte ich in einer Ansprache über mich und mein Leben hören?“

Leite daraus Dein Lebensziel ab und schreib es auf. Notiere Dir dazu auch die drei wichtigsten Werte in Deinem Leben.

Für die Zukunft: Bei künftigen Entscheidungen kannst Du Dich fragen: “Welcher der möglichen Wege führt mich eher an mein Lebensziel?“

 

Übung 10-10-10 (von Suzy Welch)

Anzuwenden bei Lebensentscheidungen aller Art.

Vorgehen: Es basiert auf drei scheinbar banalen Fragen:

Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung in zehn Minuten?

Welche Auswirkungen hat sie in zehn Monaten?

Welche Auswirkungen hat sie in zehn Jahren?

Wirkt simpel, doch diese Fragen können Entscheidungen – und deren Auswirkungen – relativieren und ins rechte Licht rücken. 

Für die Zukunft: Ist eine Entscheidung in zehn Monaten – oder gar Jahren – wirklich noch relevant? Wenn nicht, ist sie vielleicht auch aktuell gar nicht so wichtig.

 

Übung „Schwanger gehen“ (von Lukas Niederberger)

Anzuwenden bei richtungsweisenden Entscheidungen wie Jobwechsel, Wohnortwechsel, Trennung.

Vorgehen: Stell Dir vor, Du hast Dich für die mögliche Option A entschieden. Gehe dann drei, besser fünf Tage mit dieser Option „schwanger“. Lebe alleine mit dieser Vorstellung und lass für diese Zeit die anderen Optionen außer acht. Prüfe was dies mit Dir macht. Kommst Du zu innerer Ruhe, kommen Freude und Energie auf, dann kannst Du davon ausgehen, dass es die richtige Wahl ist. Schläfst Du aber schlecht und hast einen Knoten im Bauch, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die richtige Option. Wiederhole anschließend die Übung für die Varianten B und C. Mach Dir jeweils Notizen, die Du später miteinander vergleichen kannst.

Für die Zukunft: „Schwanger gehen“ ist anfangs nicht leicht, doch wenn Du es konsequent umsetzt, kommst Du zu recht zuverlässigen Entscheidungen.

Wie hast Du Deine letzte wichtige Entscheidung getroffen? Lass uns teilhaben, so dass wir Deinen Weg hier veröffentlichen können.

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