17. Mai 2016 Von Gelesen 1855 mal 0 Kommentar

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Höher – schneller - weiter – Coaching kann`s!

Coaching macht aus Führungskräften bessere Menschen – Mit Coaching wird jeder Konflikt zum Kinderspiel - Mitarbeiter lassen sich durch Coaching zu Höchstleistungen motivieren. Wow, eine echte Wunderwaffe, mit der man alles aus dem Hut zaubern kann, könnte man meinen!

Es ranken viele Gerüchte und Mythen um Coaching. Heute möchte ich Dir erklären, was Coaching wirklich kann und welche wissenschaftlichen Belege es dafür gibt. Mit diesen Argumenten kannst Du bei Deinem nächsten Verkaufsgespräch punkten. Denn, natürlich möchte eine Firma einen „Beweis“ dafür, dass Coaching etwas bringt und das Geld nutzbringend eingesetzt wird. Das ist nur allzu nachvollziehbar.

Welche Versprechen kann Coaching denn nun tatsächlich erfüllen? Lange gab es keine systematischen und Untersuchungen und demnach auch keine nachprüfbaren Belege über die Wirksamkeit von Coaching. Dies führte dazu, dass „alles“ „irgendwie“ machbar war, zumindest wenn man auf die vielen „Marktschreier“ auf dem Gebiet gehört hat. Doch dies hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, da Coaching und seine Wirkweise gut wissenschaftlich ausgeleuchtet wurde und immer noch wird.

Hier ein paar Behauptungen aus der „Praxis:“, die wissenschaftlich untersucht wurden.

„Coaching ist ein Karriereturbo. Wenn Du aufsteigen willst, dann geh zu einem Coach, der hebt Dich auf die nächste Stufe.“

Hierbei handelt es sich um Marketinggetöse von eher fragwürdigen Anbietern. Als seriöser Anbieter kannst Du ein solches Versprechen gar nicht geben, da es bei Beförderungen viel zu viele Kriterien gibt auf die im Coaching kein Einfluss genommen werden kann.

Keine wissenschaftliche Studie belegt den Zusammenhang zwischen Karrieresprung und Coaching.

„Coaching fördert die Entwicklung der Willenskraft.“

Diese Eigenschaft, die für das berufliche Weiterkommen förderlich ist, wird durch  Coachingmaßnahmen am meisten gefördert, wie wissenschaftliche Untersuchungen (Uni-Amsterdam um Tim Theeboom) gezeigt haben. Somit hat Coaching indirekte Einflüsse auf die Karriere.

Nach einem Coaching haben Führungskräfte häufig konkretere Ziele vor Augen. Besitzen klarere Strategien wie sie sie erreichen wollen. Außerdem planen sie bessere Aktionen zur Erreichung und schöpfen aus der Zielerreichung mehr Energie, die sie für die Verfolgung weiterer Ziele nutzen können.

Dr. Harald Geißler, Coaching-Forscher der Universität Hamburg führt das darauf zurück, dass die Führungskräfte nicht nur ihre expliziten Ziele mit ins Coaching bringen sondern auch ihre impliziten Ziele. Dies sind unbewusste Ziele, deren Nichterreichung eine gewisse Unzufriedenheit mit sich bringen.

Je eindeutiger die impliziten Ziele herausgearbeitet werden, umso klarer wird der Führungskraft was sie wirklich will, was sie im inneren antreibt. Dass dies die Willensbildung und deren Umsetzung fördert, liegt auf der Hand.

Häufig müssen Umwege gegangen werden um die impliziten Ziele herauszuarbeiten, da diese im Unterbewusstsein liegen und nicht direkt zugänglich sind. Das braucht Zeit und ist ein Grund, warum Coaching selten schnell geht. Das heißt, die Führungskraft muss etwas Geduld mitbringen. Ergebnisse von 61 Businessstudien sprechen hier von durchschnittlich 5 – 12 Sitzungen von durchschnittlich 1 Stunde über einen Zeitraum von 3 – 10 Monaten. An dieser Stelle wäre es schön, wenn sich Hypnose auch in Führungskreisen verstärkt durchsetzen würde. Doch das ist ein anderes Thema...

„Coaching muss möglichst schnell gehen“

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Dauer des Coachings und seinem Erfolg, laut Metastudie Amsterdam. Das liegt wahrscheinlich an der unterschiedlichen Komplexität der Themen. Je konkreter das Anliegen desto kürzer das Coaching.

Wichtig ist es hier, das richtige Maß zu finden, sonst kann es kontraproduktiv sein, da die gedankliche Nähe zwischen Coach und Klient zu groß werden kann. Das System wächst quasi zu stark zusammen und entwickelt ähnliche Einstellungen zu bestimmten Themen.

Dagegen hilft: Nicht immer zur vertrauten Person gehen, sondern mit einem neuen Thema auch gerne mal den Coach wechseln. Verschiedene Coaches für verschieden Fälle, statt „ein Coach für alle Fälle“. Sowohl dem Coach als auch dem Klienten sollte klar sein, dass es sich um eine Arbeitsbeziehung handelt und die sollte es auch bleiben.

„Die Chemie zwischen Coach und Klient ist das Wichtigste überhaupt“

Eine intakte Beziehung ist für den Erfolg des Coachings wichtig. Doch ist die Chemie nicht der alles überstrahlende Erfolgsfaktor. Besonders die Art und Weise und der Wechsel zwischen verschiedenen Methoden trägt zum Erfolg eines Coachings bei. Dies jedenfalls behauptet eine Studie des Ashridge Institutes for Coaching, in der 400 Coachingbeteiligte befragt wurden.

Es gibt aber keine verbriefte wissenschaftliche Erklärung dafür. Wohl eher nach dem Motto: „Viele Körnchen Wissen ergeben eine weise Antwort.“

Je mehr Techniken ich anwende, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine treffe, mit der mein Klient besonders gut zurecht kommt. Ich bin also in der Lage unterschiedliche Lerntypen anzusprechen. Außerdem basieren viele Methoden auf bestimmten Typologien bzw. Rastern. Dadurch wird Komplexität verstehbarer und bearbeitbarer gemacht.

 

„Je komplexer das Thema, um so besser ist Coaching geeignet“

Prof. Dr. Harald Geißler von der UniHamburg ist überzeugt, dass es kein Weiterbildungsformat gibt, dass besser geeignet ist um sich in eine neue Rolle hineinzufinden als Coaching. Geißler stützt sich auf Studien die zeigen, dass die Selbstwirksamkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nach einem Coaching deutlich höher sind als vorher. Die Steigerung der beiden genannten Fähigkeiten ist im Mittel ähnlich hoch wie die Steigerung der Willenskraft.

„Coaching hat einen Langzeiteffekt“

Dr. Annette Christina Pannenberg lehrt an der Euro-FH Hamburg Coaching und hat einen Langzeiteffekt von Coaching, über 6 Monate hinaus, in ihrer Dissertation geliefert (2013). Sie konnte feststellen, dass die Selbstorganisation steigt und es weniger Fehlentscheidungen getroffen werden. Dies führt sie auf gewonnene Einsichten der Führungskräfte über sich selbst zurück. Da Coaching auf Selbstreflexion ausgerichtet ist, lernt der Klient auch immer etwas über sich selbst.

Die ermittelten Auswirkungen von Coaching auf das Entscheidungsverhalten ließ sie, gemeinsam mit weiteren Faktoren, in eine Kosten-Nutzen Formel einfließen. Der Nutzen überstieg die Kosten oft um mehr als 120 %.

Weitere Studien belegen laut Uwe Böning eine bessere Konfliktlösung, besserer Umgang mit Risiken, reibungsloser verlaufende Change-Pozesse, weniger Krankheitstage. Somit hat Coaching einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Dies ist keine läppische Marketingfloskel.

„Coaching kann Führung besser machen.“

Hierfür gibt es keinen unmittelbaren wissenschaftlichen Beweis. Aber deutliche Hinweise auf einen mittelbaren Zusammenhang. Zum Beispiel wird die Kluft zwischen Selbst- und Fremdbild reduziert, da der Klient stets zwei Spiegel vorgehalten bekommt. Der eine, in dem er sich selbst sieht, der andere, der Ihm zeigt, wie andere ihn sehen. So erfährt der Klient wie ihn andere wahrnehmen. Dies kann dazu führen, dass sich eine Führungskraft authentischer bzw. glaubwürdiger gegenüber den Mitarbeitern verhält. Diese beiden sind laut Führungsforschung zentral für die Mitarbeiterführung. Somit könnte man die allgemeine Verbesserung von Führungsqualitäten als willkommene Begleiterscheinung des Coaching bezeichnen.

Vielleicht hast Du jetzt ein paar Argumente in der Tasche, die Dich bei Deiner nächsten Verhandlung untersützen können. Das würde mich freuen.

Wenn Du Dich weitergehend mit dem Stand der Forschung des Coaching-Marktes beschäftigen möchtest, sei Dir das entsprechende Buch, "Ergebnisse der Coaching-Forschung: Aktuelle Studien - ausgewertet für die Coaching-Praxis" von Uwe Böning empfohlen.

 

 

 

03. Mai 2016 Von Gelesen 1078 mal 0 Kommentar

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Fragst Du Dich auch schon mal, was das für Menschen sind, die als Coach arbeiten? „Haben sie besondere Fähigkeiten, oder könnte ich das auch?“ „Muss ich bestimmte Eigenschaften mitbringen um erfolgreich sein zu können?“ „Muss ich als Businesscoach anders drauf sein als ein Personalcoach?“ Eins vorweg, Coaches sind ganz normale Menschen, die Macken haben, wie Du und ich ;-). Darüber hinaus bringen sie tatsächlich bestimmte Fähigkeiten bzw. Interessen mit, die sie von vielen anderen Menschen unterscheiden. Doch dazu gleich mehr.

Wer wird denn überhaupt Coach?

Zunächst möchte ich versuchen zu beschreiben, wie Du Dir einen „durchschnittlichen“ Coach vorstellen kannst, egal ob Personal- oder Businesscoach. Das ist natürlich ein relativ schweres Unterfangen, da die Beweggründe der Menschen so unterschiedlich sind wie ihre Biografien, die sie mitbringen. Aber irgendetwas muss sie ja verbinden, wenn sie sich für den gleichen Beruf interessieren.

Also, ganz allgemein gesprochen, sind es aus meiner Erfahrung Menschen, die sich für psychologische Zusammenhänge interessieren und die andere Menschen bei der Lösung von Konflikten unterstützen möchten. Jetzt kannst Du mir eine Genderproblematik vorwerfen, doch sind dies eher Frauen als Männer…;-)) Im Idealfall interessieren sie sich für Persönlichkeitsentwicklung und sind bereit zunächst an sich selber zu arbeiten, bevor sie sich an die Arbeit mit Klienten wagen.

Bei Beginn seiner Laufbahn, ist ein Coach (es gibt übrigens keine weibliche Form für Coach und alle Versuche, dies einzuführen, sind aus meiner Sicht zum Scheitern verurteilt) zwischen 30 und 45 Jahren alt, hat in aller Regel ein Studium bzw. eine Berufsausbildung abgeschlossen und mehrere Jahre Berufserfahrung gesammelt. Meistens hatte er in seinem beruflichen Umfeld bereits viel mit Menschen zu tun und möchte nun sein Wissen und seine Fähigkeiten mit Coaching-Kompetenz erweitern. Darüber hinaus gibt es aber auch Quereinsteiger, die erst später erkannt haben, welche weiteren Fähigkeiten in ihnen schlummern.

3 Schlüsselkompetenzen für einen Coach

Welche Eigenschaften bzw. Fähigkeiten muss er denn nun mitbringen, der Personal- bzw. Businesscoach? Aus unserer Sicht gibt es mindestens zwölf wirklich wichtige Eigenschaften, die einen Coach auszeichnen. Diese hier alle aufzuführen, würde den Rahmen sprengen, weswegen ich mich auf drei beschränken möchte, die ich persönlich für absolut wichtig halte.

Dies sind:

  • Selbstreflexion
  • Empathie
  • Wertschätzung

Diese Eigenschaften, auf die ich gleich noch weiter eingehen möchte, beziehen sich zunächst auf die eigentliche Coaching-Tätigkeit. „Ist doch auch logisch“, wirst Du vielleicht sagen. „Darum geht es hier doch.“ Klar, aber wenn Du Dich als Coach selbstständig machen möchtest, gehört noch viel mehr dazu, wie z. B. Organisationsfähigkeit und Frustrationstoleranz. (Falls Du Dich für die weiteren wichtigen Eigenschaften interessierst, die einen erfolgreichen Coach ausmachen, dann schau doch in unser Buch „Jetzt werde ich Coach!“, erschienen im Beltz-Verlag.)

Doch nun zu den drei wichtigen Eigenschaften eines Personal- bzw. Businesscoach und was dahinter steckt. Übrigens, musst Du als angehender Coach diese Eigenschaften nicht perfektioniert haben. Es geht eher darum, dass Dir bewusst ist, dass z. B. die Fähigkeit zur Selbstreflektion für einen Coach wichtig ist und dass Du bereit bist daran zu arbeiten.

Selbstreflexion

Darunter versteht man die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen. Das heißt, wenn etwas schief gelaufen ist, nicht gleich einen „externen“ Schuldigen zu suchen, sondern sich erst mal zu fragen, was ich selbst dazu beigetragen habe.

Das klingt vielleicht banal aber so einfach ist es gar nicht. Viel leichter ist es doch andere für eigene „Fehler“ verantwortlich zu machen.

Wenn Du schon jetzt etwas für die Stärkung Deiner Selbstreflektionsfähigkeit tun möchtest, lass jeden Abend den Tag Revue passieren. Was ist gut gelaufen, was weniger? Und stell Dir konkret die Fragen „Was habe ICH gut gemacht, was könnte ICH besser machen.“ „Wie habe ich mich heute meinen Mitmenschen gegenüber verhalten?“

Warum ist das als Coach wichtig?

Als Coach macht es Sinn das eigene Handeln während des Coaching-Prozesses zu reflektieren. Hierbei geht es weniger um konkrete Fehler als vielmehr darum, zu überprüfen, in wie weit der Klient durch meine Interventionen Fortschritte gemacht hat oder auch nicht. Konnte ich objektiv bleiben? Konnte ich mich so weit zurück nehmen, dass ich nicht meine eigenen Themen ins Coaching eingebracht habe usw.?

Empathie

Von einem empathischen Menschen spricht man, wenn es ihm leicht fällt, sich in die Situation seines Gegenübers zu versetzen, ohne seine Neutralität bzw. Objektivität aufzugeben. Dies sollte nicht mit Mitleid gleichgesetzt werden.

Möchtest Du an Deiner Empathiefähigkeit arbeiten, lerne aktives Zuhören, frage aktiv nach, indem Du tatsächlich an Deinem Gegenüber interessiert bist. Stellst Du Verständnisfragen, so ist es leichter die Situation des anderen nachzuvollziehen.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Beim Coaching geht es in erster Linien darum, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Coach und Klient herzustellen, damit der Klient auch bereit ist sich Dir gegenüber zu öffnen und an seinen Themen zu arbeiten. Dies erreichst Du am ehesten durch empathisches Vorgehen.

Wertschätzung

Ist jemand in der Lage, andere Menschen ernst zu nehmen und sie respektvoll zu behandeln, auch wenn sie eine völlig andere Lebensanschauung und andere Einstellungen haben, spricht man von wertschätzendem Verhalten. Um wertschätzend zu sein, muss man die jeweiligen Einstellungen nicht teilen, „nur“ respektieren.

Du kannst damit beginnen zunächst wertschätzend Dir selbst gegenüber zu sein. Gehe dann respektvoll mit Deinen Mitmenschen um und zeige Deinem Gegenüber dass Du ihn so anerkennst, wie er ist.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Im Coaching gehst Du mit so vielfältigen Menschen um, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Du auf ganz unterschiedliche Meinungen, Lebensauffassungen und Einstellungen triffst. Da es in einem Coaching um den Klienten und seine Welt geht, ist es hilfreich für eine vertrauensvolle Beziehung, wenn jeder Einzelne das Gefühl hat von Dir respektiert und ernst genommen zu werden. So kann sich der Klient öffnen und zeigen, wie er tatsächlich ist. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, über alte Verhaltensmuster zu reflektieren und an ihnen zu arbeiten.

An diesen und weiteren Kompetenzen zu arbeiten, ist als Coach unerlässlich, wenn man professionell und erfolgreich sein möchte. Eine Ausbildung mit hohem Selbsterfahrungsanteil kann hier gute Dienste leisten!

Welche Kompetenzen sind Deiner Meinung nach wichtig für einen Coach?

27. April 2016 Von Gelesen 1244 mal 0 Kommentar

Keine Frage: Coaching boomt und viele fühlen sich offenbar als Coach und Berater berufen. Schließlich sind wir in einer Beratungsgesellschaft angekommen. Das kannst Du auch sehr gut daran sehen, wenn Du Dir die Regale über Ratgeberbücher in der Buchhandlung Deines Vertrauens mal anschaust. Es ist auch kein Geheimnis, dass die Schere zwischen Coaches die richtig gut im Geschäft sind und denen, die am Existenzminimum „krautern“ sehr groß ist.

Falls Du Dein Business als Coach startest, dann sind diese Zeilen für Dich genau richtig. In diesem Artikel beleuchte ich, wie Du die schlimmsten Fehler von vorneherein erkennen kannst und diese im besten Fall vermeidest. Man muss ja nicht jeden Fehler selbst machen, oder?

Fehler 1:

Blinder Aktionismus - Ich gründe mal drauflos. Schließlich bin ich jetzt Coach und fange mal an. Mal schauen, wer da so in meine Praxis kommt.

Leider ist es oft so, dass viele angehende Coaches eine völlig unklare Vorstellung haben von ihrer Zielgruppe (also dem Kunden, der ihre Dienstleistung braucht), und wie sich diese Zielgruppe erreichen lässt. Dementsprechend ist die Verwunderung groß, wenn sich schlichtweg niemand oder nur wenige für das Angebot interessieren, da es entweder nicht glaubwürdig ist, von den falschen Personen wahrgenommen wird oder es ein Überangebot gibt. Stichwort Positionierung: Auch wenn das Wort „Positionierung“ abgedroschen erscheint macht es ganz viel Sinn, Dein Angebot (vorher) zu überprüfen und Dir auch von anderen Feedback geben zu lassen und zwar (nur) von solchen, die dir konstruktives Feedback geben. Miesmacher, Verderber und Neider halte auf jeden Fall von dir fern. Lass dir also Rückmeldung geben, wie Dein Angebot wahrgenommen wird, ob es glaubwürdig ist und auch, ob es zu Dir passt!


Fehler 2:

Mangelhafte (Finanz-) Planung.

Natürlich habe ich mir erst einmal eine schöne Praxis angemietet. Meine Räume sollten schon auch repräsentativ sein und meine Klienten sich bei mir einfach wohlfühlen. Das lasse ich mir selbstverständlich auch etwas kosten.Das klingt nach Romantik ala Rosamunde Pilcher und taugt bestenfalls für einen Groschenroman. Tatsächlich solltest Du als Coach Unternehmer sein (falls noch nicht, schnellstens werden). Dazu gehört auch, dass Du Deine Finanzen im Griff hast und auch genau prüfst, was ist wirklich für die Ausübung Deiner Tätigkeit unbedingt notwendig. Was sind vielleicht Kostenposten, die Du gerade am Anfang tunlichst vermeiden solltest? Sei hier besonders kritisch! Auch die Erstellung eines Businessplans vor der Gründung macht Sinn. Selbst dann, wenn Du ihn für Deine Gründung nicht brauchst. Auf diesem hast du nämlich noch einmal schwarz auf weiß Dein Konzept, Deine Liquiditätsplanung inkl. Budgets und was sonst noch wichtig ist. Kostenfreie Businesspläne bekommst Du übrigens hier.

Er hilft Dir oder zwingt Dich gar dazu, Dich wirklich ernsthaft mit Deiner Geschäftsidee auseinanderzusetzen und alles festzuhalten. Damit fällt es Dir auf jeden Fall leichter, Dein Unternehmen zu steuern und „Gegenmaßnahmen“ zu ergreifen, falls etwas nicht so laufen sollte wie erwartet. Denn: Machen sich Existenzängste breit und Du hast Geldsorgen, kann es recht schnell vorbei sein mit der Euphorie der Selbstständigkeit und den Traum vom eigenen „Chef. Vielleicht kennst Du auch den landläufigen Spruch: „Das Geld, kann man nur einmal ausgeben“.

Fehler 3:

Ich bin jetzt mein eigener Chef und kann mir meine Arbeit einteilen.Das ist prinzipiell richtig. Sehr schnell wirst Du aber sehen, dass sich Deine Arbeit eben nicht von alleine macht. Du wärst nicht der erste (und vermutlich auch nicht der letzte Coach), der recht ratlos vor dem weißen Papier oder dem PC sitzt und senden/empfangen drückt - möge doch endlich eine Kundenanfrage hereinkommen oder vielleicht ein Bekannter oder Freund die quälende Leere im Kopf unterbrechen. Ohne eine Struktur und auch (zumindest grobe) Tagesplanung passiert es schnell, etwas vielleicht Wichtiges zu vergessen. Gerade Neueinsteiger sind auch vom „prokrastinieren“ befallen. Du weißt noch nicht was das ist? Gemeint ist, sich durch irgendwelche anderen Tätigkeiten von seinem eigentlichen Tun ablenken zu lassen. Dies kann soweit gehen, dass die eigene wertvolle Arbeitszeit komplett verplempert wird. Hier findet Du noch eine Strukturhilfe, wie Du Deinen Arbeitstag bzw. die Arbeitswoche gut planen kannst.


Fehler 4:

Meine Webseite ist jetzt online, die Vistenkarten und Flyer gedruckt und die Kunden rennen mir jetzt die Bude ein.


Ganz ehrlich: Das würde ich Dir wünschen! Wenn Du Dich mit anderen Coaches unterhältst, die hauptberuflich (oder auch nebenberuflich) arbeiten wirst Du ähnliches hören: Ein Geschäft aufzubauen braucht Zeit, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und auch eine gehörige Portion Entscheidungsfreude. By the way: Hast Du eigentlich schon den Selbstcheck „Hast Du das Zeug zum Coach gemacht“? Hier erfährst Du, welche Eigenschaften Du als Coach und Unternehmer bereits mitbringen solltest. Zusätzlich kommt auch der Punkt 2 nochmal ins Spiel: Solltest Du hauptberuflich gründen, brauchst du eine solide Finanzplanung die Dir sagt, wieviel Geld Du im Monat brauchst und woher Du dieses bekommst. Im besten Falle hast Du also Rücklagen gebildet. Gründest Du nebenberuflich, sollte Deine berufliche Tätigkeit soviel einbringen, dass die Fixkosten gedeckt sind.


Fehler 5:???

Welcher Fehler führt aus Deiner Sicht noch zum Misserfolg?

Was denkst Du, vielleicht aus Deiner eigenen Erfahrung: Welcher Fehler führt aus Deiner Sicht garantiert noch zum Misserfolg?
Schreibe mir in den Kommentar oder per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! dann kann ich diesen Punkt noch ergänzen.

Zu guter Letzt: Hast Du Dich in dem einen oder anderen Punkt selbst erkannt? Ich freue mich über Deinen Kommentar.

19. April 2016 Von Gelesen 1201 mal 0 Kommentar

tulips 175605 1280Diese tiefgründige Frage wurde uns von einer Interessentin unserer Coaching-Ausbildung während unseres Info-Abends in der letzten Woche gestellt.

Ich finde diese Frage derart wichtig, dass ich ihr diesen Blogbeitrag widmen möchte. Denn klar, wenn jemand eine Weiterbildung machen möchte, ist es nicht nur legitim, sondern darüber hinaus sinnvoll, sich Gedanken zu machen, was man hinterher damit anstellt.

Es hat sich wahrscheinlich herumgesprochen, dass es mittlerweile sehr viele Coaches gibt und der Begriff inflationär für alle möglichen Formen der Beratung „missbraucht“ wird, die aber nicht wirklich etwas mit Coaching zu tun haben. Doch unabhängig davon, gibt es auch viele seriös arbeitende Coaches. Die einen erfolgreich, die anderen weniger. Erfolgreich sind in aller Regel diejenigen, die ihre Nische gefunden haben, sprich, die sich spezialisiert haben. Nur, wie kommt man zu seiner Nische?

Diese fällt in aller Regel nicht vom Himmel, sondern muss erarbeitet werden. Am besten in Form eines Konzepts. Doch zunächst möchte ich Dir ein paar Tipps als Vorüberlegung an die Hand geben. Am besten schreibst Du Dir Deine Überlegungen gleich auf, dann musst Du Dir die Gedanken nicht zweimal machen.

1. Tipp: Schau auf Deine Berufserfahrung

Zu Beginn kannst Du Dir über Deine Berufserfahrung im Klaren werden. Welche Ausbildung/Studium hast Du absolviert? In welchen Bereichen hast Du bisher gearbeitet? Wo bzw. wie arbeitest Du aktuell? Auf wie viele Jahre Berufserfahrung blickst Du zurück?

Aus diesen Überlegungen kann sich unter Umständen schon eine Idee für eine Zielgruppe ergeben. Hast Du zum Beispiel sechs Jahre im Support des IT-Bereichs gearbeitet und warst richtig gut, kennst Du die Probleme der Kollegen. Du weißt welche Krisen bzw. Konfliktherde es geben kann. So könntest Du Dich als freiberuflicher Coach an Mitarbeiter aus dem Support wenden und ihnen Unterstützung bei der Bewältigung ihrer täglichen Probleme anbieten.

Dieses kleine Beispiel soll nur zeigen, dass es Sinn machen kann, wenn Du Dich an dem orientierst was Du schon kannst. Darin hast Du eine gewisse Feldkompetenz, wie man so sagt, und bist im fachlichen sattelfest. Da hat den Vorteil, dass Du die gleiche Sprache wie Dein Klientel sprichst, was sehr zur Vertrauensbildung beitragen kann.

2. Tipp: Schau auf Deine Lebenserfahrung

Zusätzlich zu Deiner Berufserfahrung, hast Du Lebenserfahrung gesammelt. Nicht selten steckt hinter dem was Du so alles im Leben erlebt bzw. gelernt hast ein Riesenpotential aus dem Du schöpfen kannst. Überlege Dir welche Hobbies Du hattest oder immer noch hast. Was hat Dich schon immer interessiert und was überhaupt nicht. Wofür hast Du Dich bereits engagiert? In welchem Verein oder welcher Organisation warst Du aktiv? Sich über all diese Dinge Gedanken zu machen, kann helfen ein Thema zu finden, in dem Du Dich sicher fühlst und bei dem Du anderen vielleicht helfen kannst.

3. Tipp: Sei mutig. Werde, der Du bist!

Viele Coaching-Einsteiger machen den Fehler und schauen bei der Erstellung ihres Konzepts, wenn sie denn überhaupt eines erstellen, ständig nach anderen. Wie macht denn X das? Welche Themen bietet Y an? Wie hat Z seine Website aufgebaut? Usw. Natürlich kann es nicht schaden, sich grob zu orientieren, doch kann es passieren, dass Du Dich dabei so sehr auf die Anderen konzentrierst, dass Du Dich selber aus den Augen verlierst. Also, sei mutig und gehe Deinen eigenen Weg und zwar von Anfang an. Das ist nicht immer leicht und Dir wird unter Umständen viel Gegenwind entgegen geblasen werden, doch am Ende musst Du mit Deinen Überlegungen und Deinem Konzept arbeiten und niemand anderer.

4. Tipp: Finde Deinen eigenen Stil

Dies schließt direkt an Tipp 3 an. Nur wenn Du Dich traust, so zu arbeiten, wie Du es für richtig hältst, bist Du authentisch. Versuche nicht den Stil anderer Coaches zu imitieren. Hiermit ist der eigentliche Arbeitsstil gemeint, also was ist Dir im Umgang mit Deinen Kunden wichtig? Duzt Du oder Siezt Du? Welche Honorarstruktur hältst Du für sinnvoll? Welche Methoden liegen Dir usw. Den eigenen Stil zu erlangen, dauert erfahrungsgemäß einige Zeit. Hierzu gehört auch herauszufinden, ob Du freiberuflich oder nebenberuflich Coaching anbieten möchtest. Vielleicht möchtest Du auch Coaching-Wissen bzw. –Können in Deinen Arbeitsalltag integrieren? Eine Coaching-Ausbildung die den Schwerpunkt auf Persönlichkeitsentwicklung legt, kann dabei helfen

5. Tipp: Erstelle Dein Konzept

Ohne schriftliches Konzept geht gar nichts. Dazu gehört natürlich noch viel mehr als die eben genannten Punkte. Sie stellen eine Basisüberlegung dar aber können dennoch helfen eine erste Idee zu entwickeln. Um als Coach erfolgreich sein zu können, ist es wichtig, dass Du Dir für Dein individuelles Konzept Zeit nimmst. In unserer Coaching-Ausbildung beginnen wir damit bereits im ersten Modul. So kann sich aus einer Idee über acht Monate ein handfester Plan erstellen.

Willst Du mehr über die Erstellung eines individuellen Coach-Konzepts erfahren, lies gerne in unserem Buch „Jetzt werde ich Coach!“ nach.

Wenn Du Fragen hast oder einen Kommentar schreiben möchtest, freuen wir uns von Dir zu hören.

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