Deine Coaching-Katze schläft im Sack? - Lass sie raus!

11. Januar 2017 Von In Coaching Ausbildung Gelesen 998 mal 0 Kommentar

Katze im Sack

Wer sich als Coach etablieren möchte, hat es heute ungleich schwerer als noch vor 10 Jahren. Zwar hat Coaching mehr und mehr seinen Platz in der Gesellschaft gefunden, doch gibt es auch immer mehr "Wildwuchs".

So werden häufig Maßnahmen als Coaching bezeichnet, die für uns eher einer Fachberatung gleichzusetzen sind. Vielleicht hast Du bereits in unserem Buch "Jetzt werde ich Coach!" gelesen, was Coaching für uns bedeutet.  Um heute von seiner Profession gut leben zu können, ist es für die meisten Coaches von Nöten sich ein zweites, besser ein drittes Standbein aufzubauen. Durch die Vielzahl an Coaches, die sich am Markt tummeln, wird es nicht nur für uns schwerer sondern auch für unsere Kunden. Diese müssen nämlich aus der Vielzahl der Angebote jenes raussuchen, dass ihnen die bestmögliche Lösungsoption anbietet.

Doch wie können wir uns von der Masse abheben bzw. dem Kunden das Gefühl geben, dass er bei uns richtig ist? Ein Thema, dass nicht nur die Teilnehmenden unserer Coaching-Ausbildung weit über die Ausbildung hinaus begleitet.

Als Coaches verkaufen wir kein greifbares Produkt. Unsere potentiellen Kunden können unsere „Ware“ nicht anfassen, nicht testen. Es gibt auch keine Umtauschgarantie und keine Rückgabemöglichkeit. Das heißt, unsere Kunden geben uns einen riesigen Vertrauensvorschuss, wenn sie bei uns ein Coaching buchen und wir müssen ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht „die Katze im Sack“ kaufen.

Aufgrund dieser Unwägbarkeiten für den Kunden, darf es uns nicht wundern, wenn die Kaufentscheidung zögerlich ist bzw. sehr lange dauert. Doch wie können wir es anstellen, unseren Kunden möglichst umfassend das Gefühl zu geben, dass sie bei uns genau richtig sind?

Da viele unserer Kunden über unsere Website auf uns aufmerksam werden, gilt es hier alles dafür zu tun das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Doch was gehört dazu?

Die eigene Coach-Biografie

Zunächst einmal ist es wichtig die eigene Biografie zu beschreiben. Diese zeigt unsere bisherige Lebens- und Berufserfahrung und nicht selten suchen sich Klienten Coaches aus einem ähnlichem Berufsfeld, da dies eine gewisse Feldkompetenz erwarten lässt. Ich habe z. B. viele Jahre Softwaretrainings gegeben, bevor ich zusätzlich Coach wurde und nicht selten buchen mich Menschen aus dem IT-Sektor oder auch Projektmanager. Natürlich nicht ausschließlich aber eine gemeinsame Sprache kann die Kommunikation deutlich erleichtern.

Deine Coaching-Ausbildung

Aus der Biografie sollte nicht nur die Ursprungsausbildung bzw. das Studium hervorgehen, sondern auch Deine  Coaching-Ausbildung und wie lange Du schon als Coach arbeitest. In einem anderen Artikel (Link) haben wir uns schon mal mit dem Thema Zusatzausbildungen für Coaches beschäftigt und dafür plädiert nicht jedes Wochenendseminar aufzuführen. Diese Einstellung bleibt auch bestehen. Versetze Dich in die Lage potentieller Klienten und überlege Dir welche Information tatsächlich relevant ist. Interessanter als jeder einzelne Workshop ist für viele Klienten wie lange Du bereits als Coach arbeitest. Dies ist natürlich leichter zu schreiben, wenn man bereits einige Jahre Praxiserfahrung hat, als wenn man gerade angefangen hat. Hier kann es helfen Berufserfahrungen zu beschreiben, die die notwendige Feldkompetenz unterstreichen.

Dein Coaching-Thema

Die Klienten interessiert weiterhin auf welche Probleme Du Dich spezialisiert hast. Es gibt nicht den „Nur“-Coach. Ich habe mich z. B. auf die Themen Konflikte, Entscheidungen und Stressmanagement spezialisiert. Darum ranken sich natürlich viele Unterthemen wie persönliche und berufliche Neuorientierung, Führungsverhalten, Konflikte am Arbeitsplatz usw. Optimal ist es, wenn Deine Klienten auf Deiner Internetseite erkennen können welche „großen“ Probleme sie mit Deiner Hilfe lösen können. Also, konzentrier Dich auf wenige Themen und mach Dich darin fit.

Weniger wichtig ist es in aller Regel die zur Anwendung kommenden Methoden bis ins Detail zu beschreiben. Die wenigsten Klienten interessieren sich dafür bzw. kennen sich damit aus.

Deine Arbeitsweise als Coach

Wichtiger ist es Deine grundsätzliche Arbeitsweise während des Coachings zu formulieren und zwar in einer Sprache, die Deine Coaching-Interessenten anspricht. Versuche Dich sprachlich abzuheben, in dem Du die Sprache Deiner Kunden benutzt und nicht irgendwelche abgedroschenen Phrasen von anderen Webseiten übernimmst. Versuche bei allem was Du schreibst, die Perspektive Deiner Kunden anzunehmen. Sie sind es, die Du überzeugen willst und deren Vertrauen Du gewinnen möchtest. Schreibe so konkret wie möglich. Das macht Deine Vorgehensweise anschaulich.

Zeige Deinen Kunden, dass Du etwas von dem Problem-Thema verstehst. Behandle dies eingehend auf Deiner Internetseite, damit die Lesenden erkennen können, dass Du Dich intensiv mit der Thematik beschäftigt hast und Dich auskennst. Erfolgreiche Fallbeispiele können das Bild abrunden.

Falls Du schon Artikel oder interessante Blogbeiträge zu „Deinen“ Themen veröffentlicht hast, solltest Du auch das erwähnen, da es Deine Kompetenz unterstreicht.

Professionalität ist gefordert

Nicht vergessen solltest Du, einen professionellen Umgang mit Deinen möglichen Klienten zu pflegen. Hier kann es Sinn machen, sich eine Routine zu überlegen, die Du dann auch einhältst. Dazu gehören solche Dinge wie. Wie schnell rufst Du zurück? Wie gut bist Du erreichbar? Wie viel Zeit möchtest Du Dir für ein Vorgespräch nehmen? Ist dies kostenfrei oder kostenpflichtig? Wie schnell erstellst Du ein Angebot?, usw. Dies sind alles Kriterien, die dazu geeignet sind ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen.

Damit Du Dich von Anfang an professionell aufstellen kannst, ist eine Coaching-Ausbildung auf jeden Fall ein notwendiger Basis-Baustein für Deine Karriere als Coach. Hier lernst Du nicht nur Methoden kennen, sondern lernst vor allem Dein Persönlichkeitsprofil zu schärfen. Doch neben persönlicher und fachlicher Kompetenz gehört zum Coach-Sein auch ein nicht zu verachtender Unternehmergeist dazu. Ansonsten verwässert Dein Angebot und bleibt doch die Katze im Sack, die sich nicht raus traut ;-)

Gelesen 998 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Januar 2017 15:23
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