Komm doch mal rüber! 3 Punkte für nachhaltigen Lerntransfer als Trainer, trotz Powerpoint & Co.

08. Februar 2017 Von In Coaching Ausbildung Gelesen 2482 mal 0 Kommentar

Im letzten Blogbeitrag der Artikelserie „Gruppenleitung ohne Angst“  wollte ich Dir zeigen, wie Du Konflikte im Seminar (die unweigerlich in kleinerer oder größerer Form auftreten) managst, und produktiv für das Lernen der Teilnehmer nutzt. Diesen Blogartikel widme ich einem Thema, dass Du sicher aus endlosen Meetings, langweiligen Seminaren oder einschläfernden Trainings (nicht) kennst: Begeisterung und wirklichen Lerntransfer!

Gehörst Du zu denen die glauben, dass Wissensvermittlung mit möglichst vielen Informationen auch für viel Lerntransfer sorgt? Vielleicht hältst Du selbst öfters Powerpoint-Präsentationen und wunderst Dich, dass von Deinen 80 Folien die ersten Zuhörer schon nach der 10. Folie gähnen? Vielleicht überrascht es Dich oder möglicherweise bist Du gar geschockt: In den nun 10 Jahren in denen ich als Trainer in Organisationen, Unternehmen oder Bildungseinrichtungen arbeite, kann ich die gehaltenen Powerpoint-Präsentationen an einer Hand abzählen. Du willst wissen warum? Ich zeige Dir 3 Schritte, die Du gleich in Deinem nächsten Seminar ausprobieren und umsetzen solltest.


3 Schritte, die Dein Training oder Deinen Vortrag nach vorne bringen

1. Aktiviere das Vorwissen Deiner Teilnehmer

In der Lernfoschung wurde viel Aufwand betrieben um zu überlegen: „Wie können wir Schülern nachhaltiges Wissen vermitteln?“ Dass Schulen oft „reine Belehrungsanstalten“ sind, in denen es eher um „Selektion“ als um nachhaltiges Lernen geht, weißt du bestimmt längst. Trotzdem hat die Lernforschung viele gute Erkenntnisse gewinnen können, z. B. wie wir am Besten lernen können. So ist es nicht möglich, dass Wissen wie in einem „Nürnberger Trichter“ in den Kopf hineinzuschütten. Stattdessen lernen wir durch Verknüpfungen. Das funktioniert so, dass neues Wissen mit vorhandenem Wissen verknüpft wird, in dem dieses an die Lebenswelt oder den Wissensstand der Teilnehmer im Seminar andockt.

2. Sorge für emotionale Inhalte und emotionale Beteiligung

Dieser Punkt setzt unmittelbar am 1. Punkt an: Durch das Aktivieren von Vorwissen wird der Lerngegenstand authentisch, das heißt, er wird persönlich und damit emotional. Mit emotionaler Aktivierung ist keineswegs gemeint, dass Deine Teilnehmer allesamt in Tränen ausbrechen (vielleicht doch, dann vor Lachen…). Vielmehr ist die Bandbreite der möglichen Emotionen viel größer. Ich denke da an Betroffenheit, Freude, Heiterkeit, Inspiration, Nachdenklichkeit, uvm. Durch die emotionale Aktivierung der Lerninhalte schaffst Du den Nährboden, dass kognitives Wissen mit Gefühl aufgeladen wird und somit einen nachhaltigen Eindruck erzeugt.

3. Benutze Storytelling

Dieser Punkt gehört unweigerlich dazu, wenn Du Vorwissen Deiner Teilnehmer aktivieren willst und für emotionalen Transfer als Trainer oder Dozent sorgen willst. Geschichten erzählen, neudeutsch „Storytelling“ ist die Wunderwaffe gegen "dröge Folien" im Seminar. Geschichten können Beispiele sein, die Du zu einem Thema berichtest. Die erzählten Inhalte aktivieren in den Teilnehmern das Vorwissen und regen die eigene Fantasie an, mit dem Erzählten „zu spielen“. Dabei wäre es gar nicht mal wichtig, ob die „Geschichte“ die Du erzählst wirklich genau so war. Durch die Geschichten holst Du die Themen in den Raum und in Verbindung mit Emotionalität in die Köpfe der Teilnehmer. Das klingt einfach, ist aber manchmal gar nicht so leicht umzusetzen und braucht neben eigener Kreativität auch Anleitung, Mut zum Ausprobieren und vor allem Übung.

Keine Langeweile als Trainer oder Dozent

In diesem Artikel wollte ich Dir zeigen, warum ich im Grunde gänzlich auf Powerpoint verzichte und mit den genannten 3 Punkten mich sehr wohl fühle. Natürlich habe ich je nach Art des Trainings oder Vortrags ein Handout, ein Skript und benutze gerne ein Flipchart, am liebsten in Kombination mit einem Whiteboard. Auf dem Flipchart habe ich strukturelle Informationen, auf dem Whiteboard skizziere ich Ideen und Zeichnungen aus dem Moment, welche die oben genannten 3 Punkte anreichern.

Im nächsten Artikel will ich Dir zeigen, wie Du in die Königsklasse als Trainer aufsteigen kannst durch das „Erzählen von Geschichten“. Vielleicht denkst Du, dass „Storytelling“ ein verdammt „alter Hut“ sei. In der heutigen Zeit von Informationsüberflutung und Massenmedienkonsum ist er allerdings aktueller und dringender denn je.

Gelesen 2482 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 09 Februar 2017 22:10
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