Coaching-Ausbildung oder Erdbeerjoghurt

17. Februar 2017 Von In Coaching Ausbildung Gelesen 625 mal 1 Kommentar

Entscheidungshilfe Coaching FrankfurtDrei Entscheidungshilfen, die Dir garantiert schmecken werden

1, 2 oder 3, Du musst Dich entscheiden, drei Felder sind frei... So sang schon Michael Schanze in der beliebten Quizsendung in den 80ern. Doch welches Feld wähle ich...

„Wer nicht selbst entscheidet, für den wird entschieden.“ 

Dieses geflügelte Wort bringt das Wesen der Entscheidung auf den Punkt. Man kann selbst entscheiden oder es anderen überlassen – doch schlussendlich wird sie von irgendwem getroffen. Hirnforscher gehen davon aus, dass wir pro Tag circa 20.000 Entscheidungen treffen, kleine wie große.

Dazu eine Frage aus dem Alltag? Wann warst Du das letzte Mal in einem Supermarkt um Joghurt zu kaufen? Wenn Du nicht gerade zu den Traditionalisten gehörst und immer den gleichen Joghurt wählst, findest Du Dich vor einer quasi unüberschaubaren Auswahl wider. Ich möchte Dich verschonen und werde nicht alle Sorten, die mir jetzt so einfallen aufzählen. Mir geht es mittlerweile so, dass ich nur noch Naturjoghurt, cremig gerührt versteht sich, kaufe und alles andere ausblende. Angesichts der riesigen Auswahl, fühle ich mich, ehrlich gesagt, überfordert. Meine Konsequenz habe ich gezogen und mich entschieden, nämlich für die, wie ich finde, einfachste Variante. 

Dies ist natürlich ein recht banales Beispiel und ich weiß nur zu gut, dass es mit Entscheidungen nicht immer so einfach ist. Du darfst Dich zum Beispiel zwischen zwei Jobangebot entscheiden. Du möchtest Dich zwischen verschiedenen Weiterbildungen entscheiden oder auch für eine von mehreren Coaching-Ausbildungen. Damit Du es zukünftig leichter hast, möchte ich Dir später drei Entscheidungshilfen aufzeigen.

OK, Entscheidungen treffen fällt also zunehmend schwerer. Dies ist zumindest mein Eindruck. Und dabei ist es egal ob ich mich mit Freunden unterhalte, die ein Haus bauen möchten, mit einem jungen Coaching-Klienten der vor der Berufswahl steht oder mit Interessenten für unsere Coaching-Ausbildung. Allen gemein ist, dass sie eine für sich richtungsweisende Entscheidung treffen möchten aber nicht wissen, wie sie dabei vorgehen können. Hinzu kommt, dass jeder eine optimale Lösung möchte. Ein Lösung, mit der er oder sie auch noch in 10 Jahren glücklich sein kann. Ein nachvollziehbarer Wunsch, keine Frage.

Vielleicht liege ich falsch, aber ich bin zutiefst davon überzeugt, dass sich die Menschen noch vor ca. 10 - 15 Jahren leichter für oder gegen etwas entschieden haben. Doch woran mag das liegen?

Coaching-Ausbildungen wie Sand am Meer

Zum einen glaube ich, liegt es tatsächlich an der immensen Auswahl, die es zu allem und jedem gibt. Wenn ich, z. B. daran denke, wie viele Coaching-Ausbildungen es mittlerweile gibt.... Als ich mich 2006 für eine Coaching-Ausbildung interessierte, habe ich mir eine kleine Entscheidungsmatrix angelegt, habe diese mit den Kriterien belegt die mir wichtig waren, wie z. B.:

  • Preis
  • Preis/Stunde
  • Gesamtstundenanzahl
  • Gruppengröße
  • Methode
  • Besonderheiten
  • Abschluss
  • Ort

Dann habe ich mir fünf Ausbildungsinstitute rausgesucht und meine Entscheidungsmatrix mit den entsprechenden Kriterien gefüllt. Anschließend habe ich von den fünf Instituten drei in die engere Wahl genommen. Bei diesen habe ich angerufen um mir einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Das war für mich das Wichtigste! Damit und mit meinen Kriterien konnte ich mich zügig entscheiden. Heute sieht es anders aus, da die Anzahl der Coaching-Ausbildungen enorm zugenommen hat und es schon schwierig ist sich auf fünf zu begrenzen.

Neulich fragte eine Interessentin für unsere Coaching-Ausbildung, ob ich ihr sagen könnte, wie sie sich entscheiden solle. Mein spontaner Rat war, den persönlichen Kontakt zu den zukünftigen Lehrcoaches zu suchen, wie sie es bei uns ja gerade getan hat, um sich, wie oben schon erwähnt, einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Schnell wird sie merken:

  • Wie sympathisch ist mir die Person?
  • Wie gut wird mir zugehört?
  • Wird sich ausreichend Zeit genommen?
  • Werden alle meine Fragen beantwortet?
  • Welches Bild von Coaching wird beschrieben?
  • Welche Besonderheiten in der Coaching-Ausbildung gibt es?
  • Doch neben der Riesenauswahl gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt:

Wo steckt die Nadel im Heuhaufen?

Zum anderen, meine ich, gibt es insbesondere durch das Internet, überall und zu jeder Zeit und zu jedem Thema die Möglichkeit sich zu informieren. Was ich einerseits total praktisch finde und auch rege nutze, kann aber auch ein echtes Hindernis werden. Nämlich das Hindernis eine Entscheidung zu treffen. Denn es könnte ja sein, dass ich noch nicht alle Informationen habe um mich entscheiden zu können. Und wer weiß, was mir bei B und C entgeht wenn ich mich für A entscheide? Hier könnten sich förmlich Verlustängste breitmachen. Denn, entscheide ich mich für A, muss ich mich gleichzeitig von B und C verabschieden. Doch am liebsten möchte ich alles!? 

Dies ist ein Phänomen, welches ich schon häufig beim Coaching von Berufseinsteigern feststellen konnte. „Ich könnte ja Umwelttechnik studieren“, höre ich da. „Aber will ich wirklich mein Leben lang in diesem Job arbeiten? Mhm, Jura würde mich auch interessieren, um für mehr Gerechtigkeit zu kämpfen, doch ist das nicht ziemlich spießig?“ Usw. usw. Auch hier erlebe ich die Schwierigkeit, aufgrund der Auswahlmöglichkeiten und einem irgendwie gearteten Anspruch auf eine perfekte „lebensandauernde“ Entscheidung. 

Unabhängig von den Konsequenzen neigen wir in der deutschen Kultur dazu, nicht optimale Entscheidungen zwangsläufig als Fehler einzustufen. Und Fehler sind –zumindest hierzulande – negativ besetzt. Dabei können vermeintlich „falsche“ Entscheidungen auch interessante Lernansätze sein und zu ganz neuen Erfahrungen führen.

Doch wie entscheide ich mich nun „richtig“?

Entscheidungen beschäftigen die Menschheit aber nicht erst seit gestern, und so wurden Methoden entwickelt, die Entscheidungen erleichtern können. Drei davon möchte ich Dir kurz vorstellen.

Welche davon Du ausprobierst, ist allerdings Deine Entscheidung ;-))

Sie werden übrigens auch in unserer Coaching-Ausbildung vermittelt. Dort allerdings etwas ausführlicher. Hier habe ich mich für die „Rezeptform“ entschieden um es einfach und griffig zu halten.

 

Übung 80.Geburtstag (von Lukas Niederberger)

Anzuwenden bei Orientierungslosigkeit oder biografischen Entscheidungen.

Vorgehen: Bewaffne Dich mit Stift und Papier und begib Dich an einen ruhigen Ort. Dort stelle Dir die folgenden Fragen: „Was würde mich an meinem 80. Geburtstag zum Weinen bringen, weil ich es erleben durfte oder weil ich es versäumt habe? Was möchte ich in einer Ansprache über mich und mein Leben hören?“

Leite daraus Dein Lebensziel ab und schreib es auf. Notiere Dir dazu auch die drei wichtigsten Werte in Deinem Leben.

Für die Zukunft: Bei künftigen Entscheidungen kannst Du Dich fragen: “Welcher der möglichen Wege führt mich eher an mein Lebensziel?“

 

Übung 10-10-10 (von Suzy Welch)

Anzuwenden bei Lebensentscheidungen aller Art.

Vorgehen: Es basiert auf drei scheinbar banalen Fragen:

Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung in zehn Minuten?

Welche Auswirkungen hat sie in zehn Monaten?

Welche Auswirkungen hat sie in zehn Jahren?

Wirkt simpel, doch diese Fragen können Entscheidungen – und deren Auswirkungen – relativieren und ins rechte Licht rücken. 

Für die Zukunft: Ist eine Entscheidung in zehn Monaten – oder gar Jahren – wirklich noch relevant? Wenn nicht, ist sie vielleicht auch aktuell gar nicht so wichtig.

 

Übung „Schwanger gehen“ (von Lukas Niederberger)

Anzuwenden bei richtungsweisenden Entscheidungen wie Jobwechsel, Wohnortwechsel, Trennung.

Vorgehen: Stell Dir vor, Du hast Dich für die mögliche Option A entschieden. Gehe dann drei, besser fünf Tage mit dieser Option „schwanger“. Lebe alleine mit dieser Vorstellung und lass für diese Zeit die anderen Optionen außer acht. Prüfe was dies mit Dir macht. Kommst Du zu innerer Ruhe, kommen Freude und Energie auf, dann kannst Du davon ausgehen, dass es die richtige Wahl ist. Schläfst Du aber schlecht und hast einen Knoten im Bauch, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die richtige Option. Wiederhole anschließend die Übung für die Varianten B und C. Mach Dir jeweils Notizen, die Du später miteinander vergleichen kannst.

Für die Zukunft: „Schwanger gehen“ ist anfangs nicht leicht, doch wenn Du es konsequent umsetzt, kommst Du zu recht zuverlässigen Entscheidungen.

Wie hast Du Deine letzte wichtige Entscheidung getroffen? Lass uns teilhaben, so dass wir Deinen Weg hier veröffentlichen können.

Gelesen 625 mal Letzte Änderung am Freitag, 17 Februar 2017 16:38
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