Kunden per Knopfdruck??? Wer´s glaubt, fühlt sich alsbald "erleichtert"...in seiner Brieftasche.

17. März 2017 Von In Coaching Ausbildung Gelesen 819 mal 0 Kommentar

Coach Marketing3 Tipps, wie Du ohne "selbsternannte Experten" gutes Marketing betreiben kannst.

Ein schwieriges Thema für viele, gute Coaches ist die Gestaltung der eigenen Außenwirkung und der Umstand, sich mit dem eigenen Angebot zu zeigen bzw. nach Außen hin darzustellen. Vielleicht hast Du auch schon den Artikel zum Thema "Positionierung" von Oliver Kissner gelesen, der eine große Resonanz hatte. Aus der Sorge, potentielle Kunden "zu vergraulen" nimmt man oft keine oder nur wenig Spezialisierung vor. Das haben auch die vermeintlichen Coach-Marketer erkannt, mit der sich mittlerweile die "Straßen pflastern“ lassen. Wer sich hier einmal umschaut sieht allerlei Phrasen wie: "Kunden auf Knopfdruck"...."in einem Monat 10.000 Euro Umsatz" uvm. Fragt man die selbsternannten Experten mal etwas genauer, woher sich die eigene Expertise speist, wird schnell klar: Hier soll vor allem der eigene Geldbeutel schnell gefüllt werden. In aller Regel sind hier nicht wirklich Coaches am Werk die ihre Erfahrung und Feldkompetenz weitergeben. Ganz schlimm kann es werden, wenn man nach Referenzen fragt. Nicht selten wird dann auf eine "Referenzen-Seite" geleitet mit Kommentaren wie: "Das Training hat mir sehr geholfen", oder: "Danke, dass du ein toller Trainer bist". Ich mache mir manchmal den "Spaß" und frage nach konkreten Telefonreferenzen, also nach konkreten Kunden die tatsächlich einen Mehrwert im Sinne von Kunden durch eine Beratung gewonnen haben. Dabei sind mir schon die verrücktesten Sachen passiert. Erst kürzlich antwortete ein "Berater": Ich muss mich nicht mit dir unterhalten, die Kunden kommen zu mir...

Lies selbst, ich habe den thread kommentiert, damit Du besser nachvollziehen kannst, wer was geschrieben hat.

 

Referenzen Coaching

 

Spätestens hier trennt sich die "Spreu vom Weizen". Ein seriöser Marketer sollte hierbei stets mit "offenen Karten" spielen und entsprechende Referenzen nennen können. Alles andere könnte unglaubwürdig wirken und das Angebot nicht nachvollziehbar machen.

Nachhilfe für die "dummen Coaches"?

Ich ziehe daraus den Schluss, dass es für Coaches offenbar viel "Nachhilfebedarf" beim Marketing gibt. Aber auch, dass sie offensichtlich als "leichte Beute" wahrgenommen werden. Für mehr als problematisch halte ich den Umstand Leuten weis zu machen, es gäbe EIN Marketing für alle Coaches. Ganz im Sinne von: Du musst nur diesen "Knopf" drücken, dann hast du jede Menge Aufträge. Authentisches Marketing bedeutet für mich immer, den Menschen - in diesem Falle den Coach - vor dem Hintergrund seiner Erfahrung, seiner Biografie und seiner Persönlichkeit zu sehen. Den Zusammenhang all dieser Einflüsse zu ordnen und zu bewerten ist dabei nicht immer leicht. Das eigene Angebot zu finden ist aus meiner Sicht immer ein Prozess der Zeit benötigt. Die Hilfe eines Coaches kann diesen Prozess beschleunigen helfen und für wichtige Impulse sorgen, keine Frage. Die Basis ist bzw. sollte immer die Person sein, die hinter dem Angebot steht, im beschriebenen Falle eben der Coach.

Endlich zertifizierter "Integralpädagogischer NLP-Coach"

Die Übergabe der Zertifikate war nochmal ein echtes Highlight, schwärmt Mara. "Was soll ich sagen, ein Traum ging für mich in Erfüllung!" Viele Monate hat sie für ihre Abschlussprüfung gebüffelt. Vor etwa 18 Monaten hatte sie sich an einer Fernschule zu dem genannten Fernstudium angemeldet, fleißig die Studienbriefe bearbeitet und die Einsendeaufgaben ausgefüllt. Und jetzt war es soweit. Das langersehnte Zertifikat hing in der eigenen Praxis. "Jetzt können die Kunden kommen, yeah, yeah, yeah", rief sie überglücklich. Leider meldete sich in den kommenden vier Wochen überhaupt niemand. Vielleicht war die Internetseite, die sie extra von einem Webdesigner hat herstellen lassen doch nicht so gut, zweifelte sie. Immerhin hatte sie 1500 Euro dafür ausgegeben. Allein das Logo für ihre neue Praxis hat noch einmal 300 Euro zusätzlich gekostet. Der Stapel Visitenkarten den sie hat gestalten und drucken lassen noch gar nicht mitgerechnet...."Was jetzt", dachte Sie...

Ich möchte Dir drei Punkte aufzeigen, die Dir helfen werden (ganz ohne selbstverliebten Marketing-Berater) wichtige Erkenntnisse über Dein zukünftiges Angebot zu sammeln.

1. Blick in Deine Biografie - in welchem Bereich hast Du Feldkompetenz gesammelt?

Dieser Punkt ist für mich die Nummer 1! Vielleicht hast Du in Deinem Berufsleben wichtige Erfahrungen als Führungskraft gesammelt. Oder Du hast als Projektleiter gearbeitet und kennst die vielfältigen Probleme, die dort auftreten und hast eine Lösung dafür. Vielleicht hast Du bisher als Sozialpädagogin im Jugendamt gearbeitet und kennst die fordernden bzw. herausfordernden Situationen für die Fachkräfte dort. Es ließen sich sicher noch viele Beispiele dazu anbringen. Wichtig ist: Deine Feldkompetenz, die sich aus Deinem Erfahrungshorizont speist, gibt Dir Sicherheit und Expertise in einem ganz speziellen Bereich. Es macht insbesondere am Anfang Sinn, Dein Coaching-Angebot mit dieser Expertise zu verbinden.

2. Beherrsche Dein Handwerk als Coach

"Zu viele Methoden verderben den Coach!". Diese Überschrift stammt aus unserem Buch "Jetzt werde ich Coach". Gemeint ist, dass es mehr Sinn macht, mit einem Grundset an Methoden zu starten, als noch zig Weiterbildungen "dranzuhängen". Häufig existiert der "Irrglaube", wenn nur die eigene Weiterbildungsbiografie mit genug Fortbildungen "gepflastert" sei, würden die Kunden dies honorieren. Ein Grundset an praxistauglichem Handwerkszeug sollte nach meiner Erfahrung unbedingt aus dem geübten Umgang mit Methoden der personzentrierten Beratung (nach Rogers) bestehen. Außerdem sollte der Umgang mit lösungsorientierter Fragetechnik kein Fremdwort sein. Offen gestanden habe ich "Bauchweh", wenn Coaches einen Drei-Tageskurs in Hypnose besuchen und dann (ohne entsprechende Selbsterfahrung) mit Klienten arbeiten. Ohne Selbsterfahrung kann das Coaching schnell zur "Eigentherapie" werden, ohne dass der Coach das möchte oder bemerkt. Hier leuchtet am Rande auch das Thema "Ethik im Coaching" auf.

3. Baue ein Netzwerk auf

Gut vernetzt zu sein, macht Dich und letztlich auch Dein Angebot stark. Baue Kontakte auf zu Kollegen und anderen Experten, die sich in Deinem oder einem ähnlichen Bereich befinden. Gib anderen großzügig Rat (wenn du danach gefragt wirst) oder Hilfestellung, wenn Du anderen etwas Gutes tun kannst. Schaue dabei auch, was Dein Angebot einzigartig macht und sich von dem potentieller Mitbewerber abhebt. Bleibe in Verbindung mit zufriedenen Kunden, diese sind Deine Multiplikatoren, deren Zufriedenheit Deine Botschaft in die Welt tragen.

Puh! Vielleicht denkst Du jetzt: Mann (oder Frau)...das ist ja richtig Arbeit. Ich sage Dir, genau das ist es. Kunden auf Knopfdruck...schnell den großen Umsatz...das sind Meldungen aus "Tausendundeinernacht". Wer sich diesen "Märchen" hingibt, wird vor allem eins schnell merken: Wie sein Budget für wirkliche Marketingmaßnahmen die etwas bringen ganz schnell schmilzt. Lade lieber Kollegen zu einem Netzwerktreffen ein und gebe "einen aus". Die Freude am gemeinsamen Miteinander und das Interesse am Anderen wird bestimmt ein Vielfaches sein und Du hast in etwas investiert, was sich immer auszahlt: Echte Menschen und wirkliche Kontakte!

Gelesen 819 mal Letzte Änderung am Freitag, 17 März 2017 15:14
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