Als Coach Burn-Out erkennen

01. April 2017 Von In Coaching Ausbildung Gelesen 779 mal 0 Kommentar

Burnout und CoachingWenn Mitarbeiter und Kollegen über Burn-Out klagen

Da ich in meiner Coaching-Praxis häufig mit Menschen zu tun habe, die über Burnout klagen, möchte ich mich heute diesem Thema widmen um besonders Führungskräfte bzw. Personalverantwortliche für dieses Thema zu sensibilisieren.

Burnout ist schon länger in aller Munde. Trotzdem ist es keine neuzeitliche Erscheinung. Schon in früheren Zeiten gab es Symptome die dem Burn-Out ähnlich waren. Nur trugen sie dann andere Namen wie chronische Erschöpfung, reduzierte Leistungsfähigkeit, Depression. Unsere heutige Gesellschaft, in der Zeitmangel, Wettbewerbsdruck, Status und das Streben nach Macht zugenommen haben, trägt sicher ihren Teil bei. Darüber hinaus existiert Burn-Out in den verschiedensten Berufsgruppen. Es ist also nicht beschränkt auf Manager oder Spitzenverdiener. Auch ganz „normale Mitarbeiter“ können an dem Gefühl des „Ausgebranntseins“ leiden. Begünstigt wird es in aller Regel sowohl durch sogenannte äußere Faktoren, wie soziale, wirtschaftliche und private Umweltfaktoren als auch durch Variablen, die in der Persönlichkeit (innere Faktoren) begründet liegen.

Ist Burnout eine Krankheit?

In vielen Fällen ist unklar, worin genau die Ursache eines Burnouts bei den Betroffenen liegt. Deshalb gilt Burn-Out gemäß ICD-10 (Internationale Klassifizierung von Erkrankungen) „noch“ nicht als Krankheit. Es ist jedoch anerkannt, dass ein Burnout den Gesundheitszustand beeinflusst. Auch wenn es keine Krankheit ist, lässt sich ein Burnout anhand verschiedener Faktoren „diagnostizieren“.

Wenn Sie als Personalverantwortlicher an einem Ihrer Mitarbeiter folgende Symptome wahrnehmen, könnten Sie an ein Burnout denken:

  • Emotionale Erschöpfung: Er oder sie kann sich für nichts mehr begeistern, entwickelt keine Freude mehr (am Arbeitsplatz und privat).
  • Depersonalisation: Der Mitarbeiter entfremdet sich vom Umfeld, interessiert sich nicht mehr für Mitmenschen. In Beziehungen (auch zu Kunden) verhält er sich unangebracht, zynisch.
  • Leistungsunzufriedenheit: Man ist mit der eigenen Leistung nicht zufrieden, hat höhere, vermeintlich unerreichbare Anforderungen an sich selbst.

Nun kann man sich die Frage stellen, wodurch ein Burnout konkret ausgelöst werden kann.

Durch mein Coaching von Führungskräften, sind mir folgende Umstände bekannt die ein Burnout begünstigen können:

  • Gehaltsmodelle mit niedrigem Fixum und verhältnismäßig hohem variablem Anteil
  • Schleichende Erwartung der ständigen Erreichbarkeit
  • Unzureichende Stellvertreter-Regelung
  • Tolerierung von Intrigen und Mobbing

Neben diesen durch das Unternehmensumfeld möglichen Auslöser gibt es auch solche aus dem privaten Umfeld:

  • Kredit für das Haus muss abbezahlt werden
  • Partner bzw. die Partnerin erwartet mehr
  • Gleichaltrige Freunde sind im Job schon „viel weiter“ usw.

Doch wie schon am Anfang erwähnt, können nicht nur äußere, sondern auch innere Faktoren ein Burnout begünstigen. Das heißt, es gibt Persönlichkeitsmerkmale, die auf ein erhöhtes Burnout-Risiko hinweisen.

Zum Beispiel:

  • Mühe, sich ausreichend abzugrenzen
  • "Nein" zu sagen ist herausfordernd
  • Perfektionismus
  • Ausgeprägter Drang, anderen Menschen zu helfen
  • Unzureichendes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
  • Mangelnde Kontrollüberzeugung
  • Neigung zu Irritation oder Sorgen
  • Bedürfnis nach Anerkennung

Was können Sie, als Führungskraft bzw. Personalverantwortlicher, tun, um einem Burnout Ihrer Mitarbeiter vorzubeugen?

Klar ist, dass jeder Tag an dem ein Mitarbeiter im Unternehmen fehlt Kosten verursacht. Es lohnt sich also, auf wirkungsvolle Prävention zu setzen. Präventionsmaßnahmen können durch eine entsprechende Unternehmenskultur sowie spezielle Angebote für Arbeitnehmer ergriffen werden.

Folgende Möglichkeiten können helfen ein Burnout zu vermeiden:

  • Faire Feedbackkultur
  • Konstruktiver Umgang mit tolerierbaren Fehlern
  • Tätigkeitsvielfalt oder Möglichkeit von Jobrotationen
  • Stressreduktion durch weitsichtige Planung
  • Wechsel der Umgebungen („Tapetenwechsel“)
  • Sinnvolle und kooperative Urlaubsplanung
  • Ansprechstellen für individuelle Betreuung (vertraulich/anonym)
  • Klima von Anerkennung und Wertschätzung

Hilfreich können hierbei externe oder interne Coachings, Teamworkshops oder andere Entwicklungsprogramme sein. Nicht selten besuchen auch Personalverantwortliche eine entsprechende Coaching-Ausbildung, entweder um selber als interner Coach tätig zu werden oder um die Arbeit externer Coaches qualitativ beurteilen zu können.

Wenn Sie oder Ihre Mitarbeiter Erfahrungen im Umgang mit Burnout haben oder Sie hilfreiche Präventivmaßnahmen in Ihrem Unternehmen eingeführt haben, dann freue ich mich auf Ihren Kommentar.

Gelesen 779 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 19 April 2017 13:16
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