Zufrieden in Coaching Praxis10 Tipps für eine erfolgreiche Coachingpraxis

Wie erreiche ich eine gut gehende Coachingpraxis? Worauf sollte ich achten und wie mache ich mir einen guten Namen? Diese und ähnliche Fragen werden von angehenden Coaches immer wieder gestellt.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Artikel 10 wichtige Tipps geben, die mir geholfen haben, als Coach Fuß zu fassen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und spiegelt nur meine eigene Erfahrung wieder. Wenn jemand ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf entsprechende Kommentare.

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Dies ist für mich DER wesentliche Ausgangspunkt. Leider gibt es noch immer Leute die glauben, Coaching macht man mal eben so nebenbei und da reiche der vermeintlich gesunde Menschenverstand. Das letzterer hilfreich ist steht außer Frage. Doch meiner Meinung nach ist es wichtig eine gut strukturierte Ausbildung zu absolvieren, welche die Möglichkeit zur Selbstreflektion und damit verbundener Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sollte sie praxisnah angelegt sein und eine Vielzahl an Methoden bieten. Wobei ich hier ganz klar die Meinung vertrete, dass man nicht durch die Methoden zum Coach wird sondern durch seine Haltung(en).

Sinnvoll finde ich auch einen „Schulen übergreifenden“ Ansatz, um möglichst viele Facetten kennen zu lernen. Dies können systemische Ansätze oder humanistische Ansätze sein, genauso wie Hypnose, lerntheoretische Ansätzeoder Tiefenpsychologie. Eine Ausbildung in dieser Form dauert deutlich länger als ein „Wochenendkurs“. Mit einem halben bis dreiviertel Jahr muss man schon mindestens rechnen. Auch danach heißt es fleißig weiterlernen. Für die eigene Professionalisierung sollte man schon ein bis zwei Weiterbildungen im Jahr einplanen. Welche man hier wählt ist natürlich vom eigenen Schwerpunkt, siehe nächster Tipp, abhängig.

Tipp 2 – Konzentration

Ich persönlich finde es gerade zu Anfang hilfreich, sich auf bestimmte Themen oder Zielgruppen zu fokussieren. Ob es hier nun die Themen Burn-Out und Resilienz oder Karriereplanung und Stressbewältigung sind, ist vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Durch die Konzentration auf wenige Themen, kann man sich in diesen professionalisieren und macht sich damit in einem bestimmten Bereich einen Namen. Ähnlich verhält es sich mit der Zielgruppe. Hier kann es ebenfalls Sinn machen sich zu konzentrieren, sei es auf die Gruppe der Fach- und Führungskräfte oder Frauen über 45, Personen beim Übergang in den Ruhestand oder vielleicht Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Die potentiellen Klienten suchen nicht den oberflächlichen Allrounder der vermeintlich alles kann. Sie suchen einen Spezialisten, der Ihnen bei der Lösung ihres persönlichen Problems hilft.

Tipp 3 – Methodensicherheit

Im Rahmen einer Ausbildung lernt man eine ganze Reihe von Tools. Diese sollten möglichst in der Praxis angewendet werden, so dass man auch wirklich von Methodensicherheit sprechen kann. Durch die Vielzahl von Methoden die es gibt, läuft man unter Umständen Gefahr zu glauben man müsste in jeder Methode ein Experte sein. Wichtiger ist es auch hier sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten zunächst eine Handvoll auszuwählen und mit diesen zu arbeiten bis man sich darin sicher fühlt. Aus meiner Erfahrung wendet man nur die Tools an, die man geübt hat und mit denen man sich selber wohl fühlt. Doch Achtung! Die Methode sollte immer an die Klienten angepasst werden und nicht die Klienten an die Methoden. Der sichere Umgang mit Methoden führt auch zu selbstsicherem Auftreten gegenüber (potentiellen) Klienten.

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Nicht zu vernachlässigen sind eventuelle finanzielle Durststrecken die zu überwinden sind. Kann man sich zunächst „nebenbei“ selbstständig machen, hat man zwar finanziell keine Probleme. Dafür hat man weniger Zeit sein eigenes Geschäft aufzubauen. Kündigt man seinen bisherigen Job hat man viel Zeit sich um sein neues Geschäft zu kümmern. Man hat aber in den ersten Jahren (ca. 3 – 5), deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Es ist unglaublich wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und sich um finanzielle Sicherheiten für die ersten Jahre zu kümmern. Es ist sehr energieraubend und bereitet zusätzlichen Stress, wenn man sich einerseits um sein Geschäft kümmern möchte, andererseits aber kein Geld für die professionelle Gestaltung einer Internetseite hat oder nicht weiß, von welchem Geld man in den nächsten Monaten die Praxismiete bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

Natürlich kann man jede Woche Anzeigen in die Tageszeitung setzen oder monatlich neue Flyer erstellen. Dies ist aber sehr kostenintensiv und der Erfolg lässt nicht selten auf sich warten. Sinnvoller erscheint es mir bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten über die eigene Arbeit bzw. sein Angebot zu sprechen und dabei nebenbei eine Visitenkarte zu überreichen. Dies kann auf einer Feier unter Freunden ebenso sein wie beim Einkauf in naheliegenden Geschäften oder im Verein oder, oder, oder. Dies soll nicht heißen, dass man jedem ständig davon erzählen soll was man für ein toller Coach ist, sondern es geht eher darum zu erläutern was die eigene Arbeit ausmacht und was jemand davon haben kann, wenn er ein Coaching bucht, sprich klar zu machen welchen Mehrwert man bieten kann. So spricht es sich nach und nach herum. Zum Netzwerkmarketing kann auch die Kooperation mit Kollegen gerechnet werden, wodurch sich erfolgversprechende Synergieeffekte ergeben können.

Tipp 6 - 10 folgt in 14 Tagen.

Vielleicht möchtest Du schon mal Deine eigenen Erfahrungen mitteilen?

Welche Erfahrungen hast Du am Anfang Deiner Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würdest Du gerne weitergeben? Oder hast Du Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar. 

- Wie du als Trainer einen „bunten Haufen“ zu einer performanten Weiterbildungsgruppe begleitest -

Kennst Du langweilige Redner oder Seminarleiter, die vor allem sich selbst gerne reden hören und sich dabei ganz toll finden? Vielleicht noch solche, die auch gerne von der Gruppe hören wie toll sie eigentlich sind und dabei eigentlich nur den „Applaus“ suchen? Du denkst ich übertreibe? Ich selbst habe solche Menschen kennengelernt und musste feststellen, dass es fachlich absolute Koryphäen gibt die aber in der Weitergabe ihres Wissens absolute Nieten waren. In diesem Artikel möchte ich Dir zeigen, wie wichtig eine planvolle Gruppenleitung als Trainer ist und Du vor allem immer wissen solltest, was Du tust.

Man nehme eine Handvoll Menschen und gebe ihnen eine Aufgabe, alles andere erlegt sich von selbst…leider ist es nicht ganz so einfach. Damit eine Gruppe arbeitsfähig wird und eine entsprechende Performance (also Arbeitsleistung) erreichen kann, braucht es verschiedene Schritte. Am Beispiel des Phasenmodells von Bruce Tuckman erkläre ich Dir, wie Du es angehen kannst. Das Modell ist in der Praxis sehr weit verbreitet und bietet eine gute Hilfestellung und Orientierung.

Phasenmodell von Tuckman im Training

Das Phasenmodell besteht in seiner Grundfassung in vier Phasen:

1. Phase: Forming:

In dieser Phase steht das Ankommen in der Gruppe und dazu das gemeinsame Kennenlernen der Gruppenmitglieder im Vordergrund. Ich finde das immer einen ganz „heiligen Moment“. Der Raum ist erfüllt von gespannter Erwartung, Aufmerksamkeit aber vielleicht auch etwas „Angst“ was jetzt gleich kommt. „Ungestellte Fragen“ liegen oft im Raum: Wer sind die anderen? Was genau wird von mir erwartet? Wer macht hier die Regeln und was darf hier sein?

Dein Job als Trainer:

Sorge für einen sicheren Rahmen. Ganz wichtig ist es am Beginn eines Seminars, für möglichst viel Transparenz zu sorgen um das Bedürfnis der Teilnehmer nach „Sicherheit“ zu befriedigen. Das sind neben organisatorischen Belangen auch die Möglichkeit, die anderen kennenzulernen, gesehen und gehört zu werden (wichtig zu sein) und auch (im Rahmen der Möglichkeiten) mitgestalten zu können. Am Beginn eines Seminars, nach der ersten Einführung und dem Kennenlernen sage ich oft den Satz (und schreibe ihn auch an!): Bitte sorgt gut für euch! Damit möchte ich die Verantwortung jedes einzelnen Teilnehmers und das persönliche Autonomieerleben stärken. Hier beginnt der Einzelne bereits, seinen Platz in der Gruppe zu suchen, sich anzunähern bzw. abzugrenzen.

2. Phase: Storming

Als Trainer kannst Du von der Forming-Phase hierzu gut überleiten, in dem Du die Gruppe mehr und mehr einbindest in das Seminar. In dieser Phase haben sich die Teilnehmer schon weiter kennengelernt. Sympathien aber auch Abneigungen bzw. Vorurteile die vielleicht schon in der 1. Phase da waren haben sich verfestigt oder wurden vielleicht aufgelöst. Manchmal kristallisieren sich auch schon unterschwellige Konflikte heraus oder es bilden sich Grüppchen.

Dein Job als Trainer:

Versuche, die entstehenden Konflikte bzw. Unterschiede konstruktiv für die Bildung wichtiger Gruppenmerkmale zu nutzen. Ein wichtiges Gruppenmerkmal ist das Vorhandensein von Diversität (Unterschiedlichkeit). Eine arbeitsfähige Gruppe braucht also verschiedene Rollen (z. B. die Rolle des Kritikers, die Rolle des Visionärs, Rolle des Antreibers, etc.). Wichtig ist es, diese Phase der Gruppenbildung zu nutzen um das Ziel der Gruppe in den Fokus zu lenken. Wichtig ist auch zu signalisieren, dass diese Unterschiedlichkeit (der Gruppenmitglieder) sein darf und von der Gruppenleitung wertgeschätzt wird. Mit dieser, meist implizit transportierten „Gruppenregel“ transportiert die Leitung Offenheit aber auch einen Rahmen, der vor Eskalation schützt bzw. schützen sollte. Diese Phase ist immens wichtig, damit wir zur nächsten Phase gelangen können.

3. Phase: Norming

In der Norming-Phase werden Prozesse und Regeln mehr und mehr sichtbar (implizit oder explizit), mit denen die Gruppe als Team arbeiten kann. Jetzt sind (hoffentlich) wichtige Rollen, die in der Storming-Phase „umkämpft“ waren gefunden und die Gruppe kann sich mehr und mehr dem eigentlichen „Sachthema“ zuwenden.

Dein Job als Trainer:

Begleite die Gruppe bei der Findung der Regeln und achte auf deren Einhaltung. Je stärker bzw. besser sich diese etablieren, desto eher kannst Du von Deiner anfänglichen Führungsrolle in die Rolle des Moderators oder Coaches gehen.

4. Phase: Performing

Hier wären wir nun in der eigentlichen „Performance-Phase“ angekommen, in der die Gruppe als Ansammlung von Seminarteilnehmern ein Team wurde, dass sich der gemeinsamen Bewältigung einer „Problemstellung“ (Aneignung von Wissen, Kompetenzaufbau, Erfahrungslernen, etc.) zuwenden kann.

Dein Job als Trainer:

Kern Deiner Aufgabe in dieser Phase sollte es sein, die Zielerreichung der Gruppe weiter im Auge zu behalten und die Weiterentwicklung (z. B. Problemlösekompetenz, Einbringen in der Gruppe, Übernehmen von Aufgaben, etc.) der einzelnen Mitglieder zu stärken. Ist die Gruppe gut „ans Arbeiten“ gekommen, kannst Du Dich noch mehr in der Rolle des Moderators wiederfinden.

Von der Theorie in die Trainer-Praxis

Nicht alle Phasen werden in der Praxis gleich lang durchlaufen. Je nach Zusammenstellung der Gruppe, Anlass, Gruppengröße und noch anderen Faktoren sind die einzelnen Phasen unterschiedlich stark ausgeprägt. In der Praxis bietet das Modell aber eine große Hilfe, wenn Du kompetent als Trainer agieren möchtest und eine Gruppe wirklich führen willst.

Du möchtest wissen, wie Du methodisch in den einzelnen Phasen agieren kannst? Du findest das Thema Trainerrolle, Wissensvermittlung und Gruppenleitung sowie Gruppendynamik spannend?

Am 8. Februar beginnt unsere Strukturierte Trainerausbildung in Gelnhausen (bei Frankfurt). In dieser Ausbildung geben wir unsere jahrzehntelange Erfahrung als Trainer an Dich weiter und helfen Dir, Dein wichtigstes Kapital als Trainer zu entwickeln: Deine Persönlichkeit! Du willst uns kennenlernen und hast noch weitere Fragen zur Ausbildung? Dann mache jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin mit uns aus.

statuettes-797942 1920Kennst Du das?

Du sitzt bei einem Unternehmen und präsentierst Dein Coaching-Angebot. Dein Gegenüber findet Deine Ausführungen durchaus interessant und fragt nach Deinen Honorarvorstellungen. Du hattest Dir fest vorgenommen dieses Mal tatsächlich einen Tagessatz von 1800 Euro zu nehmen. Denn schließlich bist Du von dem was Du tust überzeugt. Oder? Eine gemeine Stimme flüstert Dir zu: „Das ist viel zu viel. Das kannst Du nicht nehmen. Dann kriegst Du den Zuschlag nie. Wer sagt Dir denn, dass Du das überhaupt wert bist? Gib doch nicht so an.“ Du zögerst ein wenig, windest Dich und presst ein verhaltenes „Normaler Weise nehme ich 950 Euro“ heraus.

Dein potentieller Kunde spürt die Unsicherheit und sagt: „Das klingt nicht schlecht aber über den Preis lässt sich ja sicherlich noch reden, denn wir haben ein knappes Budget“.

"Mist, wieder verbockt", denkst Du vielleicht. Aber beim nächsten Mal klappt es bestimmt. Bist Du Dir sicher? Kannst Du zu Deinem Wert stehen?

Was bin ich eigentlich wert?

Trotz der vermeintlichen Niederlage enthält die Geschichte aber mindestens zwei positive Nachrichten.

1. Du bist nicht alleine. So wie Dir, geht es vielen Dienstleistern. Und...

2. Du kannst etwas ändern, und zwar Deinen Selbstwert

Doch das ist erst mal leichter gesagt als getan, zumal wir dazu neigen negatives Feedback deutlich höher zu werten als positives Feedback was für den Selbstwert nicht gerade förderlich ist.

Doch mal ehrlich. Wenn Du Dich bzw. Deine Arbeit nicht für wertvoll erachtest, warum sollten es Deine Kunden tun?

Durch Deine Ausbildung zum Coach und sicher auch durch Deine Lebenserfahrung weißt Du bereits, dass das was Du über Dich selber denkst sich auf Dein Auftreten und damit auf Deine Gesprächspartner überträgt. Das heißt, wenn Du von Dir und Deiner Arbeit überzeugt bist, wirst Du Dich auch so verhalten. Dies wird von Deinem Umfeld wahrgenommen und es wird entsprechend reagieren. Genau umgekehrt wird es sich verhalten, wenn Du Unsicherheit ausstrahlst weil Du selber nicht 100 prozentig überzeugt bist.

Darum ist es quasi unerlässlich an Deinem Selbstwertgefühl zu arbeiten, wenn Du Dein Einkommen steigern möchtest, bzw. wenn Du ein Einkommen erzielen möchtest, dass den Wert Deiner tatsächlichen Arbeit abbildet.

Der Coach muss sich selbst vermarkten

Doch, was macht es eigentlich so schwer ein reelles Honorar zu verlangen? In unserer Coaching-Ausbildung sprechen wir häufig mit unseren Ausbildungsteilnehmern über diese Thema. Schnell kommen wir dann auf den Punkt. Es ist so schwierig, weil man quasi sich selbst vermarkten muss. Das heißt, bei der Vermarktung eines Coachings geht es sehr um die Person Coach und nicht um ein materielles Produkt. Dabei kommen schnell Fragen auf wie: Stimmt die „Chemie“ zwischen dem Kunden und mir? Stimmt die Wellenlänge? Kann ich durch meine Persönlichkeit überzeugen? Kann ich mich entsprechend präsentieren?

Das heißt, die „Person Coach“ ist schwieriger an den Mann zu bringen als z. B. eine Flasche Wein. Wenn diese dem Kunden nicht schmeckt, beschwert er sich vielleicht beim Verkäufer. Es geht aber um die mangelhafte Qualität des Weins und nicht um die mangelhafte Persönlichkeit des Verkäufers. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Und da kommt eben wieder der Selbstwert ins Spiel.

Wenn Du einen geringen Selbstwert hast denkst Du bezogen auf das Honorar vielleicht: “Wenn das Honorar nicht so hoch ist, dann wird sich der Kunde vielleicht nicht beschweren, da er nicht viel Geld bezahlt hat und er vielleicht auch nicht so eine hohe Erwartung hat. Du merkst, hier gibt es ziemlich viele „Vielleicht“.

Wäre es nicht toll, wenn Du zu Dir und Deiner Leistung stehen könntest, so dass Du ein Honorar nehmen könntest das Du auch verdient hast?

Wenn Du es schaffst, Deinen Selbstwert auf ein gesundes Maß zu steigern, wird sich auch automatisch Dein Honorar erhöhen. Ein gesunder Selbstwert ist einer der wichtigsten Faktoren für Deinen unternehmerischen Erfolg.

Feste Preise – Festes Einkommen

Eine kleine Hilfe für Verhandlungen kann eine feste Preisstruktur sein. Du könntest Dir Zeit nehmen und ganz genau überlegen welches Honorar Du für welche Leistung verlangen wirst. Und zwar IMMER, ohne Ausnahme. Diese Maßnahme steigert zwar nicht direkt Dein Selbstwertgefühl, es schützt Dich aber davor „rumeiern“ zu müssen, wenn es um Honorarverhandlungen geht.

Den Selbstwert steigern – 5 Tipps

Möchtest Du aber daran arbeiten Deinen Selbstwert zu erhöhen, möchte ich Dir hier 5 Tipps geben, die Dir dabei helfen können.

1. Mal angenommen...

Mal angenommen, Du hättest schon einen ausgeprägten Selbstwert. Wie würdest Du Dich fühlen? Wie würdest Du gehen, wie sprechen? Tu einfach mal so als hättest Du schon das Maximum an Selbstwert erreicht. Du wirst überrascht sein, wie sich Deine Körperhaltung, Deine Atmung und Dein Auftreten (gegenüber Deinen Kunden) verändern.

2. Kleider machen Leute

Es mag oberflächlich klingen. Doch auch Deine Kleidung hat Einfluss auf Deinen Selbstwert. Worin fühlst Du Dich wertiger, wenn Du zu einem Kunden gehst und welche Kleidung suggeriert Deinem Kunden Wert? Jeans und Turnschuhe oder etwas schickere Kleidung? Jetzt kannst Du natürlich sagen: „Das ist doch nur rein äußerlich und es zählen doch die inneren Werte und meine Überzeugungen. Außerdem will ich mich nicht verkleiden.“ Das ist natürlich alles richtig und Du solltest Dich auf keinen Fall verkleiden. Doch ein Kunden nimmt nun Mal zu erst Dein Äußeres wahr und urteilt danach. Und das in den ersten drei Sekunden Eures Kennenlernens. Ich behaupte, dass es Dir leichter fallen wird in gemäßigter Businesskleidung ein Tageshonorar von 1800 Euro zu verlangen als in Jeans und Turnschuhen.

3. Den inneren Kritiker verbannen

Oftmals entsteht ein geringes Selbstwertgefühl bereits in jungen Jahren durch kritische Äußerungen unserer Umwelt. Das können Eltern und Lehrer genauso wie Freunde sein. „Das schaffst Du nie.“ „Das hast Du doch noch nie gekonnt“. „Lass das besser sein. Das ist nichts für Dich“ usw. Irgendwann gehen diese Stimmen nach innen und werden zu unseren eigenen Gedanken über uns. Versuch Dir bewusst zu machen, dass diese Urteile von außen nichts mit Deinem eigenen Selbstwert zu tun haben.

Lerne deshalb Dir täglich mehrfach vor dem Spiegel etwas Nettes zu sagen, am besten laut. Zum Beispiel: „Jutta, Du bist großartig. Schön, dass es Dich gibt.“ Ein Lächeln kann das Ganze noch unterstützen J. Dies kann Dir anfangs sehr komisch vorkommen, da Du vielleicht nicht gewohnt bist so mit Dir zu sprechen. Du wirst aber schnell merken, wie gut Dir das tut.

4. Den Tag positiv Revue passieren lassen

Wenn Du abends im Bett liegst und den Tag Revue passieren lässt, lenke Deine Aufmerksamkeit auf das was Dir gut gelungen ist. Und sei Dir sicher: Es gibt jeden Tag etwas Positives!!! Jede Kleinigkeit zählt.

5. Listen, Listen Listen

Wenn Du Dich eher zu den kognitiven Menschen zählst, erstelle Dir 3 Listen: Eine Liste enthält alle Eigenschaften, die Du an Dir magst (mindestens 10!). Die zweite Liste enthält alle Eigenschaften, mit denen Du leben kannst und die dritte Liste enthält alle die Du an Dir nicht magst bzw. die Du gerne verändern möchtest. Dann nimm Dir die dritte Liste vor und formuliere zu jeder Eigenschaft, die Du ändern möchtest einen Satz nach dem Muster: „Obwohl ich („schlechte Eigenschaft“) bin, nehme ich mich an und bin es wert geliebt zu werden.

Vielleicht ist ja der ein oder andere Tipp dabei, der Dir hilft Dein Selbstwertgefühl zu steigern. Sicherlich ist Dir auch klar, dass ein gesundes Selbstwertgefühl nicht der alleinige Faktor für Deinen unternehmerischen Erfolg als Coach darstellt. Aber, wie gesagt, stellt er ein Fundament dar auf das sich aufbauen lässt.

Du musst ja nicht alle Tipps umsetzen. Aber greif Dir gleich einen heraus und teste ihn. Ich freue mich auf Deinen Erfahrungsbericht.

Keine Frage: Systemisches Denken und Handeln ist im Moment sehr gefragt. Egal wo wir hinschauen: Ob im Coaching, in psychologischer Beratung oder Psychotherapie. „Systemisches" ist angesagt.

Eine Coaching-Ausbildung ohne systemische Inhalte ist für mich tatsächlich undenkbar. Ich möchte Dir heute aber erklären, warum Du unbedingt über ein vielfältiges und vielseitiges Methodenrepertoire im Coaching verfügen solltest.

Eines für alle(s)?

In einem Beratungsgespräch zu unserer Coaching-Ausbildung sprach ich vor zwei Wochen mit einer Dame aus Offenbach. Es ging unter anderem um den theoretischen Background der Ausbildungsinhalte. Sie erzählte mir, dass Sie einige Literatur zum Thema Coaching gelesen hatte und fragte mich: „Wie bekomme ich denn den Klienten zum Reden?". Sie meinte das tatsächlich wörtlich. Sie hatte selbst schon „probehalber" Coachings durchgeführt und auch Tools angewendet. Trotzdem hatte sie das Gefühl, dass ihre Art Gespräche zu führen irgendwie hölzern wirkte und meinte: „Die Gespräche wirken unrund, irgendwie ruckartig, wie kann ich dies verbessern?" Sie hatte bemerkt, dass flüssige Gesprächsführung ganz wichtig ist, um den Klienten gut durch den Coachingprozess zu leiten.

Über den Tellerrand hinaus schauen!

Für die kompetente Durchführung von Coachinggesprächen ist aus meiner Sicht die Kenntnis von nur einer Methode nicht ausreichend. Nicht nur methodisches Wissen ist maßgebend für erfolgreiche Veränderungsarbeit, sondern auch die praktische Gesprächsführung und die daraus folgende Gesprächskompetenz. Diese finden wir zum Beispiel in der personzentrierten Gesprächsführung nach Carl Rogers. Hierbei spiegelt der Coach emotionale Erlebnisinhalte, fühlt sich in die Welt des Klienten ein und begegnet ihm auf Augenhöhe. Die Umsetzung dieser Haltungen setzt bereits das wichtigste Potential im Coaching-Prozess frei: Das Vertrauen in den Coach und das Gefühl des Angenommenseins ohne Wenn und Aber. Dieser „fruchtbare Boden" muss bereitet werden für all das, was danach kommen kann.

Flexibilität und Kreativität als Erfolgsfaktor

Ein Beispiel aus meiner Coachingpraxis: Vor vier Wochen arbeitete ich mit einem jungen Mann (26 Jahre alt), am Thema Karriereplanung. Er erzählte, dass er in Kürze sein BWL Masterstudium beenden wird und möchte seine weitere berufliche Laufbahn professionell planen. Er selbst käme aus eher „ärmlichen" Verhältnissen, so seine Worte. Auf Nachfrage, was ursprünglich seine Beweggründe für das Studium gewesen sei, entgegnete er, dass er einmal anders leben möchte als er es zu Hause erfahren hat. Er hatte in seinem Elternhaus das Gefühl, dass jeder Pfennig hatte umgedreht werden müssen und er dies gehasst habe. Mit Hilfe der oben genannten „Rogers-Haltung" ließen sich die im Vordergrund stehenden Emotionen „Wut", aber auch „Enttäuschung" für den Klienten sehr gut erlebbar machen. Im weiteren Verlauf nutzten wir die „Stuhlarbeit" nach Fritz Perls aus der Gestaltpsychologie, bzw. deren Weiterentwicklung der Gestalttherapie, um seine Zukunft schon jetzt lebendig werden zu lassen, und das „Doppeln" aus dem Psychodrama. Mit Hilfe des „Doppelns" konnten wir in seiner beruflichen Entscheidungsfindung weitere, bisher unbewusste Motive hörbar machen. In der letzten Sitzung erwähnte der Klient auf Nachfrage von mir, es sei für ihn besonders wichtig gewesen, dass die Gefühle, die ihn auch belasteten ausgesprochen wurden und für ihn auch greifbarer wurden.

Viele Köche verderben den Brei?

Das obige Beispiel steht exemplarisch für die Erlebnisse aus meiner Coachingpraxis: Ein breites Methodenrepertoire wirkt bereichernd auf die eigene Arbeit und sorgt auf beiden Seiten, bei Coach und Klient zu Motivation und einem ergebnisorientiertem Coachingprozess. Genau das war auch mein Rat im Gespräch mit der Dame aus Offenbach: Die Kenntnis und die Anwendung verschiedener methodischer Zugänge im Coaching wird ihr eigenes Arbeiten wesentlich erleichtern und ihr auch ein besseres Gefühl und Sicherheit bei der Durchfühung geben. Damit ist sicher nicht gemeint, dass das Wissen um viele verschiedene Methoden automatisch einen guten Coach ausmacht. Das bestimmt nicht! Genauso wichtig ist, diese auch zu praktisch zu beherrschen und in der Anwendung und Anpassung sicher agieren zu können. So kannst Du die Methode an den Klient anpassen, und nicht den Klient an die Methode. Dein Potential, Prozesse kreativ zu gestalten ist maßgeblich, wenn Du wirksame Veränderungsarbeit leisten willst, denn: Kein Klient, kein Auftrag ist wie der andere.

Welche Methoden bzw. welchen theoretischen Background hältst Du in der Ausbildung von Coaches für essentiell?

Ich bin gespannt auf Deine Meinung!

Dienstag, 26 Mai 2015 20:58

Du oder Sie im Coaching

 

Wie viel Nähe (Augenhöhe) ist erlaubt? 

Hast Du Dir auch schon mal darüber Gedanken gemacht ob es so etwas wie einen Coaching-Knigge gibt? Also so eine Art Verhaltenskodex im Coaching? Konkret meine ich hier die Ansprache.

Also wie ist es richtig? Musst Du Deine Klienten siezen oder kannst Du sie einfach duzen? Und wie verhält es sich mit dem „Dr.“ vor dem Namen? Gibt es hier feste Regeln oder bestimmte Kriterien die festlegen wie Du Deine Klienten ansprichst?

Da ich häufiger gefragt werde: „Wie machst Du das eigentlich in Deiner Praxis, möchte ich heute von meiner persönlichen Einstellung und meinen Erfahrungen berichten.

Das sagt der Knigge

Jeder von uns hat wahrscheinlich die gleiche Erfahrung gemacht und wurde ab einem bestimmten Alter plötzlich in der Schule, in Geschäften oder anderen, eher beruflichen Bereichen, gesiezt. Das beginnt in aller Regel schon in der Oberstufe oder spätestens nach dem Abi oder bei Beginn einer Ausbildung.

Das, was anfangs sehr ungewohnt ist, geht aber meist schnell in Routine über, da es bei uns in Deutschland eben so üblich ist ab einem gewissen Alter auf das „Sie“ umzusteigen. Ob das wirklich so sein muss, steht auf einem anderen Blatt. In anderen Ländern, wie z. B. Dänemark, wird sich grundsätzlich geduzt. Dies auszudiskutieren, würde hier aber zu weit führen und wäre ein separates Thema…

Doch wie verhält es sich in einer Branche in der es auch um sehr private Themen geht?

Allgemein heißt es ja, siezen vermittelt Distanz und Förmlichkeit, während duzen Vertrautheit und Zusammengehörigkeit vermittelt. Doch lässt sich diese Formel auch auf das Coaching übertragen?

Auf www.Knigge.de findest Du hierzu folgenden Eintrag:

„Man sollte die Vorzüge des „Sie“ nicht unterschätzen. Es schafft den Abstand, der in aller Regel ein reibungsloses Miteinander garantiert. Es ist absolut wertfrei und immer richtig.

 

Das „Du“ hingegen hat viele Schattierungen; die Grundlagen, auf denen es beruht, können sich ändern oder wegfallen. Die Rückkehr zum „Sie“ dürfte in diesen Fällen recht schwierig, wenn nicht unmöglich sein.“

Ist es jetzt plump, wenn Du Deine Klienten duzt, oder hältst Du sie zu sehr auf Abstand wenn Du sie siezt?

Aus meiner Erfahrung sind diese Fragen nicht pauschal zu beantworten. Die Antworten darauf hängen vielmehr mit Deiner persönlichen Einstellung und Deiner bevorzugten Zielgruppe zusammen.

Du oder Sie als Business-Coach

Arbeitest Du als Businesscoach eher mit Unternehmen zusammen, wirst Du Deine Klienten vermutlich siezen, da dies in Deutschland im geschäftlichen Umfeld immer noch üblich ist. Hier würde es unprofessionell wirken sich gleich mit dem Vornamen vorzustellen. Außerdem arbeitest Du in aller Regel in den Räumlichkeiten des Unternehmens und da versteht es sich von selbst die dortige Gepflogenheit anzunehmen und dies ist in aller Regel das „Sie“.

Im Verlauf des Coachingprozesses ist es aber durchaus möglich, dass Du Dich mit Deinem Klienten duzt, wenn die Wellenlänge zwischen Euch stimmt. Dies muss natürlich nicht nur für Dich sondern auch für den Klienten in Ordnung sein ;-)) Das heißt, während Du den Vorgesetzten Deines Klienten und den Personalverantwortlichen siezt, kann es in Ordnung sein im Verlauf des Coachings Deinen Klienten zu duzen. Du wirst schnell spüren was sich für Dich besser anfühlt, das „ Du“ oder „Sie“.

Das Du oder Sie als Personal-Coach

Arbeitest Du eher als Personalcoach in Deiner eigenen Praxis und empfängst dort Deine Kunden, kannst Du hier nach Deinen eigenen Regeln arbeiten. Wenn Du ein besseres Gefühl beim duzen hast dann mach das, sonst sieze besser. Ich würde nur empfehlen jeden Klienten vorher zu fragen, da das „Sie“ in unserer Gesellschaft bei einem Erstkontakt unter Erwachsenen eher üblich ist. Außerdem gibt es auch Menschen, denen eine gewisse Distanz lieber ist und das sollten wir respektieren und sie nicht mit einem „Du“ überrumpeln.

Kritische Stimmen könnten jetzt sagen, dass es grundsätzlich unprofessionell sei seine Klienten zu duzen. Ich halte das nicht für so kritisch. Es kommt darauf an, wie Du damit umgehst. Aus meiner Erfahrung kann ein „Du“ schnell eine gewisse Nähe schaffen, die im Coaching hilfreich sein kann. Wenn Du das selber nicht möchtest, weil es Dir zu schnell geht, bleibe einfach beim „Sie“, sonst wirkt es aufgesetzt. Ist Dir die direkte Nähe wichtig, frage ob das „Du“ in Ordnung ist.

Frau Dr. Meier oder Frau Meier

Hat Dein Klient einen Dr.-Titel, ist das nach Knigge kein Titel sondern ein akademischer Grad. Dieser wird zwar in den Personalausweis eingetragen, wird aber nicht Bestandteil des Namens. Der Höflichkeit halber hat es sich gesellschaftlich so eingebürgert, dass man den Dr. Grad mit spricht. Rein rechtlich besteht aber kein Anspruch darauf.

Hier findest Du den kompletten Artikel dazu:

http://www.knigge.de/themen/kommunikation/akademische-titel-2046.htm

Was machst Du nun mit einem Klienten mit Dr. im Namen? Wenn Du Deine Klienten, nach Absprache duzt, erübrigt sich das Problem, ansonsten musst Du hier selber entscheiden, wie Du es handhaben willst.

Ich habe mich dazu entschieden den Dr. Grad bei meinen Klienten wegzulassen aber nicht weil ich damit unhöflich sein oder den „Titel“ entwerten möchte.

Vielmehr geht es um folgendes: Wenn jemand zu mir kommt, dann hat er auf einem bestimmten Gebiet Klärungsbedarf. Das heißt, er kommt in aller Regel wegen einer sehr persönlichen Sache, bei der der "Dr. Grad" keine Rolle spielt. Diesen hat sich die Person auf einem bestimmten Fachgebiet erarbeitet und soll auch gerne in entsprechendem Kontext genannt werden. Das heißt, der Titel mag in seinem beruflichen Kontext wichtig sein, doch wenn es um die Bearbeitung persönlicher Probleme geht und das ist ein häufiger Grund für ein Coaching, ist es für die Lösung unerheblich ob ich Frau Dr. Schmitz oder Frau Schmitz sage. Wenn Du auf „Nummer sicher“ gehen möchtest, frag Deinen Klienten einfach. Bisher hat allerdings noch niemand den „Dr.“-Grad eingefordert. Diese Erfahrung habe ich sowohl in Unternehmen als auch in meiner eigenen Praxis gemacht.

Vertrauen durch Ansprache im Internet

Auch durch die Ansprache Deiner Kunden auf Deiner Internetseite kannst Du Deine Klienten darauf vorbereiten, wie Du sie ansprechen wirst. Duzt Du Deine Klienten dort bereits, werden Sie nicht sonderlich überrascht sein, wenn Du sie auch am Telefon oder in Deiner Praxis duzt.

Auf der Internetseite zu unserer Coaching-Ausbildung sind wir auch auf das „Du“ übergegangen. Wir fanden zum einen, dass es sich leichter und lockerer schreibt und zum anderen fühlen wir uns unseren Interessenten und Teilnehmern der Ausbildung gleich etwas näher. In der Coaching Ausbildung duzen wir uns sowieso. Warum dann nicht auch schon vorher?

Aus unserer Sicht schafft das ein gewisses Vertrauen ohne dass wir uns aufdrängen möchten. Auch hier könntest Du natürlich sagen: „Das ist doch auch ein Geschäft. Also müsstet Ihr Eure Kunden doch siezen.“ Vom Prinzip her stimmt das natürlich. Nur gehört unsere Coaching-Ausbildung aber zu einer Branche, in der sich in aller Regel geduzt wird. Oder Hast Du schon mal ein Seminar belegt, bei dem es um Persönlichkeitsentwicklung geht und es wurde sich gesiezt? Das kann ich mir schwer vorstellen.

Natürlich fragen wir jeden Interessenten ob es in Ordnung ist, wenn wir ihn duzen. Und möchte jemand lieber gesiezt werden wäre das auch völlig in Ordnung. Ist aber bisher noch nicht vorgekommen ;-)

Du siehst: Es ist viel von Dir und Deiner Einstellung zu Nähe und Distanz abhängig um eine Entscheidung bezüglich der Anrede zu treffen.

Du hast es in der Hand, unabhängig von sonstigen gesellschaftlich üblichen Vorgehensweisen. Du bestimmst in Deiner Praxis die grundsätzliche Ansprache. Tust Du dies mit dem nötigen Respekt und entsprechender Wertschätzung, kann das „Du“ genauso gut sein wie das „Sie“.

Jetzt bin ich aber neugierig wie Du es bisher hältst und welche Erfahrungen Du gemacht hast! Ich freue mich auf Deine Rückmeldung!

Donnerstag, 05 Februar 2015 20:21

Warum tun wir was wir tun?

 

 

Das „Warum?“ hinter dem ICK-Institut für Coaching & Kompetenz von Christiane Richter und Peter Reitz

Die Idee von Gordon Schönwälder http://podcast-helden.de/einladung-zur-blogparade-erzaehl-uns-deine-unternehmens-story/ hat uns echt begeistert. Gerade in unserer Branche wird viel von Selbstreflektion gesprochen. Darum wollen wir diese Idee zum Anlass nehmen und darüber berichten, warum wir tun was wir tun.

Peter und ich haben uns während unserer Coaching-Ausbildung vor acht Jahren kennengelernt. Seitdem ist viel Zeit vergangen in der jeder seine eigene Praxis, sprich sein eigenes Business aufgebaut und verwirklicht hat. Beide haben wir unsere Schwerpunkte gefunden, in denen wir uns, so wie es in der Branche üblich sein sollte, regelmäßig weiterbilden. Peter hat eine Ausbildung zum systemischen Berater absolviert und ich habe eine Ausbildung zur Hypnosetherapeutin gemacht.

Wir hatten in dieser Zeit regelmäßig Kontakt und haben uns fachlich ausgetauscht. Irgendwann, nach vielen Telefonaten und Mails wollten wir unser geballtes Wissen aus unserer Coaching- und Trainingserfahrung bündeln und gründeten 2013 das ICK Institut für Coaching & Kompetenz. Nach vielen Jahren der Coachingtätigkeit und noch längeren Jahren als Trainer, geben wir unsere Erfahrungen gerne in Form einer Ausbildung zum Personal-/Businesscoach weiter.

Die Vermittlung von Kompetenzen in Theorie und Praxis ist unsere Leidenschaft und fordert uns immer wieder neu heraus. Als großes Plus sehen wir dabei unsere eigene Erfahrung im Aufbau der Selbstständigkeit als freiberuflicher Coach. Ein Schritt, vor dem wir selbst vor vielen Jahren standen. So können wir die Dinge weitergeben, die aus unserer Erfahrung wirklich funktionieren!

Doch warum?

Als Coach unterstützen wir Menschen, ihren eigenen Weg zu gehen, Krisen zu überwinden oder Entscheidungen zu treffen. Andere möchten sich von Erwartungen, die an sie gestellt werden lösen um zu ihrem eigenen Kern zurück zu finden. Wieder andere wachsen in eine neue Aufgabe hinein, z. B. als Führungskraft, oder sie sind schon „High-Performer“ und möchten noch besser werden. Es ist schön zu sehen, wie Menschen sich entwickeln und wir als Coach dazu einen Beitrag leisten konnten.

Zurück zur Lehrtätigkeit: Die Arbeit mit den Teilnehmern der Coachingausbildung macht uns unglaublichen Spaß, da wir diese bei ihrer beruflichen, aber auch persönlichen Entwicklung unterstützen können. Es sind Menschen, die eine eigene Dienstleistung anbieten möchten, bei der sie ihre Klienten wiederum bei der Lösung eines Problems oder in der Entscheidungsfindung unterstützen möchten.

Da während eines Coachingprozesses der Coach als Person mit all seinen Lebenserfahrungen und Wertvorstellungen immer „mit dabei“ ist, macht insbesondere die persönliche Weiterentwicklung der „jungen Coaches“ die Qualität der späteren Arbeit aus.

Das klingt oft so einfach. Nach dem Motto: „Das kann doch jeder.“ Doch dabei ist es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die einen sehr fordern kann. Stellt Euch nur mal vor, Ihr würdet ein Gespräch mit einem Klienten über 1,5 Stunden führen, bei dem es um Karriereentwicklung geht. Ihr seid natürlich permanent aufmerksam und mit allen Sinnen präsent. Ihr unterstützt ihn, motiviert ihn, bringt ihn durch intensives Fragen zu kritischer Reflektion, zum Nachdenken oder Umdenken, vielleicht zum lachen, vielleicht zum weinen. Ihr freut euch mit Ihm, wenn er in seinem Anliegen weiterkommt und feiert kleine und große Erfolge.

Wenn dieser Klient Eure Praxis oder Büroverlassen hat, macht ihr Euch Notizen und ein kurze Pause und dann kommt der Nächste und dann der Nächste. Ihr könnt Euch jetzt sicher vorstellen, dass es wichtig ist, dass man als Coach gut auf sich selber achten muss, um sich nicht zu überfordern. Dies unseren Teilnehmern mit auf den Weg zu geben ist uns ebenfalls sehr wichtig. Deswegen steht ganz am Anfang der Satz –Sorge für Dich selber - Nur wenn es einem selber gut geht, kann man auch für andere da sein. Nicht vergessen sollte man, dass ein Coach einen großen Vertrauensvorschuss von seinen Klienten bekommt, dem man auch gerecht werden möchte und sollte.

Neben der Arbeit mit den Teilnehmern motiviert uns aber auch das „Drumherum“.

Wir können unsere Ausbildung so konzipieren, wie wir es für richtig halten. Wir machen es genauso, wie wir es uns vorstellen und können dadurch unsere eigenen Ideen verwirklichen. Das heißt, wir haben die Möglichkeit, alles eigenverantwortlich durchzuführen. Wir bekommen sofort Feedback ob etwas funktioniert oder nicht. Das Schöne ist, das wir zu zweit sind. Obwohl Peter mit seiner Familie in der Nähe von Frankfurt wohnt und ich mit meinem Mann in Berlin, sind wir stets über E-Mail bzw. Skype „verdrahtet“. Es macht einfach viel mehr Spaß ein Unternehmen zu zweit zu führen. Jeder bringt neue Ideen ein, die vom anderen wohlwollend aber kritisch unter die Lupe genommen werden. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für unser Institut. Wir initiieren gemeinsam Projekte und ziehen sie gemeinsam durch, so ist auch die Verantwortung auf zwei Schultern verteilt.

Uns ist es wichtig, dass unsere Ausbildung bodenständig bleibt. Wir geben unseren Teilnehmern die Möglichkeit zu erkennen, dass es wichtig ist sich zunächst selber kennen zu lernen, sich selbst und seine Handlung zu reflektieren. Wir möchten unseren angehenden Coaches vermitteln, wie wichtig die Beziehung zu ihren Klienten ist und dass Methodenwissen wichtig aber nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Was nützt es, wenn ich viele tolle Methoden kenne, sie aber nicht zur Anwendung bringen kann, da ich mit meinen Klienten nicht in Kontakt komme. Beziehungsaufbau verstehen und leben. Wenn wir das vermitteln können, haben wir eine ganze Mange erreicht.

Uns ist es wichtig, dass unsere Teilnehmer Ihren eigenen Coachingstil entwickeln können, deshalb bieten wir Ihnen viel Gelegenheit zum Üben. Jeder hat seine Vorlieben und Schwerpunkte, für jeden gibt es eine Nische. Diese gilt es herauszuarbeiten und sich entsprechend zu positionieren. Dabei möchten wir sie unterstützen.

Dies alles motiviert uns das zu tun was wir tun. Sicherlich haben wir noch das eine oder andere vergessen, doch das „Warum“ ist jetzt schon länger geworden, als eigentlich gedacht. Aber während des Schreibens sind uns dann doch noch viele Dinge eingefallen, die uns bei unserer gemeinsamen Arbeit wichtig sind.

Wann hast Du zuletzt darüber nachgedacht warum Du tust was Du tust?

Wir freuen wir uns über Deinen Kommentar.

10 Tipps für eine erfolgreiche Coachingpraxis

Wie erreiche ich eine gut gehende Coachingpraxis? Worauf sollte ich achten und wie mache ich mir einen guten Namen? Diese und ähnliche Fragen werden von angehenden Coaches immer wieder gestellt.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Artikel 10 wichtige Tipps geben, die mir geholfen haben, als Coach Fuß zu fassen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und spiegelt nur meine eigene Erfahrung wieder. Wenn jemand ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf entsprechende Kommentare.

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Dies ist für mich DER wesentliche Ausgangspunkt. Leider gibt es noch immer Leute die glauben, Coaching macht man mal eben so nebenbei und da reiche der vermeintlich gesunde Menschenverstand. Das letzterer hilfreich ist steht außer Frage. Doch meiner Meinung nach ist es wichtig eine gut strukturierte Ausbildung zu absolvieren, welche die Möglichkeit zur Selbstreflektion und damit verbundener Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sollte sie praxisnah angelegt sein und eine Vielzahl an Methoden bieten. Wobei ich hier ganz klar die Meinung vertrete, dass man nicht durch die Methoden zum Coach wird sondern durch seine Haltung(en).

Sinnvoll finde ich auch einen „Schulen übergreifenden“ Ansatz, um möglichst viele Facetten kennen zu lernen. Dies können systemische Ansätze oder humanistische Ansätze sein, genauso wie Hypnose, lerntheoretische Ansätzeoder Tiefenpsychologie. Eine Ausbildung in dieser Form dauert deutlich länger als ein „Wochenendkurs“. Mit einem halben bis dreiviertel Jahr muss man schon mindestens rechnen. Auch danach heißt es fleißig weiterlernen. Für die eigene Professionalisierung sollte man schon ein bis zwei Weiterbildungen im Jahr einplanen. Welche man hier wählt ist natürlich vom eigenen Schwerpunkt, siehe nächster Tipp, abhängig.

Tipp 2 – Konzentration

Ich persönlich finde es gerade zu Anfang hilfreich, sich auf bestimmte Themen oder Zielgruppen zu fokussieren. Ob es hier nun die Themen Burn-Out und Resilienz oder Karriereplanung und Stressbewältigung sind, ist vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Durch die Konzentration auf wenige Themen, kann man sich in diesen professionalisieren und macht sich damit in einem bestimmten Bereich einen Namen. Ähnlich verhält es sich mit der Zielgruppe. Hier kann es ebenfalls Sinn machen sich zu konzentrieren, sei es auf die Gruppe der Fach- und Führungskräfte oder Frauen über 45, Personen beim Übergang in den Ruhestand oder vielleicht Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Die potentiellen Klienten suchen nicht den oberflächlichen Allrounder der vermeintlich alles kann. Sie suchen einen Spezialisten, der Ihnen bei der Lösung ihres persönlichen Problems hilft.

Tipp 3 – Methodensicherheit

Im Rahmen einer Ausbildung lernt man eine ganze Reihe von Tools. Diese sollten möglichst in der Praxis angewendet werden, so dass man auch wirklich von Methodensicherheit sprechen kann. Durch die Vielzahl von Methoden die es gibt, läuft man unter Umständen Gefahr zu glauben man müsste in jeder Methode ein Experte sein. Wichtiger ist es auch hier sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten zunächst eine Handvoll auszuwählen und mit diesen zu arbeiten bis man sich darin sicher fühlt. Aus meiner Erfahrung wendet man nur die Tools an, die man geübt hat und mit denen man sich selber wohl fühlt. Doch Achtung! Die Methode sollte immer an die Klienten angepasst werden und nicht die Klienten an die Methoden. Der sichere Umgang mit Methoden führt auch zu selbstsicherem Auftreten gegenüber (potentiellen) Klienten.

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Nicht zu vernachlässigen sind eventuelle finanzielle Durststrecken die zu überwinden sind. Kann man sich zunächst „nebenbei“ selbstständig machen, hat man zwar finanziell keine Probleme. Dafür hat man weniger Zeit sein eigenes Geschäft aufzubauen. Kündigt man seinen bisherigen Job hat man viel Zeit sich um sein neues Geschäft zu kümmern. Man hat aber in den ersten Jahren (ca. 3 – 5), deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Es ist unglaublich wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und sich um finanzielle Sicherheiten für die ersten Jahre zu kümmern. Es ist sehr energieraubend und bereitet zusätzlichen Stress, wenn man sich einerseits um sein Geschäft kümmern möchte, andererseits aber kein Geld für die professionelle Gestaltung einer Internetseite hat oder nicht weiß, von welchem Geld man in den nächsten Monaten die Praxismiete bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

Natürlich kann man jede Woche Anzeigen in die Tageszeitung setzen oder monatlich neue Flyer erstellen. Dies ist aber sehr kostenintensiv und der Erfolg lässt nicht selten auf sich warten. Sinnvoller erscheint es mir bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten über die eigene Arbeit bzw. sein Angebot zu sprechen und dabei nebenbei eine Visitenkarte zu überreichen. Dies kann auf einer Feier unter Freunden ebenso sein wie beim Einkauf in naheliegenden Geschäften oder im Verein oder, oder, oder. Dies soll nicht heißen, dass man jedem ständig davon erzählen soll was man für ein toller Coach ist, sondern es geht eher darum zu erläutern was die eigene Arbeit ausmacht und was jemand davon haben kann, wenn er ein Coaching bucht, sprich klar zu machen welchen Mehrwert man bieten kann. So spricht es sich nach und nach herum. Zum Netzwerkmarketing kann auch die Kooperation mit Kollegen gerechnet werden, wodurch sich erfolgversprechende Synergieeffekte ergeben können.

Tipp 6 - 10 folgt in 14 Tagen.

Vielleicht möchten Sie schon mal Ihre eigenen Erfahrungen mitteilen?

Welche Erfahrungen haben Sie am Anfang Ihrer Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würden Sie gerne weitergeben? Oder haben Sie Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen. 

In der letzten Woche telefonierte ich mit einem Ausbildungsinteressenten für unsere Coaching-Ausbildung. Er erzählte mir, dass er gerade die Angebote einiger Anbieter vergleiche. Ihm sei auch aufgefallen, dass es recht große Preisunterschiede bei den Offerten gab. Außerdem frage er sich, ob man überhaupt solche eine Ausbildung brauche. Schließlich gebe es ja wirklich gute Coaching-Literatur zu allen möglichen Themen. In Amazon gebe es zwei Bücher, die durchweg beste Rezensionen haben, berichtete er. Diese habe er sich gekauft und sei auch schon eifrig am Lesen. Die theoretischen Modelle seien für ihn manchmal etwas schwerfällig nachzuvollziehen, aber das gebe sich bestimmt mit der Zeit, so seine Worte.

Wie wird man eigentlich Coach?

Das Thema „Coaching-Ausbildung“ oder „Buch über Coaching“ möchte ich gerne als Anlass zu diesem Blog-Artikel nehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich auch schon andere Interessenten diese Frage gestellt haben. Zumal die Berufsbezeichnung „Coach“ nicht geschützt ist und es zum Begriff „Coaching“ auch verschiedene Vorstellungen gibt. Ganz zu schweigen von dem, was ein Coach eigentlich tut bzw. tun sollte.

Ein wie ich finde recht leicht nachzuvollziehender Vergleich ist die Erlangung der Fahrerlaubnis, sprich Führerschein. Nun könnte man nämlich die Frage stellen: wieso eigentlich diese kostspieligen Fahrstunden und den langwierigen Theorieunterricht absolvieren. Man kann ja die Bögen einfach im Handel kaufen, durcharbeiten und ab zur Prüfung. Und das praktische Autofahren ist ja auch schnell gelernt. Ein paar Runden über den ADAC-Platz und ein bisschen Einparken, das war´s. Wir alle wissen: ganz so leicht ist es nun doch nicht. Zumal es über diesen Weg keine Rückmeldung gibt, ob das was Sie machen gut oder eher nicht so gut ist, geschweige denn, über diesen Weg wirklich praktisches Handwerkszeug für das Bestehen von Fahrsituationen im Alltag erlernt werden kann. Schließlich möchten ja auch die anderen Verkehrsteilnehmer möglichst unfallfrei im Straßenverkehr ankommen. Zurück zur Coaching-Ausbildung: Was würde passieren, wenn Sie sich das Wissen ausschließlich über Bücher „anlesen“ würden?

  • Sie hätten wichtige „Haltungen“ eines guten Coaches nicht wirklich gelernt, da zum erfahrungsorientierten Lernen andere Menschen notwendig sind.
  • Der Unterschied zwischen „Kennen“ und „Können“ wäre für Sie nicht erfahrbar gewesen.
  • Sie hätten keinerlei praktische Erfahrungen über die Wirkung von Coaching-Maßnahmen.
  • Sie hätten keine Rückmeldung bekommen über Ihre eigenen Stärken und Lernfelder.
  • Die Wirkung von Intervision bzw. Supervision wäre für Sie ein „Fremdwort“ bzw. ein Wort ohne „Erfahrungshintergrund“ geblieben.
  • Ihre Coaching-Persönlichkeit hätte keine Möglichkeit gehabt, im Austausch und der Erfahrung anderer sich zu entwickeln und zu reifen.
  • Wichtige persönliche Eindrücke, auch durch Input von Außen, hätten nicht gemacht werden können.
  • Das Gefühl, einen Coaching-Prozeß wirklich strukturiert zu führen hätte nicht entstehen zu können.
  • Durch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entstandene Selbstbewusstein würde nicht zur Geltung kommen.
  • Die Möglichkeit, eigene Kompetenzen auf dem Weg zu einem professionellen Coach zu entwickeln wäre Ihnen versagt geblieben.
  • Und ganz wichtig: das Coaching von anderen (Kollegen in der Ausbildung) hätte Sie nicht erreicht, im schlimmsten Falle wüssten Sie also gar nicht, was professionelles Coaching ist.

And the winner is…

Nun aber zurück zum Interessenten unserer Coaching-Ausbildung. Im Besten Falle ist es, ergänzend zu einer Coaching-Ausbildung, ausgewählte Ergänzungsliteratur zu lesen. So können die hier gegebenen Impulse auch an eigenen Erfahrungswerten andocken und sich mit dem eigenen Lernhintergrund der Ausbildung verbinden bzw. verknüpfen. Da es in diesem Bereich viel Literatur gibt, ist die Auswahl hier auch manchmal gar nicht so einfach. In einer methodisch breit gefächerten Ausbildung werden Sie aus vielen verschiedenen „Coaching-Schulen“ Tools und Herangehensweisen kennenlernen. Oft ist es so, dass sich daraus bestimmte Affinitäten zu bestimmten Richtungen herauskristallisieren. So ist zu beobachten, dass der eine gerne mit Techniken aus dem Hypno-Coaching arbeitet, der andere mag lieber systemische Praxis und wieder andere Teilnehmer begeistern sich für Elemente aus dem NLP. Eine Empfehlung könnte hier sein, ganz gezielt diese „Lieblingsthemen“ zu vertiefen und das eigene, methodische Repertoire an Coaching-Können weiter zu verfeinern und auszubauen.

So stellt sich für mich nicht die Frage Coaching-Ausbildung oder Buch, sondern Coaching-Ausbildung mit Buch bzw. sinnvoller Ergänzungsliteratur zu Themen, die besonders spannend sind. So macht Lernen Spaß und ist darüber hinaus sinnvoll, effektiv und praxisnah.

Dienstag, 15 Oktober 2013 12:12

Coaching-Methoden 7

Coaching-Methoden 7

Hypnose

Das Thema Hypnose habe ich ja schon in meinen Artikeln Coaching und Hypnose I und Coaching und Hypnose II angesprochen, möchte dies aber im Rahmen der Coaching-Methoden noch einmal vertiefen, da es mir wichtig scheint die Anwendung der Hypnose auf solide Füße zu stellen.

Der Begriff Hypnose:

Der Begriff “Hypnose” wurde erstmals 1843 durch James Braid (englischer Arzt) eingeführt. Der Begriff ist abgeleitet vom griechischen Gott des Schlafes, Hypnos. Kurz vor seinem Tod erkannte Braid die Hypnose als "Konzentration der Aufmerksamkeit und Erhöhung der Einbildungskraft" und wollte "Hypnose" durch "Monoideismus" ersetzen. Doch der Begriff Hypnose hatte sich schon etabliert.

Seit dem gibt es unzählige Versuche Hypnose zu erklären. Als reine Entspannungstechnik, als ein veränderter Bewusstseinszustand oder als rein psychologisches Phänomen. Doch nichts von dem trifft es tatsächlich.

Lange Zeit galt Hypnose auch als esoterisch, dann wieder als medizinisch interessant. Sigmund Freud interessierte sich zunächst für sie. Ließ dann aber wieder von ihr ab, weil sie nicht die Ergebnisse brachte, die er sich vorstellte. Später bereute er seine Abkehr, da er feststellen musste, dass die Hypnose weit mehr konnte, als er mit seiner Herangehensweise erreichen konnte.

Mitte des 20 Jahrhunderts entwickelte der amerikanische Psychiater Milton H. Erickson (1901 – 1980) neue therapeutische Vorgehensweisen und machte damit die Hypnotherapie in medizinischen Kreisen salonfähig. Er gilt heute als der Wegbereiter der modernen Hypnotherapie. Hierbei darf aber nicht vergessen werden, dass auch Ericksons Tod schon mehr als 30 Jahre zurück liegt und sich die Hypnose seit dem ständig weiter entwickelt hat, vor allem in Bezug auf Erkenntnisse durch EEG (Messung von Hirnströmen) und bildgebende Verfahren in der Gehirnforschung, soll heißen, das was vor 30 Jahren „modern“ war, muss heute nicht mehr zwangsläufig gelten.

Heute weiß man, dass die Hypnose kein einheitlicher Zustand ist, sondern dass sich mithilfe unterschiedlicher Einleitungstechniken (Induktionen) verschiedene Trance-Zustände also vom Normzustand abweichende Gehirnaktivitätszustände, erzeugen lassen, die höchst unterschiedliche Effekte mit sich bringen können. Außerdem weiß man auch, dass die Wirkung der Einleitungstechniken auch von der Grundkonstellation des Gehirns des Klienten abhängig ist. Ein und dieselbe Induktion kann bei zwei unterschiedlichen Menschen völlig unterschiedlich wirken und empfunden werden.

Heute kann Hypnose folgendermaßen definiert werden:

Hypnose ist eine willentliche Einflussnahme auf die Aktivität des Gehirns oder des Bewusstseins und damit ggf. indirekt des Körpers und kann zu verschiedenen psychischen oder physischen Zuständen führen, die von der Normalfunktion abweichen und zu unterschiedlichen Zwecken bspw. im Rahmen einer Therapie genutzt werden können.

Wissenschaftliche Anerkennung:

Mittlerweile wurde die Hypnotherapie durch den wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie im März 2006 als wissenschaftliche Behandlungsmethode in der Psychotherapie der Bundesrepublik Deutschland anerkannt.

Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie kann als die höchste Instanz in Deutschland angesehen werden, was die Anerkennung psychotherapeutischer Verfahren angeht.

 Somit ist die Anerkennung der Hypnose als wirksames Verfahren wissenschaftlich ernstzunehmend und entsprechend belegt

Anwendungsmöglichkeiten:

Neben einer Vielzahl an therapeutischen Möglichkeiten, gibt es auch eine Menge von nichttherapeutischen Einsatzbereichen im Coaching.

  • Blockadenlösung
  • Burnout-Prävention
  • Entscheidungsfindung
  • Entspannungstraining
  • Gewichtsreduktio
  • Intuitionstraining
  • Karriereberatung
  • Konzentrationssteigerung
  • Lampenfieber
  • Motivation
  • Phantasiereisen
  • Positives Denken
  • Prüfungsangst
  • Raucherentwöhnung
  • Selbstbewusstsein steigern
  • Selbsthypnose
  • Selbstwertgefühl steigern
  • Stress-Management
  • Superlearning
  • Tiefenentspannung
  • Traumreisen

In der Praxis macht es aus meiner Sicht aber Sinn, sich auf einige wenige Bereiche zu konzentrieren. Ansonsten kann dies eher zur Verunsicherung bei den Klienten führen.

Ausbildung:

Zu beachten ist weiterhin, dass sich jemand nur dann als Hypnotiseur bzw. Hypnotherapeut betätigen sollte, wenn er über eine entsprechend solide Ausbildung verfügt.

Bei der Hypnose / Hypnosetherapie handelt es sich also um keine esoterische Lehrart mit zweifelhaftem Hintergrund, sondern um ein wissenschaftlich und psychotherapeutisch anerkanntes und belegtes Verfahren.. das auch im Coaching-Kontext verbreitet ist und hier ebenfalls wertvolle Dienste leistet.

Donnerstag, 22 August 2013 12:47

Verbands-Dschungel

Verbands-Dschungel

Heute möchte ich die Serie der Methoden unterbrechen, da mich gerade ein anderes Thema beschäftigt.

In Vorbereitung auf unsere anstehende Coaching-Ausbildung im September, haben mich einige Interessenten auf meine Einstellung zu Coaching-Verbänden angesprochen. Ein paar von diesen Fragen möchte ich hier aufgreifen und meine Meinung dazu kundtun.

1. Wie wichtig ist für einen Coach die Zugehörigkeit zu einem Verband?

Ich meine, dass es von der Erwartung abhängt, die man mit einer Verbandszugehörigkeit verknüpft. Möchten Sie sich engagieren und aktiv die Verbandsarbeit voranbringen oder möchten Sie eher von dem konsumieren, was der Verband anbietet? Möchten Sie über den Verband Kunden akquirieren oder ist Ihnen der Austausch unter Kollegen wichtig usw.? Das heißt, hier sollte jeder für sich überlegen welche Ziele er mit einer Verbandszugehörigkeit verbindet und mit welchem Verband diese Ziele am ehesten zu erreichen sind.

2. Warum gibt es so viele Verbände? Macht das denn Sinn?

Sinn macht es aus meiner Sicht keinen, ist aber derzeit unvermeidlich. Coaching ist kein geschützter Begriff, ebenso wenig wie Coach, was zu viel Wildwuchs auf dem Markt führt. Nun gibt es Menschen, die möchten einen gewissen Standard in die Coachinglandschaft bringen um den Berufsstand zu professionalisieren. Nur ist es kein Geheimnis, dass die Gründung eines Verbandes auch etwas mit Marketing zu tun hat und somit beansprucht jeder Verband für sich DEN Standard zu setzen um möglichst viele Mitglieder zu gewinnen. Dies führt zu weiterer Uneinheitlichkeit im Coaching und fördert leider nicht den von vielen gewünschten Ansatz eines einheitlichen Standards.

3. Welchen Verband können Sie empfehlen?

Verbandszugehörigkeit ist etwas sehr individuelles. Und, wie ich eben schon beschrieben habe, ist die Zahl der Verbände groß und damit gibt es auch viele Schwerpunkte. Es bleibt Ihnen somit nichts anderes übrig, als sich mehrere Verbände anzuschauen und sich für den zu entscheiden, der Ihre Interessen am ehesten vertritt. Hier ein paar Links zu Verbandsseiten.

Deutscher Verband für Coaching und Training e. V. www.dvct.de 

Deutscher Bundesverband Coaching e. V. www.dvbc.de
Deutscher Coaching-Verband e. V www.coachingverband.org
Berufsverband für Trainer, Berater und Coaches www.bdvt.de

Eine ganz gute Übersicht über Verbände und deren Mitgliederzahlen bietet der Coaching-Kompass
http://www.coaching-kompass.de/coaching-verbaende/

4. Was sagen Zertifizierungen aus?

Eine Zertifizierung erhalten Sie in aller Regel dann, wenn Sie bestimmte Kriterien erfüllen, sich einem Prüfungsprozedere unterzogen haben und eine Prüfungsgebühr entrichtet haben. Hier hat jeder Verband seine eigenen Richtlinien. Das heißt, die Zertifizierungen der einzelnen Verbände sind schwer untereinander vergleichbar. Weiterhin müssen Sie eine Zertifizierung in regelmäßigen Abständen erneuern. Ich halte eine Zertifizierung für sinnvoll, wenn Sie für sich selber Ihr Coaching-Können belegt haben möchten und/oder wenn Sie sich von den vielen Coachs ohne jegliche Ausbildung und Qualitätssicherung abgrenzen möchten.

5. Welcher Verband kommt bei den Unternehmen besonders gut an?

Nach meiner Erfahrung ist es den Unternehmen nicht wichtig in welchem Verband Sie sind. Die wenigsten von ihnen beschäftigen sich intensiv mit dieser Thematik. Ich finde das auch nachvollziehbar, ist es doch nicht ihr Hauptjob. Etwas anders gelagert ist der Fall, wenn Unternehmen Personalabteilungen mit dem Thema Coaching beauftragen. Hier sitzen häufig Menschen, die sich recht gut mit Coaching auskennen, wenn sie nicht sogar selber eine Coachingausbildung absolviert haben. Die konkrete Verbandszugehörigkeit ist aber bei der Wahl eines Coachs auch hier selten Thema.

6. Bringt mir eine Verbandszugehörigkeit mehr Kunden?

Nach meiner Erfahrung nicht. Es kann natürlich unterschwellig eine Rolle spielen bei der Suche nach einem Coach. Sind Sie in einem Verband gelistet kann das Seriosität und Ernsthaftigkeit für Ihren Beruf ausstrahlen. Aber ein wirkliches Verkaufsargument ist es nicht. Das liefern Sie selbst mit ihrem persönlichen Auftritt und Ihre Leistung als Coach.

 

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