ICK-Coaching-Methode-UmdeutungSicherlich kennst Du auch solche Aussagen wie: „Kein Coaching ohne Tools.“ Oder „Jeder Coach hat seinen individuellen Methodenkoffer!“ Doch was heißt das konkret und wie wichtig sind Coaching-Methoden?

Heute möchte ich Dir aufzeigen was ich unter Methoden und Tools im Coaching verstehe und wie wichtig ich die Auseinandersetzung damit finde.

Was heißt eigentlich Coaching-Methode?

Zunächst möchte ich Dir erklären, was der Begriff „Methode“ bzw. „Tool“ im Coaching überhaupt bedeutet. Ganz allgemein kann man sagen, dass eine Methode Deinen Klienten bei seiner Lösungsfindung unterstützen soll. Das mag banal klingen, doch ganz so einfach ist es nicht.

Psychotherapie-Verfahren

Wenn Du es ganz genau nehmen möchtest, müsstest Du eigentlich zwischen Verfahren (Schule), Methoden und Tools (Werkzeugen) unterscheiden. Für unsere Klienten ist diese Unterscheidung nicht wichtig. Wenn Du aber professionell als Coach agieren möchtest, macht es durchaus Sinn die eingesetzten Methoden bzw. Tools zu hinterfragen. Häufig werden die beiden Begriffe synonym verwendet, was meiner Meinung nach nicht ganz korrekt ist. Das mag Dir vielleicht kleinkariert vorkommen. Doch mir persönlich ist es wichtig die Unterschiede zu klären. Auch in unserer Ausbildung haben wir gemerkt, dass eine gewisse Systematik das Verständnis für die Hintergründe erhöht.

Coaching ist im weitesten Sinn eine Form der Beratung. Sie nutzt Methoden, die aus unterschiedlichen Verfahren bzw. Schulen stammen. Dies sind in aller Regel psychotherapeutische Verfahren, z. B.

  • Verhaltenstherapie
  • Gesprächstherapie
  • Personzentrierte Psychotherapie
  • Gestalttherapie
  • Systemische Therapie
  • Hypnosetherapie
  • Psychodrama
  • Familientherapie und andere.

Coaching-Verfahren

Da wir im Coaching aber nicht therapieren oder heilen, haben sich im Laufe der Jahre aus den oben genannten Therapierichtungen Coaching-Verfahren entwickelt, die auf Beratung ausgerichtet sind und somit auch von Personen ohne Heilerlaubnis eingesetzt werden können. Diese Verfahren heißen dann z. B.

  • Lösungsorientierte Beratung
  • Systemische Beratung
  • Gewaltfreie Kommunikation
  • Kognitive Beratung
  • Hypnocoaching
  • Psychodrama

Manchmal leiten sich die Coaching-Verfahren auch nicht direkt aus einer Therapierichtung ab, sondern haben einen anderen, nicht klar zu definierenden Ursprung, z. B.

  • Provokativer Stil
  • Sokratischer Dialog
  • Verschiedene Fragetechniken
  • NLP

Jedes dieser Verfahren bietet nun praxisnahe Methoden, die in unterschiedlichen Phasen des Coachings eingesetzt werden können.

So gibt es z. B. Coaching-Methoden zur

  • Auftragsklärung
  • Zielklärung
  • Biografiearbeit
  • Konfliktbearbeitung
  • Selbstreflektion
  • Ressourcennutzung
  • Selbsterfahrung
  • Veränderungsarbeit
  • Änderung der Perspektive
  • Lösungsfokussierung
  • Verstärkung emotionaler Beteiligung
  • Beendigung des Coachingprozesses, um nur einige zu nennen.

Oftmals finden sich auch hier Mischformen aus mehreren Coaching-Verfahren.

Coaching-Tools

Darüber hinaus gibt es Coaching-Tools, die aus der Praxis entstanden sind und keinem Verfahren zugeordnet werden können, z. B.

  • The Work von Byron Katie, (Selbstreflektion)
  • Walt-Disney-Methode, (Kreativität)
  • Thomann-Schema, (Visualisierung-Konfliktbearbeitung), oder auch die folgenden, die ich dem Buch Coaching-Tools 1, Christopher Rauen, Hrsg. managerSeminare) entnommen habe.
  • Das Lebensrad (Johann Stöger), zur Standortbestimmung, Work-Life-Balance
  • Schattentage (Dr. Regina Mahlmann), teilnehmende Beobachtung, Begleittage
  • Wertehierarchie (Jörg Middendorf), Hierarchie der persönlichen Werte
  • Der kleine Zirkuselefant (Michael Fromm), erkennen von Grundmustern

Die Liste von möglichen Tools ist endlos. Es gibt wirklich wahnsinnig viele Bücher, die Praxistools vorstellen. Doch das Tool gelesen zu haben, heißt noch lange nicht es auch anwenden zu können.

Egal ob Methode oder Tool. Wenn Du etwas Neues ausprobieren möchtest ist das natürlich richtig und wichtig, keine Frage. Aber ehe Du es an Deinem Klienten ausprobierst, solltest Du Dir jemanden suchen mit dem Du es testen kannst. So merkst Du schnell, ob Du das Tool verstanden hast, denn dann kannst Du es erklären. Außerdem stellst Du schnell fest ob es den gewünschten Zweck erfüllt und ob es auch für Deinen „Klienten“ nachvollziehbar ist.

Übersicht über Coaching-Verfahren und Coaching-Methoden

Coaching-Methoden Überblick


 

Spezialist oder Allrounder?

Weiterhin stellt sich noch die Frage: Wie viele Coaching-Methoden oder Tools brauchst Du eigentlich um ein professioneller Coach zu sein? Fünf, zehn oder dreißig? Ist die Anzahl entscheidend? Und was ist wichtiger? Dass Du Dich auf ein Verfahren spezialisierst oder dass Du Dich in unterschiedlichen Verfahren auskennst?

So wichtig ich Spezialisierung in vielen Bereichen finde, so wichtig finde ich die Methodenvielfalt im Coaching. Kennst Du Dich in unterschiedlichen Verfahren und den daraus entstandenen Methoden aus, kannst Du viel flexibler auf Deine Klienten und ihr Anliegen eingehen. Schließlich macht es Sinn eine Methode dem Klienten anzupassen und nicht den Klienten der Methode ;-).

Darüber hinaus halte ich es für wichtig, dass Du im Coaching Deine Persönlichkeit zeigst. Davon und von Deiner Beziehung zu Deinem Klienten lebt der gesamte Coachingprozess. Wenn Euer Verhältnis nicht stimmt, kannst Du so viele Methoden kennen und anwenden wie Du willst. Es wird nichts nützen. Dein Klient kann nur dann eine emotionale Beteiligung zeigen, und die ist ja bekanntermaßen entscheidend für den Erfolg des Coachings, wenn sich eine Vertrauensbasis entwickeln konnte.

Das heißt, sich in Methoden auszukennen ist auf jeden Fall wichtig. Aber genauso wichtig, wenn nicht am Ende wichtiger, ist Deine Persönlichkeit. Deshalb halte ich es für wirklich entscheidend um als Coach auf Dauer erfolgreich sein zu können, sich ständig persönlich weiter zu entwickeln.

Wie wichtig ist Dir die Persönlichkeit als Coach? Oder bist Du der Meinung ein gut gefüllter Methodenkoffer reicht aus? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

Freitag, 17 Juli 2015 16:44

Moderationskoffer & Co.

- Sinnvolle Hilfsmittel für die Coaching-Praxis –

Wie Du weißt, lebt ein Coaching-Prozess zu einem großen Teil von der Beziehung zwischen Dir und Deinem Klienten. Dieses Vertrauensverhältnis aufzubauen und zu halten ist das A und O. Darüber hinaus wirst Du zur Unterstützung des aktuellen Prozesses bestimmte Coaching-Methoden bzw. Tools anwenden. Hierbei, sind oftmals ein paar Arbeitsmittel bzw. Materialien sinnvoll.

Ich möchte Dir heute 5 Materialien vorstellen, die aus meiner Sicht in einer Coaching-Praxis nicht fehlen sollten.

1. Flipchart

Dies mag banal klingen. So nach dem Motto: „Ist doch wohl logisch, dass ich so etwas habe.“ Dennoch ist es mir wichtig es zu erwähnen, da der Einsatz, obwohl vorhanden, gerne mal vergessen wird.

Falls Du noch kein Flipchart besitzt, und Du Dir eins kaufen möchtest, könnten folgende Kriterien hilfreich sein.

Das Flipchart sollte:

  • höhenverstellbar und
  • leicht aufzustellen sein.
  • Es sollte möglich sein es von A nach B zu bewegen, ohne dass das Flipchart zusammenklappt und Du Dir keinen Bruch hebst. Hilfreich sind dabei auch Flipcharts auf Rollen. Doch dann sollte es die Möglichkeit geben sie festzustellen, sonst musst Du unter Umständen beim Schreiben das Flipchart mit einer Hand festhalten, was auch nicht immer so angenehm ist.
  • Ebenfalls würde ich auf die Halterung des Papiers achten. Sie sollte sicher sein aber das Wechseln des Blocks einfach und schnell ermöglichen.

Die Preise für ein Flipchart variieren von ca. 70 Euro bis ca. 500 Euro.

Mögliche Bezugsquellen: www.Neuland.com, www.otto-office.com, www.staples.de

Ganz nebenbei bemerkt, kann es auch sinnvoll sein zunächst ein gebrauchtes zu zum Beispiel über ebay oder quoka zu kaufen.

Einsatz des Flipcharts

Doch wie und wann kannst Du ein Flipchart sinnvoll zum Einsatz bringen?

Zunächst nutze ich das Flipchart grundsätzlich bei der Auftragsklärung. Ob Du Deinen Klienten das Ziel SMART formulieren lässt oder ob Du ein Endziel und mehrere Leistungsziele formulierst. Wie auch immer. Mir ist es wichtig, dass das Ziel meines Klienten für uns beide sichtbar wird. So wissen wir beide wo es hin gehen soll.

Dann gibt es natürlich diverse Tools, die es nötig machen etwas zu visualisieren. Ob es sich nun um eine Entscheidungsmatrix, um das „Lebensrad“, oder um die Darstellung von Beziehungen, oder Stimmungen geht. Eine Visualisierung hält das gesprochene Wort eben fest. Außerdem ist es für viele Klienten hilfreich, wenn Du ihnen im Anschluss an die Sitzung die besprochenen Punkte bzw. Ergebnisse in Papierform mitgibst. So haben sie etwas in der Hand, woran sie zu Hause noch weiterarbeiten können.

Falls Du Schwierigkeiten mit der sinnvollen Aufteilung des Flipcharts hast oder Du nicht „zeichnen“ kannst oder keine Ideen hast wie man etwas visualisiert, sei Dir das Buch: „Der Flipchart-Coach“ von Axel Rachow und Johannes Sauer empfohlen.

2. Moderatorenkoffer

Ja, der Moderatorenkoffer ist so eine Sache für sich. Er beinhaltet in aller Regel Filzstifte in unterschiedlichen Farben und Breiten, Stecknadeln, Klebeband, Klebestift, Scheren und Moderationskarten in verschiedenen Farben und Formen. Dies alles in einem hübschen Koffer verpackt kann gerne 200 Euro – 300 Euro kosten (www.Neuland.com) . Die Einsteigerversion ist auch schon für ca. 60 Euro zu haben (www.frankenproducts.com)

Die Frage ist. „Brauchst Du das als Coach?“ Ich meine „jain“ und zwar aus folgendem Grund. Wenn Du im Business-Coaching unterwegs bist oder sein willst, oder parallel als Trainer und Moderator arbeitest, kann es sehr praktisch sein den eigenen, fertigen „Werkzeugkoffer“ parat zu haben.

Arbeitest Du vorzugsweise in Deiner eigenen Praxis ist aus meiner Sicht ein Moderationskoffer in der beschriebenen Form nicht unbedingt notwendig, da Du die Materialien nicht von A nach B tragen musst. Alternativ kannst Du Dir auch die Materialien einzeln kaufen, dazu noch einen kleinen aber feinen Koffer aus dem Baumarkt und Dein Moderatenkoffer ist fertig. Das ist aber alles eine Frage des Geschmacks, der Notwendigkeit und des Geldes.

Wie auch immer Du es handhaben möchtest. Verschiedene Stifte und Moderationskarten, solltest Du auf jeden Fall besitzen. Alles Weitere ist abhängig von Deiner Art zu arbeiten und den Coaching-Methoden, die Du anwendest.

3. Seile

Mit Hilfe von Seilen kannst Du sehr schön den Verlauf eines Prozesses mit Höhen, Tiefen oder Umwegen visualisieren, also bestens für Time-Line- bzw. Biografiearbeit geeignet. Besonders praktisch ist es Seile in verschiedenen Farben zu haben um Parallelprozesse zu veranschaulichen, z. B. beim Paar- oder Teamcoaching.

Bezugsquelle wäre z. B. www.robin-hood-versand.de

4. Aufstellungsfiguren

Dies können Playmobilfiguren, kleine Stofftiere oder auch selbstgebastelte Puppen bzw. Figuren sein. Auch bunte Bauklötze eignen sich hervorragend. Natürlich kannst Du Dir auch professionell gefertigte Aufstellungsfiguren kaufen. Hier einige Bezugsquellen www.stellaufmaenchen.de, www.neuland.com, www.aufstellungsfiguren.de.

Für den Prozess ist es nur wichtig, dass Deine Klienten eine gewisse Auswahl an Charakteren haben. Nach meiner Erfahrung, lassen sich die meisten Klienten, bei denen es um die Klärung einer Beziehung geht, sehr gerne auf die Arbeit mit Stellvertretern ein.

Damit ist schon der Einsatz genannt. Die Figuren werden als Stellvertreter für Personen aus dem realen Leben des Klienten gewählt und von ihm zueinander in Beziehung gestellt. Durch die so gewonnene Außensicht, hat der Klient die Möglichkeit eine Beziehung komplett neu zu sehen und zu bewerten. Diese Art der Visualisierung kann Klienten tatsächlich die Augen öffnen.

Die Aufstellungsfiguren lassen sich übrigens sehr gut mit den Seilen im Rahmen einer Biografiearbeit verbinden.

5. Bildkarten

Hierbei handelt es sich um Kartensätze, welche Fotos, Grafiken oder sonstige Motive aus unterschiedlichen Bereichen enthalten können. Je nach Kartensatz können dies Landschaften, Gegenstände, Situationen, andere Menschen etc. sein. Du kannst diese Karten sowohl zum Einstieg als auch zum Ende einer Coaching-Sitzung nutzen oder auch, wenn Du das Gefühl hast Dein Klient tut sich etwas schwer über ein bestimmtes Thema zu sprechen.

Bildkarten gibt es zu verschiedenen Themen und in unterschiedlichen Aufmachungen. Hier findest Du ein paar Beispiele:

http://www.robin-hood-versand.de/bildkarten.html

http://www.lebenskarten.de/galerie

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3407365357/cr)

http://www.heragon.de/bildimpulse-grenzen.html

 

Diese fünf Hilfsmittel habe ich bisher als super praktisch, einfach einsetzbar und sehr hilfreich empfunden.

Was sind Deine Lieblingshilfsmittel bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen? Ich freue mich über Deine Nachricht!

ICK-Coaching-Methode-UmdeutungSicherlich kennst Du auch solche Aussagen wie: „Kein Coaching ohne Tools.“ Oder „Jeder Coach hat seinen individuellen Methodenkoffer!“ Doch was heißt das konkret und wie wichtig sind Coaching-Methoden?

Heute möchte ich Dir aufzeigen was ich unter Methoden und Tools im Coaching verstehe und wie wichtig ich die Auseinandersetzung damit finde.

Was heißt eigentlich Coaching-Methode?

Zunächst möchte ich Dir erklären, was der Begriff „Methode“ bzw. „Tool“ im Coaching überhaupt bedeutet. Ganz allgemein kann man sagen, dass eine Methode Deinen Klienten bei seiner Lösungsfindung unterstützen soll. Das mag banal klingen, doch ganz so einfach ist es nicht.

Psychotherapie-Verfahren

Wenn Du es ganz genau nehmen möchtest, müsstest Du eigentlich zwischen Verfahren (Schule), Methoden und Tools (Werkzeugen) unterscheiden. Für unsere Klienten ist diese Unterscheidung nicht wichtig. Wenn Du aber professionell als Coach agieren möchtest, macht es durchaus Sinn die eingesetzten Methoden bzw. Tools zu hinterfragen. Häufig werden die beiden Begriffe synonym verwendet, was meiner Meinung nach nicht ganz korrekt ist. Das mag Dir vielleicht kleinkariert vorkommen. Doch mir persönlich ist es wichtig die Unterschiede zu klären. Auch in unserer Ausbildung haben wir gemerkt, dass eine gewisse Systematik das Verständnis für die Hintergründe erhöht.

Coaching ist im weitesten Sinn eine Form der Beratung. Sie nutzt Methoden, die aus unterschiedlichen Verfahren bzw. Schulen stammen. Dies sind in aller Regel psychotherapeutische Verfahren, z. B.

  • Verhaltenstherapie
  • Gesprächstherapie
  • Personzentrierte Psychotherapie
  • Gestalttherapie
  • Systemische Therapie
  • Hypnosetherapie
  • Psychodrama
  • Familientherapie und andere.

Coaching-Verfahren

Da wir im Coaching aber nicht therapieren oder heilen, haben sich im Laufe der Jahre aus den oben genannten Therapierichtungen Coaching-Verfahren entwickelt, die auf Beratung ausgerichtet sind und somit auch von Personen ohne Heilerlaubnis eingesetzt werden können. Diese Verfahren heißen dann z. B.

  • Lösungsorientierte Beratung
  • Systemische Beratung
  • Gewaltfreie Kommunikation
  • Kognitive Beratung
  • Hypnocoaching
  • Psychodrama

Manchmal leiten sich die Coaching-Verfahren auch nicht direkt aus einer Therapierichtung ab, sondern haben einen anderen, nicht klar zu definierenden Ursprung, z. B.

  • Provokativer Stil
  • Sokratischer Dialog
  • Verschiedene Fragetechniken
  • NLP

Jedes dieser Verfahren bietet nun praxisnahe Methoden, die in unterschiedlichen Phasen des Coachings eingesetzt werden können.

So gibt es z. B. Coaching-Methoden zur

  • Auftragsklärung
  • Zielklärung
  • Biografiearbeit
  • Konfliktbearbeitung
  • Selbstreflektion
  • Ressourcennutzung
  • Selbsterfahrung
  • Veränderungsarbeit
  • Änderung der Perspektive
  • Lösungsfokussierung
  • Verstärkung emotionaler Beteiligung
  • Beendigung des Coachingprozesses, um nur einige zu nennen.

Oftmals finden sich auch hier Mischformen aus mehreren Coaching-Verfahren.

Coaching-Tools

Darüber hinaus gibt es Coaching-Tools, die aus der Praxis entstanden sind und keinem Verfahren zugeordnet werden können, z. B.

  • The Work von Byron Katie, (Selbstreflektion)
  • Walt-Disney-Methode, (Kreativität)
  • Thomann-Schema, (Visualisierung-Konfliktbearbeitung), oder auch die folgenden, die ich dem Buch Coaching-Tools 1, Christopher Rauen, Hrsg. managerSeminare) entnommen habe.
  • Das Lebensrad (Johann Stöger), zur Standortbestimmung, Work-Life-Balance
  • Schattentage (Dr. Regina Mahlmann), teilnehmende Beobachtung, Begleittage
  • Wertehierarchie (Jörg Middendorf), Hierarchie der persönlichen Werte
  • Der kleine Zirkuselefant (Michael Fromm), erkennen von Grundmustern

Die Liste von möglichen Tools ist endlos. Es gibt wirklich wahnsinnig viele Bücher, die Praxistools vorstellen. Doch das Tool gelesen zu haben, heißt noch lange nicht es auch anwenden zu können.

Egal ob Methode oder Tool. Wenn Du etwas Neues ausprobieren möchtest ist das natürlich richtig und wichtig, keine Frage. Aber ehe Du es an Deinem Klienten ausprobierst, solltest Du Dir jemanden suchen mit dem Du es testen kannst. So merkst Du schnell, ob Du das Tool verstanden hast, denn dann kannst Du es erklären. Außerdem stellst Du schnell fest ob es den gewünschten Zweck erfüllt und ob es auch für Deinen „Klienten“ nachvollziehbar ist.

Übersicht über Coaching-Verfahren und Coaching-Methoden

Coaching-Methoden Überblick


 

Spezialist oder Allrounder?

Weiterhin stellt sich noch die Frage: Wie viele Coaching-Methoden oder Tools brauchst Du eigentlich um ein professioneller Coach zu sein? Fünf, zehn oder dreißig? Ist die Anzahl entscheidend? Und was ist wichtiger? Dass Du Dich auf ein Verfahren spezialisierst oder dass Du Dich in unterschiedlichen Verfahren auskennst?

So wichtig ich Spezialisierung in vielen Bereichen finde, so wichtig finde ich die Methodenvielfalt im Coaching. Kennst Du Dich in unterschiedlichen Verfahren und den daraus entstandenen Methoden aus, kannst Du viel flexibler auf Deine Klienten und ihr Anliegen eingehen. Schließlich macht es Sinn eine Methode dem Klienten anzupassen und nicht den Klienten der Methode ;-).

Darüber hinaus halte ich es für wichtig, dass Du im Coaching Deine Persönlichkeit zeigst. Davon und von Deiner Beziehung zu Deinem Klienten lebt der gesamte Coachingprozess. Wenn Euer Verhältnis nicht stimmt, kannst Du so viele Methoden kennen und anwenden wie Du willst. Es wird nichts nützen. Dein Klient kann nur dann eine emotionale Beteiligung zeigen, und die ist ja bekanntermaßen entscheidend für den Erfolg des Coachings, wenn sich eine Vertrauensbasis entwickeln konnte.

Das heißt, sich in Methoden auszukennen ist auf jeden Fall wichtig. Aber genauso wichtig, wenn nicht am Ende wichtiger, ist Deine Persönlichkeit. Deshalb halte ich es für wirklich entscheidend um als Coach auf Dauer erfolgreich sein zu können, sich ständig persönlich weiter zu entwickeln.

Wie wichtig ist Dir die Persönlichkeit als Coach? Oder bist Du der Meinung ein gut gefüllter Methodenkoffer reicht aus? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

Donnerstag, 05 Februar 2015 20:21

Warum tun wir was wir tun?

 

 

Das „Warum?“ hinter dem ICK-Institut für Coaching & Kompetenz von Christiane Richter und Peter Reitz

Die Idee von Gordon Schönwälder http://podcast-helden.de/einladung-zur-blogparade-erzaehl-uns-deine-unternehmens-story/ hat uns echt begeistert. Gerade in unserer Branche wird viel von Selbstreflektion gesprochen. Darum wollen wir diese Idee zum Anlass nehmen und darüber berichten, warum wir tun was wir tun.

Peter und ich haben uns während unserer Coaching-Ausbildung vor acht Jahren kennengelernt. Seitdem ist viel Zeit vergangen in der jeder seine eigene Praxis, sprich sein eigenes Business aufgebaut und verwirklicht hat. Beide haben wir unsere Schwerpunkte gefunden, in denen wir uns, so wie es in der Branche üblich sein sollte, regelmäßig weiterbilden. Peter hat eine Ausbildung zum systemischen Berater absolviert und ich habe eine Ausbildung zur Hypnosetherapeutin gemacht.

Wir hatten in dieser Zeit regelmäßig Kontakt und haben uns fachlich ausgetauscht. Irgendwann, nach vielen Telefonaten und Mails wollten wir unser geballtes Wissen aus unserer Coaching- und Trainingserfahrung bündeln und gründeten 2013 das ICK Institut für Coaching & Kompetenz. Nach vielen Jahren der Coachingtätigkeit und noch längeren Jahren als Trainer, geben wir unsere Erfahrungen gerne in Form einer Ausbildung zum Personal-/Businesscoach weiter.

Die Vermittlung von Kompetenzen in Theorie und Praxis ist unsere Leidenschaft und fordert uns immer wieder neu heraus. Als großes Plus sehen wir dabei unsere eigene Erfahrung im Aufbau der Selbstständigkeit als freiberuflicher Coach. Ein Schritt, vor dem wir selbst vor vielen Jahren standen. So können wir die Dinge weitergeben, die aus unserer Erfahrung wirklich funktionieren!

Doch warum?

Als Coach unterstützen wir Menschen, ihren eigenen Weg zu gehen, Krisen zu überwinden oder Entscheidungen zu treffen. Andere möchten sich von Erwartungen, die an sie gestellt werden lösen um zu ihrem eigenen Kern zurück zu finden. Wieder andere wachsen in eine neue Aufgabe hinein, z. B. als Führungskraft, oder sie sind schon „High-Performer“ und möchten noch besser werden. Es ist schön zu sehen, wie Menschen sich entwickeln und wir als Coach dazu einen Beitrag leisten konnten.

Zurück zur Lehrtätigkeit: Die Arbeit mit den Teilnehmern der Coachingausbildung macht uns unglaublichen Spaß, da wir diese bei ihrer beruflichen, aber auch persönlichen Entwicklung unterstützen können. Es sind Menschen, die eine eigene Dienstleistung anbieten möchten, bei der sie ihre Klienten wiederum bei der Lösung eines Problems oder in der Entscheidungsfindung unterstützen möchten.

Da während eines Coachingprozesses der Coach als Person mit all seinen Lebenserfahrungen und Wertvorstellungen immer „mit dabei“ ist, macht insbesondere die persönliche Weiterentwicklung der „jungen Coaches“ die Qualität der späteren Arbeit aus.

Das klingt oft so einfach. Nach dem Motto: „Das kann doch jeder.“ Doch dabei ist es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die einen sehr fordern kann. Stellt Euch nur mal vor, Ihr würdet ein Gespräch mit einem Klienten über 1,5 Stunden führen, bei dem es um Karriereentwicklung geht. Ihr seid natürlich permanent aufmerksam und mit allen Sinnen präsent. Ihr unterstützt ihn, motiviert ihn, bringt ihn durch intensives Fragen zu kritischer Reflektion, zum Nachdenken oder Umdenken, vielleicht zum lachen, vielleicht zum weinen. Ihr freut euch mit Ihm, wenn er in seinem Anliegen weiterkommt und feiert kleine und große Erfolge.

Wenn dieser Klient Eure Praxis oder Büroverlassen hat, macht ihr Euch Notizen und ein kurze Pause und dann kommt der Nächste und dann der Nächste. Ihr könnt Euch jetzt sicher vorstellen, dass es wichtig ist, dass man als Coach gut auf sich selber achten muss, um sich nicht zu überfordern. Dies unseren Teilnehmern mit auf den Weg zu geben ist uns ebenfalls sehr wichtig. Deswegen steht ganz am Anfang der Satz –Sorge für Dich selber - Nur wenn es einem selber gut geht, kann man auch für andere da sein. Nicht vergessen sollte man, dass ein Coach einen großen Vertrauensvorschuss von seinen Klienten bekommt, dem man auch gerecht werden möchte und sollte.

Neben der Arbeit mit den Teilnehmern motiviert uns aber auch das „Drumherum“.

Wir können unsere Ausbildung so konzipieren, wie wir es für richtig halten. Wir machen es genauso, wie wir es uns vorstellen und können dadurch unsere eigenen Ideen verwirklichen. Das heißt, wir haben die Möglichkeit, alles eigenverantwortlich durchzuführen. Wir bekommen sofort Feedback ob etwas funktioniert oder nicht. Das Schöne ist, das wir zu zweit sind. Obwohl Peter mit seiner Familie in der Nähe von Frankfurt wohnt und ich mit meinem Mann in Berlin, sind wir stets über E-Mail bzw. Skype „verdrahtet“. Es macht einfach viel mehr Spaß ein Unternehmen zu zweit zu führen. Jeder bringt neue Ideen ein, die vom anderen wohlwollend aber kritisch unter die Lupe genommen werden. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für unser Institut. Wir initiieren gemeinsam Projekte und ziehen sie gemeinsam durch, so ist auch die Verantwortung auf zwei Schultern verteilt.

Uns ist es wichtig, dass unsere Ausbildung bodenständig bleibt. Wir geben unseren Teilnehmern die Möglichkeit zu erkennen, dass es wichtig ist sich zunächst selber kennen zu lernen, sich selbst und seine Handlung zu reflektieren. Wir möchten unseren angehenden Coaches vermitteln, wie wichtig die Beziehung zu ihren Klienten ist und dass Methodenwissen wichtig aber nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Was nützt es, wenn ich viele tolle Methoden kenne, sie aber nicht zur Anwendung bringen kann, da ich mit meinen Klienten nicht in Kontakt komme. Beziehungsaufbau verstehen und leben. Wenn wir das vermitteln können, haben wir eine ganze Mange erreicht.

Uns ist es wichtig, dass unsere Teilnehmer Ihren eigenen Coachingstil entwickeln können, deshalb bieten wir Ihnen viel Gelegenheit zum Üben. Jeder hat seine Vorlieben und Schwerpunkte, für jeden gibt es eine Nische. Diese gilt es herauszuarbeiten und sich entsprechend zu positionieren. Dabei möchten wir sie unterstützen.

Dies alles motiviert uns das zu tun was wir tun. Sicherlich haben wir noch das eine oder andere vergessen, doch das „Warum“ ist jetzt schon länger geworden, als eigentlich gedacht. Aber während des Schreibens sind uns dann doch noch viele Dinge eingefallen, die uns bei unserer gemeinsamen Arbeit wichtig sind.

Wann hast Du zuletzt darüber nachgedacht warum Du tust was Du tust?

Wir freuen wir uns über Deinen Kommentar.

Dienstag, 11 Juni 2013 06:26

Coaching-Methoden 2

Coaching-Methoden Teil 2

Psychodrama

Wie ich in meinem letzten Beitrag angekündigt habe, möchte ich heute die Serie „Coaching-Methoden“ mit dem Psychodrama fortführen.

Herkunft/Ursprung

Entwickelt wurde das Psychodrama von dem österreichischen Arzt Jacob Levy Moreno (1890 – 1974). Sein Ziel war es, einen praxisorientierten Kontrapunkt zur Psychoanalyse Siegmund Freuds zu schaffen, die ihm zu theoretisch erschien. Die von ihm entwickelte Methode, erlaubt es dem Klienten in einem "Schauspiel", in einer Gruppen- oder Einzelsitzung, seine wahren Bedürfnisse und Werte zu erkennen und sich neue, für ihn stimmige, Handlungsalternativen zu erarbeiten.

Im Laufe der Zeit hat das Psychodrama neben der Psychotherapie auch Einzug in Coaching und Beratung genommen und wird hier in unterschiedlichen Formen angewendet.

Montag, 22 April 2013 11:27

Coaching-Richtung und Schulen

Was braucht ein guter Coach?

Wer sich die Coaching-Ausbildungen von Anbietern ansieht, scheint von einer Flut von verschiedenen Verfahren und Coaching-Schulen konfrontiert.

Da gibt es Humanistische Ansätze, Integrales Coaching, NLP, Hypnocoaching, Transaktionsanalyse, Psychodrama, systemisches Coaching, kognitive Ansätze, Schemacoaching, und viele mehr. Hierbei ist nicht wichtig, dass der Coach sich für eine bestimmte Richtung oder Schule entscheidet. Die Theorien hinter den Schulen füllen dicke Bücher und es gibt eine Vielzahl von Literatur dazu. Natürlich ist eine gewisse Methodenvielfalt wichtig. Doch noch wichtiger ist, dass der (angehende) Coach über grundlegende persönliche Kompetenzen verfügt, um verantwortungsvoll mit Klienten arbeiten zu können.

Aus meiner Erfahrung sollte jeder Coach über folgende Fähigkeiten verfügen:

  • eine fundierte Ausbildung mit hohem Selbsterfahrungsanteil
  • exzellente Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit
  • Umsetzung von gelungener Kommunikation und Herstellen von tragfähiger und vertrauensvoller Beziehung zwischen Coach und Klient in der Praxis
  • Verständnis, dass diese Basis ein maßgeblicher Wirkfaktor ist für die weitere Arbeit mit Interventionen aus Coaching und Beratung
  • Psychologisches Grundwissen über Grundbedürfnisse des Menschen
  • Wirkweise von Interventionen und den gezielten Einsatz, passend zum Klient und zur Zielerreichung
  • Offen sein für die „Welt" (Annahmen, Weltbild, Ziele, etc.) des Klienten
  • Entwicklung einer Haltung im Coaching und Entwicklung der eigenen Persönlichkeit

In unserer Ausbildung zum Personal-/Businesscoach sind es gerade die genannten Punkte, auf die wir besonderen Wert legen.

Montag, 11 März 2013 23:41

Wie Coaching wirkt - Teil I

Beziehungsgestaltung und "Carl Rogers"

Die Basis jedes Coachings ist die vertrauensvolle Beziehungsgestaltung zwischen Coach und Klient. Hierbei sind Offenheit und emotionale Unterstützung durch den Coach unumänglich. Das heißt weiterhin, dass die „Chemie" stimmen muss, damit sich der Coach auf sein Gegenüber einstellen kann.

Als theoretisches Konzept hinter der Beziehungsgestaltung im Coaching steht der personenzentrierte Ansatz von Carl Rogers. Er gehört zu den bekanntesten, empirisch fundierten Theorien, die als eigenständiges Konzept der Psychotherapie auf die Coaching-Arbeit übertragen wurde. Psychotherapie und Coaching bestehen hier lediglich aus unterschiedlichen Zielsetzungen: In der Therapie soll der Patient Besserung seiner Leiden oder Beschwerden erreichen, im Coaching geht es um die Entwicklung von Entscheidungskompetenz und Klärung von Handlungsalternativen für den Kunden. Rogers gibt hier drei Grundprinzipien an, die der erfolgreichen Arbeit dienlich sind. Der Coach soll hierbei dem Kunden folgende Haltung entgegenbringen:

1) Positive, bedingungslose Wertschätzung und Akzeptanz des Klienten und seiner Erzählungen
2) Empathie, als einfühlendes Verstehen in die Lebenswelt des Klienten
3) Echtheit und Kongruenz, d.h. der Therapeut/Berater/Coach erscheint als „echter Mensch" in der Arbeit, sein Verhalten ist authentisch.

Dadurch, dass wir als Coaches nach diesen Prinzipien arbeiten, legen wir den Grundstein dafür, dass der Klient sich öffnen kann und sich durch den Coach angenommen und akzeptiert fühlt. Dies ist die Grundlage für alle weiteren Interventionen des Coaches, die der Zielklärung, Problemaktualisierung und Ressourcenaktivierung dienen.

  • Telefon: 04371 - 60 39 002
  • Telefon: 01525-39 49 994