5 Anfängerfehler als Coach, in die Du bitte nicht tappst.

Als Coaching-Neuling bist Du bestimmt top motiviert, Klienten bei der Hilfe von Problemen oder Belastungen zu unterstützen. Trotz einer soliden Ausbildung können in der Praxis Risiken und Fehler auftreten, vor denen niemand gefeit ist. In dem Artikel möchte ich Dir typische Anfängerfehler aufzeigen und gleich einen möglichen Lösungsansatz mitlie-fern.

Anfängerfehler 1 im Coaching:

Der Klient hat falsche oder zu hohe Erwartungen an das Coaching mit Dir.

Lösung:

Dieser Punkt kann insbesondere am Beginn Deiner Tätigkeit herausfordernd sein. Vielleicht bist Du unsicher, was Du als Coach leisten kannst oder „musst“. In einer guten Coaching-Ausbildung solltest Du allerdings gelernt haben, dass eine saubere Auftragsklärung bereits der halbe Coaching-Prozess ist. Du solltest also im Erstgespräch (z. B. am Telefon) schon realistisch die Möglichkeiten benennen, die ausgehend vom Anliegen des Klienten im Coaching leistbar und realistisch sind. Hierbei solltest Du auch darauf achten, dass kleine Ziele die Wahrscheinlichkeit der Erreichung wesentlich steigern, und damit auch die Selbstkompetenz des Klienten stärken. Wichtig ist, Deine Rolle als „Prozesshelfer“ zu definieren und auch zu kommunizieren. Hier ist auch Vorsicht geboten, denn der Coach könnte durch unrealistische Erwartungen des Klienten wie „Ich weiß, Sie als Coach können mir da auf jeden Fall weiterhelfen“, sich auf ein Podest gestellt sehen. Solche Glorifizierungen sollte der Coach immer selbstkritisch sehen.

Anfängerfehler 2 im Coaching:

Der Coach wird zum Allheilmittel in allen Lebenslagen

Lösung:

Das kann verführerisch sein; ist auch der Coach „wirtschaftlichen Zwängen“ ausgesetzt und freut sich über eine gebuchte Beratungsstunde. Um eine Unabhängigkeit vom „reinen Coaching“ zu gewährleisten, halten wir grundsätzliche eine „Mischkalulation“, wie sie in der Praxis oft vorkommt für sinnvoll. Viele Coaches arbeiten demnach auch im Trainingsbereich und umgekehrt. Weiterhin halten wir eine Haltung gegenüber dem Coach im Sinne von „Was kann ich tun, damit Sie mich so schnell als möglich nicht mehr brauchen“, für sinnvoll und ethisch verantwortbar. Im Kern ist Coaching eine Hilfe zur Selbsthilfe und Dein Klient sollte wichtige Kompetenzen auch in andere Lebensbereiche transferieren können.

Anfängerfehler 3 im Coaching:

Der Coach nutzt die Arbeit mit Klienten, um eigene unerfüllte Wünsche zu befriedigen

Lösung:

Wie in anderen helfenden Berufen steht hinter jedem Coach auch ein Mensch mit wichtigen Bedürfnissen und Wünschen. Fahrlässig handelt der Coach, wenn er die Coaching-Arbeit zur Kompensation eigener unerfüllter Wünsche nutzt oder sich an den Problemen oder gar dem Leid von belasteten Menschen „ergötzt“. Entsprechende Selbsterfahrung und auch die Kenntnis eigener „Strickmuster“ sollte in einer Coaching-Ausbildung und auch danach selbstverständlich sein. Strenggenommen ist das ein nie endender Prozess, da das reale Leben auch Entwicklungskrisen und Lebensübergänge für den Coach bereithält.

Anfängerfehler 4 im Coaching:

Der Coach gibt seine Neutralität auf

Lösung:

Das kann insbesondere dann passieren, wenn eine prozessorientierte Beratungshaltung nicht oder ungenügend ausgebildet ist. Nur zu gerne laden Klienten, oft implizit, den Coach ein, seine persönliche Meinung und seinen geschätzten Rat kundzutun. Hier sollte der Coach seine eigenen Kommunikationsmuster und auch sein eigenes Wertesystem gut kennen und auch immer wieder hinterfragen.

Anfängerfehler 5 im Coaching:

Der Coach wird Opfer von „Therapeutenfutter“

Lösung:

Insbesondere in der Kindheit werden häufig die „größten Probleme des Menschen“ vermutet. Allzu leicht kann die Versuchung bestehen, bei den „Kindheitsthemen“ die der Klient anspricht in die Tiefe zu gehen. Klar ist: Jeder Mensch hat (auch der Coach!) Themen aus der Kindheit die ihn auf irgendeine Weise, in positiver oder negativer, geprägt und beeinflusst haben. Falls diese Themen relevant sind für das Coaching-Anliegen kann ein Vertiefen durchaus Sinn machen. Falsch wäre, wenn der Coach hierauf „einsteigt“ und nicht das Ziel bzw. den Auftrag des Klienten im Coaching im Blick hat.

In diesem Artikel wollte ich Dir zeigen, welche „Tücken“ oftmals ganz einfach geglaubte Situationen im Coaching haben können. Unabdingbar für Deine professionelle Arbeit als Coach sind Deine Haltung gegenüber dem Klienten, Selbsterfahrung und auch die Kenntnis über das „Strickmuster“ der eigenen Person. In diesem Sinne, wünsche ich Dir viele gute Erfahrungen und den Wunsch, Dich in Deinen Fähigkeiten immer weiter zu qualifizieren und weiter lernen zu wollen.

Montag, 22 April 2013 11:27

Coaching-Richtung und Schulen

Was braucht ein guter Coach?

Wer sich die Coaching-Ausbildungen von Anbietern ansieht, scheint von einer Flut von verschiedenen Verfahren und Coaching-Schulen konfrontiert.

Da gibt es Humanistische Ansätze, Integrales Coaching, NLP, Hypnocoaching, Transaktionsanalyse, Psychodrama, systemisches Coaching, kognitive Ansätze, Schemacoaching, und viele mehr. Hierbei ist nicht wichtig, dass der Coach sich für eine bestimmte Richtung oder Schule entscheidet. Die Theorien hinter den Schulen füllen dicke Bücher und es gibt eine Vielzahl von Literatur dazu. Natürlich ist eine gewisse Methodenvielfalt wichtig. Doch noch wichtiger ist, dass der (angehende) Coach über grundlegende persönliche Kompetenzen verfügt, um verantwortungsvoll mit Klienten arbeiten zu können.

Aus meiner Erfahrung sollte jeder Coach über folgende Fähigkeiten verfügen:

  • eine fundierte Ausbildung mit hohem Selbsterfahrungsanteil
  • exzellente Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit
  • Umsetzung von gelungener Kommunikation und Herstellen von tragfähiger und vertrauensvoller Beziehung zwischen Coach und Klient in der Praxis
  • Verständnis, dass diese Basis ein maßgeblicher Wirkfaktor ist für die weitere Arbeit mit Interventionen aus Coaching und Beratung
  • Psychologisches Grundwissen über Grundbedürfnisse des Menschen
  • Wirkweise von Interventionen und den gezielten Einsatz, passend zum Klient und zur Zielerreichung
  • Offen sein für die „Welt" (Annahmen, Weltbild, Ziele, etc.) des Klienten
  • Entwicklung einer Haltung im Coaching und Entwicklung der eigenen Persönlichkeit

In unserer Ausbildung zum Personal-/Businesscoach sind es gerade die genannten Punkte, auf die wir besonderen Wert legen.

  • Telefon: 030 - 71 53 82 83
  • Telefon: 06051 - 47 01 20