Die Kunst erfolgreichen und nachhaltigen Coachings ist es, den Klienten im Coachingprozess mit etwas Wichtigem, vielleicht im Moment Verschütteten bzw. nicht Greifbaren in Kontakt zu bringen, seinen Ressourcen! Da Coaching ein prozessorientiertes „Beratungsformat“ ist, können wir die Anliegen insofern begleiten, dass wir wichtige Ressourcen aktivieren, damit unsere Kunden bzw. Klienten im Moment anstehende Probleme, Entscheidungen etc. selbst lösen können oder in ihrer Zielerreichung weitere, selbstständige Schritte einleiten oder gehen können. Um in ein Bild einzutauchen: Als Coach bist Du ein Navigator, der bei trübem Wetter oder unklarer Sicht Hilfestellung bietet und zwar solange, bis sich der Nebel aufgelöst hat und die Sicht wieder klar(er) ist. Als geschulter Coach bist Du sicherlich „Ressourcenfachmann“. Was aber tun, wenn der Klient auf kein „Angebot“ in punkto Ressourcenaktivierung von Dir eingehen möchte? Im folgenden Artikel möchte ich Dir zeigen, welche „Fallstricke“ im Coaching lauern können und wie du diese umgehen kannst.

Aller Anfang ist Kontakt - Deine Hausaufgaben als Coach

Ein wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste Baustein für Dich als Coach ist, eine vertrauensvolle Basis herzustellen. Diese braucht neben klientzentrierter Beratungshaltung ganz einfach Zeit und auch Geduld. Hier entscheidet sich oft, ob es dem Coach gelingt für „guten und belastbaren“ Kontakt zu sorgen. Belastbar in dem Sinne, dass auch schwere Themen von beiden Seiten ausgehalten werden können. Oftmals wird übersehen, dass Dein Werteverständnis auch Deine Arbeit als Coach mitbeeinflusst. Da wir immer auch „Teil des Coachingprozesses“ sind, kommt der Wirkung unserer Person ein nicht zu unterschätzender Anteil zu. Untrennbar hängen eigene Werte auch mit Glaubenssätzen zusammen. Ein solcher könnte lauten: Ich muss meinen Klienten möglichst schnell zur Zielerreichung hinführen, sonst ist er mit dem Coaching unzufrieden und ich hab womöglich einen schlechten Job gemacht. Aber ist Dir bzw. dem Klienten das Ziel auch wirklich „sonnenklar“?

Saubere Auftragsklärung verhindert „Schiffbruch“ im Coaching

Vielleicht hat Dein Klient verschiedene Anliegen, die in dem Moment wichtig sein können. Möglicherweise ist er auch in einem krisenhaften Erleben und steuert tatsächlich „auf Sicht“ und benötigt Dich als Leuchtturm. Der bildliche Vergleich passt gut zu der Aussage: Manchmal ist das Ziel noch nicht so klar erkennbar, weil der Nebel zu dicht ist. Bucht ein Klient Dich für eine Sitzung, ist oftmals noch gar nicht genau abzusehen, wohin die „Reise“ geht. So kann es unter Umständen eine ganze Sitzung dauern, bis der Klient sein Anliegen schlüssig formulieren kann. Hat der Klient sein Anliegen formuliert, hast Du auf jeden Fall schon eine wichtige „Pflicht“ erfüllt. Jetzt kommt aber die „Kür“, nämlich:

Welchen Auftrag formulierst Du nun für Dich daraus?

Ein Beispiel aus der Coachingpraxis:
Die 42-jährige Klientin kommt zu Dir ins Coaching, da sie mehr und mehr gefrustet ist von ihrer jetzigen Arbeit. Sie hat im Moment einen ziemlich hohen „Stresspegel“, wie sie wörtlich sagt. Mit einer Kollegin erlebt sie im Moment ziemliches „rumgezicke“, jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und vergifte das Klima im Büro. Dazu kommt, dass sie im Moment in einem Projekt eingebunden ist, das sehr hohe Zeitressourcen von ihr beansprucht und sie dafür viele Überstunden macht. Das Projekt sei aber wichtig für ihre weitere Karriere in der Firma, so ihre Aussage. Die Klientin spricht im Coaching von vielen Anliegen. Auf Nachfrage von Dir, welches das wichtigste sei sagte sie dass sie lernen möchte, ihren Stresspegel zu senken. Sie würde eine Verbesserung daran merken, dass sie nicht auf jeden „Mist“ ihrer Kollegin einsteigen würde. Das wäre bereits eine große Entlastung.

Was hat die Auftragsklärung mit der besagten „Ressourcenseite“ im Coaching zu tun?

An der Stelle ist es nun wichtig, für Dich aus dem genannten Anliegen einen Auftrag zu generieren, der für Dich leistbar ist und welcher der Klientin hilft, ihr Anliegen zu bearbeiten. Folgenden Auftrag bietest Du an: Ich könnte Ihnen helfen, Ihr Kommunikationsverhalten zu reflektieren und zu schauen, welches Verhalten bzw. welche „Muster“ dazu führen, dass die Kommunikation mit Ihrer Kollegin eskaliert. Ich würde Ihnen zeigen, wie Sie diese „Muster“ unterbrechen könnten. Zurück zum Ausgangsthema: Ein ressourcenorientierter Auftrag impliziert bereits, dass die oben genannte Klientin etwas an ihrem Verhalten verändern möchte und darauf Einfluss nehmen kann. Hier kann bereits ein wichtiges „Priming“ entstehen. Damit gemeint ist eine Vorbereitung, um auf die „Ressourcenseite“ der Klientin umzuschwenken und natürlich auch um Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln.

Vom Problemraum zum Lösungsraum im Coaching - ein schmaler Grat?

Im systemischen Coaching nutzen wir eine schöne Metapher. Hier sprechen wir vom "Problemraum" und "Lösungsraum". In Ersterem exploriert der Klient seinen momentanen Ist-Zustand, spricht über das was ihn stört oder ihm einfach Probleme bereitet. Auf der Lösungsebene schauen wir, was der Klient möchte und wie er dies mit Hilfe seiner Ressourcen erreichen kann. Hierbei können wir zwischen internen und externen Ressourcen unterscheiden. Als interne Ressourcen bezeichen wir diejenigen, die der Klient selbst in sich trägt. Das kann eine Kompetenz sein, Wissen, Fähigkeiten, durchschrittene Krisen, Erfahrungen uvm. Externe Ressourcen sind solche, die der Klient von „Außen“ bekommt. So ist bereits das Inanspruchnehmen des Coachings eine externe Ressource. Gerne möchte man den Klienten möglichst schnell in den „Lösungsraum“ bringen, dass dieser umgehend sein Problem bzw. Anliegen lösen kann. Dieser Anspruch kann aber selbst „zum Problem“ werden, wenn der „Schwenk“ zu schnell erfolgt und das Problem oder der momentane Leidensdruck mit allem was für den Klienten in der Situation wichtig ist nicht oder zu wenig gesehen oder gewürdigt wird. Es wäre nicht das erste Coaching, welches „misslingt“, da der Coach zu schnell auf die Lösungsebene wechseln möchte und der Klient einfach (noch) nicht bereit dazu ist.

Immer diese „Klienten“…

Solltest Du den Eindruck haben, dass der Klient sich im Problemraum ganz wohl fühlt und eher „noch nicht“ in den Lösungsraum wechseln möchte, könntest Du auch eine ganz neue Perspektive entwerfen. Vielleicht hat das Problem auch im Moment viele gute Seiten, die man mit einer „Lösung“ möglicherweise aufgeben müsste. Manchmal sind diese Dinge auch unbewusst oder gar nicht präsent. Solltest Du diesen Eindruck haben, könnte ein echter „Rettungsanker“ für Coach und Klient diese Frage sein:

Was wären gute Gründe, dass das Problem im Moment „noch nicht“ gelöst ist?

Im besten Falle löst Du damit Suchprozesse aus und Dein Klient kann schonmal den „großen Zeh“ in das „neue Fahrwasser“ halten. Vielleicht merkt er aber auch, dass ihm das Wasser noch etwas kalt ist. Möglicherweise braucht er aber noch eine „Schwimmweste“ (z.B. in Form von Hilfen von Dir), damit er sich in das Unbekannte wagen kann. Es könnte aber auch sein, dass er einen „Kopfsprung“ macht und sich überraschen lässt von dem, was da kommt. Menschen haben immer gute Gründe, sich genauso zu verhalten wie sie es tun. Wir Coaches können und dürfen neugierig sein. Vielleicht ist das angesprochene Problem des Coaches auch eine Lösung? Ja, für was eigentlich? ;-) Somit hast du gleich mindestens zwei Anker zur Verfügung: Ressourcenorientierte Auftragsklärung und die „noch-nicht“ Frage.

Coaching oder PsychotherapieGroße Verunsicherung von Seiten des Coaches kann entstehen, wenn Klienten im Coaching von zurückliegender, psychischer Erkrankung sprechen. Ist die psychische Erkrankung vielleicht wiedergekommen? Kann ich hier trotzdem ein kompetenter Coach sein? Was ist, wenn das aktuelle Coaching-Anliegen auch eine psychische Erkrankung ist oder damit irgendwie im Zusammenhang steht? In diesem Artikel möchte ich Dir helfen, klarere Grenzen für den Umgang mit den genannten Fragestellungen zu ziehen.

Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Psychotherapie?

Wo hört Coaching auf, wo fängt Therapie bzw. Psychotherapie an? Wie kann ich als Coach Sicherheit bekommen? Diese Fragen wurden auch in unserer Coaching-Ausbildung schon mehrfach gestellt. Als Hilfe soll diese Unterscheidung dienen: Coaching ist die Arbeit mit prinzipiell psychisch gesunden Menschen, die aktuell in einer Konflikt- oder Krisensituation (z.B. vor wichtigen Entscheidungen) Orientierung suchen. Von psychischer Erkrankung sprechen wir, wenn Leiden mit Krankheitswert zu verzeichnen sind. Krankheitswert definiert sich nach gültigem Standard nach der ICD-10, der sogenannten internationalen Klassifikation der (psychischen) Störungen. Als „medizinischer“ Laie ist es aber unmöglich, nun diesen ganzen „Störungskatalog“ im Hinterkopf zu haben.

Beispiele für psychische Störungen im Coaching

Hinweise auf psychische Störungen können nur zu einem sehr kleinen Teil an der äußeren Erscheinung festgemacht werden. Vor allem im Gespräch sollten bestimmte Hinweise auf psychische Erkrankungen erkannt werden können.

Hilfreiche Hinweise können sein:

  • Berichtet der Klient, dass ihm alles sehr schwer falle und ihm Dinge die er gerne getan hat nun keine Freude mehr machen?
  • Klagt er über schlechten Schlaf oder mangelnden Appetit?
  • Äußert er, dass er seit einigen Wochen unter „gedrückter Stimmung“ leide?
  • Spricht er möglicherweise Sätze wie „Alles macht keinen Sinn“, „ohne mich ginge es allen besser“ oder „ich bin anderen nur eine Last“?

Diese Hinweise könnten auf eine depressive Verstimmung oder depressive Episode hinweisen. Im letzten Punkt könnte auch eine suizidale Einengung vorliegen. Das heißt: Der Klient deutet Suizidgedanken an. Solche Hinweise sollten sehr ernst genommen werden und der Klient sollte motiviert werden, sich in diesem Falle einer ärztlichen Abklärung zu unterziehen. Depressive Störungen können bzw. könnten vielerlei Ursachen haben. Es gab auch schon Fälle, in denen Klienten von Ereignissen (z.B. Tod eines Angehörigen, Arbeitslosigkeit oder ähnliches) berichten, die erst wenige Wochen her sind. Manchmal können solche Situationen bzw. Ereignisse Auslöser für Krisen sein und eine sogenannte „reaktive psychische Störung“ kann vorliegen. Hiermit gemeint ist eine Reaktion aufgrund eines „Verlustes“ oder eines „außergewöhnlichen“ Ereignisses.

Ein anderer Fall: Die Klientin berichtet außergewöhnlich viel von Ängsten, die mehrere Lebensbereiche betreffen. Sie hat Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Außerdem bereitet ihr Sorge, ihr Mann oder ihre Kinder könnten ernsthaft erkranken. Dazu kommt, dass sie selbst das Gefühl hat, immer unsicherer zu werden und dass dies auch ihre Lebensfreude und ihr Lebensgefühl sehr beeinträchtige. Diese Anzeichen können einen Hinweis geben auf eine „generalisierte Angststörung“, die in fachkundige Abklärung und Behandlung gehört.

Kann ein Coach auch bei psychischen Störungen helfen?

Ein klares JA! Allerdings sollte die psychische Störung durch entsprechende, kompetente Hilfe (zum Beispiel mit Psychotherapie) durch eine Fachperson behandelt werden. Die Aufgabe eines Coaches beim Verdacht auf eine psychische Störung könnte darin liegen, den Klienten zu motivieren sich entsprechende ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe zu suchen. Idealerweise kann der Coach hierbei behilflich sein, in dem er in seinem Netzwerk entsprechende Fachleute empfehlen kann. Coaching kann auch parallel zu einer Behandlung durch einen Therapeuten sehr gute Dienste leisten. So ist es in meiner Coachingpraxis schon vorgekommen, dass es neben der therapeutischen Begleitung auch ein Coaching-Anliegen gab. Aber: Therapie ist kein Coaching und ein Therapeut auch kein Coach, das muss klar gesagt werden. Das gleiche gilt übrigens auch umgekehrt: Ein Coach ist per Definition kein Therapeut. So ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass Klienten für die biografische Aufarbeitung von Vergangenem therapeutische Hilfe in Anspruch nahmen und zusätzlich bei mir ein Coaching buchten für aktuelle berufliche Weichenstellung. Wichtig ist, und das soll noch einmal deutlich werden, dass mögliche therapeutische Anliegen von Fachpersonal behandelt werden müssen.

Sicherheit im Grenzbereich: Zulassung als Heilpraktiker (Psychotherapie) für den Coach

Vielleicht hast Du beim Lesen des Artikels oder bereits in Deiner Praxis bemerkt, dass die Abgrenzung zwischen der Tätigkeit eines Coaches und der eines Therapeuten fließend sein kann. Insbesondere in Krisensituationen sind bestimmte Reaktionen einer normalen Konfliktverarbeitung zuzuschreiben, die man anderorts auch als „pathologisch diagnostizierbar“ beschreiben könnte. Um im Grenzbereich von Coaching und Therapie sicher bewerten und entscheiden zu können, halten wir die Zulassung als Heilpraktiker (Psychotherapie) für hilfreich und sinnvoll. Du erhältst dadurch profundes Wissen welches Dir hilft, bessere Abgrenzungen zu ziehen und ganz einfach professioneller zu handeln. Darüber hinaus erhältst Du Rechtssicherheit, um auch in Grenzbereichen arbeiten zu können. Außerdem kannst Du die Formate Psychotherapie und Coaching noch besser einordnen und bei entsprechendem fachlichem Background, wäre somit auch die Durchführbarkeit einer psychotherapeutischen Behandlung durch Dich möglich.

Donnerstag, 09 März 2017 10:16

Coaching verkaufen - So geht`s

Verkaufsargumente für Coaching

Höher – schneller - weiter – Coaching kann`s!

Coaching macht aus Führungskräften bessere Menschen – Mit Coaching wird jeder Konflikt zum Kinderspiel - Mitarbeiter lassen sich durch Coaching zu Höchstleistungen motivieren. Wow, eine echte Wunderwaffe, mit der man alles aus dem Hut zaubern kann, könnte man meinen!

Es ranken viele Gerüchte und Mythen um Coaching. Heute möchte ich Dir erklären, was Coaching wirklich kann und welche wissenschaftlichen Belege es dafür gibt. Mit diesen Argumenten kannst Du bei Deinem nächsten Verkaufsgespräch punkten. Denn, natürlich möchte eine Firma einen „Beweis“ dafür, dass Coaching etwas bringt und sie ihr Geld nutzbringend eingesetzen wird. Das ist nur allzu nachvollziehbar.

Welche Versprechen kann Coaching denn nun tatsächlich erfüllen? Lange gab es keine systematischen Untersuchungen und demnach auch keine nachprüfbaren Belege über die Wirksamkeit von Coaching. Dies führte dazu, dass „alles“ „irgendwie“ machbar war, zumindest wenn man auf die vielen „Marktschreier“ auf dem Gebiet gehört hat. Doch dies hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, da Coaching und seine Wirkweise gut wissenschaftlich ausgeleuchtet wurde und immer noch wird.

Hier ein paar Behauptungen aus der „Praxis:“, die wissenschaftlich untersucht wurden.

„Coaching ist ein Karriereturbo. Wenn Du aufsteigen willst, dann geh zu einem Coach, der hebt Dich auf die nächste Stufe.“

Hierbei handelt es sich um Marketinggetöse von eher fragwürdigen Anbietern. Als seriöser Anbieter kannst Du ein solches Versprechen gar nicht geben, da es bei Beförderungen viel zu viele Kriterien gibt auf die im Coaching kein Einfluss genommen werden kann.

Keine wissenschaftliche Studie belegt den Zusammenhang zwischen Karrieresprung und Coaching.

„Coaching fördert die Entwicklung der Willenskraft.“

Diese Eigenschaft, die für das berufliche Weiterkommen förderlich ist, wird durch  Coachingmaßnahmen am meisten gefördert, wie wissenschaftliche Untersuchungen (Uni-Amsterdam um Tim Theeboom) gezeigt haben. Somit hat Coaching indirekte Einflüsse auf die Karriere.

Nach einem Coaching haben Führungskräfte häufig konkretere Ziele vor Augen und besitzen klarere Strategien wie sie sie erreichen wollen. Außerdem planen sie bessere Aktionen zur Erreichung und schöpfen aus der Zielerreichung mehr Energie, die sie für die Verfolgung weiterer Ziele nutzen können.

Dr. Harald Geißler, Coaching-Forscher der Universität Hamburg, führt das darauf zurück, dass die Führungskräfte nicht nur ihre expliziten Ziele mit ins Coaching bringen sondern auch ihre impliziten Ziele. Dies sind unbewusste Ziele, deren Nichterreichung eine gewisse Unzufriedenheit mit sich bringen.

Je eindeutiger die impliziten Ziele herausgearbeitet werden, umso klarer wird der Führungskraft was sie wirklich will, was sie im Inneren antreibt. Dass dies die Willensbildung und deren Umsetzung fördert, liegt auf der Hand.

Häufig müssen Umwege gegangen werden um die impliziten Ziele herauszuarbeiten, da diese im Unterbewusstsein liegen und nicht direkt zugänglich sind. Das braucht Zeit und ist ein Grund, warum Coaching selten schnell geht. Das heißt, die Führungskraft muss etwas Geduld mitbringen. Ergebnisse von 61 Businessstudien sprechen hier von durchschnittlich 5 – 12 Sitzungen von durchschnittlich 1 Stunde über einen Zeitraum von 3 – 10 Monaten. An dieser Stelle wäre es schön, wenn sich Hypnose auch in Führungskreisen verstärkt durchsetzen würde. Doch das ist ein anderes Thema...

„Coaching muss möglichst schnell gehen“

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Dauer des Coachings und seinem Erfolg, laut Metastudie Amsterdam. Das liegt wahrscheinlich an der unterschiedlichen Komplexität der Themen. Je konkreter das Anliegen desto kürzer das Coaching.

Wichtig ist es hier, das richtige Maß zu finden, sonst kann es kontraproduktiv sein, da die gedankliche Nähe zwischen Coach und Klient zu groß werden kann. Das System wächst quasi zu stark zusammen und entwickelt ähnliche Einstellungen zu bestimmten Themen.

Dagegen hilft: Nicht immer zur vertrauten Person gehen, sondern mit einem neuen Thema auch gerne mal den Coach wechseln. Verschiedene Coaches für verschieden Fälle, statt „ein Coach für alle Fälle“. Sowohl dem Coach als auch dem Klienten sollte klar sein, dass es sich um eine Arbeitsbeziehung handelt und die sollte es auch bleiben.

„Die Chemie zwischen Coach und Klient ist das Wichtigste überhaupt“

Eine intakte Beziehung ist für den Erfolg des Coachings wichtig. Doch ist die Chemie nicht der alles überstrahlende Erfolgsfaktor. Besonders die Art und Weise und der Wechsel zwischen verschiedenen Methoden trägt zum Erfolg eines Coachings bei. Dies jedenfalls behauptet eine Studie des Ashridge Institutes for Coaching, in der 400 Coachingbeteiligte befragt wurden.

Es gibt aber keine verbriefte wissenschaftliche Erklärung dafür. Wohl eher nach dem Motto: „Viele Körnchen Wissen ergeben eine weise Antwort.“

Je mehr Techniken ich anwende, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine treffe, mit der mein Klient besonders gut zurecht kommt. Ich bin also in der Lage unterschiedliche Lerntypen anzusprechen. Außerdem basieren viele Methoden auf bestimmten Typologien bzw. Rastern. Dadurch wird Komplexität verstehbarer und bearbeitbarer gemacht.

„Je komplexer das Thema, um so besser ist Coaching geeignet“

Prof. Dr. Harald Geißler von der UniHamburg ist überzeugt, dass es kein Weiterbildungsformat gibt, dass besser geeignet ist um sich in eine neue Rolle hineinzufinden als Coaching. Geißler stützt sich auf Studien die zeigen, dass die Selbstwirksamkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nach einem Coaching deutlich höher sind als vorher. Die Steigerung der beiden genannten Fähigkeiten ist im Mittel ähnlich hoch wie die Steigerung der Willenskraft.

„Coaching hat einen Langzeiteffekt“

Dr. Annette Christina Pannenberg lehrt an der Euro-FH Hamburg Coaching und hat einen Langzeiteffekt von Coaching, über 6 Monate hinaus, in ihrer Dissertation geliefert (2013). Sie konnte feststellen, dass die Selbstorganisation steigt und es weniger Fehlentscheidungen getroffen werden. Dies führt sie auf gewonnene Einsichten der Führungskräfte über sich selbst zurück. Da Coaching auf Selbstreflexion ausgerichtet ist, lernt der Klient auch immer etwas über sich selbst.

Die ermittelten Auswirkungen von Coaching auf das Entscheidungsverhalten ließ sie, gemeinsam mit weiteren Faktoren, in eine Kosten-Nutzen Formel einfließen. Der Nutzen überstieg die Kosten oft um mehr als 120 %.

Weitere Studien belegen laut Uwe Böning eine bessere Konfliktlösung, besserer Umgang mit Risiken, reibungsloser verlaufende Change-Pozesse, weniger Krankheitstage. Somit hat Coaching einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Dies ist keine läppische Marketingfloskel.

„Coaching kann Führung besser machen.“

Hierfür gibt es keinen unmittelbaren wissenschaftlichen Beweis. Aber deutliche Hinweise auf einen mittelbaren Zusammenhang. Zum Beispiel wird die Kluft zwischen Selbst- und Fremdbild reduziert, da der Klient stets zwei Spiegel vorgehalten bekommt. Der eine, in dem er sich selbst sieht, der andere, der Ihm zeigt, wie andere ihn sehen. So erfährt der Klient wie ihn andere wahrnehmen. Dies kann dazu führen, dass sich eine Führungskraft authentischer bzw. glaubwürdiger gegenüber den Mitarbeitern verhält. Diese beiden sind laut Führungsforschung zentral für die Mitarbeiterführung. Somit könnte man die allgemeine Verbesserung von Führungsqualitäten als willkommene Begleiterscheinung des Coaching bezeichnen.

Vielleicht hast Du jetzt ein paar Argumente in der Tasche, die Dich bei Deiner nächsten Verhandlung untersützen können. Das würde mich freuen.

Wenn Du Dich weitergehend mit dem Stand der Forschung des Coaching-Marktes beschäftigen möchtest, sei Dir das Buch, "Ergebnisse der Coaching-Forschung: Aktuelle Studien - ausgewertet für die Coaching-Praxis" von Uwe Böning empfohlen.

 

 

 

Katze im Sack

Wer sich als Coach etablieren möchte, hat es heute ungleich schwerer als noch vor 10 Jahren. Zwar hat Coaching mehr und mehr seinen Platz in der Gesellschaft gefunden, doch gibt es auch immer mehr "Wildwuchs".

So werden häufig Maßnahmen als Coaching bezeichnet, die für uns eher einer Fachberatung gleichzusetzen sind. Vielleicht hast Du bereits in unserem Buch "Jetzt werde ich Coach!" gelesen, was Coaching für uns bedeutet.  Um heute von seiner Profession gut leben zu können, ist es für die meisten Coaches von Nöten sich ein zweites, besser ein drittes Standbein aufzubauen. Durch die Vielzahl an Coaches, die sich am Markt tummeln, wird es nicht nur für uns schwerer sondern auch für unsere Kunden. Diese müssen nämlich aus der Vielzahl der Angebote jenes raussuchen, dass ihnen die bestmögliche Lösungsoption anbietet.

Doch wie können wir uns von der Masse abheben bzw. dem Kunden das Gefühl geben, dass er bei uns richtig ist? Ein Thema, dass nicht nur die Teilnehmenden unserer Coaching-Ausbildung weit über die Ausbildung hinaus begleitet.

Als Coaches verkaufen wir kein greifbares Produkt. Unsere potentiellen Kunden können unsere „Ware“ nicht anfassen, nicht testen. Es gibt auch keine Umtauschgarantie und keine Rückgabemöglichkeit. Das heißt, unsere Kunden geben uns einen riesigen Vertrauensvorschuss, wenn sie bei uns ein Coaching buchen und wir müssen ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht „die Katze im Sack“ kaufen.

Aufgrund dieser Unwägbarkeiten für den Kunden, darf es uns nicht wundern, wenn die Kaufentscheidung zögerlich ist bzw. sehr lange dauert. Doch wie können wir es anstellen, unseren Kunden möglichst umfassend das Gefühl zu geben, dass sie bei uns genau richtig sind?

Da viele unserer Kunden über unsere Website auf uns aufmerksam werden, gilt es hier alles dafür zu tun das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Doch was gehört dazu?

Die eigene Coach-Biografie

Zunächst einmal ist es wichtig die eigene Biografie zu beschreiben. Diese zeigt unsere bisherige Lebens- und Berufserfahrung und nicht selten suchen sich Klienten Coaches aus einem ähnlichem Berufsfeld, da dies eine gewisse Feldkompetenz erwarten lässt. Ich habe z. B. viele Jahre Softwaretrainings gegeben, bevor ich zusätzlich Coach wurde und nicht selten buchen mich Menschen aus dem IT-Sektor oder auch Projektmanager. Natürlich nicht ausschließlich aber eine gemeinsame Sprache kann die Kommunikation deutlich erleichtern.

Deine Coaching-Ausbildung

Aus der Biografie sollte nicht nur die Ursprungsausbildung bzw. das Studium hervorgehen, sondern auch Deine  Coaching-Ausbildung und wie lange Du schon als Coach arbeitest. In einem anderen Artikel (Link) haben wir uns schon mal mit dem Thema Zusatzausbildungen für Coaches beschäftigt und dafür plädiert nicht jedes Wochenendseminar aufzuführen. Diese Einstellung bleibt auch bestehen. Versetze Dich in die Lage potentieller Klienten und überlege Dir welche Information tatsächlich relevant ist. Interessanter als jeder einzelne Workshop ist für viele Klienten wie lange Du bereits als Coach arbeitest. Dies ist natürlich leichter zu schreiben, wenn man bereits einige Jahre Praxiserfahrung hat, als wenn man gerade angefangen hat. Hier kann es helfen Berufserfahrungen zu beschreiben, die die notwendige Feldkompetenz unterstreichen.

Dein Coaching-Thema

Die Klienten interessiert weiterhin auf welche Probleme Du Dich spezialisiert hast. Es gibt nicht den „Nur“-Coach. Ich habe mich z. B. auf die Themen Konflikte, Entscheidungen und Stressmanagement spezialisiert. Darum ranken sich natürlich viele Unterthemen wie persönliche und berufliche Neuorientierung, Führungsverhalten, Konflikte am Arbeitsplatz usw. Optimal ist es, wenn Deine Klienten auf Deiner Internetseite erkennen können welche „großen“ Probleme sie mit Deiner Hilfe lösen können. Also, konzentrier Dich auf wenige Themen und mach Dich darin fit.

Weniger wichtig ist es in aller Regel die zur Anwendung kommenden Methoden bis ins Detail zu beschreiben. Die wenigsten Klienten interessieren sich dafür bzw. kennen sich damit aus.

Deine Arbeitsweise als Coach

Wichtiger ist es Deine grundsätzliche Arbeitsweise während des Coachings zu formulieren und zwar in einer Sprache, die Deine Coaching-Interessenten anspricht. Versuche Dich sprachlich abzuheben, in dem Du die Sprache Deiner Kunden benutzt und nicht irgendwelche abgedroschenen Phrasen von anderen Webseiten übernimmst. Versuche bei allem was Du schreibst, die Perspektive Deiner Kunden anzunehmen. Sie sind es, die Du überzeugen willst und deren Vertrauen Du gewinnen möchtest. Schreibe so konkret wie möglich. Das macht Deine Vorgehensweise anschaulich.

Zeige Deinen Kunden, dass Du etwas von dem Problem-Thema verstehst. Behandle dies eingehend auf Deiner Internetseite, damit die Lesenden erkennen können, dass Du Dich intensiv mit der Thematik beschäftigt hast und Dich auskennst. Erfolgreiche Fallbeispiele können das Bild abrunden.

Falls Du schon Artikel oder interessante Blogbeiträge zu „Deinen“ Themen veröffentlicht hast, solltest Du auch das erwähnen, da es Deine Kompetenz unterstreicht.

Professionalität ist gefordert

Nicht vergessen solltest Du, einen professionellen Umgang mit Deinen möglichen Klienten zu pflegen. Hier kann es Sinn machen, sich eine Routine zu überlegen, die Du dann auch einhältst. Dazu gehören solche Dinge wie. Wie schnell rufst Du zurück? Wie gut bist Du erreichbar? Wie viel Zeit möchtest Du Dir für ein Vorgespräch nehmen? Ist dies kostenfrei oder kostenpflichtig? Wie schnell erstellst Du ein Angebot?, usw. Dies sind alles Kriterien, die dazu geeignet sind ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen.

Damit Du Dich von Anfang an professionell aufstellen kannst, ist eine Coaching-Ausbildung auf jeden Fall ein notwendiger Basis-Baustein für Deine Karriere als Coach. Hier lernst Du nicht nur Methoden kennen, sondern lernst vor allem Dein Persönlichkeitsprofil zu schärfen. Doch neben persönlicher und fachlicher Kompetenz gehört zum Coach-Sein auch ein nicht zu verachtender Unternehmergeist dazu. Ansonsten verwässert Dein Angebot und bleibt doch die Katze im Sack, die sich nicht raus traut ;-)

Mittwoch, 16 November 2016 07:58

Trainer und Coach - Zwei unschlagbare Partner

Trainerin und Coach

Eine Selbstständigkeit als Coach zu realisieren ist heute ungleich schwieriger als noch vor 10 Jahren. Die Konkurrenz ist gestiegen und da heißt es sich abzugrenzen. Einerseits natürlich dadurch, dass Du Dein Profil als Coach so scharf formulierst, dass wirklich erkennbar wird wofür Du der Experte bzw. die Expertin bist. Andererseits kann es sinnvoll sein, sich ein zweites Standbein aufzubauen über welches Du im besten Fall sogar neue Klienten generieren kannst. Ich möchte Dir kurz vorstellen warum ich sowohl als Coach als auch als Trainerin arbeite.

Mit dem Zweiten steht man besser - auch als Coach

Neben Deiner Arbeit als Coach hat es sehr viele Vorteile, auch als Trainer bzw. Dozent unterwegs zu sein. Gerne will ich Dir kurz von meinem beruflichen Werdegang berichten: Als ich mit der Coachingtätigkeit begann, hatte ich vorher schon viele Jahre als Trainerin gearbeitet. Wissen strukturiert zu vermitteln, mich auf immer neue Gruppen einzustellen, Lernfortschritte zu sehen und zu begleiten, hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Doch irgendwann hatte ich das Bedürfnis mich auf weniger Menschen gleichzeitig konzentrieren zu müssen. Ich suchte das Eins-zu Eins Gespräch und wechselte zum Coaching, was ich bis heute nicht bereue. Die individuellen Sitzungen mit meinen Klienten sind bereichernd und anspruchsvoll zugleich. Das Vertrauen, dass mir entgegen gebracht wird, beeindruckt mich stets aufs Neue. Anfangs dachte ich, dass es viel einfacher und entspannter sein müsste mit nur einer Person zu arbeiten, da ich mich „nur“ auf eine Person und nicht auf eine ganze Gruppe konzentrieren muss. Doch stellte ich nach einer gewissen Zeit fest, dass dem nicht so ist. Ein intensives Coachinggespräch fordert ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit.

Nicht, dass Du Dich als Trainerin nicht konzentrieren musst. Doch bedingt durch die Dynamik in einer Gruppe, verteilt sich die Aufmerksamkeit und Du stehst als Trainerin nicht ständig im Fokus Deiner Seminarteilnehmer, im Vergleich zum Coaching. Das war eine interessante Erkenntnis für mich, die auf Dauer dazu geführt hat, dass ich nicht nur als Coach sondern zusätzlich wieder als Trainerin arbeite und dies hat für mich enorme Vorteile.

Am meisten lernt der Lehrende - das gilt auch für Trainer

Durch die Arbeit als Trainerin bleibe ich meiner strukturierten Denk- und Arbeitsweise treu, was mir auch dabei hilft einen Coaching-Prozess entsprechend zu steuern. Außerdem erweitere ich durch die Seminartätigkeit meinen Horizont. Denn natürlich lerne ich bei jedem Seminar das ich halte , eine ganze Menge dazu. Wie heißt es doch so schön: „Am meisten lernt der Lehrende“. Weiterhin empfinde ich es als sehr erfrischend und abwechslungsreich, sowohl als Trainer als auch als Coach zu arbeiten. Während ich als Dozentin meinen Seminarteilnehmern neues Wissen vermittle und ihnen auch mal mit einem Ratschlag oder Tipp zu Seite stehe, geht es beim Coaching doch eher darum, einen persönlichen, individuellen Veränderungsprozess meines Klienten zu begleiten, wobei ich mich selber zurücknehmen muss. Auf den Punkt gebracht heißt das: Bei einem Seminar steht das zu vermittelnde Wissen mit Dir als Trainer im Mittelpunkt. Beim Coaching steht Dein Klient im Mittelpunkt. Das ist von der Herangehensweise und der damit verbundenen Einstellung ein riesiger Unterschied.

Durch Schwerpunkte als Trainer bekannt werden

Unabhängig davon, dass es für mich persönlich sinnvoll ist beide Tätigkeiten parallel auszuüben, ist es auch wirtschaftlich von Vorteil. Es gibt immer Zeiten, in den die Auftragslage nicht so rosig ist, wie gewünscht. Da bieten Seminare in aller Regel eine bessere Planungssicherheit als Coachings. Hier besteht z. B. die Möglichkeit, mit verschiedenen Bildungsträgern zusammen zu arbeiten um sich mit einem oder mehreren Spezialthemen einen „Namen" zu machen. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil besteht darin, dass mich meine Seminarteilnehmer nicht nur fachlich sondern auch persönlich kennenlernen können und sich so die Möglichkeit bietet, weitere Aufträge zu generieren, sowohl als Trainer aber auch als Coach.

Doch so unterschiedlich die Arbeit als Trainer bzw. Coach vielleicht klingen mag, gibt es doch viele Gemeinsamkeiten. So kann ich meine Fähigkeiten als Coach im Training einfließen lassen und umgekehrt. So beeinflussen sich doch beide Tätigkeiten und bilden für mich ein sinnvolles Ganzes.

Mittwoch, 21 September 2016 08:59

Coach oder Trainer? 5 Kriterien zur Entscheidung

Coach oder Trainer

Du merkst, jetzt ist die Zeit reif: Du möchtest eine Weiterbildung machen, kannst Dich aber nicht zwischen Coach und Trainer entscheiden. Du arbeitest gerne mit Menschen, bist kommunikativ und strukturiert? Dann könnte eine Coaching-Ausbildung das Richtige für Dich sein. Du vermittelst aber auch gerne Wissen? Dann also doch lieber eine Ausbildung zum Trainer?

Wodurch unterscheidet sich eigentlich die Arbeit eines Coaches von der eines Trainers? Diese Frage stellen sich viele Personen, die sich für eine unserer Ausbildungen interessieren. Da es Dir vielleicht ähnlich geht, möchte ich Dir heute 5 Kriterien aufzeigen, welche die beiden Berufsbilder voneinander unterscheiden und Dir gleichzeitig aufzeigen, welche Voraussetzungen Du für die eine oder andere Ausbildung mitbringen solltest.

Was macht eigentlich ein Coach?

Coaching ist eine lösungsorientierte Prozessbegleitung, durch die Dein Klient befähigt werden soll, sein Anliegen bzw. Problem mithilfe seiner Ressourcen selbstständig zu lösen. Um diesem Ziel möglichst nahezukommen, förderst Du als Coach bei Deinem Klienten sowohl die Selbstwahrnehmung als auch die Selbstreflexion und unterstützt ihn in der Bewusstwerdung seines Verhaltens. Coaching im weitesten Sinn hat immer mit der Entwicklung der Persönlichkeit zu tun, also mit dem, was einen im Innersten ausmacht (Einstellungen, Verhaltensmuster, Werte). Ausserdem basiert Coaching auf der Freiwilligkeit des Klienten.

Was macht eigentlich ein Trainer?

Bei einem Training geht es um strukturierte Vermittlung von Wissen oder Fertigkeiten. Als Trainer hast Du gegenüber Deinen Teilnehmern in aller Regel einen Wissensvorsprung, der es Dir ermöglicht einen Lernprozess zu gestalten. Als Trainer präsentierst Du also ein bestimmtes Thema und sorgst im besten Fall für eine Atmosphäre, in der Lernen Spaß machen kann. Du solltest dabei möglichst viele Sinneskanäle ansprechen, da es unterschiedliche Lerntypen in einer Gruppe gibt. So gibt es Menschen, die eher durch zuhören lernen, andere wiederum benötigen eine bildhafte Präsentation. Als Trainer solltest Du Dich also nicht nur fachlich auskennen sondern Dich zusätzlich mit Methodik und Didaktik beschäftigen. Im Gegensatz zum Coaching kommen in ein Training auch häufig Menschen, die von ihren Vorgesetzten „geschickt“ werden, was eine besondere Herausforderung an das Thema Motivation stellt.

Mit diesen beiden Definitionen ist grundsätzlich alles gesagt ist, oder? Doch nicht unbedingt. Es gibt durchaus Parallelen zwischen den beiden, weshalb es tatsächlich nicht immer so einfach ist sich zu entscheiden und es sich durchaus lohnen kann sowohl das eine als auch das andere zu machen.

Selbstständig als Coach oder Trainer

Nehmen wir mal an, Du hast Sozialpädagogik studiert und schon einige Jahre Berufserfahrung. Deine Arbeit in einer Familien-Beratungsstelle macht Dir grundsätzlich Spaß. Du hast das Gefühl, dass Du Dich gut auf die verschiedensten Menschen einstellen kannst und sie sich Dir anvertrauen. Doch irgendetwas fehlt Dir. Du bist in einen Arbeitsalltag eingebunden, der Dich im wahrsten Sinne des Wortes bindet. Gerne würdest Du losgelöst von einer gemeinnützigen Einrichtung Dein "eigenes Ding" machen; Deinen Arbeitstag selber planen, für die Akquisition Deiner Kunden selber verantwortlich sein. Du möchtest das Gefühl haben, dass Deine Arbeit auch finanziell geschätzt wird.

Schon immer hast Du Dich für das Thema Kommunikation und seit einiger Zeit auch für das Thema Resilienz interessiert. Diese Themen würdest Du gerne einem größeren Kreis von Menschen zugänglich machen. Andererseits reizt es Dich, individuelle „Beratungen“ durchzuführen; Menschen dabei zu unterstützen ihr Kommunikationsverhalten zu verbessern, Konflikte zu bewältigen oder auch in Krisenzeiten zu überwinden.

Da Du mit Deiner momentanen Arbeit grundsätzlich zufrieden bist, kann es Sinn machen zunächst nebenberuflich als Coach und Trainerin zu arbeiten. So hättest Du ein gesichertes Einkommen bis sich Deine Neuausrichtung rechnet.

Auf die Reihenfolge kommt es an

Aus meiner Sicht könnte es Sinn machen, sich zunächst auf eine Coaching-Ausbildung zu konzentrieren und zwar aus folgenden Gründen:

  • Während einer Coaching-Ausbildung lernst Du einiges über die Grundbedürfnisse von Menschen, was Dir als Trainerin ebenfalls helfen kann um Dich auf heterogene Gruppen einzustellen
  • Du lernst verschiedenste Fragetechniken kennen, die Du auch im Training einsetzen kannst.
  • Du lernst während der Coaching-Ausbildung eine ganze Menge über Dich selber, was Dir auch bei einer Trainertätigkeit helfen kann.
  • Du lernst Deine „blinden“ Flecken kennen, was Dir den Umgang mit vermeintlich „schwierigen“ Teilnehmern erleichtern kann.
  • Du entwickelst Deine Persönlichkeit, was zu einer selbstbewussten Trainerhaltung führen kann
  • Nebenbei lernst Du, vor einer Gruppe zu sprechen und Dinge auf den Punkt zu bringen

Dies sind nur ein paar Beispiele, dafür, dass eine Coaching-Ausbildung einer Trainer-Ausbildung vorangestellt werden könnte, wenn Du vorhast beides anzubieten. Übrigens halten die meisten Coaches zusätzlich Seminare bzw. Workshops um sich ein zweites Standbein aufzubauen. Dies ist ausserdem einegute Möglichkeit sich einen Namen zu machen und darüber hinaus Klienten für ein Coaching zu gewinnen.

Würdest Du nach einer Coaching-Ausbildung noch eine Trainer-Ausbildung absolvieren wollen, hättest Du bereits die besten Voraussetzungen. Denn in der Trainer-Ausbildung geht es in erster Linien darum,

  • wie Du Dein fachliches Thema strukturiert präsentieren kannst
  • Du eine ansprechende Lernatmosphäre schaffen kannst
  • Du einen Lernprozess in der Gruppe moderieren kannst und wie
  • Du als Trainer-/in authentisch rüberkommst und
  • Wie Du mit vermeintlichen „Störern“ umgehen kannst.

Das, was ich eben geschrieben habe, soll aber nicht heißen, dass jeder eine Coaching-Ausbildung machen muss, der als Trainer arbeiten möchte. Nur, wenn Du Dir grundsätzlich beides vorstellen kannst, würde die beschriebene Reihenfolge aus meiner Sicht Sinn machen.

Grundsätzlich lässt sich folgendes sagen:

Eine Trainer-Ausbildung kann für Dich Sinn machen, wenn Du

  • gerne vor Gruppen stehst
  • strukturiert und kommunikativ bist
  • gerne Dein Wissen teilst
  • Spaß an der Gestaltung von Lernprozessen hast
  • Spaß am Lernerfolg anderer hast

Eine Coaching-Ausbildung kann für Dich Sinn machen, wenn Du:

  • mehr über Dich selbst erfahren möchtest,
  • Deine Persönlichkeit weiterentwickeln möchtest
  • lernen möchtest, wie Du andere Menschen bei deren Zielerreichung unterstützen kannst,
  • strukturiert und kommunikativ bist
  • Spaß an der Gestaltung von Entwicklungsprozessen hast
  • Spaß am Erfolg anderer hast

Ich hoffe, ich konnte Dir einen kleinen Einblick in die Unterschiede und Parallelen einer Coaching-Ausbildung bzw. Trainer-Ausbildung geben.

Wenn Du Fragen zu der ein oder anderen Ausbildung hast, kannst Du Dich gerne bei uns melden. Vielleicht hilft Dir auch unser Buch „Jetzt werde ich Coach!“ , das im April im Beltz Verlag erscheinen ist weiter.

vienna 358565 1920

Höher – schneller - weiter – Coaching kann`s!

Coaching macht aus Führungskräften bessere Menschen – Mit Coaching wird jeder Konflikt zum Kinderspiel - Mitarbeiter lassen sich durch Coaching zu Höchstleistungen motivieren. Wow, eine echte Wunderwaffe, mit der man alles aus dem Hut zaubern kann, könnte man meinen!

Es ranken viele Gerüchte und Mythen um Coaching. Heute möchte ich Dir erklären, was Coaching wirklich kann und welche wissenschaftlichen Belege es dafür gibt. Mit diesen Argumenten kannst Du bei Deinem nächsten Verkaufsgespräch punkten. Denn, natürlich möchte eine Firma einen „Beweis“ dafür, dass Coaching etwas bringt und das Geld nutzbringend eingesetzt wird. Das ist nur allzu nachvollziehbar.

Welche Versprechen kann Coaching denn nun tatsächlich erfüllen? Lange gab es keine systematischen und Untersuchungen und demnach auch keine nachprüfbaren Belege über die Wirksamkeit von Coaching. Dies führte dazu, dass „alles“ „irgendwie“ machbar war, zumindest wenn man auf die vielen „Marktschreier“ auf dem Gebiet gehört hat. Doch dies hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, da Coaching und seine Wirkweise gut wissenschaftlich ausgeleuchtet wurde und immer noch wird.

Hier ein paar Behauptungen aus der „Praxis:“, die wissenschaftlich untersucht wurden.

„Coaching ist ein Karriereturbo. Wenn Du aufsteigen willst, dann geh zu einem Coach, der hebt Dich auf die nächste Stufe.“

Hierbei handelt es sich um Marketinggetöse von eher fragwürdigen Anbietern. Als seriöser Anbieter kannst Du ein solches Versprechen gar nicht geben, da es bei Beförderungen viel zu viele Kriterien gibt auf die im Coaching kein Einfluss genommen werden kann.

Keine wissenschaftliche Studie belegt den Zusammenhang zwischen Karrieresprung und Coaching.

„Coaching fördert die Entwicklung der Willenskraft.“

Diese Eigenschaft, die für das berufliche Weiterkommen förderlich ist, wird durch  Coachingmaßnahmen am meisten gefördert, wie wissenschaftliche Untersuchungen (Uni-Amsterdam um Tim Theeboom) gezeigt haben. Somit hat Coaching indirekte Einflüsse auf die Karriere.

Nach einem Coaching haben Führungskräfte häufig konkretere Ziele vor Augen. Besitzen klarere Strategien wie sie sie erreichen wollen. Außerdem planen sie bessere Aktionen zur Erreichung und schöpfen aus der Zielerreichung mehr Energie, die sie für die Verfolgung weiterer Ziele nutzen können.

Dr. Harald Geißler, Coaching-Forscher der Universität Hamburg führt das darauf zurück, dass die Führungskräfte nicht nur ihre expliziten Ziele mit ins Coaching bringen sondern auch ihre impliziten Ziele. Dies sind unbewusste Ziele, deren Nichterreichung eine gewisse Unzufriedenheit mit sich bringen.

Je eindeutiger die impliziten Ziele herausgearbeitet werden, umso klarer wird der Führungskraft was sie wirklich will, was sie im inneren antreibt. Dass dies die Willensbildung und deren Umsetzung fördert, liegt auf der Hand.

Häufig müssen Umwege gegangen werden um die impliziten Ziele herauszuarbeiten, da diese im Unterbewusstsein liegen und nicht direkt zugänglich sind. Das braucht Zeit und ist ein Grund, warum Coaching selten schnell geht. Das heißt, die Führungskraft muss etwas Geduld mitbringen. Ergebnisse von 61 Businessstudien sprechen hier von durchschnittlich 5 – 12 Sitzungen von durchschnittlich 1 Stunde über einen Zeitraum von 3 – 10 Monaten. An dieser Stelle wäre es schön, wenn sich Hypnose auch in Führungskreisen verstärkt durchsetzen würde. Doch das ist ein anderes Thema...

„Coaching muss möglichst schnell gehen“

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Dauer des Coachings und seinem Erfolg, laut Metastudie Amsterdam. Das liegt wahrscheinlich an der unterschiedlichen Komplexität der Themen. Je konkreter das Anliegen desto kürzer das Coaching.

Wichtig ist es hier, das richtige Maß zu finden, sonst kann es kontraproduktiv sein, da die gedankliche Nähe zwischen Coach und Klient zu groß werden kann. Das System wächst quasi zu stark zusammen und entwickelt ähnliche Einstellungen zu bestimmten Themen.

Dagegen hilft: Nicht immer zur vertrauten Person gehen, sondern mit einem neuen Thema auch gerne mal den Coach wechseln. Verschiedene Coaches für verschieden Fälle, statt „ein Coach für alle Fälle“. Sowohl dem Coach als auch dem Klienten sollte klar sein, dass es sich um eine Arbeitsbeziehung handelt und die sollte es auch bleiben.

„Die Chemie zwischen Coach und Klient ist das Wichtigste überhaupt“

Eine intakte Beziehung ist für den Erfolg des Coachings wichtig. Doch ist die Chemie nicht der alles überstrahlende Erfolgsfaktor. Besonders die Art und Weise und der Wechsel zwischen verschiedenen Methoden trägt zum Erfolg eines Coachings bei. Dies jedenfalls behauptet eine Studie des Ashridge Institutes for Coaching, in der 400 Coachingbeteiligte befragt wurden.

Es gibt aber keine verbriefte wissenschaftliche Erklärung dafür. Wohl eher nach dem Motto: „Viele Körnchen Wissen ergeben eine weise Antwort.“

Je mehr Techniken ich anwende, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine treffe, mit der mein Klient besonders gut zurecht kommt. Ich bin also in der Lage unterschiedliche Lerntypen anzusprechen. Außerdem basieren viele Methoden auf bestimmten Typologien bzw. Rastern. Dadurch wird Komplexität verstehbarer und bearbeitbarer gemacht.

 

„Je komplexer das Thema, um so besser ist Coaching geeignet“

Prof. Dr. Harald Geißler von der UniHamburg ist überzeugt, dass es kein Weiterbildungsformat gibt, dass besser geeignet ist um sich in eine neue Rolle hineinzufinden als Coaching. Geißler stützt sich auf Studien die zeigen, dass die Selbstwirksamkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nach einem Coaching deutlich höher sind als vorher. Die Steigerung der beiden genannten Fähigkeiten ist im Mittel ähnlich hoch wie die Steigerung der Willenskraft.

„Coaching hat einen Langzeiteffekt“

Dr. Annette Christina Pannenberg lehrt an der Euro-FH Hamburg Coaching und hat einen Langzeiteffekt von Coaching, über 6 Monate hinaus, in ihrer Dissertation geliefert (2013). Sie konnte feststellen, dass die Selbstorganisation steigt und es weniger Fehlentscheidungen getroffen werden. Dies führt sie auf gewonnene Einsichten der Führungskräfte über sich selbst zurück. Da Coaching auf Selbstreflexion ausgerichtet ist, lernt der Klient auch immer etwas über sich selbst.

Die ermittelten Auswirkungen von Coaching auf das Entscheidungsverhalten ließ sie, gemeinsam mit weiteren Faktoren, in eine Kosten-Nutzen Formel einfließen. Der Nutzen überstieg die Kosten oft um mehr als 120 %.

Weitere Studien belegen laut Uwe Böning eine bessere Konfliktlösung, besserer Umgang mit Risiken, reibungsloser verlaufende Change-Pozesse, weniger Krankheitstage. Somit hat Coaching einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Dies ist keine läppische Marketingfloskel.

„Coaching kann Führung besser machen.“

Hierfür gibt es keinen unmittelbaren wissenschaftlichen Beweis. Aber deutliche Hinweise auf einen mittelbaren Zusammenhang. Zum Beispiel wird die Kluft zwischen Selbst- und Fremdbild reduziert, da der Klient stets zwei Spiegel vorgehalten bekommt. Der eine, in dem er sich selbst sieht, der andere, der Ihm zeigt, wie andere ihn sehen. So erfährt der Klient wie ihn andere wahrnehmen. Dies kann dazu führen, dass sich eine Führungskraft authentischer bzw. glaubwürdiger gegenüber den Mitarbeitern verhält. Diese beiden sind laut Führungsforschung zentral für die Mitarbeiterführung. Somit könnte man die allgemeine Verbesserung von Führungsqualitäten als willkommene Begleiterscheinung des Coaching bezeichnen.

Vielleicht hast Du jetzt ein paar Argumente in der Tasche, die Dich bei Deiner nächsten Verhandlung untersützen können. Das würde mich freuen.

Wenn Du Dich weitergehend mit dem Stand der Forschung des Coaching-Marktes beschäftigen möchtest, sei Dir das entsprechende Buch, "Ergebnisse der Coaching-Forschung: Aktuelle Studien - ausgewertet für die Coaching-Praxis" von Uwe Böning empfohlen.

 

 

 

Dienstag, 03 Mai 2016 09:05

Deine Schlüssel zum Erfolg

key 1323094 1920

Fragst Du Dich auch schon mal, was das für Menschen sind, die als Coach arbeiten? „Haben sie besondere Fähigkeiten, oder könnte ich das auch?“ „Muss ich bestimmte Eigenschaften mitbringen um erfolgreich sein zu können?“ „Muss ich als Businesscoach anders drauf sein als ein Personalcoach?“ Eins vorweg, Coaches sind ganz normale Menschen, die Macken haben, wie Du und ich ;-). Darüber hinaus bringen sie tatsächlich bestimmte Fähigkeiten bzw. Interessen mit, die sie von vielen anderen Menschen unterscheiden. Doch dazu gleich mehr.

Wer wird denn überhaupt Coach?

Zunächst möchte ich versuchen zu beschreiben, wie Du Dir einen „durchschnittlichen“ Coach vorstellen kannst, egal ob Personal- oder Businesscoach. Das ist natürlich ein relativ schweres Unterfangen, da die Beweggründe der Menschen so unterschiedlich sind wie ihre Biografien, die sie mitbringen. Aber irgendetwas muss sie ja verbinden, wenn sie sich für den gleichen Beruf interessieren.

Also, ganz allgemein gesprochen, sind es aus meiner Erfahrung Menschen, die sich für psychologische Zusammenhänge interessieren und die andere Menschen bei der Lösung von Konflikten unterstützen möchten. Jetzt kannst Du mir eine Genderproblematik vorwerfen, doch sind dies eher Frauen als Männer…;-)) Im Idealfall interessieren sie sich für Persönlichkeitsentwicklung und sind bereit zunächst an sich selber zu arbeiten, bevor sie sich an die Arbeit mit Klienten wagen.

Bei Beginn seiner Laufbahn, ist ein Coach (es gibt übrigens keine weibliche Form für Coach und alle Versuche, dies einzuführen, sind aus meiner Sicht zum Scheitern verurteilt) zwischen 30 und 45 Jahren alt, hat in aller Regel ein Studium bzw. eine Berufsausbildung abgeschlossen und mehrere Jahre Berufserfahrung gesammelt. Meistens hatte er in seinem beruflichen Umfeld bereits viel mit Menschen zu tun und möchte nun sein Wissen und seine Fähigkeiten mit Coaching-Kompetenz erweitern. Darüber hinaus gibt es aber auch Quereinsteiger, die erst später erkannt haben, welche weiteren Fähigkeiten in ihnen schlummern.

3 Schlüsselkompetenzen für einen Coach

Welche Eigenschaften bzw. Fähigkeiten muss er denn nun mitbringen, der Personal- bzw. Businesscoach? Aus unserer Sicht gibt es mindestens zwölf wirklich wichtige Eigenschaften, die einen Coach auszeichnen. Diese hier alle aufzuführen, würde den Rahmen sprengen, weswegen ich mich auf drei beschränken möchte, die ich persönlich für absolut wichtig halte.

Dies sind:

  • Selbstreflexion
  • Empathie
  • Wertschätzung

Diese Eigenschaften, auf die ich gleich noch weiter eingehen möchte, beziehen sich zunächst auf die eigentliche Coaching-Tätigkeit. „Ist doch auch logisch“, wirst Du vielleicht sagen. „Darum geht es hier doch.“ Klar, aber wenn Du Dich als Coach selbstständig machen möchtest, gehört noch viel mehr dazu, wie z. B. Organisationsfähigkeit und Frustrationstoleranz. (Falls Du Dich für die weiteren wichtigen Eigenschaften interessierst, die einen erfolgreichen Coach ausmachen, dann schau doch in unser Buch „Jetzt werde ich Coach!“, erschienen im Beltz-Verlag.)

Doch nun zu den drei wichtigen Eigenschaften eines Personal- bzw. Businesscoach und was dahinter steckt. Übrigens, musst Du als angehender Coach diese Eigenschaften nicht perfektioniert haben. Es geht eher darum, dass Dir bewusst ist, dass z. B. die Fähigkeit zur Selbstreflektion für einen Coach wichtig ist und dass Du bereit bist daran zu arbeiten.

Selbstreflexion

Darunter versteht man die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen. Das heißt, wenn etwas schief gelaufen ist, nicht gleich einen „externen“ Schuldigen zu suchen, sondern sich erst mal zu fragen, was ich selbst dazu beigetragen habe.

Das klingt vielleicht banal aber so einfach ist es gar nicht. Viel leichter ist es doch andere für eigene „Fehler“ verantwortlich zu machen.

Wenn Du schon jetzt etwas für die Stärkung Deiner Selbstreflektionsfähigkeit tun möchtest, lass jeden Abend den Tag Revue passieren. Was ist gut gelaufen, was weniger? Und stell Dir konkret die Fragen „Was habe ICH gut gemacht, was könnte ICH besser machen.“ „Wie habe ich mich heute meinen Mitmenschen gegenüber verhalten?“

Warum ist das als Coach wichtig?

Als Coach macht es Sinn das eigene Handeln während des Coaching-Prozesses zu reflektieren. Hierbei geht es weniger um konkrete Fehler als vielmehr darum, zu überprüfen, in wie weit der Klient durch meine Interventionen Fortschritte gemacht hat oder auch nicht. Konnte ich objektiv bleiben? Konnte ich mich so weit zurück nehmen, dass ich nicht meine eigenen Themen ins Coaching eingebracht habe usw.?

Empathie

Von einem empathischen Menschen spricht man, wenn es ihm leicht fällt, sich in die Situation seines Gegenübers zu versetzen, ohne seine Neutralität bzw. Objektivität aufzugeben. Dies sollte nicht mit Mitleid gleichgesetzt werden.

Möchtest Du an Deiner Empathiefähigkeit arbeiten, lerne aktives Zuhören, frage aktiv nach, indem Du tatsächlich an Deinem Gegenüber interessiert bist. Stellst Du Verständnisfragen, so ist es leichter die Situation des anderen nachzuvollziehen.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Beim Coaching geht es in erster Linien darum, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Coach und Klient herzustellen, damit der Klient auch bereit ist sich Dir gegenüber zu öffnen und an seinen Themen zu arbeiten. Dies erreichst Du am ehesten durch empathisches Vorgehen.

Wertschätzung

Ist jemand in der Lage, andere Menschen ernst zu nehmen und sie respektvoll zu behandeln, auch wenn sie eine völlig andere Lebensanschauung und andere Einstellungen haben, spricht man von wertschätzendem Verhalten. Um wertschätzend zu sein, muss man die jeweiligen Einstellungen nicht teilen, „nur“ respektieren.

Du kannst damit beginnen zunächst wertschätzend Dir selbst gegenüber zu sein. Gehe dann respektvoll mit Deinen Mitmenschen um und zeige Deinem Gegenüber dass Du ihn so anerkennst, wie er ist.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Im Coaching gehst Du mit so vielfältigen Menschen um, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Du auf ganz unterschiedliche Meinungen, Lebensauffassungen und Einstellungen triffst. Da es in einem Coaching um den Klienten und seine Welt geht, ist es hilfreich für eine vertrauensvolle Beziehung, wenn jeder Einzelne das Gefühl hat von Dir respektiert und ernst genommen zu werden. So kann sich der Klient öffnen und zeigen, wie er tatsächlich ist. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, über alte Verhaltensmuster zu reflektieren und an ihnen zu arbeiten.

An diesen und weiteren Kompetenzen zu arbeiten, ist als Coach unerlässlich, wenn man professionell und erfolgreich sein möchte. Eine Ausbildung mit hohem Selbsterfahrungsanteil kann hier gute Dienste leisten!

Welche Kompetenzen sind Deiner Meinung nach wichtig für einen Coach?

tulips 175605 1280Diese tiefgründige Frage wurde uns von einer Interessentin unserer Coaching-Ausbildung während unseres Info-Abends in der letzten Woche gestellt.

Ich finde diese Frage derart wichtig, dass ich ihr diesen Blogbeitrag widmen möchte. Denn klar, wenn jemand eine Weiterbildung machen möchte, ist es nicht nur legitim, sondern darüber hinaus sinnvoll, sich Gedanken zu machen, was man hinterher damit anstellt.

Es hat sich wahrscheinlich herumgesprochen, dass es mittlerweile sehr viele Coaches gibt und der Begriff inflationär für alle möglichen Formen der Beratung „missbraucht“ wird, die aber nicht wirklich etwas mit Coaching zu tun haben. Doch unabhängig davon, gibt es auch viele seriös arbeitende Coaches. Die einen erfolgreich, die anderen weniger. Erfolgreich sind in aller Regel diejenigen, die ihre Nische gefunden haben, sprich, die sich spezialisiert haben. Nur, wie kommt man zu seiner Nische?

Diese fällt in aller Regel nicht vom Himmel, sondern muss erarbeitet werden. Am besten in Form eines Konzepts. Doch zunächst möchte ich Dir ein paar Tipps als Vorüberlegung an die Hand geben. Am besten schreibst Du Dir Deine Überlegungen gleich auf, dann musst Du Dir die Gedanken nicht zweimal machen.

1. Tipp: Schau auf Deine Berufserfahrung

Zu Beginn kannst Du Dir über Deine Berufserfahrung im Klaren werden. Welche Ausbildung/Studium hast Du absolviert? In welchen Bereichen hast Du bisher gearbeitet? Wo bzw. wie arbeitest Du aktuell? Auf wie viele Jahre Berufserfahrung blickst Du zurück?

Aus diesen Überlegungen kann sich unter Umständen schon eine Idee für eine Zielgruppe ergeben. Hast Du zum Beispiel sechs Jahre im Support des IT-Bereichs gearbeitet und warst richtig gut, kennst Du die Probleme der Kollegen. Du weißt welche Krisen bzw. Konfliktherde es geben kann. So könntest Du Dich als freiberuflicher Coach an Mitarbeiter aus dem Support wenden und ihnen Unterstützung bei der Bewältigung ihrer täglichen Probleme anbieten.

Dieses kleine Beispiel soll nur zeigen, dass es Sinn machen kann, wenn Du Dich an dem orientierst was Du schon kannst. Darin hast Du eine gewisse Feldkompetenz, wie man so sagt, und bist im fachlichen sattelfest. Da hat den Vorteil, dass Du die gleiche Sprache wie Dein Klientel sprichst, was sehr zur Vertrauensbildung beitragen kann.

2. Tipp: Schau auf Deine Lebenserfahrung

Zusätzlich zu Deiner Berufserfahrung, hast Du Lebenserfahrung gesammelt. Nicht selten steckt hinter dem was Du so alles im Leben erlebt bzw. gelernt hast ein Riesenpotential aus dem Du schöpfen kannst. Überlege Dir welche Hobbies Du hattest oder immer noch hast. Was hat Dich schon immer interessiert und was überhaupt nicht. Wofür hast Du Dich bereits engagiert? In welchem Verein oder welcher Organisation warst Du aktiv? Sich über all diese Dinge Gedanken zu machen, kann helfen ein Thema zu finden, in dem Du Dich sicher fühlst und bei dem Du anderen vielleicht helfen kannst.

3. Tipp: Sei mutig. Werde, der Du bist!

Viele Coaching-Einsteiger machen den Fehler und schauen bei der Erstellung ihres Konzepts, wenn sie denn überhaupt eines erstellen, ständig nach anderen. Wie macht denn X das? Welche Themen bietet Y an? Wie hat Z seine Website aufgebaut? Usw. Natürlich kann es nicht schaden, sich grob zu orientieren, doch kann es passieren, dass Du Dich dabei so sehr auf die Anderen konzentrierst, dass Du Dich selber aus den Augen verlierst. Also, sei mutig und gehe Deinen eigenen Weg und zwar von Anfang an. Das ist nicht immer leicht und Dir wird unter Umständen viel Gegenwind entgegen geblasen werden, doch am Ende musst Du mit Deinen Überlegungen und Deinem Konzept arbeiten und niemand anderer.

4. Tipp: Finde Deinen eigenen Stil

Dies schließt direkt an Tipp 3 an. Nur wenn Du Dich traust, so zu arbeiten, wie Du es für richtig hältst, bist Du authentisch. Versuche nicht den Stil anderer Coaches zu imitieren. Hiermit ist der eigentliche Arbeitsstil gemeint, also was ist Dir im Umgang mit Deinen Kunden wichtig? Duzt Du oder Siezt Du? Welche Honorarstruktur hältst Du für sinnvoll? Welche Methoden liegen Dir usw. Den eigenen Stil zu erlangen, dauert erfahrungsgemäß einige Zeit. Hierzu gehört auch herauszufinden, ob Du freiberuflich oder nebenberuflich Coaching anbieten möchtest. Vielleicht möchtest Du auch Coaching-Wissen bzw. –Können in Deinen Arbeitsalltag integrieren? Eine Coaching-Ausbildung die den Schwerpunkt auf Persönlichkeitsentwicklung legt, kann dabei helfen

5. Tipp: Erstelle Dein Konzept

Ohne schriftliches Konzept geht gar nichts. Dazu gehört natürlich noch viel mehr als die eben genannten Punkte. Sie stellen eine Basisüberlegung dar aber können dennoch helfen eine erste Idee zu entwickeln. Um als Coach erfolgreich sein zu können, ist es wichtig, dass Du Dir für Dein individuelles Konzept Zeit nimmst. In unserer Coaching-Ausbildung beginnen wir damit bereits im ersten Modul. So kann sich aus einer Idee über acht Monate ein handfester Plan erstellen.

Willst Du mehr über die Erstellung eines individuellen Coach-Konzepts erfahren, lies gerne in unserem Buch „Jetzt werde ich Coach!“ nach.

Wenn Du Fragen hast oder einen Kommentar schreiben möchtest, freuen wir uns von Dir zu hören.

bike 177029 1920„Coaches ziehen einem doch nur das Geld aus der Tasche“

Heute möchte ich Dir von einem Telefonat mit einer Freundin berichten, welches mich einerseits erschreckt, andererseits aber gezeigt hat, wie viel Aufklärungsarbeit noch zu leisten ist.

Der Ursprung des Gesprächs war ein ganz anderer, doch kamen wir irgendwann auf meine Arbeit zu sprechen. Plötzlich sah ich mich Aussagen gegenüber wie:

„Die ganze Theorie hinter Coaching ist unseriös.“

Coaches haben den Anspruch, dass sie mit ein paar Tools Menschen helfen könnten.“

Coaching ist oberflächliche Behandlung eines Symptoms.“

„Es geht ja nur um Leistungssteigerung und „glücklich machen.“

„Außerdem zieht man damit den Menschen das Geld aus der Tasche. Das ist ethisch nicht vertretbar“

Wow, das waren schon starke Töne. Ok, sie lebt in Frankreich, vielleicht ist dort Coaching nicht gefragt. Keine Ahnung. Auf jeden Fall war ich überrascht, wie jemand so wenig von Coaching weiß aber doch alles zu kennen glaubt.

Warum ich Dir das erzähle, hat drei Gründe:

1. Habe ich wieder gemerkt, wie „interessant“ es sein kann, wenn zwei Welten aufeinander prallen.

2. Können solche Diskussionen helfen, die eigene Profession zu hinterfragen um solche Scheinaussagen entkräften zu können.

3. Hat es mir gezeigt, dass es anscheinend noch immer viele Menschen gibt, die ein eher schräges Bild von Coaching haben und

4. zeigt es, wie wichtig es ist bei allem was wir tun seriös und professionell zu agieren.

Falls Du mal mit ähnlichen Aussagen konfrontiert sein solltest, möchte ich Dir hier meine Reaktionen auf die obigen Aussagen mitteilen und Dich gleichzeitig bitten, darüber nachzudenken, wie Du darauf reagiert hättest. Es wäre schön, wenn Du uns Deine entsprechenden Argumente mitteilen würdest, so haben wir alle etwas davon. Vielleicht pickst Du Dir die Aussage raus, die Dich am meisten „piekst“…

„Die ganze Theorie hinter Coaching ist unseriös.“

Es gibt nicht die „eine“ Theorie hinter Coaching. Dazu ist der Markt zu groß und vielschichtig. Jeder Coach definiert seine Arbeit individuell, weshalb es für unsere Kunden wichtig ist, sich die Art der Arbeit und das Grundverständnis mit der jeder Coach arbeitet genau anzusehen. Was hat er für einen Hintergrund/Ausbildung? Welche Erfahrung (Lebens- und Berufserfahrung) bringt er mit? Wie definiert er Coaching? Ich kann für mich sagen, dass ich meine Klienten dabei unterstütze ihre selbstgewählten(!) Ziele zu erreichen und mich dabei auf wissenschaftlich fundierte Methoden stütze, die aber alle unbrauchbar werden, wenn es keine vertrauensvolle Beziehung zwischen meinem Klienten und mir gibt.

„Coaches haben den Anspruch, dass sie mit ein paar Tools Menschen helfen könnten.“

Oh ja, unsere Klienten betreten die Praxis, erklären kurz worum es geht und schon holen wir aus der „Trickkiste der Coaches“ das ein oder andere Tool und schon ist das Problem gelöst.

Wer sich intensiv mit Coaching beschäftigt, der weiß, dass das Wichtigste im Coaching eine vertrauensvolle Beziehung ist, wie ich oben schon erwähnte. Es geht überhaupt nicht darum, möglichst viele Tools zu beherrschen um damit die Klienten zu beeindrucken. Die Tools, die größtenteils aus unterschiedlichen Psychotherapierichtungen adaptiert wurden, können hilfreiche Interventionen sein, um beispielsweise den Klienten aus seinem alten Denkmuster rauszuholen und ihm neue Perspektiven zu eröffnen. Sie sind aber kein Allheilmittel. Diesen Anspruch hat aus meiner Sicht auch kein seriöser Coach.

„Coaching ist oberflächliche Behandlung eines Symptoms.“

Das klingt fast nach einer schlechten Therapie. Doch hat Coaching nichts mit Therapie zu tun. Die Menschen, die zu uns ins Coaching kommen sind in aller Regel psychisch gesund und haben ein persönliches Anliegen, dass sie geklärt haben möchten. Dies kann beruflicher oder persönlicher Natur sein. Zur Klärung, kann es manchmal hilfreich sein mehr in die Tiefe zu gehen, doch überlassen wir das unseren Klienten, inwieweit sie dazu bereit sind. Und nicht bei jedem Thema ist es zielführend in der Kindheit anzufangen. Coaching ist ein lösungsorientierter Prozess, an dessen Ende optimaler Weise das vom Kunden erwünschte Ziel steht.

„Es geht ja nur um Leistungssteigerung und „glücklich“ machen.“

Nein, wir machen mit unseren Klienten keine überzogenen Motivationsübungen, wie man sie schon mal bei diversen Bühnenshows sehen kann und nochmals nein, es geht nicht ausschließlich darum Menschen glücklich zu machen, was auch immer das heißen mag. Jedes Coaching ist so individuell wie unsere Klienten. Natürlich kann es schon mal darum gehen, dass jemand lernen möchte sich besser darzustellen bzw. sich besser präsentieren zu können. Aber Coaching ist keine Motivationsshow, nach dem Motto:“Wenn Du nur wirklich willst, dann kannst Du es schaffen, Du musst es nur wirklich wollen.

„Außerdem zieht man damit den Menschen das Geld aus der Tasche. Das ist ethisch nicht vertretbar“

Ich muss zugeben, da war ich besonders verwirrt. Seit wann ist es unethisch für eine Dienstleistung Geld zu verlangen? Klienten suchen uns auf, weil sie unsere Unterstützung in Anspruch nehmen möchten. Dafür erhalten wir ein vorher vereinbartes Honorar. Fertig. Auch Ärzte, Therapeuten, Rechtsanwälte, Friseure, ach egal, tausende von Dienstleistern erhalten Geld für ihre Dienste warum soll ein Coach kein Geld verlangen dürfen??? Darüber muss man, so glaube ich, nicht wirklich diskutieren.

So war das bei meiner letzten Diskussion über meinen Beruf, der eindeutig mehr ist als nur ein Job!

Daher meine Bitte. Welche Argumente würdest Du auf die ein oder andere Anmerkung „ins Feld führen“? Ich freue mich auf Deine Antwort.

Seite 1 von 5
  • Telefon: 030 - 71 53 82 83
  • Telefon: 06051 - 47 01 20