Als Coach Mut beweisen

Wie oft hast Du schon da gesessen und Dir gesagt:“ Wenn ich könnte wie ich wollte...“ oder „Am liebsten würde ich ja, aber...“, „Damit hätte ich früher anfangen sollen...“ usw. usw.

So manchem Interessenten für eine Coaching-Ausbildung geht es ebenso. Gerne würden sie, doch noch nicht jetzt, nicht zu diesem Zeitpunkt. Doch wann ist der Richtige Zeitpunkt gekommen das zu tun was Dir wirklich wichtig ist?

Gerne finden wir Ausreden etwas nicht tun zu müssen, obwohl wir es in unserem tiefsten Innersten doch gerne tun würden. Entweder sind wir „plötzlich“ zu alt, oder müssen uns um unsere Kinder oder die älter werdenden Eltern kümmern. Es gibt viele innere Überzeugungen, die uns von unseren wahren Bedürfnissen ablenken können. Diese können so stark sein, dass man sich oft gar nicht vorstellen kann, einfach das zu tun was jetzt „dran“ wäre.

Ich möchte Dir in diesem Artikel einige Ideen an die Hand geben, die Dir dabei helfen könnten tatsächlich mal das zu tun, was DIR wirklich wichtig ist. So, dass Du als Coach gegenüber Deinen Klienten mit gutem Beispiel voran gehen kannst ;-)

Nebenbei bemerkt, gab es eine Umfrage einer australischen Palliativkrankenschwester (Bonnie Ware) unter Sterbenden. Sie fragte die Menschen, was in Ihrem Leben sie am meisten bereut hätten.

Dies sind die fünf häufigsten Antworten:

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.“
2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“
3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.“
4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten.“
5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.“

Also fern ab, von viel Geld, großem Haus und schnellem Auto. Es kommt vielleicht mehr darauf an, etwas weniger von dem zu tun was Dich anstrengt, bzw. stresst also eher etwas wegzulassen als vermeintlich Fehlendes mit aller Kraft erreichen zu wollen.

Vielleicht helfen Dir die folgenden Ideen Deine „wahren Träume“ umzusetzen.

4 Ideen für ein authentisches Leben

1. Lebe nicht nach den Erwartungen anderer Menschen

Hast Du schon mal darüber nachgedacht, warum Du den Beruf ausübst, den Du jetzt ausübst? Und, warum arbeitest Du noch immer in dem Job, obwohl er Dich nicht wirklich glücklich macht? Kann es sein, dass Du Angst hast andere Menschen zu enttäuschen, wenn Du deren Erwartung nicht erfüllst? Erwartungen Deiner Eltern, dem Ehepartner, dem Chef usw?

Das heißt: Wenn Du Dein Leben nach Deinen Wünschen gestalten möchtest, kann es passieren, dass Du immer mal andere enttäuschen musst.

Eltern, Partner, Chefs, Mitarbeiter, Freunde – vielleicht sogar Dich selbst, weil Du keine Lust mehr hast, bestimmten Ansprüchen hinterher zu laufen. Andere zu enttäuschen kann unangenehm sein, vor allem wenn Du vielleicht Angst vor Konflikten hast und viel dafür tust, von anderen geliebt zu werden.

Aber wirst Du nicht auch öfters von anderen enttäuscht – und überlebst das auch?

2. Glaube nicht an Wunder, glaube an Dich selbst

Gehörst Du auch zu denen, die sich nach einer Flugzeuglandung bekreuzigen? Oder sprichst von einem Schutzengel, wenn Du knapp an einem Unfall vorbeigekommen bist?

Glaubst Du als Coach auch daran, dass Deine Kunden schon den Weg zu Dir finden werden und Du keine Werbung machen musst? Sorry, aber vergiss das. Wenn Du als Coach mit Klienten arbeiten möchtest, musst Du Dich aktiv darum kümmern.

Und auch sonst gilt: Wenn Du mehr von dem tun möchtest was Dir Spaß macht, was Dir wichtig ist, dann bist Du selber dafür verantwortlich. Das nimmt Dir leider niemand ab und ein Wunder wird da leider nicht helfen.

3. Vergiss Deinen Perfektheitswahn

Perfektion ist unnatürlich und lebensfeindlich. Denn der fehlerfreie Zustand würde Stillstand bedeuten. In einer perfekten Welt mit ebenso perfekten Menschen ohne Unterschiede würde jeder Antrieb, etwas zu tun, erlahmen. Die Natur macht ja auch dauernd „Fehler“, das heißt, sie weicht vom Ideal ab. Und erst dadurch entstehen Vielfalt und Entwicklung.

Der Wunsch nach Perfektion ist ein von Menschen gemachtes Konstrukt (Ich weiß, wovon ich rede ;-)). Meist weil wir Fehler überbewerten und als Versagen interpretieren. Das lernen wir oftmals schon im Elternhaus oder in der Schule durch das Notensystem.

Natürlich gibt es Bereiche, wo Perfektion wünschenswert ist. Wenn ich mich z. B. operieren lassen muss, möchte ich natürlich das alles perfekt verläuft. Doch wie man weiß, ist auch dies oft nur ein frommer Wunsch...

Und für die meisten Dinge im Leben gibt es ohnehin keine Kriterien für Perfektion:

  • Wie ist der perfekte Partner/die perfekte Partnerin?
  • Was müssen perfekte Eltern tun oder lassen?
  • Wie arbeitet ein perfekter Coach?

Also: Entspann Dich. Hör auf, perfekt sein zu wollen. Tu Dein Bestes. Das reicht meistens. Und manchmal eben nicht. So what?

4. Du musst nicht auf allen Hochzeiten tanzen

Wenn Du erfolgreich bzw. glücklich sein willst bei dem was Du tust, gib Dir die Erlaubnis in die Tiefe, statt in die Breite zu gehen. Zehnkämpfer können nie in allen Disziplinen so gut sein wie ein Einzelkämpfer in seiner Disziplin.

Egal ob Du Dich als Coach selbstständig machen möchtest, oder ein interessantes Hobby pflegst. Wenn Du darin ganz präsent bist und Dich ganz dieser Sache widmest, wirst Du weiter kommen, als wenn Du Dich verzettelst weil Du glaubst, Du musst auf allen Hochzeiten tanzen.

Vielleicht können Dir diese Gedanken helfen, Dich auf das Wesentliche in Deinem Leben zu konzentrieren. Auf das, was DIR tatsächlich wirklich ist.

Samstag, 01 April 2017 12:27

Der Coach als perfekter Kommunikator?

Coach und Kommunikation

Erwartungen an einen Coach

„Ihr müsst doch super glückliche Menschen sein. Ihr wisst, wann welche Frage in einem Gespräch sinnvoll und passend ist. Ihr wisst, wie Beziehungen gestaltet werden und Ihr wisst wie man mit "schwierigen Klienten" umgeht. Da kann doch auch im Privatleben eigentlich nichts mehr schief gehen, oder?“ So, oder so ähnlich äußerte sich eine Teilnehmerin in unserer Coaching-Ausbildung als es um das Thema Kommunikation ging.

Diese Äußerung brachte mich dazu, noch mal darüber nachzudenken welches Bild sich Klienten unter Umständen von einem Coach machen und inwiefern dieses mit der Realität übereinstimmt.

Folgende Äußerungen von Klienten kamen mir dabei wieder in den Sinn:

  • Coaching hat doch viel mit Psychologie zu tun, oder?
  • Haben Sie, als Coach, überhaupt mal mit jemandem Streit?
  • Sie haben doch bestimmt für jeden Verständnis.
  • Um als Coach arbeiten zu können, muss man bestimmt viel lernen.
  • Sie kommen doch bestimmt mit jeder Situation klar.
  • Sie denken doch bestimmt über jeden Satz nach bevor Sie ihn aussprechen.
  • Dank Ihrer Coaching-Praxis sind Sie doch bestimmt immer reflektiert.
  • Sie nehmen doch sicher nichts persönlich.
  • Usw.

Wenn ich diese Fragen bzw. Aussagen so lese, stelle ich mir vor wie es wäre, wenn ich zu einem Arzt sagen würde:

  • Sie haben bestimmt noch nie geraucht.
  • Sie ernähren sich bestimmt super gesund.
  • Sie treiben bestimmt regelmäßig Sport.
  • Sie tun bestimmt alles dafür, dass Sie gesund bleiben.

Und, ist das so? Was passiert hier? Ich projiziere meine Idealvorstellungen auf den Arzt. Dieser sagt dann vielleicht: „In meiner Jugend habe ich viel geraucht und heute rauche ich noch ab und an. Das mit der gesunden Ernährung ist so eine Sache... Ach wissen Sie, ich arbeite so viel, da komme ich gar nicht immer zum Sport. Im Großen und Ganzen versuche ich gesund zu bleiben.“

Das heißt, ich würde feststellen, dass der Arzt unter Umständen auch nicht so "perfekt" ist wie ich vielleicht gedacht habe und dass er dies zur Ausübung seines Berufes auch nicht sein muss.

So ähnlich ist es auch mit den Erwartungen, die man vielleicht an uns als Coach stellt. DAs geht nicht nur meinen Kolleginnen und Kollegen so sondern auch schon den TeilnehmerInnen unserer Coaching-Ausbildung.

Es kann immer sein, dass Menschen zu uns kommen, die eine sehr hohe Erwartung an uns haben. Und die glauben bzw. hoffen, wir wären im Privatleben genauso professionell wie im Job. Das ist natürlich ein erstrebenswertes Ziel. Doch setzt hier unsere Reflexionsfähigkeit ein, die uns immer wieder aufzeigt in welchen Bereichen wir noch besser werden können. Wahrscheinlich haben wir als Coaches eine Menge Handwerkszeug dabei das uns in vielen Situationen helfen kann. Das bringt die Arbeit so mit sich.

Doch halte ich es für menschlich, im Privatleben nicht ständig perfekt kommunizieren und jede Situation im Griff haben zu müssen. Es gibt doch bei jedem Menschen Situationen, die einen persönlich so treffen, dass wir einfach mal mit jemandem streiten möchten ohne Verständnis für die Meinung des anderen.

Das darf einfach mal sein, solange wir hinterher darüber reflektieren... ;-)

Samstag, 25 März 2017 14:00

Coaching versus Beratung

Ziele treffen im coachingWann ist eigentlich genug „gelabert“?

Letzte Woche fand der Info-Abend zu unserer nächsten Coaching-Ausbildung im September 2017 statt. Im Rahmen des Abends demonstrierten mein Kollege und ich in einem Rollenspiel, wie aus unserer Sicht ein Coach professionell oder weniger professionell auf seinen Klienten eingehen kann.

Dies führte zu einer lebhaften Diskussion, was denn nun „richtiges“ bzw „falsches“ Coaching sei. Ich habe mir daraufhin nochmal Gedanken zu meiner eigenen Coaching-Praxis gemacht. Diese möchte ich gerne mit Dir teilen und bin schon jetzt gespannt, auf Deine Meinung.

 

Coaching von Anfang an

Ich habe damals in meiner Coaching-Ausbildung gelernt, dass es für meine Klienten und den damit verbundenen Coaching-Prozess wichtig und „richtig“ ist, dem Klienten Selbstverantwortung zuzuschreiben. Das heißt, er ist für das Ergebnis des Prozesses selbst verantwortlich. Ich kann ihn auf seinem Weg „nur“ unterstützend begleiten. Dabei bin ich selbstverständlich wertschätzend und empathisch. In keiner Weise mache ich ihm Vorschriften oder erteile Ratschläge. Ich stelle geschickte Fragen, die den Klienten zum Nachdenken anregen, so dass er sich die Lösung des Problems selbst erarbeiten kann.

So weit, so gut. Nur, muss das in dieser Weise wirklich für alle Klienten gelten? Da wir doch auch gelernt haben individuell auf unsere Klienten einzugehen, muss es doch nicht zwangsläufig für jeden Klienten hilfreich sein, seine Geduld mit endlosen Fragen zu strapazieren. Dies soll nicht negativ klingen, weiß ich sehr wohl um die Kraft von Fragen zum richtigen Zeitpunkt. Nur, kann es nicht auch im Sinne des Coaching-Prozesses hilfreich sein einen Klienten provokativ herauszufordern und damit vom gewohnten Schema abzuweichen?

Ein Coaching-Fall aus der Praxis:

Dazu ein Beispiel aus meiner Coaching-Praxis. Ich wurde von einer Firma beauftragt ein Business-Coaching mit einer Führungskraft durchzuführen. Es ging darum, das Führungsverhalten zu „verbessern“, da es mehrfach Kritik aus dem Team gab. Von Anfang an war klar, dass wir ziemlich schnell auf den Punkt kommen mussten, denn bekanntlich ist Zeit Geld und das Budget für den Coaching-Prozess war von Anfang an begrenzt. Jetzt kann man natürlich sagen, dass dies doch immer der Fall ist und wir bestrebt sind, möglichst schnell zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Doch sieht es in der Praxis etwas anders aus, wenn einem der Auftraggeber gleich zu Beginn zu verstehen gibt, dass das Coaching nicht dafür genutzt werden soll die Lebensgeschichte der Führungskraft zu bearbeiten… Ich machte daraufhin den Vorschlag eine Mischung aus Beratung und Coaching anzuwenden was in diesem Fall gut geheißen wurde.

Nach relativ kurzer Zeit war klar, dass die Führungskraft klare Verhaltensvorschläge von mir hören wollte und kein „Eiern“ um sein Problem als Führungskraft. Einerseits war sie schon an Selbstreflexion interessiert doch anderseits wollte sie neue Verhaltensmuster ausprobieren und sehen, ob sich damit Erfolge verzeichnen lassen. Nun hätte ich hier natürlich nachfragen können, „Welche Situationen wie diese hat es schon mal gegeben und wie sind Sie dann erfolgreich damit umgegangen?“, oder so ähnlich. Alles gut und alles an passender Stelle sinnvoll. Nur in diesem Fall war es meinem Klienten wichtig, Ideen an die Hand zu bekommen, wie sich das Verhalten gegenüber den Mitarbeitern und damit die Stimmung im Team konkret verbessern ließe. Zusätzlich hatte er Druck von Seiten seines Vorgesetzten. Auch hier musste er Ergebnisse liefern.

Ehrlich gesagt, konnte ich das Anliegen meines Klienten (und seines Chefs) sehr gut verstehen. Die Luft im Team brannte und auch die Führungskraft hat gemerkt, dass sie so manche Situation durch entsprechendes Verhalten entschärfen könnte. Nur leider fehlte ihr hier das notwendige Handwerkszeug. Ich bin somit seiner Bitte gerne nachgekommen und wir haben gemeinsam Lösungsideen erarbeitet, die ihm tatsächlich weitergeholfen haben. 

Nicht immer ist es also notwendig im Coaching das gesamte systemische Repertoire zu nutzen. Manchmal möchten Klienten tatsächlich einen Ratschlag. Und, was wäre ich für ein Dienstleister, wenn ich die Bedürfnisse meiner Klienten nicht ernst nehmen würde? Schließlich zahlen sie (bzw. ihre Firma) für das Coaching bzw. die Beratung.

Praktische Klärungshilfe auf Augenhöhe

Das heißt, in diesem Fall benötigte jemand praktische Klärungshilfe und keine intellektuellen Fragetechniken, bei denen einem schon beim zuhören schwindlig werden kann ;-) („Wenn ich Ihre Frau fragen würde, wie Ihre Tochter Sie als Vater sieht. Was würde sie mir antworten?“). An anderer Stelle haben diese zirkulären Fragen absolut ihre Berechtigung. Doch, wie schon gesagt, macht es aus meiner Sicht Sinn, sich klar auf den jeweiligen Klienten und sein Anliegen einzustellen.

Wäre ich auf seinen Wunsch nach Beratung und klaren Handlungsstrategien nicht eingegangen, hätte er wahrscheinlich nach ein paar Sitzungen abgebrochen, da es ihm nicht effizient genug wäre. Und was hätte ich davon gehabt? Einen unzufriedenen Kunden und das Gefühl als Coach versagt zu haben. So waren wir beide am Ende zufrieden. 

Ich habe damals aus diesem Beispiel gelernt, dass es wichtig ist flexibel zu bleiben. Nicht nur in seinem Methodenrepertoire sondern in seiner grundsätzlichen Herangehensweise. Auch wenn ich es für sinnvoll halte, wenn jemand seine Lösungen selber erarbeitet, muss es nicht für jeden Coaching-Klienten so sein. Es kann sehr erhellend sein festzustellen, wie effektiv ein Coaching bzw. eine Beratung sein kann, wenn man dem Klienten tatsächlich auf Augenhöhe begegnet und sich seiner Welt des Denkens anpasst. Schließlich geht es um das Wohl des Klienten. Auch ist es sowohl für die Beziehung zwischen Coach und Klient, als auch für das Verständnis des Prozesses hilfreich, die Klienten zu Beginn des Coachings über den Unterschied zwischen Coaching und Beratung aufzuklären, so dass dieser entscheiden kann was ihm wichtig ist.

Aus meiner Sicht wird Coaching manchmal etwas zu weich gespült. Da gibt es viele intellektuelle Luftschlösser, die entdeckt werden wollen, doch wird dabei manchmal die praktische Anwendung vergessen. An dieser Stelle würde ich mir wünschen, dass der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt.

Harte Samthandschuhe

Vielleicht hört es sich hart an, aber oftmals ist das Leben genau so. Vor allem das Berufsleben. Hier wird nicht nur „weich gespült“. Hier müssen klare Fakten auf den Tisch und spürbare Veränderungen sichtbar werden.

Doch Vorsicht! Die eben beschriebene Vorgehensweise sollte nicht mit der „Holzhammer-Methode gleich gesetzt werden. Es geht nicht darum, einem Klienten mal so richtig die Meinung zu „geigen“ und zu zeigen wer hier das Sagen hat. Es ist absolut nichts gegen intellektuellen Anspruch oder Theorienvielfalt und ein breites Methodenspektrum zu sagen. Je versierter, desto besser. Aber ein effektiver Coaching-Prozess benötigt die richtige Dynamik zwischen Pacing und Leading, zwischen Problem und Lösung, zwischen Theorie und Praxis.

Es gibt einfach Klienten, die können mit der vielen Fragerei nichts anfangen und sind schnell davon genervt. Da nützt es nichts zu sagen: „Aber es wäre jetzt wirklich sinnvoll, wenn wir uns das in Ruhe ansehen.“ Er will eine kompetente und konkrete Unterstützung, ein schnelles Coaching, vielleicht eine Beratung; am Ende eine nachhaltige Lösung. Und er will aktiv herausgefordert werden, dafür bezahlt er uns schließlich. Wir dürfen dann auch mal Feedback geben und vor allem – ganz menschlich – auch mal unsere Meinung anbieten. Die meisten Klienten mögen es, wenn sie mal wohlwollend provoziert werden. Das führt sie ebenfalls zur Selbstreflexion und zum Nachdenken über ihre aktuellen Verhaltensmuster. Ob das an dieser Stelle Coaching oder Beratung genannt wird, ist unerheblich. Wesentlich ist, dass sich unsere Klienten von uns verstanden fühlen und spüren, dass wir unser Handwerkszeug verstehen. Das gibt ihnen Sicherheit.

Wie denn jetzt coachen?

Ich bin der Diskussion von unserem Info-Abend zur Coaching-Ausbildung sehr dankbar, hat sie doch den Interessenten nochmal gezeigt, wie facettenreich unsere Arbeit als professionelle Coaches sein kann und auch gesehen wird.

Wichtig ist für mich, meine Arbeit beherzt anzugehen. Unbequem zu sein, da wo es meiner Meinung nach sinnvoll ist, Fragen zu stellen, die den Klienten herausfordern, den Coaching-Prozess klar zu führen um dem Klienten Sicherheit zu geben; und zu spüren wann es sinnvoll ist praktische Ratschläge intellektuellem Philosophieren vorzuziehen.

Jetzt ist mir natürlich Deine Meinung wichtig. Was hältst Du davon ab und wann etwas direktiver als gewohnt zu agieren?

Freitag, 17 Februar 2017 16:16

Coaching-Ausbildung oder Erdbeerjoghurt

Entscheidungshilfe Coaching FrankfurtDrei Entscheidungshilfen, die Dir garantiert schmecken werden

1, 2 oder 3, Du musst Dich entscheiden, drei Felder sind frei... So sang schon Michael Schanze in der beliebten Quizsendung in den 80ern. Doch welches Feld wähle ich...

„Wer nicht selbst entscheidet, für den wird entschieden.“ 

Dieses geflügelte Wort bringt das Wesen der Entscheidung auf den Punkt. Man kann selbst entscheiden oder es anderen überlassen – doch schlussendlich wird sie von irgendwem getroffen. Hirnforscher gehen davon aus, dass wir pro Tag circa 20.000 Entscheidungen treffen, kleine wie große.

Dazu eine Frage aus dem Alltag? Wann warst Du das letzte Mal in einem Supermarkt um Joghurt zu kaufen? Wenn Du nicht gerade zu den Traditionalisten gehörst und immer den gleichen Joghurt wählst, findest Du Dich vor einer quasi unüberschaubaren Auswahl wider. Ich möchte Dich verschonen und werde nicht alle Sorten, die mir jetzt so einfallen aufzählen. Mir geht es mittlerweile so, dass ich nur noch Naturjoghurt, cremig gerührt versteht sich, kaufe und alles andere ausblende. Angesichts der riesigen Auswahl, fühle ich mich, ehrlich gesagt, überfordert. Meine Konsequenz habe ich gezogen und mich entschieden, nämlich für die, wie ich finde, einfachste Variante. 

Dies ist natürlich ein recht banales Beispiel und ich weiß nur zu gut, dass es mit Entscheidungen nicht immer so einfach ist. Du darfst Dich zum Beispiel zwischen zwei Jobangebot entscheiden. Du möchtest Dich zwischen verschiedenen Weiterbildungen entscheiden oder auch für eine von mehreren Coaching-Ausbildungen. Damit Du es zukünftig leichter hast, möchte ich Dir später drei Entscheidungshilfen aufzeigen.

OK, Entscheidungen treffen fällt also zunehmend schwerer. Dies ist zumindest mein Eindruck. Und dabei ist es egal ob ich mich mit Freunden unterhalte, die ein Haus bauen möchten, mit einem jungen Coaching-Klienten der vor der Berufswahl steht oder mit Interessenten für unsere Coaching-Ausbildung. Allen gemein ist, dass sie eine für sich richtungsweisende Entscheidung treffen möchten aber nicht wissen, wie sie dabei vorgehen können. Hinzu kommt, dass jeder eine optimale Lösung möchte. Ein Lösung, mit der er oder sie auch noch in 10 Jahren glücklich sein kann. Ein nachvollziehbarer Wunsch, keine Frage.

Vielleicht liege ich falsch, aber ich bin zutiefst davon überzeugt, dass sich die Menschen noch vor ca. 10 - 15 Jahren leichter für oder gegen etwas entschieden haben. Doch woran mag das liegen?

Coaching-Ausbildungen wie Sand am Meer

Zum einen glaube ich, liegt es tatsächlich an der immensen Auswahl, die es zu allem und jedem gibt. Wenn ich, z. B. daran denke, wie viele Coaching-Ausbildungen es mittlerweile gibt.... Als ich mich 2006 für eine Coaching-Ausbildung interessierte, habe ich mir eine kleine Entscheidungsmatrix angelegt, habe diese mit den Kriterien belegt die mir wichtig waren, wie z. B.:

  • Preis
  • Preis/Stunde
  • Gesamtstundenanzahl
  • Gruppengröße
  • Methode
  • Besonderheiten
  • Abschluss
  • Ort

Dann habe ich mir fünf Ausbildungsinstitute rausgesucht und meine Entscheidungsmatrix mit den entsprechenden Kriterien gefüllt. Anschließend habe ich von den fünf Instituten drei in die engere Wahl genommen. Bei diesen habe ich angerufen um mir einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Das war für mich das Wichtigste! Damit und mit meinen Kriterien konnte ich mich zügig entscheiden. Heute sieht es anders aus, da die Anzahl der Coaching-Ausbildungen enorm zugenommen hat und es schon schwierig ist sich auf fünf zu begrenzen.

Neulich fragte eine Interessentin für unsere Coaching-Ausbildung, ob ich ihr sagen könnte, wie sie sich entscheiden solle. Mein spontaner Rat war, den persönlichen Kontakt zu den zukünftigen Lehrcoaches zu suchen, wie sie es bei uns ja gerade getan hat, um sich, wie oben schon erwähnt, einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Schnell wird sie merken:

  • Wie sympathisch ist mir die Person?
  • Wie gut wird mir zugehört?
  • Wird sich ausreichend Zeit genommen?
  • Werden alle meine Fragen beantwortet?
  • Welches Bild von Coaching wird beschrieben?
  • Welche Besonderheiten in der Coaching-Ausbildung gibt es?
  • Doch neben der Riesenauswahl gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt:

Wo steckt die Nadel im Heuhaufen?

Zum anderen, meine ich, gibt es insbesondere durch das Internet, überall und zu jeder Zeit und zu jedem Thema die Möglichkeit sich zu informieren. Was ich einerseits total praktisch finde und auch rege nutze, kann aber auch ein echtes Hindernis werden. Nämlich das Hindernis eine Entscheidung zu treffen. Denn es könnte ja sein, dass ich noch nicht alle Informationen habe um mich entscheiden zu können. Und wer weiß, was mir bei B und C entgeht wenn ich mich für A entscheide? Hier könnten sich förmlich Verlustängste breitmachen. Denn, entscheide ich mich für A, muss ich mich gleichzeitig von B und C verabschieden. Doch am liebsten möchte ich alles!? 

Dies ist ein Phänomen, welches ich schon häufig beim Coaching von Berufseinsteigern feststellen konnte. „Ich könnte ja Umwelttechnik studieren“, höre ich da. „Aber will ich wirklich mein Leben lang in diesem Job arbeiten? Mhm, Jura würde mich auch interessieren, um für mehr Gerechtigkeit zu kämpfen, doch ist das nicht ziemlich spießig?“ Usw. usw. Auch hier erlebe ich die Schwierigkeit, aufgrund der Auswahlmöglichkeiten und einem irgendwie gearteten Anspruch auf eine perfekte „lebensandauernde“ Entscheidung. 

Unabhängig von den Konsequenzen neigen wir in der deutschen Kultur dazu, nicht optimale Entscheidungen zwangsläufig als Fehler einzustufen. Und Fehler sind –zumindest hierzulande – negativ besetzt. Dabei können vermeintlich „falsche“ Entscheidungen auch interessante Lernansätze sein und zu ganz neuen Erfahrungen führen.

Doch wie entscheide ich mich nun „richtig“?

Entscheidungen beschäftigen die Menschheit aber nicht erst seit gestern, und so wurden Methoden entwickelt, die Entscheidungen erleichtern können. Drei davon möchte ich Dir kurz vorstellen.

Welche davon Du ausprobierst, ist allerdings Deine Entscheidung ;-))

Sie werden übrigens auch in unserer Coaching-Ausbildung vermittelt. Dort allerdings etwas ausführlicher. Hier habe ich mich für die „Rezeptform“ entschieden um es einfach und griffig zu halten.

 

Übung 80.Geburtstag (von Lukas Niederberger)

Anzuwenden bei Orientierungslosigkeit oder biografischen Entscheidungen.

Vorgehen: Bewaffne Dich mit Stift und Papier und begib Dich an einen ruhigen Ort. Dort stelle Dir die folgenden Fragen: „Was würde mich an meinem 80. Geburtstag zum Weinen bringen, weil ich es erleben durfte oder weil ich es versäumt habe? Was möchte ich in einer Ansprache über mich und mein Leben hören?“

Leite daraus Dein Lebensziel ab und schreib es auf. Notiere Dir dazu auch die drei wichtigsten Werte in Deinem Leben.

Für die Zukunft: Bei künftigen Entscheidungen kannst Du Dich fragen: “Welcher der möglichen Wege führt mich eher an mein Lebensziel?“

 

Übung 10-10-10 (von Suzy Welch)

Anzuwenden bei Lebensentscheidungen aller Art.

Vorgehen: Es basiert auf drei scheinbar banalen Fragen:

Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung in zehn Minuten?

Welche Auswirkungen hat sie in zehn Monaten?

Welche Auswirkungen hat sie in zehn Jahren?

Wirkt simpel, doch diese Fragen können Entscheidungen – und deren Auswirkungen – relativieren und ins rechte Licht rücken. 

Für die Zukunft: Ist eine Entscheidung in zehn Monaten – oder gar Jahren – wirklich noch relevant? Wenn nicht, ist sie vielleicht auch aktuell gar nicht so wichtig.

 

Übung „Schwanger gehen“ (von Lukas Niederberger)

Anzuwenden bei richtungsweisenden Entscheidungen wie Jobwechsel, Wohnortwechsel, Trennung.

Vorgehen: Stell Dir vor, Du hast Dich für die mögliche Option A entschieden. Gehe dann drei, besser fünf Tage mit dieser Option „schwanger“. Lebe alleine mit dieser Vorstellung und lass für diese Zeit die anderen Optionen außer acht. Prüfe was dies mit Dir macht. Kommst Du zu innerer Ruhe, kommen Freude und Energie auf, dann kannst Du davon ausgehen, dass es die richtige Wahl ist. Schläfst Du aber schlecht und hast einen Knoten im Bauch, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die richtige Option. Wiederhole anschließend die Übung für die Varianten B und C. Mach Dir jeweils Notizen, die Du später miteinander vergleichen kannst.

Für die Zukunft: „Schwanger gehen“ ist anfangs nicht leicht, doch wenn Du es konsequent umsetzt, kommst Du zu recht zuverlässigen Entscheidungen.

Wie hast Du Deine letzte wichtige Entscheidung getroffen? Lass uns teilhaben, so dass wir Deinen Weg hier veröffentlichen können.

Katze im Sack

Wer sich als Coach etablieren möchte, hat es heute ungleich schwerer als noch vor 10 Jahren. Zwar hat Coaching mehr und mehr seinen Platz in der Gesellschaft gefunden, doch gibt es auch immer mehr "Wildwuchs".

So werden häufig Maßnahmen als Coaching bezeichnet, die für uns eher einer Fachberatung gleichzusetzen sind. Vielleicht hast Du bereits in unserem Buch "Jetzt werde ich Coach!" gelesen, was Coaching für uns bedeutet.  Um heute von seiner Profession gut leben zu können, ist es für die meisten Coaches von Nöten sich ein zweites, besser ein drittes Standbein aufzubauen. Durch die Vielzahl an Coaches, die sich am Markt tummeln, wird es nicht nur für uns schwerer sondern auch für unsere Kunden. Diese müssen nämlich aus der Vielzahl der Angebote jenes raussuchen, dass ihnen die bestmögliche Lösungsoption anbietet.

Doch wie können wir uns von der Masse abheben bzw. dem Kunden das Gefühl geben, dass er bei uns richtig ist? Ein Thema, dass nicht nur die Teilnehmenden unserer Coaching-Ausbildung weit über die Ausbildung hinaus begleitet.

Als Coaches verkaufen wir kein greifbares Produkt. Unsere potentiellen Kunden können unsere „Ware“ nicht anfassen, nicht testen. Es gibt auch keine Umtauschgarantie und keine Rückgabemöglichkeit. Das heißt, unsere Kunden geben uns einen riesigen Vertrauensvorschuss, wenn sie bei uns ein Coaching buchen und wir müssen ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht „die Katze im Sack“ kaufen.

Aufgrund dieser Unwägbarkeiten für den Kunden, darf es uns nicht wundern, wenn die Kaufentscheidung zögerlich ist bzw. sehr lange dauert. Doch wie können wir es anstellen, unseren Kunden möglichst umfassend das Gefühl zu geben, dass sie bei uns genau richtig sind?

Da viele unserer Kunden über unsere Website auf uns aufmerksam werden, gilt es hier alles dafür zu tun das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Doch was gehört dazu?

Die eigene Coach-Biografie

Zunächst einmal ist es wichtig die eigene Biografie zu beschreiben. Diese zeigt unsere bisherige Lebens- und Berufserfahrung und nicht selten suchen sich Klienten Coaches aus einem ähnlichem Berufsfeld, da dies eine gewisse Feldkompetenz erwarten lässt. Ich habe z. B. viele Jahre Softwaretrainings gegeben, bevor ich zusätzlich Coach wurde und nicht selten buchen mich Menschen aus dem IT-Sektor oder auch Projektmanager. Natürlich nicht ausschließlich aber eine gemeinsame Sprache kann die Kommunikation deutlich erleichtern.

Deine Coaching-Ausbildung

Aus der Biografie sollte nicht nur die Ursprungsausbildung bzw. das Studium hervorgehen, sondern auch Deine  Coaching-Ausbildung und wie lange Du schon als Coach arbeitest. In einem anderen Artikel (Link) haben wir uns schon mal mit dem Thema Zusatzausbildungen für Coaches beschäftigt und dafür plädiert nicht jedes Wochenendseminar aufzuführen. Diese Einstellung bleibt auch bestehen. Versetze Dich in die Lage potentieller Klienten und überlege Dir welche Information tatsächlich relevant ist. Interessanter als jeder einzelne Workshop ist für viele Klienten wie lange Du bereits als Coach arbeitest. Dies ist natürlich leichter zu schreiben, wenn man bereits einige Jahre Praxiserfahrung hat, als wenn man gerade angefangen hat. Hier kann es helfen Berufserfahrungen zu beschreiben, die die notwendige Feldkompetenz unterstreichen.

Dein Coaching-Thema

Die Klienten interessiert weiterhin auf welche Probleme Du Dich spezialisiert hast. Es gibt nicht den „Nur“-Coach. Ich habe mich z. B. auf die Themen Konflikte, Entscheidungen und Stressmanagement spezialisiert. Darum ranken sich natürlich viele Unterthemen wie persönliche und berufliche Neuorientierung, Führungsverhalten, Konflikte am Arbeitsplatz usw. Optimal ist es, wenn Deine Klienten auf Deiner Internetseite erkennen können welche „großen“ Probleme sie mit Deiner Hilfe lösen können. Also, konzentrier Dich auf wenige Themen und mach Dich darin fit.

Weniger wichtig ist es in aller Regel die zur Anwendung kommenden Methoden bis ins Detail zu beschreiben. Die wenigsten Klienten interessieren sich dafür bzw. kennen sich damit aus.

Deine Arbeitsweise als Coach

Wichtiger ist es Deine grundsätzliche Arbeitsweise während des Coachings zu formulieren und zwar in einer Sprache, die Deine Coaching-Interessenten anspricht. Versuche Dich sprachlich abzuheben, in dem Du die Sprache Deiner Kunden benutzt und nicht irgendwelche abgedroschenen Phrasen von anderen Webseiten übernimmst. Versuche bei allem was Du schreibst, die Perspektive Deiner Kunden anzunehmen. Sie sind es, die Du überzeugen willst und deren Vertrauen Du gewinnen möchtest. Schreibe so konkret wie möglich. Das macht Deine Vorgehensweise anschaulich.

Zeige Deinen Kunden, dass Du etwas von dem Problem-Thema verstehst. Behandle dies eingehend auf Deiner Internetseite, damit die Lesenden erkennen können, dass Du Dich intensiv mit der Thematik beschäftigt hast und Dich auskennst. Erfolgreiche Fallbeispiele können das Bild abrunden.

Falls Du schon Artikel oder interessante Blogbeiträge zu „Deinen“ Themen veröffentlicht hast, solltest Du auch das erwähnen, da es Deine Kompetenz unterstreicht.

Professionalität ist gefordert

Nicht vergessen solltest Du, einen professionellen Umgang mit Deinen möglichen Klienten zu pflegen. Hier kann es Sinn machen, sich eine Routine zu überlegen, die Du dann auch einhältst. Dazu gehören solche Dinge wie. Wie schnell rufst Du zurück? Wie gut bist Du erreichbar? Wie viel Zeit möchtest Du Dir für ein Vorgespräch nehmen? Ist dies kostenfrei oder kostenpflichtig? Wie schnell erstellst Du ein Angebot?, usw. Dies sind alles Kriterien, die dazu geeignet sind ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen.

Damit Du Dich von Anfang an professionell aufstellen kannst, ist eine Coaching-Ausbildung auf jeden Fall ein notwendiger Basis-Baustein für Deine Karriere als Coach. Hier lernst Du nicht nur Methoden kennen, sondern lernst vor allem Dein Persönlichkeitsprofil zu schärfen. Doch neben persönlicher und fachlicher Kompetenz gehört zum Coach-Sein auch ein nicht zu verachtender Unternehmergeist dazu. Ansonsten verwässert Dein Angebot und bleibt doch die Katze im Sack, die sich nicht raus traut ;-)

Coaching-Ausbildung zur SelbstfürsorgeJetzt oder nie!

Kennst Du das?

„Eigentlich müsste ich mal wieder etwas für mich selber tun. Der Workshop im letzten Jahr war echt super. Warum mache ich das nicht öfters?“

„Heute bin ich wieder nur so von einem Termin zum nächsten gelaufen. Ich habe das Gefühl, dass mein Leben nur so an mir vorbei läuft. Ich müsste mal etwas tun das nur für mich ist…“

„Ich könnte im Job noch sehr viel besser sein, wenn ich lernen würde mit bestimmten Situationen besser umzugehen.“

Du kannst mir glauben, auch ich kenne das. Noch vor ca. 10 Jahren, ging es mir ähnlich. Hin und wieder habe ich einen Wochenend-Workshop oder ein Seminar besucht. Alle mit dem Grundgedanken, etwas für mich persönlich zu tun. Sie waren auch durchweg gut, und ich bin mit den besten Vorsätzen nach Hause gegangen. Nur habe ich gemerkt, dass ich es nicht so richtig geschafft habe, das Gelernte tatsächlich in meinen Alltag zu integrieren. Die ersten 1 – 2 Wochen nach den Kursen war ich hoch motiviert, doch dann kamen die alten Verhaltensmuster wieder zum Vorschein. Und ich kann Dir sagen, das hat mich ziemlich gewurmt. Ich habe mir dann viele Gedanken darüber gemacht, warum es wohl so schwierig ist etwas für sich selbst zu tun, wobei wir doch im Grunde genommen wissen was für uns gut ist.

Erst die Arbeit dann das Vergnügen – warum wir anderen häufig mehr Bedeutung schenken als uns selbst

Eigentlich ist es doch komisch. Jedem anderen würden wir raten. „Mensch mach doch einfach mal was für Dich.“ „Lass doch mal Fünfe gerade sein.“ „ Nur wenn es Dir gut geht, kannst Du auch für andre da sein“ usw. Doch für uns selbst gilt das irgendwie nicht.

  • Da wird doch noch ein  geschäftlicher Termin vergeben, obwohl man abends zum Sport verabredet ist,
  • Da werden noch schnell die Mails erledigt, obwohl eigentlich Mittagspause ist
  • Der Kollegin wird die Erstellung der Präsentation abgenommen, da sie mit Power Point nicht so fit ist, obwohl der eigene Schreibtisch noch voll liegt
  • Auf das lange Wochenende wird verzichtet, weil der Sohn ein Fußballspiel hat
  • Usw, usw.

Sicherlich könntest Du die Liste fortsetzen.

Das Verrückte dabei ist, dass Du Dich in dem Moment wo Du Du Dich selber zurücknimmst, gleichzeitig gut und schlecht fühlst. Gut, weil Du etwas besonderes leistest, vielleicht über Deine Grenzen gehst, Dir also etwas zutraust, was Du eigentlich nicht wolltest; schlecht, weil Du weißt, dass genau das Dir auf Dauer nicht gut tut.

Versteh mich nicht falsch. Es kann durchaus sinnvoll sein, ab und zu seine Grenzen zu überschreiten, sonst würde es keine Entwicklung geben. Es geht eher darum, festzustellen, wann wirklich eine Grenze erreicht ist, die zu überschreiten nicht mehr gesund ist.

Ich glaube, hier spielen zwei Aspekte eine Rolle. Zum einen führt eine Grenzüberschreitung in aller Regel zu Anerkennung von außen, die den meisten Menschen wichtig ist. Sei es, dass der Chef einen lobt, dass man noch dies oder jenes geschafft hat oder die Kollegin ein „Du bist doch die Beste“ säuselt. Für derartige Belobigungen sind die meisten Menschen sehr empfänglich. Selber lobt man sich ja nicht so oft ;-) Zum Zweiten fällt es uns meist leichter gegenüber sich selbst ein schlechtes Gewissen zu haben als gegenüber anderen. Wer enttäuscht schon gerne andere??

Das heißt, wir sind in aller Regel sehr viel besser darin, uns und unsere Bedürfnisse hinten anzustellen als die Bedürfnisse anderer Menschen.

Wo bleibe ich selbst dabei?

Ich weiß nicht wie es Dir dabei geht aber bei mir hinterlässt es dann doch einen unterschwellig bitteren Geschmack, wenn ich mir etwas für mich vorgenommen habe und es nicht eingehalten habe. Es bleibt immer so das Gefühl zurück, als ob ich mich selber nicht ernst, nicht wichtig nehmen würde. Das wiederum kann dazu führen, dass sich mein Selbstbild und damit mein Selbstwert verschlechtern.

Auch vor 10 Jahren war ich mir bewusst, dass dieses Verhalten nicht gut für mich war. Ich wusste aber nicht so recht wie ich wirklich dauerhaft etwas ändern kann. Schließlich wollte ich mich auch nicht zu einem Egomanen entwickeln, der nur an sich selbst denkt.

Über verschiedenste Wege bin ich dann zu meiner Coaching-Ausbildung gekommen, die ich eigentlich gebucht habe um mich beruflich weiter zu entwickeln. Dort habe ich damals zum ersten Mal etwas von Glaubenssätzen gehört und wie sie uns und unser Leben beeinflussen können. Das besondere aber war, dass ich nicht nur theoretisch etwas über Glaubenssätze gelernt habe, sondern auch praktisch gelernt habe sie zu erkennen und zu verändern und zwar nachhaltig. Das hat mir sehr geholfen.

Hier habe ich auch verschiedene Kommunikationsmodelle und den Umgang damit erlernt. Außerdem ist mir bewusst geworden, welchen Einfluss mein Verhalten auf meine Umwelt hat und durfte feststellen, dass schon eine kleine Veränderung bei mir, große Veränderungen in meinem Umfeld bewirken können. Überhaupt war es eine großartige Möglichkeit, viel über mich und meine Wirkung auf andere zu lernen.

Diese Erkenntnisse konnten aber nur dadurch ihre Wirkung zeigen, dass ich regelmäßig Feedback durch die anderen Teilnehmer der Coaching-Ausbildung erhielt. Ein weiterer wichtiger Punkt, der die Nachhaltigkeit unterstützt hat, war die Dauer der Ausbildung. Ich habe gemerkt, dass es ein großer Unterschied ist, ob ich ein Wochenendseminar besuche oder eine mehrmonatige Ausbildung mit einem festen Teilnehmerkreis. In einem solchen Rahmen, in dem Vertrauen eine große Rolle spielt, ist echte Selbsterfahrung möglich.

Diese Erfahrung war für mich Gold wert. Somit hat die Coaching-Ausbildung mich nicht nur beruflich sondern auch persönlich einen großen Schritt weiter gebracht. Soweit, dass ich mit meinem Kollegen Peter, selber Coaches ausbilde um die gemachten Erfahrungen weiter zu geben.

Vielleicht bist Du ja auch gerade an dem Punkt an dem Du sowohl etwas für Deine berufliche als auch für Deine persönliche Entwicklung tun möchtest. Worauf also noch warten? Schau Dich doch einfach mal um, welche Möglichkeiten es gibt. Und wenn Du etwas über unsere Coaching-Ausbildung erfahren möchtest, freuen wir uns, von Dir zu hören.

 

tulips 175605 1280Diese tiefgründige Frage wurde uns von einer Interessentin unserer Coaching-Ausbildung während unseres Info-Abends in der letzten Woche gestellt.

Ich finde diese Frage derart wichtig, dass ich ihr diesen Blogbeitrag widmen möchte. Denn klar, wenn jemand eine Weiterbildung machen möchte, ist es nicht nur legitim, sondern darüber hinaus sinnvoll, sich Gedanken zu machen, was man hinterher damit anstellt.

Es hat sich wahrscheinlich herumgesprochen, dass es mittlerweile sehr viele Coaches gibt und der Begriff inflationär für alle möglichen Formen der Beratung „missbraucht“ wird, die aber nicht wirklich etwas mit Coaching zu tun haben. Doch unabhängig davon, gibt es auch viele seriös arbeitende Coaches. Die einen erfolgreich, die anderen weniger. Erfolgreich sind in aller Regel diejenigen, die ihre Nische gefunden haben, sprich, die sich spezialisiert haben. Nur, wie kommt man zu seiner Nische?

Diese fällt in aller Regel nicht vom Himmel, sondern muss erarbeitet werden. Am besten in Form eines Konzepts. Doch zunächst möchte ich Dir ein paar Tipps als Vorüberlegung an die Hand geben. Am besten schreibst Du Dir Deine Überlegungen gleich auf, dann musst Du Dir die Gedanken nicht zweimal machen.

1. Tipp: Schau auf Deine Berufserfahrung

Zu Beginn kannst Du Dir über Deine Berufserfahrung im Klaren werden. Welche Ausbildung/Studium hast Du absolviert? In welchen Bereichen hast Du bisher gearbeitet? Wo bzw. wie arbeitest Du aktuell? Auf wie viele Jahre Berufserfahrung blickst Du zurück?

Aus diesen Überlegungen kann sich unter Umständen schon eine Idee für eine Zielgruppe ergeben. Hast Du zum Beispiel sechs Jahre im Support des IT-Bereichs gearbeitet und warst richtig gut, kennst Du die Probleme der Kollegen. Du weißt welche Krisen bzw. Konfliktherde es geben kann. So könntest Du Dich als freiberuflicher Coach an Mitarbeiter aus dem Support wenden und ihnen Unterstützung bei der Bewältigung ihrer täglichen Probleme anbieten.

Dieses kleine Beispiel soll nur zeigen, dass es Sinn machen kann, wenn Du Dich an dem orientierst was Du schon kannst. Darin hast Du eine gewisse Feldkompetenz, wie man so sagt, und bist im fachlichen sattelfest. Da hat den Vorteil, dass Du die gleiche Sprache wie Dein Klientel sprichst, was sehr zur Vertrauensbildung beitragen kann.

2. Tipp: Schau auf Deine Lebenserfahrung

Zusätzlich zu Deiner Berufserfahrung, hast Du Lebenserfahrung gesammelt. Nicht selten steckt hinter dem was Du so alles im Leben erlebt bzw. gelernt hast ein Riesenpotential aus dem Du schöpfen kannst. Überlege Dir welche Hobbies Du hattest oder immer noch hast. Was hat Dich schon immer interessiert und was überhaupt nicht. Wofür hast Du Dich bereits engagiert? In welchem Verein oder welcher Organisation warst Du aktiv? Sich über all diese Dinge Gedanken zu machen, kann helfen ein Thema zu finden, in dem Du Dich sicher fühlst und bei dem Du anderen vielleicht helfen kannst.

3. Tipp: Sei mutig. Werde, der Du bist!

Viele Coaching-Einsteiger machen den Fehler und schauen bei der Erstellung ihres Konzepts, wenn sie denn überhaupt eines erstellen, ständig nach anderen. Wie macht denn X das? Welche Themen bietet Y an? Wie hat Z seine Website aufgebaut? Usw. Natürlich kann es nicht schaden, sich grob zu orientieren, doch kann es passieren, dass Du Dich dabei so sehr auf die Anderen konzentrierst, dass Du Dich selber aus den Augen verlierst. Also, sei mutig und gehe Deinen eigenen Weg und zwar von Anfang an. Das ist nicht immer leicht und Dir wird unter Umständen viel Gegenwind entgegen geblasen werden, doch am Ende musst Du mit Deinen Überlegungen und Deinem Konzept arbeiten und niemand anderer.

4. Tipp: Finde Deinen eigenen Stil

Dies schließt direkt an Tipp 3 an. Nur wenn Du Dich traust, so zu arbeiten, wie Du es für richtig hältst, bist Du authentisch. Versuche nicht den Stil anderer Coaches zu imitieren. Hiermit ist der eigentliche Arbeitsstil gemeint, also was ist Dir im Umgang mit Deinen Kunden wichtig? Duzt Du oder Siezt Du? Welche Honorarstruktur hältst Du für sinnvoll? Welche Methoden liegen Dir usw. Den eigenen Stil zu erlangen, dauert erfahrungsgemäß einige Zeit. Hierzu gehört auch herauszufinden, ob Du freiberuflich oder nebenberuflich Coaching anbieten möchtest. Vielleicht möchtest Du auch Coaching-Wissen bzw. –Können in Deinen Arbeitsalltag integrieren? Eine Coaching-Ausbildung die den Schwerpunkt auf Persönlichkeitsentwicklung legt, kann dabei helfen

5. Tipp: Erstelle Dein Konzept

Ohne schriftliches Konzept geht gar nichts. Dazu gehört natürlich noch viel mehr als die eben genannten Punkte. Sie stellen eine Basisüberlegung dar aber können dennoch helfen eine erste Idee zu entwickeln. Um als Coach erfolgreich sein zu können, ist es wichtig, dass Du Dir für Dein individuelles Konzept Zeit nimmst. In unserer Coaching-Ausbildung beginnen wir damit bereits im ersten Modul. So kann sich aus einer Idee über acht Monate ein handfester Plan erstellen.

Willst Du mehr über die Erstellung eines individuellen Coach-Konzepts erfahren, lies gerne in unserem Buch „Jetzt werde ich Coach!“ nach.

Wenn Du Fragen hast oder einen Kommentar schreiben möchtest, freuen wir uns von Dir zu hören.

statuettes-797942 1920Kennst Du das?

Du sitzt bei einem Unternehmen und präsentierst Dein Coaching-Angebot. Dein Gegenüber findet Deine Ausführungen durchaus interessant und fragt nach Deinen Honorarvorstellungen. Du hattest Dir fest vorgenommen dieses Mal tatsächlich einen Tagessatz von 1800 Euro zu nehmen. Denn schließlich bist Du von dem was Du tust überzeugt. Oder? Eine gemeine Stimme flüstert Dir zu: „Das ist viel zu viel. Das kannst Du nicht nehmen. Dann kriegst Du den Zuschlag nie. Wer sagt Dir denn, dass Du das überhaupt wert bist? Gib doch nicht so an.“ Du zögerst ein wenig, windest Dich und presst ein verhaltenes „Normaler Weise nehme ich 950 Euro“ heraus.

Dein potentieller Kunde spürt die Unsicherheit und sagt: „Das klingt nicht schlecht aber über den Preis lässt sich ja sicherlich noch reden, denn wir haben ein knappes Budget“.

"Mist, wieder verbockt", denkst Du vielleicht. Aber beim nächsten Mal klappt es bestimmt. Bist Du Dir sicher? Kannst Du zu Deinem Wert stehen?

Was bin ich eigentlich wert?

Trotz der vermeintlichen Niederlage enthält die Geschichte aber mindestens zwei positive Nachrichten.

1. Du bist nicht alleine. So wie Dir, geht es vielen Dienstleistern. Und...

2. Du kannst etwas ändern, und zwar Deinen Selbstwert

Doch das ist erst mal leichter gesagt als getan, zumal wir dazu neigen negatives Feedback deutlich höher zu werten als positives Feedback was für den Selbstwert nicht gerade förderlich ist.

Doch mal ehrlich. Wenn Du Dich bzw. Deine Arbeit nicht für wertvoll erachtest, warum sollten es Deine Kunden tun?

Durch Deine Ausbildung zum Coach und sicher auch durch Deine Lebenserfahrung weißt Du bereits, dass das was Du über Dich selber denkst sich auf Dein Auftreten und damit auf Deine Gesprächspartner überträgt. Das heißt, wenn Du von Dir und Deiner Arbeit überzeugt bist, wirst Du Dich auch so verhalten. Dies wird von Deinem Umfeld wahrgenommen und es wird entsprechend reagieren. Genau umgekehrt wird es sich verhalten, wenn Du Unsicherheit ausstrahlst weil Du selber nicht 100 prozentig überzeugt bist.

Darum ist es quasi unerlässlich an Deinem Selbstwertgefühl zu arbeiten, wenn Du Dein Einkommen steigern möchtest, bzw. wenn Du ein Einkommen erzielen möchtest, dass den Wert Deiner tatsächlichen Arbeit abbildet.

Der Coach muss sich selbst vermarkten

Doch, was macht es eigentlich so schwer ein reelles Honorar zu verlangen? In unserer Coaching-Ausbildung sprechen wir häufig mit unseren Ausbildungsteilnehmern über diese Thema. Schnell kommen wir dann auf den Punkt. Es ist so schwierig, weil man quasi sich selbst vermarkten muss. Das heißt, bei der Vermarktung eines Coachings geht es sehr um die Person Coach und nicht um ein materielles Produkt. Dabei kommen schnell Fragen auf wie: Stimmt die „Chemie“ zwischen dem Kunden und mir? Stimmt die Wellenlänge? Kann ich durch meine Persönlichkeit überzeugen? Kann ich mich entsprechend präsentieren?

Das heißt, die „Person Coach“ ist schwieriger an den Mann zu bringen als z. B. eine Flasche Wein. Wenn diese dem Kunden nicht schmeckt, beschwert er sich vielleicht beim Verkäufer. Es geht aber um die mangelhafte Qualität des Weins und nicht um die mangelhafte Persönlichkeit des Verkäufers. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Und da kommt eben wieder der Selbstwert ins Spiel.

Wenn Du einen geringen Selbstwert hast denkst Du bezogen auf das Honorar vielleicht: “Wenn das Honorar nicht so hoch ist, dann wird sich der Kunde vielleicht nicht beschweren, da er nicht viel Geld bezahlt hat und er vielleicht auch nicht so eine hohe Erwartung hat. Du merkst, hier gibt es ziemlich viele „Vielleicht“.

Wäre es nicht toll, wenn Du zu Dir und Deiner Leistung stehen könntest, so dass Du ein Honorar nehmen könntest das Du auch verdient hast?

Wenn Du es schaffst, Deinen Selbstwert auf ein gesundes Maß zu steigern, wird sich auch automatisch Dein Honorar erhöhen. Ein gesunder Selbstwert ist einer der wichtigsten Faktoren für Deinen unternehmerischen Erfolg.

Feste Preise – Festes Einkommen

Eine kleine Hilfe für Verhandlungen kann eine feste Preisstruktur sein. Du könntest Dir Zeit nehmen und ganz genau überlegen welches Honorar Du für welche Leistung verlangen wirst. Und zwar IMMER, ohne Ausnahme. Diese Maßnahme steigert zwar nicht direkt Dein Selbstwertgefühl, es schützt Dich aber davor „rumeiern“ zu müssen, wenn es um Honorarverhandlungen geht.

Den Selbstwert steigern – 5 Tipps

Möchtest Du aber daran arbeiten Deinen Selbstwert zu erhöhen, möchte ich Dir hier 5 Tipps geben, die Dir dabei helfen können.

1. Mal angenommen...

Mal angenommen, Du hättest schon einen ausgeprägten Selbstwert. Wie würdest Du Dich fühlen? Wie würdest Du gehen, wie sprechen? Tu einfach mal so als hättest Du schon das Maximum an Selbstwert erreicht. Du wirst überrascht sein, wie sich Deine Körperhaltung, Deine Atmung und Dein Auftreten (gegenüber Deinen Kunden) verändern.

2. Kleider machen Leute

Es mag oberflächlich klingen. Doch auch Deine Kleidung hat Einfluss auf Deinen Selbstwert. Worin fühlst Du Dich wertiger, wenn Du zu einem Kunden gehst und welche Kleidung suggeriert Deinem Kunden Wert? Jeans und Turnschuhe oder etwas schickere Kleidung? Jetzt kannst Du natürlich sagen: „Das ist doch nur rein äußerlich und es zählen doch die inneren Werte und meine Überzeugungen. Außerdem will ich mich nicht verkleiden.“ Das ist natürlich alles richtig und Du solltest Dich auf keinen Fall verkleiden. Doch ein Kunden nimmt nun Mal zu erst Dein Äußeres wahr und urteilt danach. Und das in den ersten drei Sekunden Eures Kennenlernens. Ich behaupte, dass es Dir leichter fallen wird in gemäßigter Businesskleidung ein Tageshonorar von 1800 Euro zu verlangen als in Jeans und Turnschuhen.

3. Den inneren Kritiker verbannen

Oftmals entsteht ein geringes Selbstwertgefühl bereits in jungen Jahren durch kritische Äußerungen unserer Umwelt. Das können Eltern und Lehrer genauso wie Freunde sein. „Das schaffst Du nie.“ „Das hast Du doch noch nie gekonnt“. „Lass das besser sein. Das ist nichts für Dich“ usw. Irgendwann gehen diese Stimmen nach innen und werden zu unseren eigenen Gedanken über uns. Versuch Dir bewusst zu machen, dass diese Urteile von außen nichts mit Deinem eigenen Selbstwert zu tun haben.

Lerne deshalb Dir täglich mehrfach vor dem Spiegel etwas Nettes zu sagen, am besten laut. Zum Beispiel: „Jutta, Du bist großartig. Schön, dass es Dich gibt.“ Ein Lächeln kann das Ganze noch unterstützen J. Dies kann Dir anfangs sehr komisch vorkommen, da Du vielleicht nicht gewohnt bist so mit Dir zu sprechen. Du wirst aber schnell merken, wie gut Dir das tut.

4. Den Tag positiv Revue passieren lassen

Wenn Du abends im Bett liegst und den Tag Revue passieren lässt, lenke Deine Aufmerksamkeit auf das was Dir gut gelungen ist. Und sei Dir sicher: Es gibt jeden Tag etwas Positives!!! Jede Kleinigkeit zählt.

5. Listen, Listen Listen

Wenn Du Dich eher zu den kognitiven Menschen zählst, erstelle Dir 3 Listen: Eine Liste enthält alle Eigenschaften, die Du an Dir magst (mindestens 10!). Die zweite Liste enthält alle Eigenschaften, mit denen Du leben kannst und die dritte Liste enthält alle die Du an Dir nicht magst bzw. die Du gerne verändern möchtest. Dann nimm Dir die dritte Liste vor und formuliere zu jeder Eigenschaft, die Du ändern möchtest einen Satz nach dem Muster: „Obwohl ich („schlechte Eigenschaft“) bin, nehme ich mich an und bin es wert geliebt zu werden.

Vielleicht ist ja der ein oder andere Tipp dabei, der Dir hilft Dein Selbstwertgefühl zu steigern. Sicherlich ist Dir auch klar, dass ein gesundes Selbstwertgefühl nicht der alleinige Faktor für Deinen unternehmerischen Erfolg als Coach darstellt. Aber, wie gesagt, stellt er ein Fundament dar auf das sich aufbauen lässt.

Du musst ja nicht alle Tipps umsetzen. Aber greif Dir gleich einen heraus und teste ihn. Ich freue mich auf Deinen Erfahrungsbericht.

 Weiterbildung

Nicht selten wird an uns die Frage gerichtet, wie es nach einer Coaching-Ausbildung weitergehen kann. Natürlich kannst Du direkt im Anschluss daran eine Weiterbildung nach der anderen machen. Du sammelst dabei viele Scheine, lernst viele Leute kennen und bekommst unter Umständen Ideen für weitere Seminare, die Du belegen „musst“. Nur leider sammelst Du bei alldem nur wenig echte praktische Erfahrung. Also den Umgang mit Klienten. Im schlimmsten Fall fühlst Du Dich nach Deiner Vielzahl an Weiterbildungen immer noch nicht fit für die Praxis, weil Du ja noch diese oder jene Fortbildung unbedingt brauchst um wirklich loslegen zu können. „Tschuldigung“ aber das ist Blödsinn!! Mach das SO nicht!

Versteh mich bitte nicht falsch. Ich habe nichts gegen Weiterbildungen, ganz im Gegenteil! Ich finde nur, sie sollte zielgerichtet besucht werden und nicht auf Vorrat. Aus meiner bescheidenen Sicht ist es sinnvoll nach einer Coaching-Ausbildung zunächst Praxiserfahrung zu sammeln. Und mit einer soliden Coaching-Ausbildung kannst Du Dich auf jeden Fall auf den Markt trauen. Unter solide verstehe ich eine Ausbildung über mehrere Monate mit einem hohen Selbsterfahrungsanteil, viel Praxis und Zeit das Gelernte anzuwenden. Das ist für die spätere Arbeit essentiell.

Im Laufe der Praxis merkst Du recht schnell, welcher Bereich Dich besonders interessiert, bzw. in welchem Bereich Du Dich besonders wohl fühlst. Dann ist der Zeitpunkt gekommen über eine konkrete Weiterbildung nachzudenken.

Ich möchte Dir heute einfach mal zwei Weiterbildungen vorstellen, die sich aus meiner Sicht für einen Coach anbieten, der schon über eine gewisse Praxis verfügt und weiß wo er hinmöchte: Da wäre zum einen die

Trainer-Ausbildung

Vielleicht hat Dich im Rahmen Deiner Coaching-Ausbildung das ein oder andere Thema so begeistert, dass Du Dich näher damit beschäftigen möchtest, indem Du selber Seminare dazu anbietest. Vielleicht möchtest Du über Seminare auch Deinen Bekanntheitsgrad erhöhen oder Dir einen Expertenstatus aufbauen indem Du Dich auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisierst.

Wenn Du noch keine oder geringe Erfahrung im Umgang mit Gruppen, Methodik und Didaktik hast, kann eine Trainerausbildung eine gute Wahl sein. Hier lernst Du in aller Regel wie Du Seminare gestaltest, wie Du Lernprozesse moderierst und Gruppenprozesse steuerst. Darüber hinaus erfährst Du etwas über den Umgang mit Medien, über eine gelungene Art zu präsentieren und zu visualisieren.

Gegenüber einer allgemeinen Trainerausbildung gibt es auch Ausbildungen zu „speziellen“ Trainern, wie zum Beispiel Kommunikationstrainer oder Verhaltenstrainer.

Die Bandbreite bezogen auf Dauer und Kosten ist sehr groß. So kannst Du Dich in 3 Tagen oder 20 Tagen zum Trainer ausbilden lassen und dafür zwischen 250 und 650 Euro pro Tag bezahlen. Wie immer bei der Wahl einer Weiterbildung ist es wichtig Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen und mehrere Angebote einzuholen um diese miteinander vergleichen zu können.

Scheu Dich nicht Kontakt zu den jeweiligen Instituten aufzunehmen. So erhältst Du die gewünschten Informationen aus erster Hand.

Eine Weiterbildung, die in eine ganz andere Richtung geht ist die Ausbildung zum

Heilpraktiker, eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie (HP-Psych)

Während einer Coaching-Ausbildung erfährst Du einiges über psychologische Grundkenntnisse, lernst was Empathie und Wertschätzung bedeuten, übst viele verschiedene Interventionstechniken und lernst außerdem sehr viel über Dich und den Umgang mit anderen, psychisch gesunden, Menschen. Das ist das Stichwort und ich möchte an dieser Stelle kurz den Unterschied zwischen Coaching und Therapie erklären.

Die Basis ist bei beiden gleich: Eine gelungene Kommunikation und ein guter Rapport zum Klienten (also die Art und Weise, wie Du mit Deinen Klienten Kontakt aufnimmst und diesen hältst). Der wichtigste Unterschied zwischen beiden ist der, dass Du beim Coaching mit psychisch gesunden Menschen arbeitest. Das heißt, Du befasst Dich nicht mit der Behandlung psychischer Störungen. Im Gegensatz zur Therapie. Diese setzt eine Störung oder Erkrankung des Menschen voraus.

Das heißt, wenn Du Dein Arbeitsfeld um das der Psychotherapie erweitern möchtest, musst Du mindestens eine entsprechende Heilerlaubnis erwerben. Diese erhältst Du, indem Du eine entsprechende Prüfung vor Deinem zuständigen Gesundheitsamt ablegst.

Zur Vorbereitung auf diese Prüfung gibt es nun verschiedene Kursformen. Da es noch keine einheitlichen bzw. verbindlichen Ausbildungsrichtlinien gibt, erstellt jedes Ausbildungsinstitut sein eigenes Konzept.

Von Kursen in Teilzeit oder Vollzeit über Fernlehrgänge wird für jeden Bedarf etwas angeboten. Ähnliches gilt für den Preis. Dieser schwankt von ca. 1000 bis 2500 Euro und mehr. Je nach Dauer und Zusatzleistung. Manche Institute bieten neben der reinen Prüfungsvorbereitung noch weiterführende Module an. Diese zu buchen macht aber nur Sinn, wenn es der eigenen gewünschten Richtung entspricht. Sonst wird wieder auf Vorrat gelernt ;-). 

Der Heilpraktiker, eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie (HP-Psych), ist keine Unterform des Heilpraktikers. Sondern es handelt es sich um ein eigenständiges Berufsbild, da sich die genannte Beschränkung auf das Gebiet der psychischen Störungen bezieht und er keine organischen Leiden behandeln darf wie der Heilpraktiker.

Es war eine gewisse Zeit nötig um dieses Berufsbild in unser Gesundheitssystem zu integrieren, doch wird mittlerweile ein positiver Trend in Bezug auf die fachliche Anerkennung sichtbar. Das mag auch daran liegen, dass das Niveau der Prüfungen in den letzten Jahren deutlich angehoben wurde und man die Prüfung nicht so nebenbei machen kann.

Klar sein sollte Dir, dass Du als HP-Psych nicht mit der Krankenkasse abrechnen kannst, sondern dass Deine Klienten alles aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Die Heilerlaubnis zu besitzen, kann nicht nur Sinn machen wenn Du therapeutisch arbeiten möchtest, sondern auch um Grenzfälle, die Dir im Coaching begegnen können, besser einschätzen zu können und unter Umständen behandeln zu dürfen. Um verantwortungsvoll als Therapeut arbeiten zu können, solltest Du allerdings eine Ausbildung in einem Dich interessierenden Therapieverfahren anhängen!

Noch lange nicht alles

Neben diesen beiden genannten Möglichkeiten der Weiterbildungen gibt es natürlich noch mehr als eine Handvoll weiterer Ausbildungen, die für einen Coach sinnvoll sein können. Aber diese jetzt hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Und unabhängig von organisierten Weiterbildungen, sollte die eigene Professionalisierung Deiner Arbeit als Coach zu Deiner täglichen Pflichtübung werden J.

Doch, welche Zusatzqualifikation für einen Coach hältst Du für sinnvoll und warum? Ich bin gespannt auf Deine Nachricht.

Freitag, 24 Juli 2015 11:00

3 Geschäftsideen für Coaches

Das kann komisch klingen, oder? Warum brauchst Du als Coach Geschäftsideen? Schließlich ist doch Coaching Dein Geschäft.

Das ist schon richtig. Aber auch ein Coach braucht seinen Schwerpunkt mit dem er Geld verdient. Wenn Dich jemand fragt: „Was machst Du eigentlich beruflich?“ und Du antwortest „Ich bin Coach“ kann das Gespräch etwas verhalten werden.

Für Dich ist klar was Du machst, denn Du hast eine Coaching-Ausbildung durchlaufen und bist jetzt Coach. Für Dein Gegenüber ist aber gar nichts klar. Doch das möchte er nicht so gerne zugeben. So kommen dann schon mal Reaktionen wie, „Aha“, „Oh“, „Interessant“. Aber in Wirklichkeit hat Dein Gegenüber keinen blassen Schimmer von dem was Du machst.

Je genauer Du Deine Zielgruppe definierst und je besser Du weißt, welches Problem diese mit Deiner Hilfe lösen kann, um so konkreter kannst Du sagen was Du machst und um so anschaulicher wird dies für Dein Gegenüber. Daraus kann dann echtes Interesse und im besten Fall ein Klient werden.

1. Idee - Businesscoach für die „IT-Branche“

Die IT-Branche steht hier natürlich stellvertretend. Es könnte genauso gut die Pharma-Industrie sein, die Mode- bzw. Beautybranche oder sonst eine Branche in der Du Dich auskennst.

Dahinter steht die Idee, dass Du Dir als Coach einen Bereich aussuchst, in dem Du bestenfalls selber Berufserfahrung gesammelt hast. Diese Möglichkeit wird bei der Ausarbeitung einer Zielgruppe ganz oft vergessen.

Nehmen wir an, Du warst viele Jahre Produktmanager in der Pharma-Industrie. Dann weißt Du, welche Probleme es dort gibt. Außerdem sprichst Du deren Sprache, was bereits bei einem Ersttermin und beim Coaching sowieso, von Vorteil ist. Dein Klient muss Dir nicht alle Fachbegriffe erklären. Du weißt wovon er spricht. Das erleichtert den Zugang und den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses ungemein.

2. Idee – Der Coach als Seminarleiter

Wenn Du Dich für eine spezielle Zielgruppe entschieden hast, kennst Du auch deren Probleme. Daraus lassen sich wunderbar Themen für Seminare generieren.

Wenn Du beispielsweise Erfahrungen in der IT-Branche hast, weißt Du, dass es dort oftmals Entwicklungspotentiale im Bereich der Kommunikation gibt ;-). Somit könntest Du zum Beispiel Seminare anbieten mit den Themen:„Verbesserung der internen Kommunikation“, oder „Klare Sprache – klare Aufträge: So verstehen mich meine Kunden“.

Das Schöne ist, dass Du bei einem Seminar auf vieles aus Deiner Coaching-Ausbildung zurückgreifen kannst. Du bist somit in der Lage, sowohl Deine fachliche als auch Deine soziale Kompetenz unter Beweis zu stellen. Außerdem kannst Du gleich Deine kommunikativen Fähigkeiten zeigen. Man merkt, wie Du mit Gruppen umgehst, wie Du auf jeden Einzelnen eingehst und wie Du eventuelle schwierige Situationen in der Gruppe auflöst. Kurz, man erlebt Dich in Deinem Element und bekommt ein Gefühl dafür, wie Du als Coach arbeiten würdest.

Durch Seminare hast Du die Möglichkeit eine ganze Reihe neuer Kontakte zu generieren und kannst selbstverständlich auch indirekt Werbung für Dich als Coach machen.

So kannst Du zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Du hältst Seminare, mit denen Du Geld verdienst und kannst gleichzeitig potentielle Kunden auf Dich aufmerksam machen.

3. Idee – Der Coach als Moderator

Eine weitere Möglichkeit durch die Du Dich als Coach bekannt machen kannst, ist die Tätigkeit als Moderator. Oftmals benötigen Institutionen, Vereine, Gremien oder Firmen eine Person, die sie dabei unterstützt ein bestimmtes Thema zu bearbeiten. Meist handelt es sich dabei um Themen, die innerhalb der Organisation kontrovers diskutiert werden.

Hierzu drei Beispiele:

1.  Eine Diskussion zwischen Lehrern und Eltern: „Sollen in unserer Schule Handys erlaubt sein?“

2.  Die Handwerksinnung diskutiert mit Ihren Mitgliedern darüber, ob es aus Imagegründen sinnvoll ist sich auf Facebook zu engagieren.

3. Eine Gemeinschaftspraxis von vier Ärzten möchte ihre interne Organisation umstrukturieren.

Wie schon erwähnt, sind es meist Themen, bei denen unterschiedliche Meinungen vertreten werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Person, welche moderiert, von außen kommt und eine neutrale Position einnimmt.

Da kommst Du als Coach wie gerufen, besonders, wenn Du Dich auf die Themen Kommunikation oder Konfliktlösung spezialisiert hast aber auch wenn Du eine entsprechende Fachexpertise mitbringst.

Dies sind nur drei Ideen, wie Du Dich als Coach bekannt machen kannst. Du lernst viele Leute kennen, machst Kontakte, zeigst Dich und Dein Können und wirst dadurch bestenfalls weiter empfohlen und/oder als Coach gebucht.

Voraussetzung für die Umsetzung dieser Ideen ist natürlich, dass Du in den Themen, die Du anbietest, sattelfest bist.

Aber das versteht sich ja quasi von alleine ;-)

Seite 1 von 2
  • Telefon: 030 - 71 53 82 83
  • Telefon: 06051 - 47 01 20