Zufrieden in Coaching Praxis10 Tipps für eine erfolgreiche Coachingpraxis

Wie erreiche ich eine gut gehende Coachingpraxis? Worauf sollte ich achten und wie mache ich mir einen guten Namen? Diese und ähnliche Fragen werden von angehenden Coaches immer wieder gestellt.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Artikel 10 wichtige Tipps geben, die mir geholfen haben, als Coach Fuß zu fassen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und spiegelt nur meine eigene Erfahrung wieder. Wenn jemand ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf entsprechende Kommentare.

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Dies ist für mich DER wesentliche Ausgangspunkt. Leider gibt es noch immer Leute die glauben, Coaching macht man mal eben so nebenbei und da reiche der vermeintlich gesunde Menschenverstand. Das letzterer hilfreich ist steht außer Frage. Doch meiner Meinung nach ist es wichtig eine gut strukturierte Ausbildung zu absolvieren, welche die Möglichkeit zur Selbstreflektion und damit verbundener Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sollte sie praxisnah angelegt sein und eine Vielzahl an Methoden bieten. Wobei ich hier ganz klar die Meinung vertrete, dass man nicht durch die Methoden zum Coach wird sondern durch seine Haltung(en).

Sinnvoll finde ich auch einen „Schulen übergreifenden“ Ansatz, um möglichst viele Facetten kennen zu lernen. Dies können systemische Ansätze oder humanistische Ansätze sein, genauso wie Hypnose, lerntheoretische Ansätzeoder Tiefenpsychologie. Eine Ausbildung in dieser Form dauert deutlich länger als ein „Wochenendkurs“. Mit einem halben bis dreiviertel Jahr muss man schon mindestens rechnen. Auch danach heißt es fleißig weiterlernen. Für die eigene Professionalisierung sollte man schon ein bis zwei Weiterbildungen im Jahr einplanen. Welche man hier wählt ist natürlich vom eigenen Schwerpunkt, siehe nächster Tipp, abhängig.

Tipp 2 – Konzentration

Ich persönlich finde es gerade zu Anfang hilfreich, sich auf bestimmte Themen oder Zielgruppen zu fokussieren. Ob es hier nun die Themen Burn-Out und Resilienz oder Karriereplanung und Stressbewältigung sind, ist vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Durch die Konzentration auf wenige Themen, kann man sich in diesen professionalisieren und macht sich damit in einem bestimmten Bereich einen Namen. Ähnlich verhält es sich mit der Zielgruppe. Hier kann es ebenfalls Sinn machen sich zu konzentrieren, sei es auf die Gruppe der Fach- und Führungskräfte oder Frauen über 45, Personen beim Übergang in den Ruhestand oder vielleicht Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Die potentiellen Klienten suchen nicht den oberflächlichen Allrounder der vermeintlich alles kann. Sie suchen einen Spezialisten, der Ihnen bei der Lösung ihres persönlichen Problems hilft.

Tipp 3 – Methodensicherheit

Im Rahmen einer Ausbildung lernt man eine ganze Reihe von Tools. Diese sollten möglichst in der Praxis angewendet werden, so dass man auch wirklich von Methodensicherheit sprechen kann. Durch die Vielzahl von Methoden die es gibt, läuft man unter Umständen Gefahr zu glauben man müsste in jeder Methode ein Experte sein. Wichtiger ist es auch hier sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten zunächst eine Handvoll auszuwählen und mit diesen zu arbeiten bis man sich darin sicher fühlt. Aus meiner Erfahrung wendet man nur die Tools an, die man geübt hat und mit denen man sich selber wohl fühlt. Doch Achtung! Die Methode sollte immer an die Klienten angepasst werden und nicht die Klienten an die Methoden. Der sichere Umgang mit Methoden führt auch zu selbstsicherem Auftreten gegenüber (potentiellen) Klienten.

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Nicht zu vernachlässigen sind eventuelle finanzielle Durststrecken die zu überwinden sind. Kann man sich zunächst „nebenbei“ selbstständig machen, hat man zwar finanziell keine Probleme. Dafür hat man weniger Zeit sein eigenes Geschäft aufzubauen. Kündigt man seinen bisherigen Job hat man viel Zeit sich um sein neues Geschäft zu kümmern. Man hat aber in den ersten Jahren (ca. 3 – 5), deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Es ist unglaublich wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und sich um finanzielle Sicherheiten für die ersten Jahre zu kümmern. Es ist sehr energieraubend und bereitet zusätzlichen Stress, wenn man sich einerseits um sein Geschäft kümmern möchte, andererseits aber kein Geld für die professionelle Gestaltung einer Internetseite hat oder nicht weiß, von welchem Geld man in den nächsten Monaten die Praxismiete bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

Natürlich kann man jede Woche Anzeigen in die Tageszeitung setzen oder monatlich neue Flyer erstellen. Dies ist aber sehr kostenintensiv und der Erfolg lässt nicht selten auf sich warten. Sinnvoller erscheint es mir bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten über die eigene Arbeit bzw. sein Angebot zu sprechen und dabei nebenbei eine Visitenkarte zu überreichen. Dies kann auf einer Feier unter Freunden ebenso sein wie beim Einkauf in naheliegenden Geschäften oder im Verein oder, oder, oder. Dies soll nicht heißen, dass man jedem ständig davon erzählen soll was man für ein toller Coach ist, sondern es geht eher darum zu erläutern was die eigene Arbeit ausmacht und was jemand davon haben kann, wenn er ein Coaching bucht, sprich klar zu machen welchen Mehrwert man bieten kann. So spricht es sich nach und nach herum. Zum Netzwerkmarketing kann auch die Kooperation mit Kollegen gerechnet werden, wodurch sich erfolgversprechende Synergieeffekte ergeben können.

Tipp 6 - 10 folgt in 14 Tagen.

Vielleicht möchtest Du schon mal Deine eigenen Erfahrungen mitteilen?

Welche Erfahrungen hast Du am Anfang Deiner Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würdest Du gerne weitergeben? Oder hast Du Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar. 

Samstag, 25 März 2017 14:00

Coaching versus Beratung

Ziele treffen im coachingWann ist eigentlich genug „gelabert“?

Letzte Woche fand der Info-Abend zu unserer nächsten Coaching-Ausbildung im September 2017 statt. Im Rahmen des Abends demonstrierten mein Kollege und ich in einem Rollenspiel, wie aus unserer Sicht ein Coach professionell oder weniger professionell auf seinen Klienten eingehen kann.

Dies führte zu einer lebhaften Diskussion, was denn nun „richtiges“ bzw „falsches“ Coaching sei. Ich habe mir daraufhin nochmal Gedanken zu meiner eigenen Coaching-Praxis gemacht. Diese möchte ich gerne mit Dir teilen und bin schon jetzt gespannt, auf Deine Meinung.

 

Coaching von Anfang an

Ich habe damals in meiner Coaching-Ausbildung gelernt, dass es für meine Klienten und den damit verbundenen Coaching-Prozess wichtig und „richtig“ ist, dem Klienten Selbstverantwortung zuzuschreiben. Das heißt, er ist für das Ergebnis des Prozesses selbst verantwortlich. Ich kann ihn auf seinem Weg „nur“ unterstützend begleiten. Dabei bin ich selbstverständlich wertschätzend und empathisch. In keiner Weise mache ich ihm Vorschriften oder erteile Ratschläge. Ich stelle geschickte Fragen, die den Klienten zum Nachdenken anregen, so dass er sich die Lösung des Problems selbst erarbeiten kann.

So weit, so gut. Nur, muss das in dieser Weise wirklich für alle Klienten gelten? Da wir doch auch gelernt haben individuell auf unsere Klienten einzugehen, muss es doch nicht zwangsläufig für jeden Klienten hilfreich sein, seine Geduld mit endlosen Fragen zu strapazieren. Dies soll nicht negativ klingen, weiß ich sehr wohl um die Kraft von Fragen zum richtigen Zeitpunkt. Nur, kann es nicht auch im Sinne des Coaching-Prozesses hilfreich sein einen Klienten provokativ herauszufordern und damit vom gewohnten Schema abzuweichen?

Ein Coaching-Fall aus der Praxis:

Dazu ein Beispiel aus meiner Coaching-Praxis. Ich wurde von einer Firma beauftragt ein Business-Coaching mit einer Führungskraft durchzuführen. Es ging darum, das Führungsverhalten zu „verbessern“, da es mehrfach Kritik aus dem Team gab. Von Anfang an war klar, dass wir ziemlich schnell auf den Punkt kommen mussten, denn bekanntlich ist Zeit Geld und das Budget für den Coaching-Prozess war von Anfang an begrenzt. Jetzt kann man natürlich sagen, dass dies doch immer der Fall ist und wir bestrebt sind, möglichst schnell zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Doch sieht es in der Praxis etwas anders aus, wenn einem der Auftraggeber gleich zu Beginn zu verstehen gibt, dass das Coaching nicht dafür genutzt werden soll die Lebensgeschichte der Führungskraft zu bearbeiten… Ich machte daraufhin den Vorschlag eine Mischung aus Beratung und Coaching anzuwenden was in diesem Fall gut geheißen wurde.

Nach relativ kurzer Zeit war klar, dass die Führungskraft klare Verhaltensvorschläge von mir hören wollte und kein „Eiern“ um sein Problem als Führungskraft. Einerseits war sie schon an Selbstreflexion interessiert doch anderseits wollte sie neue Verhaltensmuster ausprobieren und sehen, ob sich damit Erfolge verzeichnen lassen. Nun hätte ich hier natürlich nachfragen können, „Welche Situationen wie diese hat es schon mal gegeben und wie sind Sie dann erfolgreich damit umgegangen?“, oder so ähnlich. Alles gut und alles an passender Stelle sinnvoll. Nur in diesem Fall war es meinem Klienten wichtig, Ideen an die Hand zu bekommen, wie sich das Verhalten gegenüber den Mitarbeitern und damit die Stimmung im Team konkret verbessern ließe. Zusätzlich hatte er Druck von Seiten seines Vorgesetzten. Auch hier musste er Ergebnisse liefern.

Ehrlich gesagt, konnte ich das Anliegen meines Klienten (und seines Chefs) sehr gut verstehen. Die Luft im Team brannte und auch die Führungskraft hat gemerkt, dass sie so manche Situation durch entsprechendes Verhalten entschärfen könnte. Nur leider fehlte ihr hier das notwendige Handwerkszeug. Ich bin somit seiner Bitte gerne nachgekommen und wir haben gemeinsam Lösungsideen erarbeitet, die ihm tatsächlich weitergeholfen haben. 

Nicht immer ist es also notwendig im Coaching das gesamte systemische Repertoire zu nutzen. Manchmal möchten Klienten tatsächlich einen Ratschlag. Und, was wäre ich für ein Dienstleister, wenn ich die Bedürfnisse meiner Klienten nicht ernst nehmen würde? Schließlich zahlen sie (bzw. ihre Firma) für das Coaching bzw. die Beratung.

Praktische Klärungshilfe auf Augenhöhe

Das heißt, in diesem Fall benötigte jemand praktische Klärungshilfe und keine intellektuellen Fragetechniken, bei denen einem schon beim zuhören schwindlig werden kann ;-) („Wenn ich Ihre Frau fragen würde, wie Ihre Tochter Sie als Vater sieht. Was würde sie mir antworten?“). An anderer Stelle haben diese zirkulären Fragen absolut ihre Berechtigung. Doch, wie schon gesagt, macht es aus meiner Sicht Sinn, sich klar auf den jeweiligen Klienten und sein Anliegen einzustellen.

Wäre ich auf seinen Wunsch nach Beratung und klaren Handlungsstrategien nicht eingegangen, hätte er wahrscheinlich nach ein paar Sitzungen abgebrochen, da es ihm nicht effizient genug wäre. Und was hätte ich davon gehabt? Einen unzufriedenen Kunden und das Gefühl als Coach versagt zu haben. So waren wir beide am Ende zufrieden. 

Ich habe damals aus diesem Beispiel gelernt, dass es wichtig ist flexibel zu bleiben. Nicht nur in seinem Methodenrepertoire sondern in seiner grundsätzlichen Herangehensweise. Auch wenn ich es für sinnvoll halte, wenn jemand seine Lösungen selber erarbeitet, muss es nicht für jeden Coaching-Klienten so sein. Es kann sehr erhellend sein festzustellen, wie effektiv ein Coaching bzw. eine Beratung sein kann, wenn man dem Klienten tatsächlich auf Augenhöhe begegnet und sich seiner Welt des Denkens anpasst. Schließlich geht es um das Wohl des Klienten. Auch ist es sowohl für die Beziehung zwischen Coach und Klient, als auch für das Verständnis des Prozesses hilfreich, die Klienten zu Beginn des Coachings über den Unterschied zwischen Coaching und Beratung aufzuklären, so dass dieser entscheiden kann was ihm wichtig ist.

Aus meiner Sicht wird Coaching manchmal etwas zu weich gespült. Da gibt es viele intellektuelle Luftschlösser, die entdeckt werden wollen, doch wird dabei manchmal die praktische Anwendung vergessen. An dieser Stelle würde ich mir wünschen, dass der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt.

Harte Samthandschuhe

Vielleicht hört es sich hart an, aber oftmals ist das Leben genau so. Vor allem das Berufsleben. Hier wird nicht nur „weich gespült“. Hier müssen klare Fakten auf den Tisch und spürbare Veränderungen sichtbar werden.

Doch Vorsicht! Die eben beschriebene Vorgehensweise sollte nicht mit der „Holzhammer-Methode gleich gesetzt werden. Es geht nicht darum, einem Klienten mal so richtig die Meinung zu „geigen“ und zu zeigen wer hier das Sagen hat. Es ist absolut nichts gegen intellektuellen Anspruch oder Theorienvielfalt und ein breites Methodenspektrum zu sagen. Je versierter, desto besser. Aber ein effektiver Coaching-Prozess benötigt die richtige Dynamik zwischen Pacing und Leading, zwischen Problem und Lösung, zwischen Theorie und Praxis.

Es gibt einfach Klienten, die können mit der vielen Fragerei nichts anfangen und sind schnell davon genervt. Da nützt es nichts zu sagen: „Aber es wäre jetzt wirklich sinnvoll, wenn wir uns das in Ruhe ansehen.“ Er will eine kompetente und konkrete Unterstützung, ein schnelles Coaching, vielleicht eine Beratung; am Ende eine nachhaltige Lösung. Und er will aktiv herausgefordert werden, dafür bezahlt er uns schließlich. Wir dürfen dann auch mal Feedback geben und vor allem – ganz menschlich – auch mal unsere Meinung anbieten. Die meisten Klienten mögen es, wenn sie mal wohlwollend provoziert werden. Das führt sie ebenfalls zur Selbstreflexion und zum Nachdenken über ihre aktuellen Verhaltensmuster. Ob das an dieser Stelle Coaching oder Beratung genannt wird, ist unerheblich. Wesentlich ist, dass sich unsere Klienten von uns verstanden fühlen und spüren, dass wir unser Handwerkszeug verstehen. Das gibt ihnen Sicherheit.

Wie denn jetzt coachen?

Ich bin der Diskussion von unserem Info-Abend zur Coaching-Ausbildung sehr dankbar, hat sie doch den Interessenten nochmal gezeigt, wie facettenreich unsere Arbeit als professionelle Coaches sein kann und auch gesehen wird.

Wichtig ist für mich, meine Arbeit beherzt anzugehen. Unbequem zu sein, da wo es meiner Meinung nach sinnvoll ist, Fragen zu stellen, die den Klienten herausfordern, den Coaching-Prozess klar zu führen um dem Klienten Sicherheit zu geben; und zu spüren wann es sinnvoll ist praktische Ratschläge intellektuellem Philosophieren vorzuziehen.

Jetzt ist mir natürlich Deine Meinung wichtig. Was hältst Du davon ab und wann etwas direktiver als gewohnt zu agieren?

Mittwoch, 19 Oktober 2016 10:37

Coaching–Praxis – So kann es gehen

Fälle aus der Coaching-PraxisCoaching Praxis

Was für „Fälle“ bzw. was für Menschen kommen eigentlich in ein Coaching? Mit welchen Problemen „kämpft“ jemand, ehe er Unterstützung von außen in Anspruch nimmt?

Nicht nur Teilnehmer aus unserer Coaching-Ausbildung, sondern auch allgemein Coaching-Interessierte, fragen gerne nach und möchten wissen, wer zu einem Coaching kommt und wie man sich die Bearbeitung eines Coaching-Falls vorstellen kann.

Aus diesem Grund, möchte ich Dir heute zwei Beispiele aus meiner Praxis vorstellen. Diese sind natürlich stark verkürzt wiedergegeben. Sie sollen lediglich einen kleinen Einblick in mögliche Coaching-Anliegen bieten. Beide Fälle liefen über einen Zeitraum von ca. 4 Monaten. Zwischendurch konnten die Klienten neu erworbene Kenntnisse und Einsichten in die Praxis umsetzen. Das jeweilige Statement der Klienten am Ende der Beschreibung soll verdeutlichen, wie das Coaching von den Klienten wahrgenommen wurde und was sie jeweils für sich mitgenommen haben.

Coaching-Praxis: 1. Beispielfall

Marcus F., 49 Jahre, Manager, wurde bei der Vergabe einer leitenden Funktion übergangen und lernt, wie wichtig ein Perspektivwechsel sein kann

Marcus F. ist als Manager der mittleren Ebene in einem großen Konzern tätig. Für die Neubesetzung einer leitenden Funktion wurde jedoch nicht er, sondern ein Kollege ausgewählt. Der Klienthatte sich große Chancen eingeräumt, da er sich seit vielen Jahren überdurchschnittlich für die Firma und ihre Mitarbeiter engagiert. Er ist sehr kompetent und erfahren. Doch nach dieser Niederlage ist seine Motivation plötzlich auf den Nullpunkt gesunken. Er fühlt sich gekränkt, nicht anerkannt, seine Frustration sitzt tief, und er weiß nicht, wie es nun weitergehen soll.

Das Coaching bietet Marcus F. zum einen die Möglichkeit, sich seine Frustration von der Seele zu reden. Zum anderen möchte er eine Antwort auf die Frage, wie es sein kann, dass ein anderer für diese Stelle bevorzugt wurde. Gibt es nicht einen Weg, den Konzern jetzt noch davon zu überzeugen, dass er der richtige Mann gewesen wäre?

Zunächst lasse ich mir von ihm den gesamten Sachverhalt schildern. Im Laufe seiner Erzählung wird deutlich, in welchem Ausmaß er sich ungerecht behandelt fühlt. Dann vergleichen wir gemeinsam das Anforderungsprofil der Stelle mit seinem eigenen Profil und seinem bisherigen beruflichen Werdegang. Es stellt sich heraus, dass Marcus F. trotz hoher fachlicher Kompetenz, das Anforderungsprofil nur zum Teil erfüllt. Im weiteren Verlauf des Coachings wird auch der Führungsstil von Marcus F. betrachtet. Er macht sich seine eigenen Wertvorstellungen und Verhaltensweisen bewusst, die ihn in seiner Führungsrolle geprägt haben. Und er erinnert sich an die ein oder andere unglückliche Schlüsselsituation, an der er maßgeblich beteiligt war. Nach seiner eigenen Einschätzung, könnte dies eventuell mit ein Grund dafür gewesen sein, dass man ihn bei der Vergabe der Stelle nicht bedacht hat.

Herr F. hat nach und nach gemerkt, wie sinnvoll es für die Beurteilung eines Sachverhaltes ist, verschiedene Blickwinkel einzunehmen, um sich ein möglichst umfassendes Bild machen zu können. Er ist davon abgekommen, die Entscheidung des Konzerns infrage zu stellen. Vielmehr ist es ihm wichtig geworden, seine Einstellung gegenüber Mitarbeitern und Kollegen zu hinterfragen. Daran möchte er künftig verstärkt arbeiten. Trotz seiner Enttäuschung sieht er nun wieder eine Perspektive, sich für seine Arbeit zu engagieren.

Marcus F.: "Bisher bin ich immer von meiner Sicht der Dinge ausgegangen und stellte meine Fähigkeiten als Führungskraft nicht infrage. Christiane Richter hat mir auf einfühlsame Weise gezeigt, wie wichtig es ist, auch über andere Sichtweisen nachzudenken und wie dies gelingt."

 

Coaching-Praxis: 2. Beispielfall

Sonja K., 46 Jahre, Chefsekretärin, fühlt sich von einer neuen, jungen Kollegin beiseite gedrängt und lernt ihre innere Kündigung abzuwenden ...

Das Coaching soll die als Zuspitzung empfundene Situation der Chefsekretärin Sonja K. klären und ihr bei der Entscheidung helfen, ob eine Kündigung tatsächlich der einzige Ausweg ist oder ob es nicht doch noch andere Optionen gibt.

Zum Coaching erscheint eine resolute Frau, die mir den Eindruck vermittelt, dass sie weiß, was sie will. Durch mein gezieltes, detailliertes Nachfragen gelingt es Sonja K., ihre neue Arbeitssituation zu reflektieren. Eine Übung zum Perspektivwechsel ermöglicht es ihr, sich in die Rolle der neuen Kollegin hineinzuversetzen. Es stellt sich heraus, dass Frau K. ihr gegenüber unbewusst ihre Macht demonstriert hat. Die Klientin kann sich nun gut vorstellen, dass „die Neue“ sich von ihr unter Druck gesetzt fühlte und mit einer Abwehrhaltung reagiert hat um sich zu behaupten. Dann erarbeiten wir gemeinsam verschiedene Handlungsoptionen für die Zukunft.

Sonja K. ist von dem Gedanken zu kündigen abgerückt, weil ihr die Firma viel bedeutet und sie ihre Arbeit dort liebt. Sie möchte mit allen wieder einvernehmlich zusammenarbeiten. Daher ergreift sie die Initiative und vereinbart mit ihrer Kollegin und mit ihrem Chef jeweils ein Gespräch. In beiden Gesprächen gelingt es ihr, mit Verständnis für den anderen zu reagieren. Sowohl ihre Kollegin als auch ihr Chef sind mit einem „Neustart“ in der veränderten Konstellation einverstanden.

Sonja K.: „Da ich kein Typ für Minderwertigkeitskomplexe bin, prallen Widerstände von außen eher an mir ab. Doch Christiane Richter hat sich nicht davon abhalten lassen, freundlich, aber bestimmt auch kritische Fragen zu stellen. So hat sie mich zum Nachdenken gebracht, und das war sehr hilfreich.“

Freitag, 17 Juli 2015 16:44

Moderationskoffer & Co.

- Sinnvolle Hilfsmittel für die Coaching-Praxis –

Wie Du weißt, lebt ein Coaching-Prozess zu einem großen Teil von der Beziehung zwischen Dir und Deinem Klienten. Dieses Vertrauensverhältnis aufzubauen und zu halten ist das A und O. Darüber hinaus wirst Du zur Unterstützung des aktuellen Prozesses bestimmte Coaching-Methoden bzw. Tools anwenden. Hierbei, sind oftmals ein paar Arbeitsmittel bzw. Materialien sinnvoll.

Ich möchte Dir heute 5 Materialien vorstellen, die aus meiner Sicht in einer Coaching-Praxis nicht fehlen sollten.

1. Flipchart

Dies mag banal klingen. So nach dem Motto: „Ist doch wohl logisch, dass ich so etwas habe.“ Dennoch ist es mir wichtig es zu erwähnen, da der Einsatz, obwohl vorhanden, gerne mal vergessen wird.

Falls Du noch kein Flipchart besitzt, und Du Dir eins kaufen möchtest, könnten folgende Kriterien hilfreich sein.

Das Flipchart sollte:

  • höhenverstellbar und
  • leicht aufzustellen sein.
  • Es sollte möglich sein es von A nach B zu bewegen, ohne dass das Flipchart zusammenklappt und Du Dir keinen Bruch hebst. Hilfreich sind dabei auch Flipcharts auf Rollen. Doch dann sollte es die Möglichkeit geben sie festzustellen, sonst musst Du unter Umständen beim Schreiben das Flipchart mit einer Hand festhalten, was auch nicht immer so angenehm ist.
  • Ebenfalls würde ich auf die Halterung des Papiers achten. Sie sollte sicher sein aber das Wechseln des Blocks einfach und schnell ermöglichen.

Die Preise für ein Flipchart variieren von ca. 70 Euro bis ca. 500 Euro.

Mögliche Bezugsquellen: www.Neuland.com, www.otto-office.com, www.staples.de

Ganz nebenbei bemerkt, kann es auch sinnvoll sein zunächst ein gebrauchtes zu zum Beispiel über ebay oder quoka zu kaufen.

Einsatz des Flipcharts

Doch wie und wann kannst Du ein Flipchart sinnvoll zum Einsatz bringen?

Zunächst nutze ich das Flipchart grundsätzlich bei der Auftragsklärung. Ob Du Deinen Klienten das Ziel SMART formulieren lässt oder ob Du ein Endziel und mehrere Leistungsziele formulierst. Wie auch immer. Mir ist es wichtig, dass das Ziel meines Klienten für uns beide sichtbar wird. So wissen wir beide wo es hin gehen soll.

Dann gibt es natürlich diverse Tools, die es nötig machen etwas zu visualisieren. Ob es sich nun um eine Entscheidungsmatrix, um das „Lebensrad“, oder um die Darstellung von Beziehungen, oder Stimmungen geht. Eine Visualisierung hält das gesprochene Wort eben fest. Außerdem ist es für viele Klienten hilfreich, wenn Du ihnen im Anschluss an die Sitzung die besprochenen Punkte bzw. Ergebnisse in Papierform mitgibst. So haben sie etwas in der Hand, woran sie zu Hause noch weiterarbeiten können.

Falls Du Schwierigkeiten mit der sinnvollen Aufteilung des Flipcharts hast oder Du nicht „zeichnen“ kannst oder keine Ideen hast wie man etwas visualisiert, sei Dir das Buch: „Der Flipchart-Coach“ von Axel Rachow und Johannes Sauer empfohlen.

2. Moderatorenkoffer

Ja, der Moderatorenkoffer ist so eine Sache für sich. Er beinhaltet in aller Regel Filzstifte in unterschiedlichen Farben und Breiten, Stecknadeln, Klebeband, Klebestift, Scheren und Moderationskarten in verschiedenen Farben und Formen. Dies alles in einem hübschen Koffer verpackt kann gerne 200 Euro – 300 Euro kosten (www.Neuland.com) . Die Einsteigerversion ist auch schon für ca. 60 Euro zu haben (www.frankenproducts.com)

Die Frage ist. „Brauchst Du das als Coach?“ Ich meine „jain“ und zwar aus folgendem Grund. Wenn Du im Business-Coaching unterwegs bist oder sein willst, oder parallel als Trainer und Moderator arbeitest, kann es sehr praktisch sein den eigenen, fertigen „Werkzeugkoffer“ parat zu haben.

Arbeitest Du vorzugsweise in Deiner eigenen Praxis ist aus meiner Sicht ein Moderationskoffer in der beschriebenen Form nicht unbedingt notwendig, da Du die Materialien nicht von A nach B tragen musst. Alternativ kannst Du Dir auch die Materialien einzeln kaufen, dazu noch einen kleinen aber feinen Koffer aus dem Baumarkt und Dein Moderatenkoffer ist fertig. Das ist aber alles eine Frage des Geschmacks, der Notwendigkeit und des Geldes.

Wie auch immer Du es handhaben möchtest. Verschiedene Stifte und Moderationskarten, solltest Du auf jeden Fall besitzen. Alles Weitere ist abhängig von Deiner Art zu arbeiten und den Coaching-Methoden, die Du anwendest.

3. Seile

Mit Hilfe von Seilen kannst Du sehr schön den Verlauf eines Prozesses mit Höhen, Tiefen oder Umwegen visualisieren, also bestens für Time-Line- bzw. Biografiearbeit geeignet. Besonders praktisch ist es Seile in verschiedenen Farben zu haben um Parallelprozesse zu veranschaulichen, z. B. beim Paar- oder Teamcoaching.

Bezugsquelle wäre z. B. www.robin-hood-versand.de

4. Aufstellungsfiguren

Dies können Playmobilfiguren, kleine Stofftiere oder auch selbstgebastelte Puppen bzw. Figuren sein. Auch bunte Bauklötze eignen sich hervorragend. Natürlich kannst Du Dir auch professionell gefertigte Aufstellungsfiguren kaufen. Hier einige Bezugsquellen www.stellaufmaenchen.de, www.neuland.com, www.aufstellungsfiguren.de.

Für den Prozess ist es nur wichtig, dass Deine Klienten eine gewisse Auswahl an Charakteren haben. Nach meiner Erfahrung, lassen sich die meisten Klienten, bei denen es um die Klärung einer Beziehung geht, sehr gerne auf die Arbeit mit Stellvertretern ein.

Damit ist schon der Einsatz genannt. Die Figuren werden als Stellvertreter für Personen aus dem realen Leben des Klienten gewählt und von ihm zueinander in Beziehung gestellt. Durch die so gewonnene Außensicht, hat der Klient die Möglichkeit eine Beziehung komplett neu zu sehen und zu bewerten. Diese Art der Visualisierung kann Klienten tatsächlich die Augen öffnen.

Die Aufstellungsfiguren lassen sich übrigens sehr gut mit den Seilen im Rahmen einer Biografiearbeit verbinden.

5. Bildkarten

Hierbei handelt es sich um Kartensätze, welche Fotos, Grafiken oder sonstige Motive aus unterschiedlichen Bereichen enthalten können. Je nach Kartensatz können dies Landschaften, Gegenstände, Situationen, andere Menschen etc. sein. Du kannst diese Karten sowohl zum Einstieg als auch zum Ende einer Coaching-Sitzung nutzen oder auch, wenn Du das Gefühl hast Dein Klient tut sich etwas schwer über ein bestimmtes Thema zu sprechen.

Bildkarten gibt es zu verschiedenen Themen und in unterschiedlichen Aufmachungen. Hier findest Du ein paar Beispiele:

http://www.robin-hood-versand.de/bildkarten.html

http://www.lebenskarten.de/galerie

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3407365357/cr)

http://www.heragon.de/bildimpulse-grenzen.html

 

Diese fünf Hilfsmittel habe ich bisher als super praktisch, einfach einsetzbar und sehr hilfreich empfunden.

Was sind Deine Lieblingshilfsmittel bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen? Ich freue mich über Deine Nachricht!

10 Tipps für eine erfolgreiche Coachingpraxis

Wie erreiche ich eine gut gehende Coachingpraxis? Worauf sollte ich achten und wie mache ich mir einen guten Namen? Diese und ähnliche Fragen werden von angehenden Coaches immer wieder gestellt.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Artikel 10 wichtige Tipps geben, die mir geholfen haben, als Coach Fuß zu fassen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und spiegelt nur meine eigene Erfahrung wieder. Wenn jemand ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf entsprechende Kommentare.

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Dies ist für mich DER wesentliche Ausgangspunkt. Leider gibt es noch immer Leute die glauben, Coaching macht man mal eben so nebenbei und da reiche der vermeintlich gesunde Menschenverstand. Das letzterer hilfreich ist steht außer Frage. Doch meiner Meinung nach ist es wichtig eine gut strukturierte Ausbildung zu absolvieren, welche die Möglichkeit zur Selbstreflektion und damit verbundener Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sollte sie praxisnah angelegt sein und eine Vielzahl an Methoden bieten. Wobei ich hier ganz klar die Meinung vertrete, dass man nicht durch die Methoden zum Coach wird sondern durch seine Haltung(en).

Sinnvoll finde ich auch einen „Schulen übergreifenden“ Ansatz, um möglichst viele Facetten kennen zu lernen. Dies können systemische Ansätze oder humanistische Ansätze sein, genauso wie Hypnose, lerntheoretische Ansätzeoder Tiefenpsychologie. Eine Ausbildung in dieser Form dauert deutlich länger als ein „Wochenendkurs“. Mit einem halben bis dreiviertel Jahr muss man schon mindestens rechnen. Auch danach heißt es fleißig weiterlernen. Für die eigene Professionalisierung sollte man schon ein bis zwei Weiterbildungen im Jahr einplanen. Welche man hier wählt ist natürlich vom eigenen Schwerpunkt, siehe nächster Tipp, abhängig.

Tipp 2 – Konzentration

Ich persönlich finde es gerade zu Anfang hilfreich, sich auf bestimmte Themen oder Zielgruppen zu fokussieren. Ob es hier nun die Themen Burn-Out und Resilienz oder Karriereplanung und Stressbewältigung sind, ist vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Durch die Konzentration auf wenige Themen, kann man sich in diesen professionalisieren und macht sich damit in einem bestimmten Bereich einen Namen. Ähnlich verhält es sich mit der Zielgruppe. Hier kann es ebenfalls Sinn machen sich zu konzentrieren, sei es auf die Gruppe der Fach- und Führungskräfte oder Frauen über 45, Personen beim Übergang in den Ruhestand oder vielleicht Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Die potentiellen Klienten suchen nicht den oberflächlichen Allrounder der vermeintlich alles kann. Sie suchen einen Spezialisten, der Ihnen bei der Lösung ihres persönlichen Problems hilft.

Tipp 3 – Methodensicherheit

Im Rahmen einer Ausbildung lernt man eine ganze Reihe von Tools. Diese sollten möglichst in der Praxis angewendet werden, so dass man auch wirklich von Methodensicherheit sprechen kann. Durch die Vielzahl von Methoden die es gibt, läuft man unter Umständen Gefahr zu glauben man müsste in jeder Methode ein Experte sein. Wichtiger ist es auch hier sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten zunächst eine Handvoll auszuwählen und mit diesen zu arbeiten bis man sich darin sicher fühlt. Aus meiner Erfahrung wendet man nur die Tools an, die man geübt hat und mit denen man sich selber wohl fühlt. Doch Achtung! Die Methode sollte immer an die Klienten angepasst werden und nicht die Klienten an die Methoden. Der sichere Umgang mit Methoden führt auch zu selbstsicherem Auftreten gegenüber (potentiellen) Klienten.

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Nicht zu vernachlässigen sind eventuelle finanzielle Durststrecken die zu überwinden sind. Kann man sich zunächst „nebenbei“ selbstständig machen, hat man zwar finanziell keine Probleme. Dafür hat man weniger Zeit sein eigenes Geschäft aufzubauen. Kündigt man seinen bisherigen Job hat man viel Zeit sich um sein neues Geschäft zu kümmern. Man hat aber in den ersten Jahren (ca. 3 – 5), deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Es ist unglaublich wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und sich um finanzielle Sicherheiten für die ersten Jahre zu kümmern. Es ist sehr energieraubend und bereitet zusätzlichen Stress, wenn man sich einerseits um sein Geschäft kümmern möchte, andererseits aber kein Geld für die professionelle Gestaltung einer Internetseite hat oder nicht weiß, von welchem Geld man in den nächsten Monaten die Praxismiete bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

Natürlich kann man jede Woche Anzeigen in die Tageszeitung setzen oder monatlich neue Flyer erstellen. Dies ist aber sehr kostenintensiv und der Erfolg lässt nicht selten auf sich warten. Sinnvoller erscheint es mir bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten über die eigene Arbeit bzw. sein Angebot zu sprechen und dabei nebenbei eine Visitenkarte zu überreichen. Dies kann auf einer Feier unter Freunden ebenso sein wie beim Einkauf in naheliegenden Geschäften oder im Verein oder, oder, oder. Dies soll nicht heißen, dass man jedem ständig davon erzählen soll was man für ein toller Coach ist, sondern es geht eher darum zu erläutern was die eigene Arbeit ausmacht und was jemand davon haben kann, wenn er ein Coaching bucht, sprich klar zu machen welchen Mehrwert man bieten kann. So spricht es sich nach und nach herum. Zum Netzwerkmarketing kann auch die Kooperation mit Kollegen gerechnet werden, wodurch sich erfolgversprechende Synergieeffekte ergeben können.

Tipp 6 - 10 folgt in 14 Tagen.

Vielleicht möchten Sie schon mal Ihre eigenen Erfahrungen mitteilen?

Welche Erfahrungen haben Sie am Anfang Ihrer Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würden Sie gerne weitergeben? Oder haben Sie Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen. 

Freitag, 04 Juli 2014 14:26

Man nehme Dr. Oetker...

 - oder: welche Ausstattung unterstützt die Arbeit als Coach?

Hinlänglich ist bekannt, dass Coaching Gesprächsverfahren beinhaltet die im weiteren Sinne Kompetenzen des Klienten entwickeln bzw. fördern sollen. Ausgehend von einer aktuellen Problemstellung, einem Anliegen, leitet der Coach ein Ziel und somit einen Auftrag für sich als Coach ab. Eine große Rolle spielt aber neben dem „Drumherum" auch die zur Verfügung stehenden Materialien. In diesem Artikel möchte ich kurz vorstellen, was mir in meiner eigenen Arbeit wichtig ist und mir darüberhinaus weiterhin sinnvoll und hilfreich erscheint.

Das räumliche Setting

Sehr wichtig ist mir die räumliche Dimension. In welchem Raum finden also die Coaching-Gespräche statt? Im Personal-Coaching benutze ich dabei in aller Regel meinen eigenen Praxisraum. Dieser kann maximal vier Personen aufnehmen, gewöhnlich führe ich aber Gespräche mit Einzelklienten. Wichtig dabei ist mir, dass der Raum eine angenehme Atmosphäre hat. Dazu zählt für mich frische Luft, eine passende Raumtemperatur und auch der Raumklang. Da ich glatte Böden bevorzuge achte ich auf „Schallfänger" im Raum. Diese sorgen für einen angenehmen Klang der Stimmen, ohne dass diese zu sehr nachhallen oder blechern klingen. Eine indirekte Beleuchtung empfinde ich auch als angenehm. Kahle Wände sehe ich als eher „kühl". Als „zuviel des Guten" empfände ich aber auch zuviel „Nippes und Schnickschnack" der rumsteht und den Blick ablenkt. Der Raum sollte meiner Ansicht nach also nicht vollgestellt sein, man sollte sich darin aber auch nicht verlieren. Auch biete ich meinen Klienten immer ein Getränk an. Dies ist im Sommer Wasser und im Winter Tee. Die allermeisten Klienten nehmen dies dankbar an. Viel Sprechen macht einen trockenen Mund und insbesondere beim Bearbeiten emotional belasteter Themen trägt dies zum „Wohlfühlfaktor" bei. Davon abgesehen, sehe ich dies auch als freundlichen Service gegenüber meinen Klienten an, der im Grunde nichts kostet aber sehr viel ausmacht. Bequeme Sitzmöbel sollten natürlich selbstverständlich sein. Im Firmenkontext ist der Rahmen anders vorgegeben. Dennoch achte ich darauf, dass der Raum der Personenanzahl angemessen ist und ruhiges Arbeiten ermöglicht. Es macht meiner Ansicht nach eine Menge aus, ungestört, diskret und in Ruhe arbeiten zu können - schon allein für die eigene Konzentration.

Materialien & Co.

Nun ist es aber so, dass Coaching nicht gleich Coaching ist. Wir finden hier verschiedene Anliegen und ebenso verschiedene Klienten. Um die Arbeit des Coaches im Personal- und Businesscoaching möglichst flexibel und vielfältig gestalten zu können, ist hier der Einsatz von verschiedenen Materialien bzw. die Ausstattung mit wichtigem „Zubehör" aus meiner Sicht sehr wichtig. Da ich in meiner Arbeit so gut wie immer mit Visualisierungstechniken arbeite, habe ich hier ein Flipchart aus Metall parat. Auf diesem kann ich bei Bedarf auch Karten mit Magneten anpinnen, clustern, kurz gesagt: Wesentliches sichtbar machen! Dazu nutze ich die entsprechenden Moderationskarten in verschiedenen Farben und Formen. Um diese zu bestriften, benötigt man natürlich auch Marker. Hiervon besitze ich welche in verschiedenen Farben und Dicken. Dazu auch dünne, handliche Wachsmalstifte. Auf eine größere mobile Pinnwand kann ich ebenfalls zurückgreifen, die ich aber eher selten benötige. Dann besteht die Möglichkeit, mehrere Stühle in den Raum zu nehmen. Hierzu habe ich einfache Klappstühle die bei Bedarf schnell hinzugestellt werden können. Diese nutze ich oft als Symbole, als innere Anteile, als Symptom, bei dialogischem Arbeiten und vielem mehr. Auch mehrere Kissen parat zu haben halte ich für eine sinnvolle Anschaffung. Manche Arbeiten sind besser auf dem Boden durchzuführen und so ist ein Sitzen auf Kissen angenehmer. Da ich gerne mit Aktionsmethoden und erlebnisorientierten Verfahren arbeite, habe ich auch eine Sammlung von diversen Figuren und Steinen. Manche Kollegen benutzen aber auch Tücher als Platzhalter oder Symbolik. Seile halte ich für sehr wichtig: Hiermit lassen sich sehr einfach Verläufe skizzieren. Ebenso auch Trennlinien, Übergänge oder räumliche Begrenzungen. In meiner Sammlung befindet sich außerdem noch ein Set mit Bildkarten. Diese lassen sich sehr schön als „projektives Verfahren" einsetzen. Insbesondere wenn Emotionen nicht greifbar sind, sind die Karten eine gute „Brücke" zu innerem Erleben. Die Karten lassen sich aber auch ähnlich einsetzen wie das „Zürcher Ressourcen-Modell" (ZRM) von Maja Storch. Einen CD-Spieler bereit zu haben kann auch sehr hilfreich sein. Insbesondere bei Trance- oder Fantasiereisen können entsprechende CDs die Worte unterstützen und zum Wohlfühlen des Klienten beitragen. Hierbei würde ich unbedingt nur Instrumental-Musik nehmen. Gesprochene Stimme vom Band ist eher störend und ablenkend.

Die Mischung macht´s

Nun könnte der Eindruck entstehen, das bei den ganzen Materialien eine Sitzung ja ganz viele Stunden dauern muss. Schließlich braucht das auch seine Zeit, alles „durchzuhaben". Dies ist selbstverständlich nicht so! Ich wähle die Materialien immer sehr selektiv aus. Dabei arbeite ich, wenn irgend möglich, immer mit Visualisierungstechniken. Dies kann direkt am Flipchart sein, mit Bodenankern, Karteikarten, usw. Außerdem kombiniere ich Materialien oft intuitiv. Im Business-Kontext stelle ich mir die Materialien dann jeweils zusammen, die ich für den Termin benötige. Dazu benutze ich einen Materialkoffer, den ich dann entsprechend bestücke und mitführe. Vorher erfrage ich noch die Ausstattung des Raumes.

Der gezielte und vor allem gekonnte Einsatz von Materialien kann die Arbeit des Coaches sehr bereichern. Mehr noch: Um methodisch variantenreich zu arbeiten, ist sie unabdingbar!

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