Als Coach Mut beweisen

Wie oft hast Du schon da gesessen und Dir gesagt:“ Wenn ich könnte wie ich wollte...“ oder „Am liebsten würde ich ja, aber...“, „Damit hätte ich früher anfangen sollen...“ usw. usw.

So manchem Interessenten für eine Coaching-Ausbildung geht es ebenso. Gerne würden sie, doch noch nicht jetzt, nicht zu diesem Zeitpunkt. Doch wann ist der Richtige Zeitpunkt gekommen das zu tun was Dir wirklich wichtig ist?

Gerne finden wir Ausreden etwas nicht tun zu müssen, obwohl wir es in unserem tiefsten Innersten doch gerne tun würden. Entweder sind wir „plötzlich“ zu alt, oder müssen uns um unsere Kinder oder die älter werdenden Eltern kümmern. Es gibt viele innere Überzeugungen, die uns von unseren wahren Bedürfnissen ablenken können. Diese können so stark sein, dass man sich oft gar nicht vorstellen kann, einfach das zu tun was jetzt „dran“ wäre.

Ich möchte Dir in diesem Artikel einige Ideen an die Hand geben, die Dir dabei helfen könnten tatsächlich mal das zu tun, was DIR wirklich wichtig ist. So, dass Du als Coach gegenüber Deinen Klienten mit gutem Beispiel voran gehen kannst ;-)

Nebenbei bemerkt, gab es eine Umfrage einer australischen Palliativkrankenschwester (Bonnie Ware) unter Sterbenden. Sie fragte die Menschen, was in Ihrem Leben sie am meisten bereut hätten.

Dies sind die fünf häufigsten Antworten:

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.“
2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“
3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.“
4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten.“
5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.“

Also fern ab, von viel Geld, großem Haus und schnellem Auto. Es kommt vielleicht mehr darauf an, etwas weniger von dem zu tun was Dich anstrengt, bzw. stresst also eher etwas wegzulassen als vermeintlich Fehlendes mit aller Kraft erreichen zu wollen.

Vielleicht helfen Dir die folgenden Ideen Deine „wahren Träume“ umzusetzen.

4 Ideen für ein authentisches Leben

1. Lebe nicht nach den Erwartungen anderer Menschen

Hast Du schon mal darüber nachgedacht, warum Du den Beruf ausübst, den Du jetzt ausübst? Und, warum arbeitest Du noch immer in dem Job, obwohl er Dich nicht wirklich glücklich macht? Kann es sein, dass Du Angst hast andere Menschen zu enttäuschen, wenn Du deren Erwartung nicht erfüllst? Erwartungen Deiner Eltern, dem Ehepartner, dem Chef usw?

Das heißt: Wenn Du Dein Leben nach Deinen Wünschen gestalten möchtest, kann es passieren, dass Du immer mal andere enttäuschen musst.

Eltern, Partner, Chefs, Mitarbeiter, Freunde – vielleicht sogar Dich selbst, weil Du keine Lust mehr hast, bestimmten Ansprüchen hinterher zu laufen. Andere zu enttäuschen kann unangenehm sein, vor allem wenn Du vielleicht Angst vor Konflikten hast und viel dafür tust, von anderen geliebt zu werden.

Aber wirst Du nicht auch öfters von anderen enttäuscht – und überlebst das auch?

2. Glaube nicht an Wunder, glaube an Dich selbst

Gehörst Du auch zu denen, die sich nach einer Flugzeuglandung bekreuzigen? Oder sprichst von einem Schutzengel, wenn Du knapp an einem Unfall vorbeigekommen bist?

Glaubst Du als Coach auch daran, dass Deine Kunden schon den Weg zu Dir finden werden und Du keine Werbung machen musst? Sorry, aber vergiss das. Wenn Du als Coach mit Klienten arbeiten möchtest, musst Du Dich aktiv darum kümmern.

Und auch sonst gilt: Wenn Du mehr von dem tun möchtest was Dir Spaß macht, was Dir wichtig ist, dann bist Du selber dafür verantwortlich. Das nimmt Dir leider niemand ab und ein Wunder wird da leider nicht helfen.

3. Vergiss Deinen Perfektheitswahn

Perfektion ist unnatürlich und lebensfeindlich. Denn der fehlerfreie Zustand würde Stillstand bedeuten. In einer perfekten Welt mit ebenso perfekten Menschen ohne Unterschiede würde jeder Antrieb, etwas zu tun, erlahmen. Die Natur macht ja auch dauernd „Fehler“, das heißt, sie weicht vom Ideal ab. Und erst dadurch entstehen Vielfalt und Entwicklung.

Der Wunsch nach Perfektion ist ein von Menschen gemachtes Konstrukt (Ich weiß, wovon ich rede ;-)). Meist weil wir Fehler überbewerten und als Versagen interpretieren. Das lernen wir oftmals schon im Elternhaus oder in der Schule durch das Notensystem.

Natürlich gibt es Bereiche, wo Perfektion wünschenswert ist. Wenn ich mich z. B. operieren lassen muss, möchte ich natürlich das alles perfekt verläuft. Doch wie man weiß, ist auch dies oft nur ein frommer Wunsch...

Und für die meisten Dinge im Leben gibt es ohnehin keine Kriterien für Perfektion:

  • Wie ist der perfekte Partner/die perfekte Partnerin?
  • Was müssen perfekte Eltern tun oder lassen?
  • Wie arbeitet ein perfekter Coach?

Also: Entspann Dich. Hör auf, perfekt sein zu wollen. Tu Dein Bestes. Das reicht meistens. Und manchmal eben nicht. So what?

4. Du musst nicht auf allen Hochzeiten tanzen

Wenn Du erfolgreich bzw. glücklich sein willst bei dem was Du tust, gib Dir die Erlaubnis in die Tiefe, statt in die Breite zu gehen. Zehnkämpfer können nie in allen Disziplinen so gut sein wie ein Einzelkämpfer in seiner Disziplin.

Egal ob Du Dich als Coach selbstständig machen möchtest, oder ein interessantes Hobby pflegst. Wenn Du darin ganz präsent bist und Dich ganz dieser Sache widmest, wirst Du weiter kommen, als wenn Du Dich verzettelst weil Du glaubst, Du musst auf allen Hochzeiten tanzen.

Vielleicht können Dir diese Gedanken helfen, Dich auf das Wesentliche in Deinem Leben zu konzentrieren. Auf das, was DIR tatsächlich wirklich ist.

Mittwoch, 04 November 2015 15:16

Coaching in Wald und Flur?

Für ein Coaching benötigen wir in aller Regel einen Raum in dem wir uns ungestört und in aller Ruhe mit unseren Klienten unterhalten können. Meistens ist dies ein Besprechungszimmer mit Sesseln und Beistelltisch, dazu Flipchart oder Whiteboard. Eine insgesamt behagliche Atmosphäre, in der sich Klient und Coach wohl fühlen dürfen. Dies ist wohl die am häufigsten anzutreffende Variante.

Doch, muss es immer der Praxisraum bzw. das Besprechungszimmer sein? Könntest Du Dir auch vorstellen ein Coaching an einem völlig anderen Ort durchzuführen, zum Beispiel in der Natur, also einem echten Freiraum oder in einem Kloster? Da ich neugierig war, was andere Coaches so anbieten, habe ich versucht mir einen Überblick über ungewöhnliche Coaching-Orte zu verschaffen. Doch zunächst möchte ich Dir von meinem eigenen Projekt berichten.

Ostsee-Coaching

Ich bin, wann immer es möglich ist, an der deutschen Ostseeküste unterwegs, meist auf einem Segelboot. Ich mag die Kombination aus Meer, Strand und Küstenwäldern, die in dieser Form relativ einzigartig ist. Von der guten Luft und der norddeutschen Mentalität ganz zu schweigen (Übrigens nennt sich Schleswig-Holstein mittlerweile „Glückwachstumsgebiet“, was ich eine tolle Idee finde). Doch genug der Schwärmerei. Da ich nun schon viele Jahre an den gleichen Ort fahre, kenne ich dort im Hafen mittlerweile viele Leute. Vor einigen Jahren wurde „unser“ Hafen durch ein recht ungewöhnliches Hausboot mit toller Einrichtung bereichert. Da ich die Eigentümer gut kenne, durfte ich es gleich besichtigen und wusste sofort: Dies ist der ideale Ort für ein Coaching. Das Innere des Hausboots bietet einen ungestörten Raum, doch ist es auch möglich, sich auf die Dachterrasse zu setzen und mit Blick auf die Ostsee das Coaching fortzusetzen. Hier ist es möglich Urlaub und Coaching miteinander zu verbinden. Seitdem biete ich von Berlin aus auch Ostsee-Coaching in der http://www.aqua-villa-ostsee.de an. Das Angebot richtet sich an Menschen, die für Ihr Thema bzw. ihre Gespräche eine besondere Atmosphäre suchen und dies mit ihrem Urlaub bzw. einer kleinen Auszeit kombinieren möchten.

Doch genug von mir. Jetzt möchte ich Dir zeigen was andere Coaches sich haben einfallen lassen. Die nachfolgende Auflistung stellt übrigens lediglich eine kleine Sammlung dar. Ich möchte die Ideen in keiner Weise bewerten. Ich finde nur, es schadet nicht, mal zu sehen was es sonst noch für Ideen bzw. Möglichkeiten gibt. Und jeder möge sich seine eigene Meinung dazu bilden.

Einige der nachfolgenden Ideen habe ich dem Buch „50 kreative Coaching Ideen von Martin Wehrle entnommen.

Coaching beim Joggen

Besonders sportliche Coaches bieten Coaching beim Joggen an. Bekanntermaßen schüttet das Gehirn während des Joggens im Belohnungszentrum euphorisierende Stoffe aus. Außerdem sorgt die Bewegung dafür, dass beide Hirnhälften stimuliert werden, das beruhigt. Wenn die innerliche Erregung zurückgeht, können Patienten wieder beginnen, klarer zu denken und machen eine wichtige Erfahrung: nämlich die, wie sehr Organismus und Seele zusammenhängen.

Hopi-Walk

Etwas weniger sportlich aber ebenfalls draussen, bieten manche Coaches den sogenannten Hopi-Walk an. Hierbei handelt es sich um einen abwechslungsreichen Spaziergang bzw. Wanderweg. Grundsätzlich ist es ein Spaziergang, der aus der Kultur der Hopi-Indianer stammt. Der Sage nach haben die Hopi-Indianer vor wichtigen Entscheidungen immer einen Gang durch die Natur gemacht, mit der festen Überzeugung, dass ihnen die Erkenntnis für die richtige Entscheidung in Form eines Tieres, einer Pflanze, einer Weggabelung etc. begegnen wird. Diese Methode wird heute im Coaching als so genannter „Hopi-Walk“ gezielt eingesetzt.

Coaching im Kloster

Die Idee, Seminare und Workshops in einem Kloster durchzuführen ist nicht ganz neu und da ist es bis zum Coaching auch nicht mehr weit. Ein Kloster ist in jedem Fall ein Ort der Stille und bietet die Möglichkeit zur Besinnung. Dies kann sehr hilfreich sein, kommt sie doch in so manchem Manageralltag kaum noch vor.

Coaching während einer Stadtführung

Ein Tourist sieht oftmals mehr als ein Einheimischer. Er ist aufmerksamer für die Umgebung: Er nimmt vielmehr wahr. Jede Kirche, jedes Denkmal, jede Brücke, wird von ihm inspiziert – und unbewusst mit dem verglichen was er aus seiner Heimat kennt. Wer am Neckar wohnt, sieht die Hamburger Elbe als großen Fluss. Wer am Hudson River in New York lebt, sieht sie als Rinnsal. Genau diese Haltung ist im Coaching wertvoll, da der Klient mit geschärften Sinnen auf sein Anliegen schaut, statt immer wieder das alte Problem zu sehen.

Coaching auf dem Segelboot

Ob türkische Riviera, Mallorca oder Karrierecoaching auf einem Großsegler. Den Stress einfach über Bord zu werfen, bietet sich schon aufgrund des Wortspiels an.

Coaching via Skype

Für Coachings, die relativ ortsungebunden durchgeführt werden sollen, gibt es diverse Angebot über Skype als quasi digitalen Treffpunkt.

Coaching im Zug

Warum nicht die Bahn nutzen um seinem Coaching-Ziel näher zu kommen? Auch hier sind viele Analogien möglich. Es gibt ein Start und Ziel. Es gibt Haltepunkte an denen man verweilen kann. Mitunter muss man umsteigen oder es gibt Verspätungen und auch diverse Baustellen, die einen manchmal erst später ans Ziel gelangen lassen als zunächst gedacht.

Vielleicht haben Dich die Beispiele ermuntert, mal in Deiner Nähe bzw. in Deinem Wirkungsfeld zu schauen, ob es nicht die eine oder andere Alternative zu Deinem Praxisraum geben kann. Meine Idee war einfach, mal über den, vielfach strapazierten, Tellerrand zu schauen und offen zu sein für andere Begegnungsmöglichkeiten zwischen Coach und Klient.

Falls Du schon einen seltenen, eventuell kuriosen Ort für gute Coachings entdeckt hast, würde ich mich freuen, wenn Du diesen mit uns teilst.

Montag, 25 November 2013 13:47

Bin ich hier richtig?

- Anforderungen an den Klienten im Coaching -

In unseren Blog-Themen haben wir bereits sehr ausführlich über gelungene Kommunikation, verschiedenste Kompetenzen und wichtige Haltungen des Coaches gesprochen. Zu einem erfolgreich durchgeführten Coaching-Prozess gehört aber nicht nur das Handwerk des Coaches. Ein gut ausgebildeter und reflektierter Coach versteht mit seinem Können, den Klienten optimal in Kontakt mit seinem Anliegen zu bringen. Was aber muss der Klient mitbringen, um von der gemeinsamen Arbeit optimal zu profitieren?

Freiwilligkeit – Coaching kann nur dann erfolgreich sein, wenn der Klient freiwillig daran teilnimmt. Er muss für die gemeinsame Arbeit motiviert sein, um die entsprechenden Konsequenzen auch mittragen zu können. Manchmal glauben Unternehmen, ein Coaching könnte helfen wenn ein Mitarbeiter nicht richtig „funktioniert" oder nicht das tut, was der Chef gerne von ihm möchte. „Da muss ein Coach her und den Kollegen wieder in die Spur bringen". Dies ist ein Irrglaube und Coach und Klient werden es in einem solchen Setting es haben, eine gemeinsame Basis zu finden. Der Coach könnte hier in die Rolle des „Erfüllungsgehilfen" des Chefs oder des Unternehmens kommen. Dies halte ich auch für ethisch fragwürdig. Der Klient kommt hier nicht in der Rolle des „Kunden", sondern in der Rolle des „Geschickten".

Anliegen – ein guter Coach arbeitet auftragsbezogen. Das heißt, aus dem Anliegen des Klienten leitet der Coach zielorientiert (in Zusammenarbeit) seinen Auftrag ab. Manchmal finden Klienten das Thema Coaching „spannend" weil das im Unternehmen einen hohen Stellenwert hat. Oder ein Bekannter hat sich vor einer wichtigen Entscheidung coachen lassen und gesagt, „Das musst du unbedingt mal ausprobieren. Irgendein Thema hat ja jeder". Weder ist dies für den Coach ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema Coaching, noch hat der Klient einen Nutzen davon.

Offenheit und Mut – dies braucht es, um sich auf das Coaching einzulassen. Durch ehrliches Öffnen können auch unangenehme Dinge und Ängste thematisiert und bearbeitet werden. Hier kann der Coach Ermunterer sein, Dinge auch auszuprobieren und in kleinen Schritten (auch mit Humor!) den Klienten zu begleiten.

Geduld und Durchhaltevermögen – Nicht immer liegen die Lösungen gleich auf der Hand. Manchmal erkennt man im Coaching festgefahrene Muster oder eingetretene Pfade. Diese haben oft ihre Berechtigung und es würde meist keinen Sinn machen, diese sogleich über Bord zu werfen. Veränderung muss also so gestaltet werden, das der Klient mitgehen kann um die Ergebnisse umzusetzen. Dabei braucht der Klient Geduld mit sich und die Beharrlichkeit, richtig Erkanntes einzuleiten. Der Coach kann hierbei aber helfen, Erreichtes herauszustellen um so die Motivation zu stärken.

Selbstverantwortung und Veränderungsbereitschaft – das mag banal klingen, kommt der Klient doch ins Coaching, um eine Veränderung herbeizuführen. Wenn alles so bleiben sollte wie es ist, bräuchte er ja keinen Coach.... In der Praxis ist es aber so, dass alle Veränderungen auch einen Preis haben. Stellen Sie sich vor, ein Klient hat ein attraktives neues Jobangebot. Er freut sich sehr darüber, da die Arbeitsbedingungen in seinem jetzigen Unternehmen schon fast ein Jahr extrem belastend sind. Er ist froh, dass er sich zum Jobwechsel durchgerungen hat und hat den neuen Vertrag unterschrieben. Nun muss er aber seinen alten Vertrag kündigen und plötzlich kommen ihm Zweifel....so schlecht war es doch gar nicht...er ist doch nun schon seit 11 Jahren hier und hat sich auch schon einige Anspräche auf die betriebliche Altersvorsorge gesichert...außerdem schätzte er immer die kurzen Wege zur Arbeit. Im Coaching wurden diese Punkte allesamt beleuchtet! Nun bekommt der Klient aber „Angst" vor seiner eigenen Courage und ihm wird klarer, dass auch die Ablösung von Gewohntem eine Arbeit ist, die Zeit braucht und Wertschätzung erfahren muss. Und dass auch dies wichtige Teile seiner Entscheidung sind, für die er die Verantwortung trägt.

In diesem Artikel wollte ich deutlich machen, dass der Klient die eigentliche Veränderungsarbeit leisten muss. Wichtige Punkte wurden oben angesprochen und erläutert. Sehr nützlich kann es darüber hinaus sein, wenn der Klient auch eine Portion Neugier auf sich selbst mitbringt und die Fähigkeit hat, sich selbst bzw. seine eigene Position in Frage zu stellen. Dann kann der Klient bestmöglichen Nutzen ziehen und das Coaching wird für ihn eine positive Erfahrung sein.

Mittwoch, 13 November 2013 16:18

Der Coach als Feedbackgeber

- Hilfreiches Feedback als Intervention im Coaching -

Unsere eigenen Motivationen Entscheidungen zu treffen und letztendlich unsere daraus resultierenden Handlungen werden dadurch bestimmt, wie wir uns selbst und mögliche Konsequenzen unserer Handlungen sehen. Sehr hilfreich im privaten wie im beruflichen Kontext ist es dabei, sich von einer Person der wir vertrauen Rückmeldung geben zu lassen. Das kann im privaten ein guter Freund sein den wir vor einer wichtigen Entscheidung „ins Vertrauen ziehen" oder ein väterlicher oder mütterlicher Rat, um den wir vielleicht bitten oder der uns ungefragt als „Rückmeldung" gegeben wird. Im beruflichen Arbeitsalltag ist Feedback eher selten. Hier beschränkt es sich meist auf Mitarbeitergespräche oder Gespräche zur Personalentwicklung bzw. -bewertung. Manchmal bitten Klienten im Coaching um Feedback vor einer wichtigen beruflichen oder persönlichen Entscheidung. Hierbei kann wertschätzendes und respektvolles Feedback sehr hilfreich und nützlich sein.

Typische Situationen:

  • Selbstbild-Fremdbild-Abgleich (wie sehe ich mich selbst vs. wie wirke ich auf andere zu einer bestimmten Fragestellung, z.B. vor einem wichtigen Vorstellungsgespräch)
  • Feedback vor einer wichtigen Entscheidung
  • Rückmeldung über eigene Entwicklungsmöglichkeiten
  • Fremdeinschätzung eigener Leistungen


Feedback dient dazu, dem Klienten neue Sichtweisen zu erschließen. Damit es seine Wirkung voll entfalten kann, sind dazu aber bestimmte Feedback-Regeln nötig:

  • Klar und konkret: Die Rückmeldung sollte klar zu einer Fragestellung bzw. Situation sein. Allgemeine Aussagen und Pauschalisierungen verwässern die Qualität und den Nutzen für den Klienten.
  • Ich-Botschaften: Das Feedback sollte die eigene Wahrnehmung beschreiben und keine Bewertung oder Urteil sein. Wichtig ist hierbei, dies auch entsprechend zu kommunizieren. Hilfreich ist, mit folgenden Satzanfängen zu beginnen: „Auf mich wirkt es...in meiner Wahrnehmung...ich empfinde..", hier wird deutlich, dass hier ein Eindruck des Feedback-Gebers wiedergegeben wird. Vermeiden sollte der Coach allgemeine Aussagen wie: „Man...." oder gar „Du hast...". Dies führt zu Verallgemeinerungen oder „Diagnosen".
  • Konstruktiv: Hier werden Dinge adressiert, die auch im Einflussbereich des Klienten liegen. Damit der Klient das Feedback auch annehmen kann, ist eine wertschätzende Haltung des Coaches wichtig.

Gekonntes Feedback kann für den Klienten eine große Hilfe sein, wenn dieser mehr Informationen über eine seiner Verhaltensweises oder vor der Planung einer neuen Handlung steht. Dabei geht es nicht darum, dass der Coach dem Klienten seine Sicht oder gar „die Wahrheit" um die Ohren haut, oder dem Klienten mal richtig „auf den Zahn" fühlt. Der Coach sollte immer im Blick haben, dass seine Sicht der Dinge eben auch nur eine von vielen ist.

Dienstag, 02 Juli 2013 15:23

Der Coach als "Mixer"?

Die Vermischung von Coaching mit anderen Formaten in der Praxis

Unterhält man sich mit Interessierten zum Thema Coaching, ist oft eine Vermischung mit ähnlichen Formaten zu beobachten. Um die Klärung und Erklärung von Coaching und verwandter Erscheinungen wie Training und Beratung geht es in diesem Artikel.

Zunächst zur Begriffserklärung:

Training: In einem Training werden ganz gezielt Fertigkeiten trainiert, also eingeübt. Diese können sein: Sprechtraining, Präsentationstraining oder Kommunikationstraining. Ziel ist es, eine vorher zu bestimmende Fertigkeit zu erlernen oder diese zu verbessern.

Beratung: Hier geht es darum, von einem Experten einen bestimmten Rat, eine Handlungsempfehlung zu bekommen. Beispiel: Finanzberatung oder Steuerberatung. Hier zahlt der Kunde ein Honorar an den Berater, der dann dem Kunden einen ganz konkreten Ratschlag mitgibt.

Coaching: Hier kommt der Kunde, um an einem gemeinsam zu klärenden Anliegen mit dem Coach zu arbeiten. Beispiel: Konflikte am Arbeitsplatz, Verbesserung der Führungskultur, der nächste Karriereschritt. Ziel ist es, mit dem Coach gemeinsam Lösungen für klar umrissene Problemstellungen zu erarbeiten und ggf. deren Umsetzung zu begleiten. Kennzeichnend für das Coaching ist ein ergebnisoffener Prozess. Damit ist gemeint, dass die Lösung oder die Umsetzung des Ziels im Coaching sichtbar wird, also nicht schon von vorneherein feststeht.

In der Praxis ist es wichtig, die Kundenbedarfe und auch Erwartungen genau zu klären. Auch ist es ratsam, sich seine Rolle und Aufgabe als Coach zu vergegenwärtigen und bei Bedarf dem Kunden mitzuteilen. So ist eine saubere Differenzierung zwischen Coaching und anderen Formaten möglich und eventuelle Missverständnisse können vermieden werden.

  • Telefon: 030 - 71 53 82 83
  • Telefon: 06051 - 47 01 20