Zufrieden in Coaching Praxis10 Tipps für eine erfolgreiche Coachingpraxis

Wie erreiche ich eine gut gehende Coachingpraxis? Worauf sollte ich achten und wie mache ich mir einen guten Namen? Diese und ähnliche Fragen werden von angehenden Coaches immer wieder gestellt.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Artikel 10 wichtige Tipps geben, die mir geholfen haben, als Coach Fuß zu fassen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und spiegelt nur meine eigene Erfahrung wieder. Wenn jemand ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf entsprechende Kommentare.

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Dies ist für mich DER wesentliche Ausgangspunkt. Leider gibt es noch immer Leute die glauben, Coaching macht man mal eben so nebenbei und da reiche der vermeintlich gesunde Menschenverstand. Das letzterer hilfreich ist steht außer Frage. Doch meiner Meinung nach ist es wichtig eine gut strukturierte Ausbildung zu absolvieren, welche die Möglichkeit zur Selbstreflektion und damit verbundener Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sollte sie praxisnah angelegt sein und eine Vielzahl an Methoden bieten. Wobei ich hier ganz klar die Meinung vertrete, dass man nicht durch die Methoden zum Coach wird sondern durch seine Haltung(en).

Sinnvoll finde ich auch einen „Schulen übergreifenden“ Ansatz, um möglichst viele Facetten kennen zu lernen. Dies können systemische Ansätze oder humanistische Ansätze sein, genauso wie Hypnose, lerntheoretische Ansätzeoder Tiefenpsychologie. Eine Ausbildung in dieser Form dauert deutlich länger als ein „Wochenendkurs“. Mit einem halben bis dreiviertel Jahr muss man schon mindestens rechnen. Auch danach heißt es fleißig weiterlernen. Für die eigene Professionalisierung sollte man schon ein bis zwei Weiterbildungen im Jahr einplanen. Welche man hier wählt ist natürlich vom eigenen Schwerpunkt, siehe nächster Tipp, abhängig.

Tipp 2 – Konzentration

Ich persönlich finde es gerade zu Anfang hilfreich, sich auf bestimmte Themen oder Zielgruppen zu fokussieren. Ob es hier nun die Themen Burn-Out und Resilienz oder Karriereplanung und Stressbewältigung sind, ist vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Durch die Konzentration auf wenige Themen, kann man sich in diesen professionalisieren und macht sich damit in einem bestimmten Bereich einen Namen. Ähnlich verhält es sich mit der Zielgruppe. Hier kann es ebenfalls Sinn machen sich zu konzentrieren, sei es auf die Gruppe der Fach- und Führungskräfte oder Frauen über 45, Personen beim Übergang in den Ruhestand oder vielleicht Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Die potentiellen Klienten suchen nicht den oberflächlichen Allrounder der vermeintlich alles kann. Sie suchen einen Spezialisten, der Ihnen bei der Lösung ihres persönlichen Problems hilft.

Tipp 3 – Methodensicherheit

Im Rahmen einer Ausbildung lernt man eine ganze Reihe von Tools. Diese sollten möglichst in der Praxis angewendet werden, so dass man auch wirklich von Methodensicherheit sprechen kann. Durch die Vielzahl von Methoden die es gibt, läuft man unter Umständen Gefahr zu glauben man müsste in jeder Methode ein Experte sein. Wichtiger ist es auch hier sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten zunächst eine Handvoll auszuwählen und mit diesen zu arbeiten bis man sich darin sicher fühlt. Aus meiner Erfahrung wendet man nur die Tools an, die man geübt hat und mit denen man sich selber wohl fühlt. Doch Achtung! Die Methode sollte immer an die Klienten angepasst werden und nicht die Klienten an die Methoden. Der sichere Umgang mit Methoden führt auch zu selbstsicherem Auftreten gegenüber (potentiellen) Klienten.

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Nicht zu vernachlässigen sind eventuelle finanzielle Durststrecken die zu überwinden sind. Kann man sich zunächst „nebenbei“ selbstständig machen, hat man zwar finanziell keine Probleme. Dafür hat man weniger Zeit sein eigenes Geschäft aufzubauen. Kündigt man seinen bisherigen Job hat man viel Zeit sich um sein neues Geschäft zu kümmern. Man hat aber in den ersten Jahren (ca. 3 – 5), deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Es ist unglaublich wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und sich um finanzielle Sicherheiten für die ersten Jahre zu kümmern. Es ist sehr energieraubend und bereitet zusätzlichen Stress, wenn man sich einerseits um sein Geschäft kümmern möchte, andererseits aber kein Geld für die professionelle Gestaltung einer Internetseite hat oder nicht weiß, von welchem Geld man in den nächsten Monaten die Praxismiete bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

Natürlich kann man jede Woche Anzeigen in die Tageszeitung setzen oder monatlich neue Flyer erstellen. Dies ist aber sehr kostenintensiv und der Erfolg lässt nicht selten auf sich warten. Sinnvoller erscheint es mir bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten über die eigene Arbeit bzw. sein Angebot zu sprechen und dabei nebenbei eine Visitenkarte zu überreichen. Dies kann auf einer Feier unter Freunden ebenso sein wie beim Einkauf in naheliegenden Geschäften oder im Verein oder, oder, oder. Dies soll nicht heißen, dass man jedem ständig davon erzählen soll was man für ein toller Coach ist, sondern es geht eher darum zu erläutern was die eigene Arbeit ausmacht und was jemand davon haben kann, wenn er ein Coaching bucht, sprich klar zu machen welchen Mehrwert man bieten kann. So spricht es sich nach und nach herum. Zum Netzwerkmarketing kann auch die Kooperation mit Kollegen gerechnet werden, wodurch sich erfolgversprechende Synergieeffekte ergeben können.

Tipp 6 - 10 folgt in 14 Tagen.

Vielleicht möchtest Du schon mal Deine eigenen Erfahrungen mitteilen?

Welche Erfahrungen hast Du am Anfang Deiner Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würdest Du gerne weitergeben? Oder hast Du Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar. 

tulips 175605 1280Diese tiefgründige Frage wurde uns von einer Interessentin unserer Coaching-Ausbildung während unseres Info-Abends in der letzten Woche gestellt.

Ich finde diese Frage derart wichtig, dass ich ihr diesen Blogbeitrag widmen möchte. Denn klar, wenn jemand eine Weiterbildung machen möchte, ist es nicht nur legitim, sondern darüber hinaus sinnvoll, sich Gedanken zu machen, was man hinterher damit anstellt.

Es hat sich wahrscheinlich herumgesprochen, dass es mittlerweile sehr viele Coaches gibt und der Begriff inflationär für alle möglichen Formen der Beratung „missbraucht“ wird, die aber nicht wirklich etwas mit Coaching zu tun haben. Doch unabhängig davon, gibt es auch viele seriös arbeitende Coaches. Die einen erfolgreich, die anderen weniger. Erfolgreich sind in aller Regel diejenigen, die ihre Nische gefunden haben, sprich, die sich spezialisiert haben. Nur, wie kommt man zu seiner Nische?

Diese fällt in aller Regel nicht vom Himmel, sondern muss erarbeitet werden. Am besten in Form eines Konzepts. Doch zunächst möchte ich Dir ein paar Tipps als Vorüberlegung an die Hand geben. Am besten schreibst Du Dir Deine Überlegungen gleich auf, dann musst Du Dir die Gedanken nicht zweimal machen.

1. Tipp: Schau auf Deine Berufserfahrung

Zu Beginn kannst Du Dir über Deine Berufserfahrung im Klaren werden. Welche Ausbildung/Studium hast Du absolviert? In welchen Bereichen hast Du bisher gearbeitet? Wo bzw. wie arbeitest Du aktuell? Auf wie viele Jahre Berufserfahrung blickst Du zurück?

Aus diesen Überlegungen kann sich unter Umständen schon eine Idee für eine Zielgruppe ergeben. Hast Du zum Beispiel sechs Jahre im Support des IT-Bereichs gearbeitet und warst richtig gut, kennst Du die Probleme der Kollegen. Du weißt welche Krisen bzw. Konfliktherde es geben kann. So könntest Du Dich als freiberuflicher Coach an Mitarbeiter aus dem Support wenden und ihnen Unterstützung bei der Bewältigung ihrer täglichen Probleme anbieten.

Dieses kleine Beispiel soll nur zeigen, dass es Sinn machen kann, wenn Du Dich an dem orientierst was Du schon kannst. Darin hast Du eine gewisse Feldkompetenz, wie man so sagt, und bist im fachlichen sattelfest. Da hat den Vorteil, dass Du die gleiche Sprache wie Dein Klientel sprichst, was sehr zur Vertrauensbildung beitragen kann.

2. Tipp: Schau auf Deine Lebenserfahrung

Zusätzlich zu Deiner Berufserfahrung, hast Du Lebenserfahrung gesammelt. Nicht selten steckt hinter dem was Du so alles im Leben erlebt bzw. gelernt hast ein Riesenpotential aus dem Du schöpfen kannst. Überlege Dir welche Hobbies Du hattest oder immer noch hast. Was hat Dich schon immer interessiert und was überhaupt nicht. Wofür hast Du Dich bereits engagiert? In welchem Verein oder welcher Organisation warst Du aktiv? Sich über all diese Dinge Gedanken zu machen, kann helfen ein Thema zu finden, in dem Du Dich sicher fühlst und bei dem Du anderen vielleicht helfen kannst.

3. Tipp: Sei mutig. Werde, der Du bist!

Viele Coaching-Einsteiger machen den Fehler und schauen bei der Erstellung ihres Konzepts, wenn sie denn überhaupt eines erstellen, ständig nach anderen. Wie macht denn X das? Welche Themen bietet Y an? Wie hat Z seine Website aufgebaut? Usw. Natürlich kann es nicht schaden, sich grob zu orientieren, doch kann es passieren, dass Du Dich dabei so sehr auf die Anderen konzentrierst, dass Du Dich selber aus den Augen verlierst. Also, sei mutig und gehe Deinen eigenen Weg und zwar von Anfang an. Das ist nicht immer leicht und Dir wird unter Umständen viel Gegenwind entgegen geblasen werden, doch am Ende musst Du mit Deinen Überlegungen und Deinem Konzept arbeiten und niemand anderer.

4. Tipp: Finde Deinen eigenen Stil

Dies schließt direkt an Tipp 3 an. Nur wenn Du Dich traust, so zu arbeiten, wie Du es für richtig hältst, bist Du authentisch. Versuche nicht den Stil anderer Coaches zu imitieren. Hiermit ist der eigentliche Arbeitsstil gemeint, also was ist Dir im Umgang mit Deinen Kunden wichtig? Duzt Du oder Siezt Du? Welche Honorarstruktur hältst Du für sinnvoll? Welche Methoden liegen Dir usw. Den eigenen Stil zu erlangen, dauert erfahrungsgemäß einige Zeit. Hierzu gehört auch herauszufinden, ob Du freiberuflich oder nebenberuflich Coaching anbieten möchtest. Vielleicht möchtest Du auch Coaching-Wissen bzw. –Können in Deinen Arbeitsalltag integrieren? Eine Coaching-Ausbildung die den Schwerpunkt auf Persönlichkeitsentwicklung legt, kann dabei helfen

5. Tipp: Erstelle Dein Konzept

Ohne schriftliches Konzept geht gar nichts. Dazu gehört natürlich noch viel mehr als die eben genannten Punkte. Sie stellen eine Basisüberlegung dar aber können dennoch helfen eine erste Idee zu entwickeln. Um als Coach erfolgreich sein zu können, ist es wichtig, dass Du Dir für Dein individuelles Konzept Zeit nimmst. In unserer Coaching-Ausbildung beginnen wir damit bereits im ersten Modul. So kann sich aus einer Idee über acht Monate ein handfester Plan erstellen.

Willst Du mehr über die Erstellung eines individuellen Coach-Konzepts erfahren, lies gerne in unserem Buch „Jetzt werde ich Coach!“ nach.

Wenn Du Fragen hast oder einen Kommentar schreiben möchtest, freuen wir uns von Dir zu hören.

Sicherlich kennst Du eine Führungskraft oder jemanden, der in einem beratenden Beruf arbeitet. Dann hat er Dir sicherlich schon davon erzählt wie wichtig ihm seine Vorbildfunktion ist bzw. wie wichtig es ihm ist, sich auf neue Menschen und Situationen einstellen zu können.

Gerade neulich hatte ich so einen Fall. Wir hatten in Gießen ein Treffen von ehemaligen Studienkollegen (Wer mich kennt weiß, dass ich dort studiert habe ;-)). Wie das so ist auf solchen Treffen, erzählt jeder was er gerade so macht. So auch mein ehemaliger Lernfreund Jochen (Ich bin ihm übrigens noch heute dankbar; habe ich doch durch ihn so manche Prüfung gemeistert J).

Die Führungskraft als Coach

Jochen arbeitet mittlerweile als Vertriebsleiter im Raum Hessen und betreut die Gebiete Gießen, Limburg, Hanau. Er hat ca. 35 Mitarbeiter und fühlt sich im Großen und Ganzen wohl in seiner Rolle. Doch gibt es Situationen, so sagt er, die ihn immer wieder anstrengen. Er kann zum Beispiel Mitarbeitern schlecht etwas ablehnen oder es graust ihm vor den jährlichen Zielvereinbarungsgesprächen, da er ungerne Druck auf seine Mitarbeiter ausübt. Dies ist im Vertrieb aber leider unumgänglich. Auch hat er oft das Gefühl, dass er sich gegenüber seinem Vorgesetzten nicht immer so präsentiert, wie er es eigentlich möchte. Darüber hinaus möchte er aber als Vorbild für seine Mitarbeiter gelten und ihnen mit Rat und Tat zu Seite stehen, wenn es mal brenzlig wird.

So kam also das ein oder andere Thema zum Vorschein, so dass er irgendwann sagte: „Irgendwie ist es etwas ganz Grundsätzliches das ich verändern möchte.“

Ich besprach mit ihm die Möglichkeit sich einen Coach zu suchen, mit dem er die Themen und das „Grundsätzliche“ angehen könnte. Er war von der Idee recht angetan, überlegte aber dann, ob es nicht sinnvoll sei gleich eine Coaching-Ausbildung zu machen, bei der er gleich selbst einen Coaching-Prozess durchlaufen könnte. So könne er einerseits etwas für seine Persönlichkeitsentwicklung tun und auf der anderen Seite könne er seine Methodenkompetenz erweitern. Da konnte ihm nur Recht geben.

Zusatzqualifikation

Viele Menschen stellen sich vor, dass sich nach einer Coaching-Ausbildung jeder selbstständig macht. In einigen Fällen ist das auch so. Es kann auch sein, dass sich jemand zunächst parallel zu seinem Job ein zweites Standbein aufbaut oder ein anderer in seiner Firma als interner Coach arbeitet.

Doch wenn Du Dich mit den Inhalten in einer Coaching-Ausbildung beschäftigst, wirst Du schnell erkennen, dass sie noch weitere Möglichkeiten bietet und damit für eine größere Gruppe von Menschen attraktiv ist. So zum Beispiel für Führungskräfte und alle Menschen in weitestgehend beratenden Berufen, wie Lehrer, Ärzte, Architekten, Sozialarbeiter, Polizisten, Handwerksmeister mit Führungsaufgaben und vielen anderen. Ich meine hier nicht, dass diese Menschen als Coach agieren sollten, sondern dass sie das Wissen und die Fähigkeiten, die sie in einer Coaching-Ausbildung erwerben als Zusatzqualifikation in ihrem Beruf nutzen können.

Die eben genannten Gruppen haben alle eins gemeinsam: Sie arbeiten mit Personen unterschiedlichster Herkunft und Sozialisation. Sie müssen sich auf verschiedenste Typen möglichst vorbehaltlos einstellen. Außerdem stehen die genannten Berufsgruppen oft vor der Situation, dass Sie ihr Wissen an andere weitergeben. Sie müssen nicht selten zwischen zwei und mehr Parteien vermitteln. Manchmal müssen sie auch klare Ansagen machen. Und ganz selten dürfen sie sich auch eingestehen etwas nicht zu wissen (das kann schon mal am Ego kratzen). Doch wie kommt jetzt die Coaching-Ausbildung ins Spiel? Dazu muss ich ein bisschen ausholen:

3 Gründe:

In einer Coaching-Ausbildung geht es um drei wesentliche Dinge: Persönlichkeitsentwicklung, Prozessbegleitung und Methodenkompetenz.

Persönlichkeitsentwicklung

Jeder der als Coach arbeiten möchte um andere zu begleiten, sollte zunächst an sich und seinen Themen gearbeitet haben. Wer trägt nicht irgendwelche Konflikte, Verhaltensmuster oder Glaubenssätze mit sich herum, die das (Berufs-) Leben erschweren können. Erst dann, wenn man seine eigenen blinden Flecken erkannt hat und weiß wie man damit umgehen kann, ist es möglich ohne Vorbehalte auf andere zuzugehen. Weitere wichtige Felder sind Empathie und Wertschätzung, damit sich der Gesprächspartner ernst genommen fühlt. Außerdem ist eine offene Art der Kommunikation und ein authentisches Verhalten sehr hilfreich. Nicht zuletzt ist es wichtig zu lernen, wie man für sich selber sorgt. Nur wenn es Dir selber gut geht, hast Du die Kraft Dich um andere zu sorgen. Ich denke Du wirst mir recht geben, dass diese Punkte alle für die oben genannten Berufe von Bedeutung sind. In einer Coaching-Ausbildung ist es möglich an diesen und vielen weiteren Themen zu arbeiten.

Prozessbegleitung

Dies bedeutet, seine Kunden bzw. Klienten oder Patienten, wie immer sie gerade genannt werden, auf ihrem individuellen Weg professionell zu begleiten. Das kann der Bau eines Hauses genauso sein wie ein Heilungsprozess, der Weg bis zum Abitur, der Weg durch die Ausbildung oder, oder, oder. Hier ist kompetente Unterstützung gefordert, nicht nur fachlich sondern auch menschlich und das will (und kann) gelernt sein.

Methodenkompetenz

Nicht selten bedarf es bestimmter Techniken um seine Klienten bzw. Kunden zu unterstützen. Diese reichen von umfangreichen Fragetechniken und professioneller Gesprächsführung über gewaltfreie Kommunikation bis zu systemischen Ansätzen und Hypnotherapie. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl spezieller Tools, die je nach Thema eingesetzt werden können. Nicht alle Methoden sind für jeden relevant. Darum ist es wichtig, die für sich und sein Umfeld in Frage kommenden Methoden zu verfeinern und individuell anzupassen.

Nicht immer muss man sich mit einer absolvierten Coaching-Ausbildung selbstständig machen. Es kann auch sehr hilfreich sein, seine eigentliche Berufung damit zu untermauern um noch besser auf seine Kunden eingehen zu können. Dies bringt Zufriedenheit und Erfolg auf beiden Seiten.

Was glaubst Du? Welche zusätzlichen Kompetenzen würden einen Arzt oder Lehrer besser machen? Nur zu. Ich freue ich über Deine Antwort. 

10 Tipps für eine erfolgreiche Coachingpraxis

Wie erreiche ich eine gut gehende Coachingpraxis? Worauf sollte ich achten und wie mache ich mir einen guten Namen? Diese und ähnliche Fragen werden von angehenden Coaches immer wieder gestellt.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Artikel 10 wichtige Tipps geben, die mir geholfen haben, als Coach Fuß zu fassen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und spiegelt nur meine eigene Erfahrung wieder. Wenn jemand ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf entsprechende Kommentare.

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Dies ist für mich DER wesentliche Ausgangspunkt. Leider gibt es noch immer Leute die glauben, Coaching macht man mal eben so nebenbei und da reiche der vermeintlich gesunde Menschenverstand. Das letzterer hilfreich ist steht außer Frage. Doch meiner Meinung nach ist es wichtig eine gut strukturierte Ausbildung zu absolvieren, welche die Möglichkeit zur Selbstreflektion und damit verbundener Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sollte sie praxisnah angelegt sein und eine Vielzahl an Methoden bieten. Wobei ich hier ganz klar die Meinung vertrete, dass man nicht durch die Methoden zum Coach wird sondern durch seine Haltung(en).

Sinnvoll finde ich auch einen „Schulen übergreifenden“ Ansatz, um möglichst viele Facetten kennen zu lernen. Dies können systemische Ansätze oder humanistische Ansätze sein, genauso wie Hypnose, lerntheoretische Ansätzeoder Tiefenpsychologie. Eine Ausbildung in dieser Form dauert deutlich länger als ein „Wochenendkurs“. Mit einem halben bis dreiviertel Jahr muss man schon mindestens rechnen. Auch danach heißt es fleißig weiterlernen. Für die eigene Professionalisierung sollte man schon ein bis zwei Weiterbildungen im Jahr einplanen. Welche man hier wählt ist natürlich vom eigenen Schwerpunkt, siehe nächster Tipp, abhängig.

Tipp 2 – Konzentration

Ich persönlich finde es gerade zu Anfang hilfreich, sich auf bestimmte Themen oder Zielgruppen zu fokussieren. Ob es hier nun die Themen Burn-Out und Resilienz oder Karriereplanung und Stressbewältigung sind, ist vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Durch die Konzentration auf wenige Themen, kann man sich in diesen professionalisieren und macht sich damit in einem bestimmten Bereich einen Namen. Ähnlich verhält es sich mit der Zielgruppe. Hier kann es ebenfalls Sinn machen sich zu konzentrieren, sei es auf die Gruppe der Fach- und Führungskräfte oder Frauen über 45, Personen beim Übergang in den Ruhestand oder vielleicht Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Die potentiellen Klienten suchen nicht den oberflächlichen Allrounder der vermeintlich alles kann. Sie suchen einen Spezialisten, der Ihnen bei der Lösung ihres persönlichen Problems hilft.

Tipp 3 – Methodensicherheit

Im Rahmen einer Ausbildung lernt man eine ganze Reihe von Tools. Diese sollten möglichst in der Praxis angewendet werden, so dass man auch wirklich von Methodensicherheit sprechen kann. Durch die Vielzahl von Methoden die es gibt, läuft man unter Umständen Gefahr zu glauben man müsste in jeder Methode ein Experte sein. Wichtiger ist es auch hier sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten zunächst eine Handvoll auszuwählen und mit diesen zu arbeiten bis man sich darin sicher fühlt. Aus meiner Erfahrung wendet man nur die Tools an, die man geübt hat und mit denen man sich selber wohl fühlt. Doch Achtung! Die Methode sollte immer an die Klienten angepasst werden und nicht die Klienten an die Methoden. Der sichere Umgang mit Methoden führt auch zu selbstsicherem Auftreten gegenüber (potentiellen) Klienten.

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Nicht zu vernachlässigen sind eventuelle finanzielle Durststrecken die zu überwinden sind. Kann man sich zunächst „nebenbei“ selbstständig machen, hat man zwar finanziell keine Probleme. Dafür hat man weniger Zeit sein eigenes Geschäft aufzubauen. Kündigt man seinen bisherigen Job hat man viel Zeit sich um sein neues Geschäft zu kümmern. Man hat aber in den ersten Jahren (ca. 3 – 5), deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Es ist unglaublich wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und sich um finanzielle Sicherheiten für die ersten Jahre zu kümmern. Es ist sehr energieraubend und bereitet zusätzlichen Stress, wenn man sich einerseits um sein Geschäft kümmern möchte, andererseits aber kein Geld für die professionelle Gestaltung einer Internetseite hat oder nicht weiß, von welchem Geld man in den nächsten Monaten die Praxismiete bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

Natürlich kann man jede Woche Anzeigen in die Tageszeitung setzen oder monatlich neue Flyer erstellen. Dies ist aber sehr kostenintensiv und der Erfolg lässt nicht selten auf sich warten. Sinnvoller erscheint es mir bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten über die eigene Arbeit bzw. sein Angebot zu sprechen und dabei nebenbei eine Visitenkarte zu überreichen. Dies kann auf einer Feier unter Freunden ebenso sein wie beim Einkauf in naheliegenden Geschäften oder im Verein oder, oder, oder. Dies soll nicht heißen, dass man jedem ständig davon erzählen soll was man für ein toller Coach ist, sondern es geht eher darum zu erläutern was die eigene Arbeit ausmacht und was jemand davon haben kann, wenn er ein Coaching bucht, sprich klar zu machen welchen Mehrwert man bieten kann. So spricht es sich nach und nach herum. Zum Netzwerkmarketing kann auch die Kooperation mit Kollegen gerechnet werden, wodurch sich erfolgversprechende Synergieeffekte ergeben können.

Tipp 6 - 10 folgt in 14 Tagen.

Vielleicht möchten Sie schon mal Ihre eigenen Erfahrungen mitteilen?

Welche Erfahrungen haben Sie am Anfang Ihrer Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würden Sie gerne weitergeben? Oder haben Sie Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen. 

Montag, 28 Januar 2013 16:21

Sind wir nicht alle ein bisschen Coach?!

Sind wir nicht alle ein bisschen Coach?!

Über die Verwässerung des Coachingbegriffs

Gebe ich in google den Suchbegriff „coach“ ein, erhalte ich 651.000.000 Ergebnisse in 0,32 Sekunden. Bei „pizza“ „nur“ 554.000.000 in 0,29 Sekunden.

Sollte sich die Menschheit mehr für Persönlichkeitsentwicklung als für Essen interessieren? Das wollte ich genauer wissen und durchforstete die „coach“ Seiten.

Zunächst kamen tatsächlich Einträge, die etwas mit Coaching zu tun haben, wie auch ich es verstehe, nämlich mit der Weiterentwicklung der Persönlichkeit. Ich bin schon wieder etwas beruhigt. Doch gleich auf Seite 1, letzter Eintrag, finde ich den „pizzacoach“. Also doch nicht! Nicht weit weg taucht der starship-coach auf, ein Busunternehmen, gefolgt vom Abnehm-Coach oder calory-coach.

Unabhängig von diesen google-Einträgen, gibt es mittlerweile hochspezialisierte „Coaches“ z. B. den

Freitag, 04 Januar 2013 10:42

Objektiver Gesprächspartner

Mein Mann ist mein bester Coach. 
Mit meiner besten Freundin kann ich über alles sprechen.

Diese und ähnliche Aussagen habe Sie sicherlich auch schon gehört. Doch wie weit kann die Hilfe von uns nahe stehenden Personen gehen? Verstehen Sie mich nicht falsch, natürlich weiß ich, wie wichtig das vertraute Gespräch mit dem eigenen Partner bzw. einer guten Freundin ist. Aber, seien wir mal ganz ehrlich. Sind diese, uns sehr gut kennenden Menschen, nicht auch etwas voreingenommen?

  • Telefon: 030 - 71 53 82 83
  • Telefon: 06051 - 47 01 20