Dienstag, 03 Mai 2016 09:05

Deine Schlüssel zum Erfolg

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Fragst Du Dich auch schon mal, was das für Menschen sind, die als Coach arbeiten? „Haben sie besondere Fähigkeiten, oder könnte ich das auch?“ „Muss ich bestimmte Eigenschaften mitbringen um erfolgreich sein zu können?“ „Muss ich als Businesscoach anders drauf sein als ein Personalcoach?“ Eins vorweg, Coaches sind ganz normale Menschen, die Macken haben, wie Du und ich ;-). Darüber hinaus bringen sie tatsächlich bestimmte Fähigkeiten bzw. Interessen mit, die sie von vielen anderen Menschen unterscheiden. Doch dazu gleich mehr.

Wer wird denn überhaupt Coach?

Zunächst möchte ich versuchen zu beschreiben, wie Du Dir einen „durchschnittlichen“ Coach vorstellen kannst, egal ob Personal- oder Businesscoach. Das ist natürlich ein relativ schweres Unterfangen, da die Beweggründe der Menschen so unterschiedlich sind wie ihre Biografien, die sie mitbringen. Aber irgendetwas muss sie ja verbinden, wenn sie sich für den gleichen Beruf interessieren.

Also, ganz allgemein gesprochen, sind es aus meiner Erfahrung Menschen, die sich für psychologische Zusammenhänge interessieren und die andere Menschen bei der Lösung von Konflikten unterstützen möchten. Jetzt kannst Du mir eine Genderproblematik vorwerfen, doch sind dies eher Frauen als Männer…;-)) Im Idealfall interessieren sie sich für Persönlichkeitsentwicklung und sind bereit zunächst an sich selber zu arbeiten, bevor sie sich an die Arbeit mit Klienten wagen.

Bei Beginn seiner Laufbahn, ist ein Coach (es gibt übrigens keine weibliche Form für Coach und alle Versuche, dies einzuführen, sind aus meiner Sicht zum Scheitern verurteilt) zwischen 30 und 45 Jahren alt, hat in aller Regel ein Studium bzw. eine Berufsausbildung abgeschlossen und mehrere Jahre Berufserfahrung gesammelt. Meistens hatte er in seinem beruflichen Umfeld bereits viel mit Menschen zu tun und möchte nun sein Wissen und seine Fähigkeiten mit Coaching-Kompetenz erweitern. Darüber hinaus gibt es aber auch Quereinsteiger, die erst später erkannt haben, welche weiteren Fähigkeiten in ihnen schlummern.

3 Schlüsselkompetenzen für einen Coach

Welche Eigenschaften bzw. Fähigkeiten muss er denn nun mitbringen, der Personal- bzw. Businesscoach? Aus unserer Sicht gibt es mindestens zwölf wirklich wichtige Eigenschaften, die einen Coach auszeichnen. Diese hier alle aufzuführen, würde den Rahmen sprengen, weswegen ich mich auf drei beschränken möchte, die ich persönlich für absolut wichtig halte.

Dies sind:

  • Selbstreflexion
  • Empathie
  • Wertschätzung

Diese Eigenschaften, auf die ich gleich noch weiter eingehen möchte, beziehen sich zunächst auf die eigentliche Coaching-Tätigkeit. „Ist doch auch logisch“, wirst Du vielleicht sagen. „Darum geht es hier doch.“ Klar, aber wenn Du Dich als Coach selbstständig machen möchtest, gehört noch viel mehr dazu, wie z. B. Organisationsfähigkeit und Frustrationstoleranz. (Falls Du Dich für die weiteren wichtigen Eigenschaften interessierst, die einen erfolgreichen Coach ausmachen, dann schau doch in unser Buch „Jetzt werde ich Coach!“, erschienen im Beltz-Verlag.)

Doch nun zu den drei wichtigen Eigenschaften eines Personal- bzw. Businesscoach und was dahinter steckt. Übrigens, musst Du als angehender Coach diese Eigenschaften nicht perfektioniert haben. Es geht eher darum, dass Dir bewusst ist, dass z. B. die Fähigkeit zur Selbstreflektion für einen Coach wichtig ist und dass Du bereit bist daran zu arbeiten.

Selbstreflexion

Darunter versteht man die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen. Das heißt, wenn etwas schief gelaufen ist, nicht gleich einen „externen“ Schuldigen zu suchen, sondern sich erst mal zu fragen, was ich selbst dazu beigetragen habe.

Das klingt vielleicht banal aber so einfach ist es gar nicht. Viel leichter ist es doch andere für eigene „Fehler“ verantwortlich zu machen.

Wenn Du schon jetzt etwas für die Stärkung Deiner Selbstreflektionsfähigkeit tun möchtest, lass jeden Abend den Tag Revue passieren. Was ist gut gelaufen, was weniger? Und stell Dir konkret die Fragen „Was habe ICH gut gemacht, was könnte ICH besser machen.“ „Wie habe ich mich heute meinen Mitmenschen gegenüber verhalten?“

Warum ist das als Coach wichtig?

Als Coach macht es Sinn das eigene Handeln während des Coaching-Prozesses zu reflektieren. Hierbei geht es weniger um konkrete Fehler als vielmehr darum, zu überprüfen, in wie weit der Klient durch meine Interventionen Fortschritte gemacht hat oder auch nicht. Konnte ich objektiv bleiben? Konnte ich mich so weit zurück nehmen, dass ich nicht meine eigenen Themen ins Coaching eingebracht habe usw.?

Empathie

Von einem empathischen Menschen spricht man, wenn es ihm leicht fällt, sich in die Situation seines Gegenübers zu versetzen, ohne seine Neutralität bzw. Objektivität aufzugeben. Dies sollte nicht mit Mitleid gleichgesetzt werden.

Möchtest Du an Deiner Empathiefähigkeit arbeiten, lerne aktives Zuhören, frage aktiv nach, indem Du tatsächlich an Deinem Gegenüber interessiert bist. Stellst Du Verständnisfragen, so ist es leichter die Situation des anderen nachzuvollziehen.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Beim Coaching geht es in erster Linien darum, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Coach und Klient herzustellen, damit der Klient auch bereit ist sich Dir gegenüber zu öffnen und an seinen Themen zu arbeiten. Dies erreichst Du am ehesten durch empathisches Vorgehen.

Wertschätzung

Ist jemand in der Lage, andere Menschen ernst zu nehmen und sie respektvoll zu behandeln, auch wenn sie eine völlig andere Lebensanschauung und andere Einstellungen haben, spricht man von wertschätzendem Verhalten. Um wertschätzend zu sein, muss man die jeweiligen Einstellungen nicht teilen, „nur“ respektieren.

Du kannst damit beginnen zunächst wertschätzend Dir selbst gegenüber zu sein. Gehe dann respektvoll mit Deinen Mitmenschen um und zeige Deinem Gegenüber dass Du ihn so anerkennst, wie er ist.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Im Coaching gehst Du mit so vielfältigen Menschen um, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Du auf ganz unterschiedliche Meinungen, Lebensauffassungen und Einstellungen triffst. Da es in einem Coaching um den Klienten und seine Welt geht, ist es hilfreich für eine vertrauensvolle Beziehung, wenn jeder Einzelne das Gefühl hat von Dir respektiert und ernst genommen zu werden. So kann sich der Klient öffnen und zeigen, wie er tatsächlich ist. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, über alte Verhaltensmuster zu reflektieren und an ihnen zu arbeiten.

An diesen und weiteren Kompetenzen zu arbeiten, ist als Coach unerlässlich, wenn man professionell und erfolgreich sein möchte. Eine Ausbildung mit hohem Selbsterfahrungsanteil kann hier gute Dienste leisten!

Welche Kompetenzen sind Deiner Meinung nach wichtig für einen Coach?

Dienstag, 26 Mai 2015 20:58

Du oder Sie im Coaching

 

Wie viel Nähe (Augenhöhe) ist erlaubt? 

Hast Du Dir auch schon mal darüber Gedanken gemacht ob es so etwas wie einen Coaching-Knigge gibt? Also so eine Art Verhaltenskodex im Coaching? Konkret meine ich hier die Ansprache.

Also wie ist es richtig? Musst Du Deine Klienten siezen oder kannst Du sie einfach duzen? Und wie verhält es sich mit dem „Dr.“ vor dem Namen? Gibt es hier feste Regeln oder bestimmte Kriterien die festlegen wie Du Deine Klienten ansprichst?

Da ich häufiger gefragt werde: „Wie machst Du das eigentlich in Deiner Praxis, möchte ich heute von meiner persönlichen Einstellung und meinen Erfahrungen berichten.

Das sagt der Knigge

Jeder von uns hat wahrscheinlich die gleiche Erfahrung gemacht und wurde ab einem bestimmten Alter plötzlich in der Schule, in Geschäften oder anderen, eher beruflichen Bereichen, gesiezt. Das beginnt in aller Regel schon in der Oberstufe oder spätestens nach dem Abi oder bei Beginn einer Ausbildung.

Das, was anfangs sehr ungewohnt ist, geht aber meist schnell in Routine über, da es bei uns in Deutschland eben so üblich ist ab einem gewissen Alter auf das „Sie“ umzusteigen. Ob das wirklich so sein muss, steht auf einem anderen Blatt. In anderen Ländern, wie z. B. Dänemark, wird sich grundsätzlich geduzt. Dies auszudiskutieren, würde hier aber zu weit führen und wäre ein separates Thema…

Doch wie verhält es sich in einer Branche in der es auch um sehr private Themen geht?

Allgemein heißt es ja, siezen vermittelt Distanz und Förmlichkeit, während duzen Vertrautheit und Zusammengehörigkeit vermittelt. Doch lässt sich diese Formel auch auf das Coaching übertragen?

Auf www.Knigge.de findest Du hierzu folgenden Eintrag:

„Man sollte die Vorzüge des „Sie“ nicht unterschätzen. Es schafft den Abstand, der in aller Regel ein reibungsloses Miteinander garantiert. Es ist absolut wertfrei und immer richtig.

 

Das „Du“ hingegen hat viele Schattierungen; die Grundlagen, auf denen es beruht, können sich ändern oder wegfallen. Die Rückkehr zum „Sie“ dürfte in diesen Fällen recht schwierig, wenn nicht unmöglich sein.“

Ist es jetzt plump, wenn Du Deine Klienten duzt, oder hältst Du sie zu sehr auf Abstand wenn Du sie siezt?

Aus meiner Erfahrung sind diese Fragen nicht pauschal zu beantworten. Die Antworten darauf hängen vielmehr mit Deiner persönlichen Einstellung und Deiner bevorzugten Zielgruppe zusammen.

Du oder Sie als Business-Coach

Arbeitest Du als Businesscoach eher mit Unternehmen zusammen, wirst Du Deine Klienten vermutlich siezen, da dies in Deutschland im geschäftlichen Umfeld immer noch üblich ist. Hier würde es unprofessionell wirken sich gleich mit dem Vornamen vorzustellen. Außerdem arbeitest Du in aller Regel in den Räumlichkeiten des Unternehmens und da versteht es sich von selbst die dortige Gepflogenheit anzunehmen und dies ist in aller Regel das „Sie“.

Im Verlauf des Coachingprozesses ist es aber durchaus möglich, dass Du Dich mit Deinem Klienten duzt, wenn die Wellenlänge zwischen Euch stimmt. Dies muss natürlich nicht nur für Dich sondern auch für den Klienten in Ordnung sein ;-)) Das heißt, während Du den Vorgesetzten Deines Klienten und den Personalverantwortlichen siezt, kann es in Ordnung sein im Verlauf des Coachings Deinen Klienten zu duzen. Du wirst schnell spüren was sich für Dich besser anfühlt, das „ Du“ oder „Sie“.

Das Du oder Sie als Personal-Coach

Arbeitest Du eher als Personalcoach in Deiner eigenen Praxis und empfängst dort Deine Kunden, kannst Du hier nach Deinen eigenen Regeln arbeiten. Wenn Du ein besseres Gefühl beim duzen hast dann mach das, sonst sieze besser. Ich würde nur empfehlen jeden Klienten vorher zu fragen, da das „Sie“ in unserer Gesellschaft bei einem Erstkontakt unter Erwachsenen eher üblich ist. Außerdem gibt es auch Menschen, denen eine gewisse Distanz lieber ist und das sollten wir respektieren und sie nicht mit einem „Du“ überrumpeln.

Kritische Stimmen könnten jetzt sagen, dass es grundsätzlich unprofessionell sei seine Klienten zu duzen. Ich halte das nicht für so kritisch. Es kommt darauf an, wie Du damit umgehst. Aus meiner Erfahrung kann ein „Du“ schnell eine gewisse Nähe schaffen, die im Coaching hilfreich sein kann. Wenn Du das selber nicht möchtest, weil es Dir zu schnell geht, bleibe einfach beim „Sie“, sonst wirkt es aufgesetzt. Ist Dir die direkte Nähe wichtig, frage ob das „Du“ in Ordnung ist.

Frau Dr. Meier oder Frau Meier

Hat Dein Klient einen Dr.-Titel, ist das nach Knigge kein Titel sondern ein akademischer Grad. Dieser wird zwar in den Personalausweis eingetragen, wird aber nicht Bestandteil des Namens. Der Höflichkeit halber hat es sich gesellschaftlich so eingebürgert, dass man den Dr. Grad mit spricht. Rein rechtlich besteht aber kein Anspruch darauf.

Hier findest Du den kompletten Artikel dazu:

http://www.knigge.de/themen/kommunikation/akademische-titel-2046.htm

Was machst Du nun mit einem Klienten mit Dr. im Namen? Wenn Du Deine Klienten, nach Absprache duzt, erübrigt sich das Problem, ansonsten musst Du hier selber entscheiden, wie Du es handhaben willst.

Ich habe mich dazu entschieden den Dr. Grad bei meinen Klienten wegzulassen aber nicht weil ich damit unhöflich sein oder den „Titel“ entwerten möchte.

Vielmehr geht es um folgendes: Wenn jemand zu mir kommt, dann hat er auf einem bestimmten Gebiet Klärungsbedarf. Das heißt, er kommt in aller Regel wegen einer sehr persönlichen Sache, bei der der "Dr. Grad" keine Rolle spielt. Diesen hat sich die Person auf einem bestimmten Fachgebiet erarbeitet und soll auch gerne in entsprechendem Kontext genannt werden. Das heißt, der Titel mag in seinem beruflichen Kontext wichtig sein, doch wenn es um die Bearbeitung persönlicher Probleme geht und das ist ein häufiger Grund für ein Coaching, ist es für die Lösung unerheblich ob ich Frau Dr. Schmitz oder Frau Schmitz sage. Wenn Du auf „Nummer sicher“ gehen möchtest, frag Deinen Klienten einfach. Bisher hat allerdings noch niemand den „Dr.“-Grad eingefordert. Diese Erfahrung habe ich sowohl in Unternehmen als auch in meiner eigenen Praxis gemacht.

Vertrauen durch Ansprache im Internet

Auch durch die Ansprache Deiner Kunden auf Deiner Internetseite kannst Du Deine Klienten darauf vorbereiten, wie Du sie ansprechen wirst. Duzt Du Deine Klienten dort bereits, werden Sie nicht sonderlich überrascht sein, wenn Du sie auch am Telefon oder in Deiner Praxis duzt.

Auf der Internetseite zu unserer Coaching-Ausbildung sind wir auch auf das „Du“ übergegangen. Wir fanden zum einen, dass es sich leichter und lockerer schreibt und zum anderen fühlen wir uns unseren Interessenten und Teilnehmern der Ausbildung gleich etwas näher. In der Coaching Ausbildung duzen wir uns sowieso. Warum dann nicht auch schon vorher?

Aus unserer Sicht schafft das ein gewisses Vertrauen ohne dass wir uns aufdrängen möchten. Auch hier könntest Du natürlich sagen: „Das ist doch auch ein Geschäft. Also müsstet Ihr Eure Kunden doch siezen.“ Vom Prinzip her stimmt das natürlich. Nur gehört unsere Coaching-Ausbildung aber zu einer Branche, in der sich in aller Regel geduzt wird. Oder Hast Du schon mal ein Seminar belegt, bei dem es um Persönlichkeitsentwicklung geht und es wurde sich gesiezt? Das kann ich mir schwer vorstellen.

Natürlich fragen wir jeden Interessenten ob es in Ordnung ist, wenn wir ihn duzen. Und möchte jemand lieber gesiezt werden wäre das auch völlig in Ordnung. Ist aber bisher noch nicht vorgekommen ;-)

Du siehst: Es ist viel von Dir und Deiner Einstellung zu Nähe und Distanz abhängig um eine Entscheidung bezüglich der Anrede zu treffen.

Du hast es in der Hand, unabhängig von sonstigen gesellschaftlich üblichen Vorgehensweisen. Du bestimmst in Deiner Praxis die grundsätzliche Ansprache. Tust Du dies mit dem nötigen Respekt und entsprechender Wertschätzung, kann das „Du“ genauso gut sein wie das „Sie“.

Jetzt bin ich aber neugierig wie Du es bisher hältst und welche Erfahrungen Du gemacht hast! Ich freue mich auf Deine Rückmeldung!

Donnerstag, 05 Februar 2015 20:21

Warum tun wir was wir tun?

 

 

Das „Warum?“ hinter dem ICK-Institut für Coaching & Kompetenz von Christiane Richter und Peter Reitz

Die Idee von Gordon Schönwälder http://podcast-helden.de/einladung-zur-blogparade-erzaehl-uns-deine-unternehmens-story/ hat uns echt begeistert. Gerade in unserer Branche wird viel von Selbstreflektion gesprochen. Darum wollen wir diese Idee zum Anlass nehmen und darüber berichten, warum wir tun was wir tun.

Peter und ich haben uns während unserer Coaching-Ausbildung vor acht Jahren kennengelernt. Seitdem ist viel Zeit vergangen in der jeder seine eigene Praxis, sprich sein eigenes Business aufgebaut und verwirklicht hat. Beide haben wir unsere Schwerpunkte gefunden, in denen wir uns, so wie es in der Branche üblich sein sollte, regelmäßig weiterbilden. Peter hat eine Ausbildung zum systemischen Berater absolviert und ich habe eine Ausbildung zur Hypnosetherapeutin gemacht.

Wir hatten in dieser Zeit regelmäßig Kontakt und haben uns fachlich ausgetauscht. Irgendwann, nach vielen Telefonaten und Mails wollten wir unser geballtes Wissen aus unserer Coaching- und Trainingserfahrung bündeln und gründeten 2013 das ICK Institut für Coaching & Kompetenz. Nach vielen Jahren der Coachingtätigkeit und noch längeren Jahren als Trainer, geben wir unsere Erfahrungen gerne in Form einer Ausbildung zum Personal-/Businesscoach weiter.

Die Vermittlung von Kompetenzen in Theorie und Praxis ist unsere Leidenschaft und fordert uns immer wieder neu heraus. Als großes Plus sehen wir dabei unsere eigene Erfahrung im Aufbau der Selbstständigkeit als freiberuflicher Coach. Ein Schritt, vor dem wir selbst vor vielen Jahren standen. So können wir die Dinge weitergeben, die aus unserer Erfahrung wirklich funktionieren!

Doch warum?

Als Coach unterstützen wir Menschen, ihren eigenen Weg zu gehen, Krisen zu überwinden oder Entscheidungen zu treffen. Andere möchten sich von Erwartungen, die an sie gestellt werden lösen um zu ihrem eigenen Kern zurück zu finden. Wieder andere wachsen in eine neue Aufgabe hinein, z. B. als Führungskraft, oder sie sind schon „High-Performer“ und möchten noch besser werden. Es ist schön zu sehen, wie Menschen sich entwickeln und wir als Coach dazu einen Beitrag leisten konnten.

Zurück zur Lehrtätigkeit: Die Arbeit mit den Teilnehmern der Coachingausbildung macht uns unglaublichen Spaß, da wir diese bei ihrer beruflichen, aber auch persönlichen Entwicklung unterstützen können. Es sind Menschen, die eine eigene Dienstleistung anbieten möchten, bei der sie ihre Klienten wiederum bei der Lösung eines Problems oder in der Entscheidungsfindung unterstützen möchten.

Da während eines Coachingprozesses der Coach als Person mit all seinen Lebenserfahrungen und Wertvorstellungen immer „mit dabei“ ist, macht insbesondere die persönliche Weiterentwicklung der „jungen Coaches“ die Qualität der späteren Arbeit aus.

Das klingt oft so einfach. Nach dem Motto: „Das kann doch jeder.“ Doch dabei ist es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die einen sehr fordern kann. Stellt Euch nur mal vor, Ihr würdet ein Gespräch mit einem Klienten über 1,5 Stunden führen, bei dem es um Karriereentwicklung geht. Ihr seid natürlich permanent aufmerksam und mit allen Sinnen präsent. Ihr unterstützt ihn, motiviert ihn, bringt ihn durch intensives Fragen zu kritischer Reflektion, zum Nachdenken oder Umdenken, vielleicht zum lachen, vielleicht zum weinen. Ihr freut euch mit Ihm, wenn er in seinem Anliegen weiterkommt und feiert kleine und große Erfolge.

Wenn dieser Klient Eure Praxis oder Büroverlassen hat, macht ihr Euch Notizen und ein kurze Pause und dann kommt der Nächste und dann der Nächste. Ihr könnt Euch jetzt sicher vorstellen, dass es wichtig ist, dass man als Coach gut auf sich selber achten muss, um sich nicht zu überfordern. Dies unseren Teilnehmern mit auf den Weg zu geben ist uns ebenfalls sehr wichtig. Deswegen steht ganz am Anfang der Satz –Sorge für Dich selber - Nur wenn es einem selber gut geht, kann man auch für andere da sein. Nicht vergessen sollte man, dass ein Coach einen großen Vertrauensvorschuss von seinen Klienten bekommt, dem man auch gerecht werden möchte und sollte.

Neben der Arbeit mit den Teilnehmern motiviert uns aber auch das „Drumherum“.

Wir können unsere Ausbildung so konzipieren, wie wir es für richtig halten. Wir machen es genauso, wie wir es uns vorstellen und können dadurch unsere eigenen Ideen verwirklichen. Das heißt, wir haben die Möglichkeit, alles eigenverantwortlich durchzuführen. Wir bekommen sofort Feedback ob etwas funktioniert oder nicht. Das Schöne ist, das wir zu zweit sind. Obwohl Peter mit seiner Familie in der Nähe von Frankfurt wohnt und ich mit meinem Mann in Berlin, sind wir stets über E-Mail bzw. Skype „verdrahtet“. Es macht einfach viel mehr Spaß ein Unternehmen zu zweit zu führen. Jeder bringt neue Ideen ein, die vom anderen wohlwollend aber kritisch unter die Lupe genommen werden. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für unser Institut. Wir initiieren gemeinsam Projekte und ziehen sie gemeinsam durch, so ist auch die Verantwortung auf zwei Schultern verteilt.

Uns ist es wichtig, dass unsere Ausbildung bodenständig bleibt. Wir geben unseren Teilnehmern die Möglichkeit zu erkennen, dass es wichtig ist sich zunächst selber kennen zu lernen, sich selbst und seine Handlung zu reflektieren. Wir möchten unseren angehenden Coaches vermitteln, wie wichtig die Beziehung zu ihren Klienten ist und dass Methodenwissen wichtig aber nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Was nützt es, wenn ich viele tolle Methoden kenne, sie aber nicht zur Anwendung bringen kann, da ich mit meinen Klienten nicht in Kontakt komme. Beziehungsaufbau verstehen und leben. Wenn wir das vermitteln können, haben wir eine ganze Mange erreicht.

Uns ist es wichtig, dass unsere Teilnehmer Ihren eigenen Coachingstil entwickeln können, deshalb bieten wir Ihnen viel Gelegenheit zum Üben. Jeder hat seine Vorlieben und Schwerpunkte, für jeden gibt es eine Nische. Diese gilt es herauszuarbeiten und sich entsprechend zu positionieren. Dabei möchten wir sie unterstützen.

Dies alles motiviert uns das zu tun was wir tun. Sicherlich haben wir noch das eine oder andere vergessen, doch das „Warum“ ist jetzt schon länger geworden, als eigentlich gedacht. Aber während des Schreibens sind uns dann doch noch viele Dinge eingefallen, die uns bei unserer gemeinsamen Arbeit wichtig sind.

Wann hast Du zuletzt darüber nachgedacht warum Du tust was Du tust?

Wir freuen wir uns über Deinen Kommentar.

Gastautorin: Christiane Neuhaus, Absolventin der Coaching-Ausbildung 2013/2014 bei Frankfurt.

Beginnen möchte ich mit einigen Antworten von Menschen aus meinem Bekanntenkreis auf die Frage: „Würdest du dich eher von einem Mann oder einer Frau coachen lassen oder ist dir dieses Kriterium egal?"

Martin L., 47Jahre, Angestellter: „Grundsätzlich wäre mir das Geschlecht egal, für mich ist es wichtig, dass der Coach Erfahrung mitbringt und mir grundsätzlich sympathisch ist."

Sabine K., 42, selbständig: „Ich glaube, ich würde lieber zu einer Frau gehen, ist allerdings auch abhängig von dem Thema was ich mitbringe, ob Mann oder Frau wäre für mich aber kein sonderlich wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Coaches."

Clemens, 18, Abiturient: „ Ich überleg ja gerade, mir einen Coach oder Berater zu suchen, weil ich nicht weiß wie es beruflich bei mir so weitergehen soll. Über das Geschlecht habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht, ich denk mal das wär mir egal, ich würde aber glaub ich gern zu einem doch noch jungen Coach gehen, der sich dann vielleicht noch besser in meine Lage versetzen kann als ein Älterer, mit viel Berufs-und Lebenserfahrung, der dann eher wie ein Elternteil denkt. Also ich sag mal das Geschlecht wäre mir egal."

Überlegungen zum Thema

Meine spontane erste Überlegung zu diesem Thema war:

1. Das ist stark abhängig vom Anliegen des Coachees.
2. Vermutlich nimmt man sich bevorzugt einen Coach des gleichen Geschlechts.
3. Es gibt in dieser Frage Unterschiede bei Personal- und Businesscoaching.

Wenn es überhaupt eine Geschlechterrangordnung in dieser Branche gibt, dann stehen mit Sicherheit die Frauen weiter oben aufgrund der (vermeintlich vorhandenen) Grundeigenschaften die sie mitbringen (Empathiefähigkeit, Wertschätzung...).

Alle herangezogenen Quellen die mir zur Verfügung standen ergaben, dass das Geschlecht scheinbar keinen Einfluss auf die Wahl des Coaches hat:

„Weiblicher oder männlicher Coach? Auf die Frage nach dem bevorzugten Geschlecht eines Coaches, formuliert keiner der Interviewten spontan eine eindeutige Bevorzugung. Das Geschlecht des Coaches an sich wäre kein Auswahlkriterium."

Was sagen die Experten?

Karin Martens-Schmid, „Coachings als‎ Beratungssystem", 2003:
„Es gibt bezüglich des Geschlechtes von Coaches kontroverse Diskussionen. Whitmore („Coaching für die Praxis", 1996) sieht grundsätzlich die Frauen im Vorteil, andere Autoren eher die Männer. Whitmore begründet dies damit, dass die Eigenschaften eines idealen Coachs, die er postuliert (geduldig, objektiv, unterstützend, interessiert, ein guter Zuhörer, scharfsichtig, erkennend, selbstreflektierend, aufmerksam, zurückhaltend (vgl. S. 47), originäre Eigenschaften einer Frau sind. Die Gegenseite argumentiert mit dem zumeist männlichen Klientel, das sich besser von einem männlichen Coach beraten fühlt. Beide Argumente sind m. E. nicht befriedigend. Letztlich lässt sich folgern, dass es weder für das Alter noch das Geschlecht des Coachs eine feste Regel gibt. Die Wahl ist individuell vom Coachingnehmer und dem Coach je nach Anliegen situativ zu entscheiden."

„Diplomarbeit: Coaching. Eine empirische Studie zu Erfolgsfaktoren bei Einzel-Coaching." Tanja Schmidt, 2003

„Auch das Geschlecht stellt erwartungsgemäß kein zentrales Auswahlkriterium dar. Im Gegensatz dazu wird das Lebensalter von knapp der Hälfte der Befragten (48,5 Prozent) als wichtiges Auswahlkriterium genannt."

Was ist Klienten noch wichtig?

In diesem Zusammenhang ein sehr interessanter kurzer Ausflug zum Kriterium „Alter des Coaches" – besagt die gleiche Studie: folgendes:

„Gerade beim Coaching von langjährigen Führungskräften und Personen höherer Hierarchieebenen ist aus den Interviews bekannt, das diese (meist männlichen) Klienten Berater nur akzeptieren, die über eine gewisse Lebens- und Berufserfahrung verfügen. So lassen sich bestimmte personale Fähigkeiten, über die ein Coach verfügen sollte, wie z.B. die Fähigkeit zur Selbstreflexion sowie analytische Fähigkeiten, nicht einfach auf klassischen Ausbildungswegen erwerben, sondern sie entwickeln sich sukzessive im Laufe des persönlichen und beruflichen Lebens und bedürfen einer gewissen Lebenserfahrung. Für Berufsanfänger mit wenig Felderfahrung dürfte es somit sehr schwierig sein, Aufträge von Unternehmen zu erhalten."

Quelle:„Implementierung von Coaching als Instrument der Personalentwicklung in deutschen Großunternehmen" Dr. Cornelia Tonhäuser, 2010, Seite 232/233

Eigene Einschätzung

Trotz der wissenschaftlichen Ergebnisse möchte ich kurz noch (neben meinen ersten spontanen Überlegungen von oben) ein paar Argumente nennen, die vielleicht doch Einfluss haben könnten auf die Wahl.

1. Das Anliegen: Wenn ich als weiblicher Coachee ein Problem mit meinem Partner, einem Arbeitskollegen oder einer anderen männlichen Person habe, dann kann es von Vorteil sein wenn ich mir einen weiblichen Coach suche, da ich damit der Gefahr der Übertragung entgehe, wenn ich einen männlichen Coach habe.
Eine weitere innerliche Befürchtung vieler Frauen könnte auch sein: „Der versteht mich eh nicht, genau wie mein Chef/Mann..."
Dem entgegen steht dann allerdings die große Chance, wenn ich als Frau mir in solch einer Situation einen männlichen Coach suche, das dieser mir helfen kann das Problem einmal nicht aus weiblicher Sicht zu sehen. Auch gibt es mit Sicherheit spezielle weibliche oder auch männliche Themen/Anliegen, die man aus Schamgefühl dann doch lieber mit einem Coach des gleichen Geschlechts bespricht. Was mit Sicherheit auch nicht zu unterschätzen ist , ist der doch recht enge, oft auch sehr emotionale Rahmen, in dem sich Coach und Coachee befinden, die „Gefahr" einer gewissen erotischen Anziehung besteht meines Erachtens grundsätzlich immer.

2. Ich habe keine Studie gefunden, die untersucht hat, wie das Geschlechterverhältnis bei Coachings letztendlich wirklich ist, also zu wieviel Prozent Männer zu Männer, Frauen zu Frauen oder dann jeweils gemischt gehen. Das wäre mit Sicherheit interessant, meine persönliche Vermutung wäre allerdings, das die Mehrzahl sich unbewusst einen Coach des gleichen Geschlechts sucht.

Als Fazit dieser kurzen Ausarbeitung kann man festhalten, das durch wissenschaftliche Studien erwiesen ist, dass das Geschlecht kein nennenswertes Kriterium bei der Wahl des Coaches darstellt.

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