Zufrieden in Coaching Praxis10 Tipps für eine erfolgreiche Coachingpraxis

Wie erreiche ich eine gut gehende Coachingpraxis? Worauf sollte ich achten und wie mache ich mir einen guten Namen? Diese und ähnliche Fragen werden von angehenden Coaches immer wieder gestellt.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Artikel 10 wichtige Tipps geben, die mir geholfen haben, als Coach Fuß zu fassen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und spiegelt nur meine eigene Erfahrung wieder. Wenn jemand ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf entsprechende Kommentare.

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Dies ist für mich DER wesentliche Ausgangspunkt. Leider gibt es noch immer Leute die glauben, Coaching macht man mal eben so nebenbei und da reiche der vermeintlich gesunde Menschenverstand. Das letzterer hilfreich ist steht außer Frage. Doch meiner Meinung nach ist es wichtig eine gut strukturierte Ausbildung zu absolvieren, welche die Möglichkeit zur Selbstreflektion und damit verbundener Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sollte sie praxisnah angelegt sein und eine Vielzahl an Methoden bieten. Wobei ich hier ganz klar die Meinung vertrete, dass man nicht durch die Methoden zum Coach wird sondern durch seine Haltung(en).

Sinnvoll finde ich auch einen „Schulen übergreifenden“ Ansatz, um möglichst viele Facetten kennen zu lernen. Dies können systemische Ansätze oder humanistische Ansätze sein, genauso wie Hypnose, lerntheoretische Ansätzeoder Tiefenpsychologie. Eine Ausbildung in dieser Form dauert deutlich länger als ein „Wochenendkurs“. Mit einem halben bis dreiviertel Jahr muss man schon mindestens rechnen. Auch danach heißt es fleißig weiterlernen. Für die eigene Professionalisierung sollte man schon ein bis zwei Weiterbildungen im Jahr einplanen. Welche man hier wählt ist natürlich vom eigenen Schwerpunkt, siehe nächster Tipp, abhängig.

Tipp 2 – Konzentration

Ich persönlich finde es gerade zu Anfang hilfreich, sich auf bestimmte Themen oder Zielgruppen zu fokussieren. Ob es hier nun die Themen Burn-Out und Resilienz oder Karriereplanung und Stressbewältigung sind, ist vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Durch die Konzentration auf wenige Themen, kann man sich in diesen professionalisieren und macht sich damit in einem bestimmten Bereich einen Namen. Ähnlich verhält es sich mit der Zielgruppe. Hier kann es ebenfalls Sinn machen sich zu konzentrieren, sei es auf die Gruppe der Fach- und Führungskräfte oder Frauen über 45, Personen beim Übergang in den Ruhestand oder vielleicht Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Die potentiellen Klienten suchen nicht den oberflächlichen Allrounder der vermeintlich alles kann. Sie suchen einen Spezialisten, der Ihnen bei der Lösung ihres persönlichen Problems hilft.

Tipp 3 – Methodensicherheit

Im Rahmen einer Ausbildung lernt man eine ganze Reihe von Tools. Diese sollten möglichst in der Praxis angewendet werden, so dass man auch wirklich von Methodensicherheit sprechen kann. Durch die Vielzahl von Methoden die es gibt, läuft man unter Umständen Gefahr zu glauben man müsste in jeder Methode ein Experte sein. Wichtiger ist es auch hier sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten zunächst eine Handvoll auszuwählen und mit diesen zu arbeiten bis man sich darin sicher fühlt. Aus meiner Erfahrung wendet man nur die Tools an, die man geübt hat und mit denen man sich selber wohl fühlt. Doch Achtung! Die Methode sollte immer an die Klienten angepasst werden und nicht die Klienten an die Methoden. Der sichere Umgang mit Methoden führt auch zu selbstsicherem Auftreten gegenüber (potentiellen) Klienten.

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Nicht zu vernachlässigen sind eventuelle finanzielle Durststrecken die zu überwinden sind. Kann man sich zunächst „nebenbei“ selbstständig machen, hat man zwar finanziell keine Probleme. Dafür hat man weniger Zeit sein eigenes Geschäft aufzubauen. Kündigt man seinen bisherigen Job hat man viel Zeit sich um sein neues Geschäft zu kümmern. Man hat aber in den ersten Jahren (ca. 3 – 5), deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Es ist unglaublich wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und sich um finanzielle Sicherheiten für die ersten Jahre zu kümmern. Es ist sehr energieraubend und bereitet zusätzlichen Stress, wenn man sich einerseits um sein Geschäft kümmern möchte, andererseits aber kein Geld für die professionelle Gestaltung einer Internetseite hat oder nicht weiß, von welchem Geld man in den nächsten Monaten die Praxismiete bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

Natürlich kann man jede Woche Anzeigen in die Tageszeitung setzen oder monatlich neue Flyer erstellen. Dies ist aber sehr kostenintensiv und der Erfolg lässt nicht selten auf sich warten. Sinnvoller erscheint es mir bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten über die eigene Arbeit bzw. sein Angebot zu sprechen und dabei nebenbei eine Visitenkarte zu überreichen. Dies kann auf einer Feier unter Freunden ebenso sein wie beim Einkauf in naheliegenden Geschäften oder im Verein oder, oder, oder. Dies soll nicht heißen, dass man jedem ständig davon erzählen soll was man für ein toller Coach ist, sondern es geht eher darum zu erläutern was die eigene Arbeit ausmacht und was jemand davon haben kann, wenn er ein Coaching bucht, sprich klar zu machen welchen Mehrwert man bieten kann. So spricht es sich nach und nach herum. Zum Netzwerkmarketing kann auch die Kooperation mit Kollegen gerechnet werden, wodurch sich erfolgversprechende Synergieeffekte ergeben können.

Tipp 6 - 10 folgt in 14 Tagen.

Vielleicht möchtest Du schon mal Deine eigenen Erfahrungen mitteilen?

Welche Erfahrungen hast Du am Anfang Deiner Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würdest Du gerne weitergeben? Oder hast Du Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar. 

Donnerstag, 09 März 2017 10:16

Coaching verkaufen - So geht`s

Verkaufsargumente für Coaching

Höher – schneller - weiter – Coaching kann`s!

Coaching macht aus Führungskräften bessere Menschen – Mit Coaching wird jeder Konflikt zum Kinderspiel - Mitarbeiter lassen sich durch Coaching zu Höchstleistungen motivieren. Wow, eine echte Wunderwaffe, mit der man alles aus dem Hut zaubern kann, könnte man meinen!

Es ranken viele Gerüchte und Mythen um Coaching. Heute möchte ich Dir erklären, was Coaching wirklich kann und welche wissenschaftlichen Belege es dafür gibt. Mit diesen Argumenten kannst Du bei Deinem nächsten Verkaufsgespräch punkten. Denn, natürlich möchte eine Firma einen „Beweis“ dafür, dass Coaching etwas bringt und sie ihr Geld nutzbringend eingesetzen wird. Das ist nur allzu nachvollziehbar.

Welche Versprechen kann Coaching denn nun tatsächlich erfüllen? Lange gab es keine systematischen Untersuchungen und demnach auch keine nachprüfbaren Belege über die Wirksamkeit von Coaching. Dies führte dazu, dass „alles“ „irgendwie“ machbar war, zumindest wenn man auf die vielen „Marktschreier“ auf dem Gebiet gehört hat. Doch dies hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, da Coaching und seine Wirkweise gut wissenschaftlich ausgeleuchtet wurde und immer noch wird.

Hier ein paar Behauptungen aus der „Praxis:“, die wissenschaftlich untersucht wurden.

„Coaching ist ein Karriereturbo. Wenn Du aufsteigen willst, dann geh zu einem Coach, der hebt Dich auf die nächste Stufe.“

Hierbei handelt es sich um Marketinggetöse von eher fragwürdigen Anbietern. Als seriöser Anbieter kannst Du ein solches Versprechen gar nicht geben, da es bei Beförderungen viel zu viele Kriterien gibt auf die im Coaching kein Einfluss genommen werden kann.

Keine wissenschaftliche Studie belegt den Zusammenhang zwischen Karrieresprung und Coaching.

„Coaching fördert die Entwicklung der Willenskraft.“

Diese Eigenschaft, die für das berufliche Weiterkommen förderlich ist, wird durch  Coachingmaßnahmen am meisten gefördert, wie wissenschaftliche Untersuchungen (Uni-Amsterdam um Tim Theeboom) gezeigt haben. Somit hat Coaching indirekte Einflüsse auf die Karriere.

Nach einem Coaching haben Führungskräfte häufig konkretere Ziele vor Augen und besitzen klarere Strategien wie sie sie erreichen wollen. Außerdem planen sie bessere Aktionen zur Erreichung und schöpfen aus der Zielerreichung mehr Energie, die sie für die Verfolgung weiterer Ziele nutzen können.

Dr. Harald Geißler, Coaching-Forscher der Universität Hamburg, führt das darauf zurück, dass die Führungskräfte nicht nur ihre expliziten Ziele mit ins Coaching bringen sondern auch ihre impliziten Ziele. Dies sind unbewusste Ziele, deren Nichterreichung eine gewisse Unzufriedenheit mit sich bringen.

Je eindeutiger die impliziten Ziele herausgearbeitet werden, umso klarer wird der Führungskraft was sie wirklich will, was sie im Inneren antreibt. Dass dies die Willensbildung und deren Umsetzung fördert, liegt auf der Hand.

Häufig müssen Umwege gegangen werden um die impliziten Ziele herauszuarbeiten, da diese im Unterbewusstsein liegen und nicht direkt zugänglich sind. Das braucht Zeit und ist ein Grund, warum Coaching selten schnell geht. Das heißt, die Führungskraft muss etwas Geduld mitbringen. Ergebnisse von 61 Businessstudien sprechen hier von durchschnittlich 5 – 12 Sitzungen von durchschnittlich 1 Stunde über einen Zeitraum von 3 – 10 Monaten. An dieser Stelle wäre es schön, wenn sich Hypnose auch in Führungskreisen verstärkt durchsetzen würde. Doch das ist ein anderes Thema...

„Coaching muss möglichst schnell gehen“

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Dauer des Coachings und seinem Erfolg, laut Metastudie Amsterdam. Das liegt wahrscheinlich an der unterschiedlichen Komplexität der Themen. Je konkreter das Anliegen desto kürzer das Coaching.

Wichtig ist es hier, das richtige Maß zu finden, sonst kann es kontraproduktiv sein, da die gedankliche Nähe zwischen Coach und Klient zu groß werden kann. Das System wächst quasi zu stark zusammen und entwickelt ähnliche Einstellungen zu bestimmten Themen.

Dagegen hilft: Nicht immer zur vertrauten Person gehen, sondern mit einem neuen Thema auch gerne mal den Coach wechseln. Verschiedene Coaches für verschieden Fälle, statt „ein Coach für alle Fälle“. Sowohl dem Coach als auch dem Klienten sollte klar sein, dass es sich um eine Arbeitsbeziehung handelt und die sollte es auch bleiben.

„Die Chemie zwischen Coach und Klient ist das Wichtigste überhaupt“

Eine intakte Beziehung ist für den Erfolg des Coachings wichtig. Doch ist die Chemie nicht der alles überstrahlende Erfolgsfaktor. Besonders die Art und Weise und der Wechsel zwischen verschiedenen Methoden trägt zum Erfolg eines Coachings bei. Dies jedenfalls behauptet eine Studie des Ashridge Institutes for Coaching, in der 400 Coachingbeteiligte befragt wurden.

Es gibt aber keine verbriefte wissenschaftliche Erklärung dafür. Wohl eher nach dem Motto: „Viele Körnchen Wissen ergeben eine weise Antwort.“

Je mehr Techniken ich anwende, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine treffe, mit der mein Klient besonders gut zurecht kommt. Ich bin also in der Lage unterschiedliche Lerntypen anzusprechen. Außerdem basieren viele Methoden auf bestimmten Typologien bzw. Rastern. Dadurch wird Komplexität verstehbarer und bearbeitbarer gemacht.

„Je komplexer das Thema, um so besser ist Coaching geeignet“

Prof. Dr. Harald Geißler von der UniHamburg ist überzeugt, dass es kein Weiterbildungsformat gibt, dass besser geeignet ist um sich in eine neue Rolle hineinzufinden als Coaching. Geißler stützt sich auf Studien die zeigen, dass die Selbstwirksamkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nach einem Coaching deutlich höher sind als vorher. Die Steigerung der beiden genannten Fähigkeiten ist im Mittel ähnlich hoch wie die Steigerung der Willenskraft.

„Coaching hat einen Langzeiteffekt“

Dr. Annette Christina Pannenberg lehrt an der Euro-FH Hamburg Coaching und hat einen Langzeiteffekt von Coaching, über 6 Monate hinaus, in ihrer Dissertation geliefert (2013). Sie konnte feststellen, dass die Selbstorganisation steigt und es weniger Fehlentscheidungen getroffen werden. Dies führt sie auf gewonnene Einsichten der Führungskräfte über sich selbst zurück. Da Coaching auf Selbstreflexion ausgerichtet ist, lernt der Klient auch immer etwas über sich selbst.

Die ermittelten Auswirkungen von Coaching auf das Entscheidungsverhalten ließ sie, gemeinsam mit weiteren Faktoren, in eine Kosten-Nutzen Formel einfließen. Der Nutzen überstieg die Kosten oft um mehr als 120 %.

Weitere Studien belegen laut Uwe Böning eine bessere Konfliktlösung, besserer Umgang mit Risiken, reibungsloser verlaufende Change-Pozesse, weniger Krankheitstage. Somit hat Coaching einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Dies ist keine läppische Marketingfloskel.

„Coaching kann Führung besser machen.“

Hierfür gibt es keinen unmittelbaren wissenschaftlichen Beweis. Aber deutliche Hinweise auf einen mittelbaren Zusammenhang. Zum Beispiel wird die Kluft zwischen Selbst- und Fremdbild reduziert, da der Klient stets zwei Spiegel vorgehalten bekommt. Der eine, in dem er sich selbst sieht, der andere, der Ihm zeigt, wie andere ihn sehen. So erfährt der Klient wie ihn andere wahrnehmen. Dies kann dazu führen, dass sich eine Führungskraft authentischer bzw. glaubwürdiger gegenüber den Mitarbeitern verhält. Diese beiden sind laut Führungsforschung zentral für die Mitarbeiterführung. Somit könnte man die allgemeine Verbesserung von Führungsqualitäten als willkommene Begleiterscheinung des Coaching bezeichnen.

Vielleicht hast Du jetzt ein paar Argumente in der Tasche, die Dich bei Deiner nächsten Verhandlung untersützen können. Das würde mich freuen.

Wenn Du Dich weitergehend mit dem Stand der Forschung des Coaching-Marktes beschäftigen möchtest, sei Dir das Buch, "Ergebnisse der Coaching-Forschung: Aktuelle Studien - ausgewertet für die Coaching-Praxis" von Uwe Böning empfohlen.

 

 

 

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Höher – schneller - weiter – Coaching kann`s!

Coaching macht aus Führungskräften bessere Menschen – Mit Coaching wird jeder Konflikt zum Kinderspiel - Mitarbeiter lassen sich durch Coaching zu Höchstleistungen motivieren. Wow, eine echte Wunderwaffe, mit der man alles aus dem Hut zaubern kann, könnte man meinen!

Es ranken viele Gerüchte und Mythen um Coaching. Heute möchte ich Dir erklären, was Coaching wirklich kann und welche wissenschaftlichen Belege es dafür gibt. Mit diesen Argumenten kannst Du bei Deinem nächsten Verkaufsgespräch punkten. Denn, natürlich möchte eine Firma einen „Beweis“ dafür, dass Coaching etwas bringt und das Geld nutzbringend eingesetzt wird. Das ist nur allzu nachvollziehbar.

Welche Versprechen kann Coaching denn nun tatsächlich erfüllen? Lange gab es keine systematischen und Untersuchungen und demnach auch keine nachprüfbaren Belege über die Wirksamkeit von Coaching. Dies führte dazu, dass „alles“ „irgendwie“ machbar war, zumindest wenn man auf die vielen „Marktschreier“ auf dem Gebiet gehört hat. Doch dies hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, da Coaching und seine Wirkweise gut wissenschaftlich ausgeleuchtet wurde und immer noch wird.

Hier ein paar Behauptungen aus der „Praxis:“, die wissenschaftlich untersucht wurden.

„Coaching ist ein Karriereturbo. Wenn Du aufsteigen willst, dann geh zu einem Coach, der hebt Dich auf die nächste Stufe.“

Hierbei handelt es sich um Marketinggetöse von eher fragwürdigen Anbietern. Als seriöser Anbieter kannst Du ein solches Versprechen gar nicht geben, da es bei Beförderungen viel zu viele Kriterien gibt auf die im Coaching kein Einfluss genommen werden kann.

Keine wissenschaftliche Studie belegt den Zusammenhang zwischen Karrieresprung und Coaching.

„Coaching fördert die Entwicklung der Willenskraft.“

Diese Eigenschaft, die für das berufliche Weiterkommen förderlich ist, wird durch  Coachingmaßnahmen am meisten gefördert, wie wissenschaftliche Untersuchungen (Uni-Amsterdam um Tim Theeboom) gezeigt haben. Somit hat Coaching indirekte Einflüsse auf die Karriere.

Nach einem Coaching haben Führungskräfte häufig konkretere Ziele vor Augen. Besitzen klarere Strategien wie sie sie erreichen wollen. Außerdem planen sie bessere Aktionen zur Erreichung und schöpfen aus der Zielerreichung mehr Energie, die sie für die Verfolgung weiterer Ziele nutzen können.

Dr. Harald Geißler, Coaching-Forscher der Universität Hamburg führt das darauf zurück, dass die Führungskräfte nicht nur ihre expliziten Ziele mit ins Coaching bringen sondern auch ihre impliziten Ziele. Dies sind unbewusste Ziele, deren Nichterreichung eine gewisse Unzufriedenheit mit sich bringen.

Je eindeutiger die impliziten Ziele herausgearbeitet werden, umso klarer wird der Führungskraft was sie wirklich will, was sie im inneren antreibt. Dass dies die Willensbildung und deren Umsetzung fördert, liegt auf der Hand.

Häufig müssen Umwege gegangen werden um die impliziten Ziele herauszuarbeiten, da diese im Unterbewusstsein liegen und nicht direkt zugänglich sind. Das braucht Zeit und ist ein Grund, warum Coaching selten schnell geht. Das heißt, die Führungskraft muss etwas Geduld mitbringen. Ergebnisse von 61 Businessstudien sprechen hier von durchschnittlich 5 – 12 Sitzungen von durchschnittlich 1 Stunde über einen Zeitraum von 3 – 10 Monaten. An dieser Stelle wäre es schön, wenn sich Hypnose auch in Führungskreisen verstärkt durchsetzen würde. Doch das ist ein anderes Thema...

„Coaching muss möglichst schnell gehen“

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Dauer des Coachings und seinem Erfolg, laut Metastudie Amsterdam. Das liegt wahrscheinlich an der unterschiedlichen Komplexität der Themen. Je konkreter das Anliegen desto kürzer das Coaching.

Wichtig ist es hier, das richtige Maß zu finden, sonst kann es kontraproduktiv sein, da die gedankliche Nähe zwischen Coach und Klient zu groß werden kann. Das System wächst quasi zu stark zusammen und entwickelt ähnliche Einstellungen zu bestimmten Themen.

Dagegen hilft: Nicht immer zur vertrauten Person gehen, sondern mit einem neuen Thema auch gerne mal den Coach wechseln. Verschiedene Coaches für verschieden Fälle, statt „ein Coach für alle Fälle“. Sowohl dem Coach als auch dem Klienten sollte klar sein, dass es sich um eine Arbeitsbeziehung handelt und die sollte es auch bleiben.

„Die Chemie zwischen Coach und Klient ist das Wichtigste überhaupt“

Eine intakte Beziehung ist für den Erfolg des Coachings wichtig. Doch ist die Chemie nicht der alles überstrahlende Erfolgsfaktor. Besonders die Art und Weise und der Wechsel zwischen verschiedenen Methoden trägt zum Erfolg eines Coachings bei. Dies jedenfalls behauptet eine Studie des Ashridge Institutes for Coaching, in der 400 Coachingbeteiligte befragt wurden.

Es gibt aber keine verbriefte wissenschaftliche Erklärung dafür. Wohl eher nach dem Motto: „Viele Körnchen Wissen ergeben eine weise Antwort.“

Je mehr Techniken ich anwende, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine treffe, mit der mein Klient besonders gut zurecht kommt. Ich bin also in der Lage unterschiedliche Lerntypen anzusprechen. Außerdem basieren viele Methoden auf bestimmten Typologien bzw. Rastern. Dadurch wird Komplexität verstehbarer und bearbeitbarer gemacht.

 

„Je komplexer das Thema, um so besser ist Coaching geeignet“

Prof. Dr. Harald Geißler von der UniHamburg ist überzeugt, dass es kein Weiterbildungsformat gibt, dass besser geeignet ist um sich in eine neue Rolle hineinzufinden als Coaching. Geißler stützt sich auf Studien die zeigen, dass die Selbstwirksamkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nach einem Coaching deutlich höher sind als vorher. Die Steigerung der beiden genannten Fähigkeiten ist im Mittel ähnlich hoch wie die Steigerung der Willenskraft.

„Coaching hat einen Langzeiteffekt“

Dr. Annette Christina Pannenberg lehrt an der Euro-FH Hamburg Coaching und hat einen Langzeiteffekt von Coaching, über 6 Monate hinaus, in ihrer Dissertation geliefert (2013). Sie konnte feststellen, dass die Selbstorganisation steigt und es weniger Fehlentscheidungen getroffen werden. Dies führt sie auf gewonnene Einsichten der Führungskräfte über sich selbst zurück. Da Coaching auf Selbstreflexion ausgerichtet ist, lernt der Klient auch immer etwas über sich selbst.

Die ermittelten Auswirkungen von Coaching auf das Entscheidungsverhalten ließ sie, gemeinsam mit weiteren Faktoren, in eine Kosten-Nutzen Formel einfließen. Der Nutzen überstieg die Kosten oft um mehr als 120 %.

Weitere Studien belegen laut Uwe Böning eine bessere Konfliktlösung, besserer Umgang mit Risiken, reibungsloser verlaufende Change-Pozesse, weniger Krankheitstage. Somit hat Coaching einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Dies ist keine läppische Marketingfloskel.

„Coaching kann Führung besser machen.“

Hierfür gibt es keinen unmittelbaren wissenschaftlichen Beweis. Aber deutliche Hinweise auf einen mittelbaren Zusammenhang. Zum Beispiel wird die Kluft zwischen Selbst- und Fremdbild reduziert, da der Klient stets zwei Spiegel vorgehalten bekommt. Der eine, in dem er sich selbst sieht, der andere, der Ihm zeigt, wie andere ihn sehen. So erfährt der Klient wie ihn andere wahrnehmen. Dies kann dazu führen, dass sich eine Führungskraft authentischer bzw. glaubwürdiger gegenüber den Mitarbeitern verhält. Diese beiden sind laut Führungsforschung zentral für die Mitarbeiterführung. Somit könnte man die allgemeine Verbesserung von Führungsqualitäten als willkommene Begleiterscheinung des Coaching bezeichnen.

Vielleicht hast Du jetzt ein paar Argumente in der Tasche, die Dich bei Deiner nächsten Verhandlung untersützen können. Das würde mich freuen.

Wenn Du Dich weitergehend mit dem Stand der Forschung des Coaching-Marktes beschäftigen möchtest, sei Dir das entsprechende Buch, "Ergebnisse der Coaching-Forschung: Aktuelle Studien - ausgewertet für die Coaching-Praxis" von Uwe Böning empfohlen.

 

 

 

Dienstag, 03 Mai 2016 09:05

Deine Schlüssel zum Erfolg

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Fragst Du Dich auch schon mal, was das für Menschen sind, die als Coach arbeiten? „Haben sie besondere Fähigkeiten, oder könnte ich das auch?“ „Muss ich bestimmte Eigenschaften mitbringen um erfolgreich sein zu können?“ „Muss ich als Businesscoach anders drauf sein als ein Personalcoach?“ Eins vorweg, Coaches sind ganz normale Menschen, die Macken haben, wie Du und ich ;-). Darüber hinaus bringen sie tatsächlich bestimmte Fähigkeiten bzw. Interessen mit, die sie von vielen anderen Menschen unterscheiden. Doch dazu gleich mehr.

Wer wird denn überhaupt Coach?

Zunächst möchte ich versuchen zu beschreiben, wie Du Dir einen „durchschnittlichen“ Coach vorstellen kannst, egal ob Personal- oder Businesscoach. Das ist natürlich ein relativ schweres Unterfangen, da die Beweggründe der Menschen so unterschiedlich sind wie ihre Biografien, die sie mitbringen. Aber irgendetwas muss sie ja verbinden, wenn sie sich für den gleichen Beruf interessieren.

Also, ganz allgemein gesprochen, sind es aus meiner Erfahrung Menschen, die sich für psychologische Zusammenhänge interessieren und die andere Menschen bei der Lösung von Konflikten unterstützen möchten. Jetzt kannst Du mir eine Genderproblematik vorwerfen, doch sind dies eher Frauen als Männer…;-)) Im Idealfall interessieren sie sich für Persönlichkeitsentwicklung und sind bereit zunächst an sich selber zu arbeiten, bevor sie sich an die Arbeit mit Klienten wagen.

Bei Beginn seiner Laufbahn, ist ein Coach (es gibt übrigens keine weibliche Form für Coach und alle Versuche, dies einzuführen, sind aus meiner Sicht zum Scheitern verurteilt) zwischen 30 und 45 Jahren alt, hat in aller Regel ein Studium bzw. eine Berufsausbildung abgeschlossen und mehrere Jahre Berufserfahrung gesammelt. Meistens hatte er in seinem beruflichen Umfeld bereits viel mit Menschen zu tun und möchte nun sein Wissen und seine Fähigkeiten mit Coaching-Kompetenz erweitern. Darüber hinaus gibt es aber auch Quereinsteiger, die erst später erkannt haben, welche weiteren Fähigkeiten in ihnen schlummern.

3 Schlüsselkompetenzen für einen Coach

Welche Eigenschaften bzw. Fähigkeiten muss er denn nun mitbringen, der Personal- bzw. Businesscoach? Aus unserer Sicht gibt es mindestens zwölf wirklich wichtige Eigenschaften, die einen Coach auszeichnen. Diese hier alle aufzuführen, würde den Rahmen sprengen, weswegen ich mich auf drei beschränken möchte, die ich persönlich für absolut wichtig halte.

Dies sind:

  • Selbstreflexion
  • Empathie
  • Wertschätzung

Diese Eigenschaften, auf die ich gleich noch weiter eingehen möchte, beziehen sich zunächst auf die eigentliche Coaching-Tätigkeit. „Ist doch auch logisch“, wirst Du vielleicht sagen. „Darum geht es hier doch.“ Klar, aber wenn Du Dich als Coach selbstständig machen möchtest, gehört noch viel mehr dazu, wie z. B. Organisationsfähigkeit und Frustrationstoleranz. (Falls Du Dich für die weiteren wichtigen Eigenschaften interessierst, die einen erfolgreichen Coach ausmachen, dann schau doch in unser Buch „Jetzt werde ich Coach!“, erschienen im Beltz-Verlag.)

Doch nun zu den drei wichtigen Eigenschaften eines Personal- bzw. Businesscoach und was dahinter steckt. Übrigens, musst Du als angehender Coach diese Eigenschaften nicht perfektioniert haben. Es geht eher darum, dass Dir bewusst ist, dass z. B. die Fähigkeit zur Selbstreflektion für einen Coach wichtig ist und dass Du bereit bist daran zu arbeiten.

Selbstreflexion

Darunter versteht man die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen. Das heißt, wenn etwas schief gelaufen ist, nicht gleich einen „externen“ Schuldigen zu suchen, sondern sich erst mal zu fragen, was ich selbst dazu beigetragen habe.

Das klingt vielleicht banal aber so einfach ist es gar nicht. Viel leichter ist es doch andere für eigene „Fehler“ verantwortlich zu machen.

Wenn Du schon jetzt etwas für die Stärkung Deiner Selbstreflektionsfähigkeit tun möchtest, lass jeden Abend den Tag Revue passieren. Was ist gut gelaufen, was weniger? Und stell Dir konkret die Fragen „Was habe ICH gut gemacht, was könnte ICH besser machen.“ „Wie habe ich mich heute meinen Mitmenschen gegenüber verhalten?“

Warum ist das als Coach wichtig?

Als Coach macht es Sinn das eigene Handeln während des Coaching-Prozesses zu reflektieren. Hierbei geht es weniger um konkrete Fehler als vielmehr darum, zu überprüfen, in wie weit der Klient durch meine Interventionen Fortschritte gemacht hat oder auch nicht. Konnte ich objektiv bleiben? Konnte ich mich so weit zurück nehmen, dass ich nicht meine eigenen Themen ins Coaching eingebracht habe usw.?

Empathie

Von einem empathischen Menschen spricht man, wenn es ihm leicht fällt, sich in die Situation seines Gegenübers zu versetzen, ohne seine Neutralität bzw. Objektivität aufzugeben. Dies sollte nicht mit Mitleid gleichgesetzt werden.

Möchtest Du an Deiner Empathiefähigkeit arbeiten, lerne aktives Zuhören, frage aktiv nach, indem Du tatsächlich an Deinem Gegenüber interessiert bist. Stellst Du Verständnisfragen, so ist es leichter die Situation des anderen nachzuvollziehen.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Beim Coaching geht es in erster Linien darum, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Coach und Klient herzustellen, damit der Klient auch bereit ist sich Dir gegenüber zu öffnen und an seinen Themen zu arbeiten. Dies erreichst Du am ehesten durch empathisches Vorgehen.

Wertschätzung

Ist jemand in der Lage, andere Menschen ernst zu nehmen und sie respektvoll zu behandeln, auch wenn sie eine völlig andere Lebensanschauung und andere Einstellungen haben, spricht man von wertschätzendem Verhalten. Um wertschätzend zu sein, muss man die jeweiligen Einstellungen nicht teilen, „nur“ respektieren.

Du kannst damit beginnen zunächst wertschätzend Dir selbst gegenüber zu sein. Gehe dann respektvoll mit Deinen Mitmenschen um und zeige Deinem Gegenüber dass Du ihn so anerkennst, wie er ist.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Im Coaching gehst Du mit so vielfältigen Menschen um, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Du auf ganz unterschiedliche Meinungen, Lebensauffassungen und Einstellungen triffst. Da es in einem Coaching um den Klienten und seine Welt geht, ist es hilfreich für eine vertrauensvolle Beziehung, wenn jeder Einzelne das Gefühl hat von Dir respektiert und ernst genommen zu werden. So kann sich der Klient öffnen und zeigen, wie er tatsächlich ist. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, über alte Verhaltensmuster zu reflektieren und an ihnen zu arbeiten.

An diesen und weiteren Kompetenzen zu arbeiten, ist als Coach unerlässlich, wenn man professionell und erfolgreich sein möchte. Eine Ausbildung mit hohem Selbsterfahrungsanteil kann hier gute Dienste leisten!

Welche Kompetenzen sind Deiner Meinung nach wichtig für einen Coach?

Im heutigen Artikel zeige ich Dir, wie Du als Führungskraft oder Vorgesetzter Coaching bzw. Coaching-Kompetenz bei Führung und Leitungsaufgaben sinnvoll und nutzbringend einsetzen kannst. Da Coaching per Definition ein „ergebnisoffener Prozess" ist, scheint dies im ersten Moment ein Widerspruch zum Anliegen von Führung zu sein. Als ergebnisoffener Prozess ist gemeint, dass ein Coach während eines Coachings ein zu erreichendes Ziel nicht bestimmt oder mitbestimmt. Das ist im gewöhnlichen Führungsalltag nicht ohne weiteres umzusetzen. Schließlich gehört es zu den Führungsaufgaben, Zielvorgaben umzusetzen und dazu die eigenen Mitarbeiter auch zu instruieren und Leistungskennzahlen zu überwachen. Wie kann Coaching-Handwerkszeug im Führungsalltag dennoch einen großen Nutzen bieten?

Wertschätzung und Vertrauen - des Coaches Handwerkszeug

Vielleicht kennst Du noch den „guten alten Chef", der stets sagt wo´s langgeht und seinen „Untergebenen" auch mal richtig Bescheid gibt, wenn´s mal wieder nicht so richtig läuft...Dieses Führungsmodell ist nun wahrlich out. Auch der Führungsstil, alles selbst machen zu wollen bzw. zu müssen, da es ja sonst nicht läuft. Erkennst Du Dich als Vorgesetzter in oben gesagtem wieder, solltest Du Dich ernsthaft fragen ob Du die Bezeichnung Führungskraft verdient hast. Eher solltest Du Dich als „cleveren Steuermann" verstehen. Als dieser delegierst Du die Aufgaben bzw. Zielvorgaben an die Personen, die mit ihren Stärken am meisten dafür geeignet sind. Um dies umzusetzen, braucht es allerdings zwei ganz wichtige Komponenten: Wertschätzung und Vertrauen! Wertschätzung bedeutet, einen Menschen bzw. Mitarbeiter mit seinen Stärken aber auch Schwächen zu sehen und ihn in erster Linie als Mensch zu betrachten und nicht nur in seiner Funktion als Sachbearbeiter, Sekretärin oder ähnliches. Vertrauen bedeutet, einen authentischen Rahmen zu bauen in dem ehrliche Begegnung stattfinden kann. Hier darf und kann die Führungskraft auch als Mensch erscheinen, ohne die eigene Rolle als Vorgesetzter aufzugeben. Und genau diese beiden Komponenten, Wertschätzung und Vertrauen, sind auch die Basis des Coaches, der Menschen in Veränderungsprozessen begleitet um Ziele zu erreichen. Na, dämmert es bei Dir? Was ist denn eigentlich die Aufgabe einer Führungskraft?

Ziele erreichen und Werte gestalten

Bestimmt hast Du es schon erraten. Eine Führungskraft ist oder sollte eine Person sein, die genaugenommen Veränderungsprozesse begleitet, um Ziele, genaugenommen Unternehmensziele, erreichen möchte. Bisher waren wir 1 zu 1 im Coaching. Jetzt kommt der entscheidende Unterschied ins Spiel: In Unternehmen geht es nicht (in erster Linie) um die Ziele eines Klienten oder Mitarbeiters. Es geht vielmehr um zu erreichende Unternehmensziele, die auf den Mitarbeiter heruntergebrochen werden. Und bei genau diesen Zielen gibt es auch nur bedingten „Freiraum" für den Mitarbeiter. So müssen bestimmte Aufgaben oftmals in einer ganz bestimmten Form erledigt werden. Häufig spricht man auch davon, dass sogenannte standardisierte Abläufe etabliert werden, auch um eine bestimmte Performanz, also einen effektiven Arbeitsfluss, zu gewährleisten. Allerdings gibt es auch Aufgaben oder Projekte, in denen Mitarbeiter eigene Wege und Strategien finden müssen. Hier kommt die „Führungskraft als Coach" ins Spiel, die bei der Suche nach geeigneten Lösungsstrategien mit dem Handwerkszeug eines Coaches sehr gute Arbeit leisten kann.

Coaching nicht gleich Coaching

Hüten sollte sich die Führungskraft allerdings davor, ein „scheinbares Coaching" zu initiieren. Das wäre in etwa so: „Ich coache meinen Mitarbeiter, dass dieser meine bereits feststehende Lösung/den bereits eingeschlagenen Weg als seinen erkennt, da ichdiesen dann sowieso durchsetze". Mit einer solchen „Mogelpackung" wären auf Seiten des Mitarbeiters Frust und Demotivation vorprogrammiert. Dieser würde dann irgendwann merken, dass sein Einsatz und seine eigene Beteiligung am Entwicklungsprozess eigentlich gar nicht erwünscht ist.

Coaching: Kultur und Effekte

Coaching als Teil des eigenen Führungsstils bedeutet für Führungspersönlichkeiten, Mitarbeiter gezielt zu fördern. Um eines gleich vorwegzunehmen: Dies kostet Zeit! Ebenso braucht man ein Entwicklungskonzept für das zu führende Arbeitsteam, dass diese Art der teilweise partnerschaftlichen Führungskultur akzeptiert. Es bringt also nichts, nur einem Mitarbeiter diese Entwicklungsräume zuzugestehen, und den anderen nicht. Wichtig ist aber auch, dass Leitungspersonen in der Rolle als Coach von der Personalabteilung bzw. übergeordneten Leitungsebene akzeptiert und im besten Falle auch gewollt sind. Hier würden wir auch von einer Coaching-Kultur sprechen. Es geht dabei weniger um kurzfristige Erfolge. Vielmehr spielen langfristige Effekte bei der Mitarbeiterführung eine Rolle:

Diese wären:

  •  Wertschätzung des Mitarbeiters durch das Gefühl, dass dieser selbst etwas beitragen kann
  •  Vertrauen in die Fähigkeiten zur Problemlösung (Erhöhung der Selbstwirksamkeit)
  •  Stärkung des Team-Gedankens und Wir-Gefühls bei der Erreichung der gemeinschaftlichen Ziele
  •  Förderung der Zugehörigkeit zum Unternehmen und damit auch Stärkung der Unternehmensidentität
  •  Und mit obigem einhergehend: Bessere Leistungsbereitschaft, mehr Performanz, mehr Identifikation mit dem Unternehmen


Kann doch jeder, oder?

Damit diese Arbeit wirklich Früchte trägt, sollte die Leitungsperson aber auch bestimmte Kompetenzen mitbringen, oder diese erwerben.

  • Rollenklarheit: Was ist meine Aufgabe als Vorgesetzter? Wann muss ich bestimmte Handlungswege und klar umzusetzende Zielvorgaben von meinem Mitarbeiter strikt einfordern und wann kann ich ergebnisoffene Prozesse initiieren?
  • Bewusste Kommunikation: Die Arbeitsbeziehung zielgerichtet gestaltet können. Auch das Wissen über psychologische Zusammenhänge, die hierbei immer beteiligt sind, spielt eine große Rolle.
  • Wissen über Veränderungsprozesse: Wie können diese zielgerichtet initiiert, begleitet und gesteuert werden, so dass diese zwar ergebnisoffen sein können, Führungskraft und Mitarbeiter aber auch ein Ziel erreichen.
  • Selbstreflektion: Eigene Anteile erkennen, wachsen und lernen wollen, auch „eigene Schwächen" integrieren können.


Eine Coaching-Ausbildung oder Ausbildung in psychologischer Beratung kann hierfür sehr hilfreich sein. Diese sollte aber vor allem ganz viel Praxis beinhalten. Ein Fernkurs oder ein Fernstudium kann für theoretischen Unterbau nützlich sein, bei obigem kommt es aber nicht auf Wissen, sondern auf Können an. Dieses kann nur in echter praktischer Erfahrung gelernt werden. Und zur Ausbildung der eigenen Persönlichkeit braucht es viel Feedback von echten Menschen.

Zu schön um wahr zu sein?!

Zufriedene Mitarbeiter, motivierte Chefs, top Arbeitsergebnisse, weniger Konflikte, besseres Teamklima - ja, das wäre schön! Wenn Du als Führungskraft mit Coaching-Methoden arbeitest, hängt vor allem vieles an einem: Nämlich an Dir! An Deiner Kompetenz, Lebenserfahrung und Deiner Motivation, diesen Weg zu gehen.

Du bist Führungskraft oder Mitarbeiter in einem Team, in dem mit Coaching-Methodik gearbeitet wird? Berichte uns von deinen Erfahrungen!

Aufgaben aufzuschieben nervt uns eigentlich und wir sind uns ganz sicher, dass wir es beim nächsten Mal anders machen werden. Doch was fördert die sogenannte Prokrastination und wie können wir sie besiegen?

Wer kennt das nicht?

  • Ein Schüler muss für die nächste Klassenarbeit üben und kann sich nicht aufraffen.
  • Eine Studentin muss ihre Hausarbeit schreiben, die sie nächste Woche abgeben muss, doch trifft sie sich lieber mit ihren Kommilitonen auf ein Glas Prosecco.
  • Ein Trainer muss sich auf das Seminar am nächsten Wochenende vorbereiten, hat aber irgendwie noch viele andere Dinge zu tun.
  • Ein Manager muss seine Präsentation vorbereiten, die er vor dem Vorstand der Firma halten muss, doch er schiebt das Thema von sich weg indem er sich mit anderer Arbeit ablenkt.
  • Ein Blogger sollte längst den nächsten Artikel geschrieben haben, doch irgendwie hatte er noch nicht die richtige Eingebung ;-))

Was haben diese Beispiele gemeinsam? Richtig. Alle Personen haben eine bestimmte Aufgabe, ein Ziel vor der Brust, das ihnen vermeintlich wichtig ist aber doch nicht so wichtig, dass es sofort erledigen. Oder hat es vielleicht andere Gründe?

Prokrastination: Ein schreckliches Wort und seine Bedeutung

Eins vorab: Dieses Phänomen, zu erledigende Aufgaben vor sich herzuschieben, zieht sich durch die ganze Gesellschaft. Im Volksmund wird es oft „Aufschieberitis“ genannt, fachmännisch Prokrastination. Ein schreckliches Wort, wie ich finde. Es wird für mich auch nicht schöner, wenn ich mir die Herkunft des Wortes anschaue. Frei übersetzt heißt es so etwas wie „für morgen“. Also, dieses und jenes lasse ich mir für morgen. Was nichts anderes bedeutet als etwas Tag für Tag aufzuschieben. Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber für mich klingt das Wort Prokrastination wie eine schreckliche Krankheit, die man auf keinen Fall haben will.

Doch, woran liegt es denn nun bestimmte Aufgaben so lange vor sich herzuschieben bis es fast zu spät ist? Mir ist es wichtig darüber zu schreiben, da auch viele meiner Coaching-Klienten darüber klagen. Da gibt es Aussagen wie „Auf die eine Stellenausschreibung wollte ich mich längst bewerben“ oder „Ich will ja mit meinem Chef sprechen, aber es hat sich „einfach“ noch nicht ergeben“ oder „Das Gespräch mit meinem Mann steht jetzt aber wirklich an.“

Die folgende Liste zeigt die häufigsten Gründe für das Aufschieben.

1.    Mangelnde Organisation

$1    2.    Falsche Einschätzung der Zeit

$1    3.    Desinteresse an der Tätigkeit

$1    4.    Langeweile

$1    5.    Überforderung

$1    6.    Perfektionismus

$1    7.    Versagensängste

Die Liste ist sicherlich nicht vollständig, doch ich denke sie deckt die häufigsten Gründe ab.

Welche Möglichkeiten gibt es nun, damit man diesen „inneren Schweinehund“ überwinden kann? Ich möchte Dir nachfolgend 10 Tipps geben, die ir helfen können das Aufschieben aufzuschieben ;-)), besser noch zu verhindern.

10 Tipps gegen Prokrastination

Folgende 10 Tipps gegen Prokrastination haben sich bewährt:

1. Selbstreflektion

Es kann helfen, sich konkret darüber Gedanken zu machen was man gerade so tut. Also, wenn Du z. B. Deine Hausarbeit schreiben solltest, Du aber vorher noch dringend die Wohnung putzen möchtest, halte kurz inne und frage Dich kritisch was Du da eigentlich gerade machst und wie hilfreich das bei der Erstellung der Hausarbeit ist.

2. Streiche die Worte „Ich muss“

„Ich muss“ löst bei einem selbst genauso viel Druck aus wie „Du musst“ bei einem Gegenüber. Besser wäre es, sich mit unterschiedlichen Wahlmöglichkeiten vertraut zu machen. Vielleicht so: Ich kann den Vortrag morgens um 7:30 Uhr oder am Abend nach 19:00 Uhr vorbereiten. Das entspannt und führt dennoch zum Ziel.

3. Ein großes Ziel in mehrere kleine Ziele zerlegen

Oftmals schreckt einen ein Endziel derart ab, dass man es gar nicht erst angeht. Hilfreich kann es hier sein, dieses Ziel in mehrere Teilziele zu zerlegen. Z. B. könntest Du von einer Hausarbeit oder einem Vortrag an einem Tag zunächst die Gliederung erstellen. Dann geht es am nächsten Tag leichter los, da du bereits am Vortag begonnen hast.

4. To-Do-Liste

Erstelle aus Deinen Zwischenzielen eine To-Do-Liste. Es kann sehr befriedigend sein am Abend über seine erledigten Aufgaben zu schauen. Dies motiviert für den nächsten Tag. Aber bitte achte darauf, dass diese Liste realistisch bleibt.

5. Ablenkungen möglichst vermeiden

Erst noch die E-Mails, dann schnell zu Facebook, dann noch schnell den Schreibtisch aufräumen. Diese kleinen Tätigkeiten führen zwar kurzfristig zu einem Erfolgserlebnis, sollten aber im Sinne des eigentlichen Ziels vermieden werden, indem Du Dir konkrete Zeiten setzt in denen diverse Nebentätigkeiten tabu sind.

6. Unterscheide zwischen Wichtig und Unwichtig

Versuche bei Deinen Vorhaben eine Unterscheidung zu treffen zwischen dem was wirklich wichtig für Deine Zielerreichung ist und was nicht.

7. Multitasking vermeiden

Konzentriere Dich auf lediglich eine Tätigkeit und mache diese konzentriert. Multitasking ist zwar modern aber nicht zielführend. Der Mensch ist nicht für Multitasking ausgestattet.

8. In der Gruppe bist Du stark

Es kann sehr hilfreich sein, sich Mitstreiter bei einer Aufgabe zu suchen. Ebenso kann es schon helfen, Freunden von einer Aufgabe zu erzählen und sich so sanften Druck machen zu lassen.

9. Kleine Belohnungen

Bei Erreichen eines Zwischenziels kann es sehr motivierend sein, sich selbst mit einer Kleinigkeit zu belohnen.

10. Wider dem Perfektionismus

Solltest Du zu den Menschen gehören, die vor lauter Perfektionismus gar nicht erst beginnen, dann schraub Deinen Anspruch etwas zurück und halte es mit der Pareto-Regel, die besagt, dass man mit 20 % Aufwand 80% des Erfolges erzielen kann.

Sicherlich gibt es noch eine Reihe anderer Tipps. Vielleicht lässt Du uns ja an Deinen Ideen teilhaben. Ich freue mich über Deinen Kommentar.

 

Donnerstag, 05 Februar 2015 20:21

Warum tun wir was wir tun?

 

 

Das „Warum?“ hinter dem ICK-Institut für Coaching & Kompetenz von Christiane Richter und Peter Reitz

Die Idee von Gordon Schönwälder http://podcast-helden.de/einladung-zur-blogparade-erzaehl-uns-deine-unternehmens-story/ hat uns echt begeistert. Gerade in unserer Branche wird viel von Selbstreflektion gesprochen. Darum wollen wir diese Idee zum Anlass nehmen und darüber berichten, warum wir tun was wir tun.

Peter und ich haben uns während unserer Coaching-Ausbildung vor acht Jahren kennengelernt. Seitdem ist viel Zeit vergangen in der jeder seine eigene Praxis, sprich sein eigenes Business aufgebaut und verwirklicht hat. Beide haben wir unsere Schwerpunkte gefunden, in denen wir uns, so wie es in der Branche üblich sein sollte, regelmäßig weiterbilden. Peter hat eine Ausbildung zum systemischen Berater absolviert und ich habe eine Ausbildung zur Hypnosetherapeutin gemacht.

Wir hatten in dieser Zeit regelmäßig Kontakt und haben uns fachlich ausgetauscht. Irgendwann, nach vielen Telefonaten und Mails wollten wir unser geballtes Wissen aus unserer Coaching- und Trainingserfahrung bündeln und gründeten 2013 das ICK Institut für Coaching & Kompetenz. Nach vielen Jahren der Coachingtätigkeit und noch längeren Jahren als Trainer, geben wir unsere Erfahrungen gerne in Form einer Ausbildung zum Personal-/Businesscoach weiter.

Die Vermittlung von Kompetenzen in Theorie und Praxis ist unsere Leidenschaft und fordert uns immer wieder neu heraus. Als großes Plus sehen wir dabei unsere eigene Erfahrung im Aufbau der Selbstständigkeit als freiberuflicher Coach. Ein Schritt, vor dem wir selbst vor vielen Jahren standen. So können wir die Dinge weitergeben, die aus unserer Erfahrung wirklich funktionieren!

Doch warum?

Als Coach unterstützen wir Menschen, ihren eigenen Weg zu gehen, Krisen zu überwinden oder Entscheidungen zu treffen. Andere möchten sich von Erwartungen, die an sie gestellt werden lösen um zu ihrem eigenen Kern zurück zu finden. Wieder andere wachsen in eine neue Aufgabe hinein, z. B. als Führungskraft, oder sie sind schon „High-Performer“ und möchten noch besser werden. Es ist schön zu sehen, wie Menschen sich entwickeln und wir als Coach dazu einen Beitrag leisten konnten.

Zurück zur Lehrtätigkeit: Die Arbeit mit den Teilnehmern der Coachingausbildung macht uns unglaublichen Spaß, da wir diese bei ihrer beruflichen, aber auch persönlichen Entwicklung unterstützen können. Es sind Menschen, die eine eigene Dienstleistung anbieten möchten, bei der sie ihre Klienten wiederum bei der Lösung eines Problems oder in der Entscheidungsfindung unterstützen möchten.

Da während eines Coachingprozesses der Coach als Person mit all seinen Lebenserfahrungen und Wertvorstellungen immer „mit dabei“ ist, macht insbesondere die persönliche Weiterentwicklung der „jungen Coaches“ die Qualität der späteren Arbeit aus.

Das klingt oft so einfach. Nach dem Motto: „Das kann doch jeder.“ Doch dabei ist es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die einen sehr fordern kann. Stellt Euch nur mal vor, Ihr würdet ein Gespräch mit einem Klienten über 1,5 Stunden führen, bei dem es um Karriereentwicklung geht. Ihr seid natürlich permanent aufmerksam und mit allen Sinnen präsent. Ihr unterstützt ihn, motiviert ihn, bringt ihn durch intensives Fragen zu kritischer Reflektion, zum Nachdenken oder Umdenken, vielleicht zum lachen, vielleicht zum weinen. Ihr freut euch mit Ihm, wenn er in seinem Anliegen weiterkommt und feiert kleine und große Erfolge.

Wenn dieser Klient Eure Praxis oder Büroverlassen hat, macht ihr Euch Notizen und ein kurze Pause und dann kommt der Nächste und dann der Nächste. Ihr könnt Euch jetzt sicher vorstellen, dass es wichtig ist, dass man als Coach gut auf sich selber achten muss, um sich nicht zu überfordern. Dies unseren Teilnehmern mit auf den Weg zu geben ist uns ebenfalls sehr wichtig. Deswegen steht ganz am Anfang der Satz –Sorge für Dich selber - Nur wenn es einem selber gut geht, kann man auch für andere da sein. Nicht vergessen sollte man, dass ein Coach einen großen Vertrauensvorschuss von seinen Klienten bekommt, dem man auch gerecht werden möchte und sollte.

Neben der Arbeit mit den Teilnehmern motiviert uns aber auch das „Drumherum“.

Wir können unsere Ausbildung so konzipieren, wie wir es für richtig halten. Wir machen es genauso, wie wir es uns vorstellen und können dadurch unsere eigenen Ideen verwirklichen. Das heißt, wir haben die Möglichkeit, alles eigenverantwortlich durchzuführen. Wir bekommen sofort Feedback ob etwas funktioniert oder nicht. Das Schöne ist, das wir zu zweit sind. Obwohl Peter mit seiner Familie in der Nähe von Frankfurt wohnt und ich mit meinem Mann in Berlin, sind wir stets über E-Mail bzw. Skype „verdrahtet“. Es macht einfach viel mehr Spaß ein Unternehmen zu zweit zu führen. Jeder bringt neue Ideen ein, die vom anderen wohlwollend aber kritisch unter die Lupe genommen werden. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für unser Institut. Wir initiieren gemeinsam Projekte und ziehen sie gemeinsam durch, so ist auch die Verantwortung auf zwei Schultern verteilt.

Uns ist es wichtig, dass unsere Ausbildung bodenständig bleibt. Wir geben unseren Teilnehmern die Möglichkeit zu erkennen, dass es wichtig ist sich zunächst selber kennen zu lernen, sich selbst und seine Handlung zu reflektieren. Wir möchten unseren angehenden Coaches vermitteln, wie wichtig die Beziehung zu ihren Klienten ist und dass Methodenwissen wichtig aber nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Was nützt es, wenn ich viele tolle Methoden kenne, sie aber nicht zur Anwendung bringen kann, da ich mit meinen Klienten nicht in Kontakt komme. Beziehungsaufbau verstehen und leben. Wenn wir das vermitteln können, haben wir eine ganze Mange erreicht.

Uns ist es wichtig, dass unsere Teilnehmer Ihren eigenen Coachingstil entwickeln können, deshalb bieten wir Ihnen viel Gelegenheit zum Üben. Jeder hat seine Vorlieben und Schwerpunkte, für jeden gibt es eine Nische. Diese gilt es herauszuarbeiten und sich entsprechend zu positionieren. Dabei möchten wir sie unterstützen.

Dies alles motiviert uns das zu tun was wir tun. Sicherlich haben wir noch das eine oder andere vergessen, doch das „Warum“ ist jetzt schon länger geworden, als eigentlich gedacht. Aber während des Schreibens sind uns dann doch noch viele Dinge eingefallen, die uns bei unserer gemeinsamen Arbeit wichtig sind.

Wann hast Du zuletzt darüber nachgedacht warum Du tust was Du tust?

Wir freuen wir uns über Deinen Kommentar.

Der Jahresbeginn wird häufig genutzt, um gute Vorsätze zu fassen und Pläne zu schmieden. Er kann aber auch genutzt werden, um sich Gedanken über sich und seine aktuelle bzw. zukünftige Arbeit zu machen.

Wir haben uns zum Beispiel Gedanken über unseren Blog gemacht.

Bisher haben wir Sie, liebe Leserinnen und Leser in unserem Blog gesiezt. Die Erfahrung in unseren Seminaren und Schulungen hat aber gezeigt, dass sich mit dem „DU“ hervorragend arbeiten lässt und es gleichzeitig eine konstruktive Vertraulichkeit schafft. Deshalb dachten wir, es wäre an der Zeit dies auch in unserem Blog umzusetzen. Wir hoffen sehr, dass Ihr damit einverstanden seid.

Nun aber zum eigentlichen Thema:

Eventuell denkst Du gerade über Dich und Deine aktuelle Arbeitssituation nach, planst vielleicht eine Coaching-Ausbildung oder arbeitest schon als Coach? Wie dem auch sei, ist es sinnvoll, das eigene berufliche Handeln in regelmäßigen Abständen zu hinterfragen und für sich zu klären: „Warum möchte ich eigentlich als Coach arbeiten?“

Wofür ist das wichtig?

Um andere Menschen professionell unterstützen zu können, solltest Du Dich zunächst selber kennen lernen. Wenn Du weißt, ob Du eher der emotionale oder eher der sachliche Typ bist, wenn Du weißt, wie Du auf unterschiedliche Menschen reagierst, wenn Du erfahren hast wie Menschen auf Dich reagieren und darüber hinaus erkannt hast welche eigenen Themen Dich beschäftigen, kannst Du vorbehaltlos und relativ objektiv mit Deinen Klienten umgehen.

Die folgende Form der Selbstreflektion ist aus meiner Sicht unabdingbar um als Coach erfolgreich zu sein. Sie ist essentiell für angehende Coaches in der Ausbildung. Doch auch für die sogenannten „alten" Hasen ist es im Rahmen einer professionellen Arbeitshaltung wichtig, sich und sein Tun regelmäßig zu hinterfragen. Nur wenn Du weißt, warum Du was mit wem erreichen möchtest, kannst Du erfolgreich Deine (Markt)Nische finden, besetzen und halten.

Wer bin ich eigentlich?

Wenn Du Dich also mit Deiner Biographie und Deinen eigenen Themen auseinander gesetzt hast, kannst Du anderen professionell mit Rat und Tat zu Seite stehen.

Hierzu kannst Du Dir zum Beispiel folgende Fragen stellen:

  • Was macht mich aus?
  • Was kann ich gut?
  • Was ärgert mich?
  • Wie ist meine grundsätzliche emotionale Stimmung?
  • Reagiere ich eher emotional oder eher sachlich?
  • Worauf reagiere ich empfindlich?
  • Kenne ich meine „blinden“ Flecken?
  • Was macht mich wirklich glücklich?
  • Was bedeutet für mich Erfolg?
  • Welchen beruflichen Hintergrund bringe ich mit?

Wenn Du Dich regelmäßig mit diesen oder ähnlichen Fragen auseinandersetzt, wirst Du auf Dauer zu mehr Selbsterkenntnis und innerer Klarheit kommen, was Dir die Arbeit mit Deinen Klienten erleichtern kann.

Wie soll meine Coachingtätigkeit konkret aussehen?

Wenn Du weißt, wer Du bist, und was Du kannst, wäre es an der Zeit sich Gedanken über Deine konkrete Coachingtätigkeit zu machen.

Folgende Fragen können Dir dabei helfen:

  • Warum möchte ich als Coach arbeiten?
  • Was reizt mich an dieser Aufgabe?
  • In welchem Sektor sehe ich mich? Eher Business oder eher Personal? Woran mache ich das fest?
  • Wie wichtig ist mir Geldverdienen und Karriere?
  • Was treibt mich an? Wer oder was ist mein Motivator?
  • Welche Themen passen zu mir?
  • Wann bzw. wodurch fühle ich mich erfolgreich?

Mit wem kann ich`s besonders gut?

Wenn Du nun weißt, was Dich als Coach motiviert, kannst Du Dir noch Gedanken über die Menschen machen mit denen Du arbeiten möchtest. Neudeutsch: „Wer ist Deine Zielgruppe?“

Es gibt immer Menschen zu denen man einen besseren Draht hat als zu anderen, weshalb Du Dir gut überlegen solltest, wem Du Deine Dienstleistung anbietest. Wenn die „Chemie stimmt“, kommst Du leicht mit Deinen Klienten in Kontakt und Du kannst leichter eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen:

  • Bei welchen Menschen fühle ich mich besonders wohl? Wer hinterlässt eher ein Störgefühl?
  • Arbeite ich lieber mit Frauen oder Männern? In welcher Altersspanne?
  • Bei welchem Klientel fühle ich mich sicher?
  • Bin ich eher gut, wenn ich einen Manager in Führungsfragen unterstütze oder eine Frau aus der Generation Y bei der Karriereplanung? Oder fühle ich mich kompetent wenn es um das Coaching von Schauspielern geht?

Aus meiner Erfahrung ist es wichtig sich diese oder ähnliche Fragen immer mal wieder zu stellen um sich und seine Arbeit zu justieren. Neben der Professionalisierung trägt es zur eigenen Zufriedenheit bei und diese wiederum schlägt sich in Erfolg nieder. Wenn sich das nicht lohnt?!

Es kann übrigens sinnvoll sein, diese regelmäßige Selbstreflektion mit Unterstützung von Kollegen durchzuführen J

Was tust Du, um Dich und Deine Arbeit zu justieren? Was machst Du, damit Du sicher sein kannst im richtigen Job zu sein? Lass uns teilhaben. Ich freue mich über Deinen  Kommentar.

10 Tipps für eine erfolgreiche Coachingpraxis

Wie erreiche ich eine gut gehende Coachingpraxis? Worauf sollte ich achten und wie mache ich mir einen guten Namen? Diese und ähnliche Fragen werden von angehenden Coaches immer wieder gestellt.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Artikel 10 wichtige Tipps geben, die mir geholfen haben, als Coach Fuß zu fassen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und spiegelt nur meine eigene Erfahrung wieder. Wenn jemand ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf entsprechende Kommentare.

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Dies ist für mich DER wesentliche Ausgangspunkt. Leider gibt es noch immer Leute die glauben, Coaching macht man mal eben so nebenbei und da reiche der vermeintlich gesunde Menschenverstand. Das letzterer hilfreich ist steht außer Frage. Doch meiner Meinung nach ist es wichtig eine gut strukturierte Ausbildung zu absolvieren, welche die Möglichkeit zur Selbstreflektion und damit verbundener Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sollte sie praxisnah angelegt sein und eine Vielzahl an Methoden bieten. Wobei ich hier ganz klar die Meinung vertrete, dass man nicht durch die Methoden zum Coach wird sondern durch seine Haltung(en).

Sinnvoll finde ich auch einen „Schulen übergreifenden“ Ansatz, um möglichst viele Facetten kennen zu lernen. Dies können systemische Ansätze oder humanistische Ansätze sein, genauso wie Hypnose, lerntheoretische Ansätzeoder Tiefenpsychologie. Eine Ausbildung in dieser Form dauert deutlich länger als ein „Wochenendkurs“. Mit einem halben bis dreiviertel Jahr muss man schon mindestens rechnen. Auch danach heißt es fleißig weiterlernen. Für die eigene Professionalisierung sollte man schon ein bis zwei Weiterbildungen im Jahr einplanen. Welche man hier wählt ist natürlich vom eigenen Schwerpunkt, siehe nächster Tipp, abhängig.

Tipp 2 – Konzentration

Ich persönlich finde es gerade zu Anfang hilfreich, sich auf bestimmte Themen oder Zielgruppen zu fokussieren. Ob es hier nun die Themen Burn-Out und Resilienz oder Karriereplanung und Stressbewältigung sind, ist vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Durch die Konzentration auf wenige Themen, kann man sich in diesen professionalisieren und macht sich damit in einem bestimmten Bereich einen Namen. Ähnlich verhält es sich mit der Zielgruppe. Hier kann es ebenfalls Sinn machen sich zu konzentrieren, sei es auf die Gruppe der Fach- und Führungskräfte oder Frauen über 45, Personen beim Übergang in den Ruhestand oder vielleicht Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Die potentiellen Klienten suchen nicht den oberflächlichen Allrounder der vermeintlich alles kann. Sie suchen einen Spezialisten, der Ihnen bei der Lösung ihres persönlichen Problems hilft.

Tipp 3 – Methodensicherheit

Im Rahmen einer Ausbildung lernt man eine ganze Reihe von Tools. Diese sollten möglichst in der Praxis angewendet werden, so dass man auch wirklich von Methodensicherheit sprechen kann. Durch die Vielzahl von Methoden die es gibt, läuft man unter Umständen Gefahr zu glauben man müsste in jeder Methode ein Experte sein. Wichtiger ist es auch hier sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten zunächst eine Handvoll auszuwählen und mit diesen zu arbeiten bis man sich darin sicher fühlt. Aus meiner Erfahrung wendet man nur die Tools an, die man geübt hat und mit denen man sich selber wohl fühlt. Doch Achtung! Die Methode sollte immer an die Klienten angepasst werden und nicht die Klienten an die Methoden. Der sichere Umgang mit Methoden führt auch zu selbstsicherem Auftreten gegenüber (potentiellen) Klienten.

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Nicht zu vernachlässigen sind eventuelle finanzielle Durststrecken die zu überwinden sind. Kann man sich zunächst „nebenbei“ selbstständig machen, hat man zwar finanziell keine Probleme. Dafür hat man weniger Zeit sein eigenes Geschäft aufzubauen. Kündigt man seinen bisherigen Job hat man viel Zeit sich um sein neues Geschäft zu kümmern. Man hat aber in den ersten Jahren (ca. 3 – 5), deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Es ist unglaublich wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und sich um finanzielle Sicherheiten für die ersten Jahre zu kümmern. Es ist sehr energieraubend und bereitet zusätzlichen Stress, wenn man sich einerseits um sein Geschäft kümmern möchte, andererseits aber kein Geld für die professionelle Gestaltung einer Internetseite hat oder nicht weiß, von welchem Geld man in den nächsten Monaten die Praxismiete bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

Natürlich kann man jede Woche Anzeigen in die Tageszeitung setzen oder monatlich neue Flyer erstellen. Dies ist aber sehr kostenintensiv und der Erfolg lässt nicht selten auf sich warten. Sinnvoller erscheint es mir bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten über die eigene Arbeit bzw. sein Angebot zu sprechen und dabei nebenbei eine Visitenkarte zu überreichen. Dies kann auf einer Feier unter Freunden ebenso sein wie beim Einkauf in naheliegenden Geschäften oder im Verein oder, oder, oder. Dies soll nicht heißen, dass man jedem ständig davon erzählen soll was man für ein toller Coach ist, sondern es geht eher darum zu erläutern was die eigene Arbeit ausmacht und was jemand davon haben kann, wenn er ein Coaching bucht, sprich klar zu machen welchen Mehrwert man bieten kann. So spricht es sich nach und nach herum. Zum Netzwerkmarketing kann auch die Kooperation mit Kollegen gerechnet werden, wodurch sich erfolgversprechende Synergieeffekte ergeben können.

Tipp 6 - 10 folgt in 14 Tagen.

Vielleicht möchten Sie schon mal Ihre eigenen Erfahrungen mitteilen?

Welche Erfahrungen haben Sie am Anfang Ihrer Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würden Sie gerne weitergeben? Oder haben Sie Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen. 

Montag, 31 März 2014 09:19

Erfolg hat drei Buchstaben, TUN

Erfolg hat drei Buchstaben...TUN!

Viele angehende Coaches stellen sich die Frage, wie sie ihr Wissen an den Mann bzw. die Frau bringen können. Vor allem aber fragen sie sich: „Wann habe ich genug gelernt und, kann ich mich gegen die Konkurrenz durchsetzen?“ „Wann bin ich denn fit für die Praxis und wie viel theoretisches Wissen benötige ich?“

In diesem Artikel möchte über meine Erfahrung mit dem Verhältnis von Theorie und Praxis im Coaching berichten.

Für mich ist es selbstverständlich, dass ich etwas über die Hintergründe der Methoden weiß, die ich anwende. Also, wer hat sie „erfunden“, bzw. entwickelt, welche Theorie liegt ihr zugrunde und wofür ist sie anwendbar?

Das heißt, falls mich ein Klient danach fragt, sollte ich ihm eine fundierte Antwort geben können. In aller Regel interessieren sich meine Klienten aber nicht für lange Theorien. Dass wir unseren Klienten die Methoden erklären, die wir bei ihnen anwenden, versteht sich meiner Meinung nach von selbst. Meist reichen aber kurze, erklärende Worte. Kaum ein Klient möchte intensiv in den Methodenhintergrund eintauchen. Er möchte eine Lösung für sein Problem erarbeiten und sich nicht noch in diverse Theorien hineindenken müssen. Das heißt, die Theorie sollte man als Coach schon drauf haben. Sie kommt aber eher in der Weise zum Ausdruck, dass man weiß was man tut. Und das macht absolut Sinn, finde ich.

Jetzt könnten ja einige die Sorge haben, dass es im Businesscoaching, also in Unternehmen, anders aussieht. Da könnte ja intensiver nachgefragt werden. Zum Beispiel bestellt eine Firma 3 Coaches und lässt sich von ihnen präsentieren, wie er oder sie mit einem bestimmten „Fall“ umgehen würde um anschließend den Besten auszusuchen. „Wie kann ich hierbei eine gute Figur machen?“ Hier kommt es darauf an, sich selbst und seine Art des Arbeitens vorzustellen, weniger auf die Theorie. Ein paar Hintergrundinformationen dürfen natürlich genannt werden. Aber in erster Linie möchte man hier den Coach als Mensch mit seiner Sozial- und Methodenkompetenz sehen. (Je nach Auftrag wird auch Feldkompetenz erwartet). Das heißt, hier kommt es eher darauf an, sein Praxiswissen, besser seine Erfahrung, zu präsentieren und zu zeigen wie man den Beispielprozess strukturieren würde.

Um so auftreten zu können ist entweder sehr viel Praxis oder eine gute Portion Selbstbewusstsein gefragt (am besten beides;-)). Selbstbewusstsein ist hier nicht mit Überheblichkeit zu verwechseln. Hier kommt es also auf die Persönlichkeit des Coaches an. Diese kann man aber nicht durch theoretisches Wissen herbeiführen sondern durch Lebenserfahrung und ständiges an sich arbeiten: Selbstreflektion und Reflektion durch andere, Feedback zulassen und einfordern, sich selbst und seine Einstellungen auch mal in Frage stellen, häufiges Verändern der Perspektive.

Die notwendige Praxis erreicht man, so platt es sich anhören mag, schlicht und ergreifend durch Praxis. Und manchmal muss man Dinge auch einfach machen, obwohl man noch nicht alle Bücher zu dem Thema gelesen hat. Die hierbei gemachten Erfahrungen sind meiner Meinung nach mindestens so wichtig wie die Theorie.

So wie es schon Goethe einst sagte:

Erfolg hat drei Buchstaben...TUN!

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