erfolgreiche Coachingpraxis oeffnet Horizonte

Führe Deine Coachingpraxis erfolgreich – Teil 2 

Zusätzlich zu den Tipps 1 – 5 aus Teil 1,

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Tipp 2 – Konzentration auf das Wesentliche

Tipp 3 – Methodensicherheit

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

folgen hier die Tipps 6 – 10 für Deine erfolgreiche Coachingpraxis.

 

Tipp 6 – Professionelle Website

Von der Notwendigkeit einer Internetseite brauchen wir hier aus meiner Sicht nicht mehr zu sprechen. Ohne geht nicht! Ob die Internetseite auf Typo3 oder Joomla basiert, ob es sich um eine klassische Website oder einen Onepager handelt, ist am Ende egal. Wichtig ist, dass die Internetseite einen seriösen, professionellen Eindruck macht. Handelt es sich dann noch um ein Responsives Webdesign (heißt, die Darstellung der Seite passt sich dem jeweiligen Gerät an, mit dem sie aufgerufen wird) Hut ab! Die Zeiten der „selbstgebastelten“ Websites sollten somit endgültig vorbei sein. Ich persönlich finde es wichtig, die Seite später selber pflegen zu können, sprich, man benötigt ein entsprechendes CMS (Content-Management-System) wie das oben erwähnte Typo3 bzw. Joomla oder Wordpress. Auf das Konzept der Internetseite darf man schon ein bisschen Zeit verwenden, bietet es doch den ersten Eindruck von der Person, sprich dem Coach und seiner Arbeit.

Tipp 7 – Klares Konzept

Um seine Arbeit nach außen professionell vertreten zu können, ist ein klares Konzept extrem hilfreich. Dies beinhaltet neben den schon in Tipp 2 erwähnten Themen, Zielgruppen und eingesetzten Methoden auch die persönliche Arbeitsweise, inklusive persönlichem Zeitmanagement und nicht zuletzt die Honorarstruktur. Je mehr Gedanken man sich über sein eigenes Konzept gemacht hat um so leichter kann man dies auch nach außen vertreten.

Tipp 8 – Weitere Standbeine

Da die Kunden in aller Regel nicht gleich Schlange stehen, sollte man sich zusätzlich zur Coachingtätigkeit weitere Standbeine aufbauen die „artverwandt“ sind. In diesem Sinne arbeiten viele Coaches auch als Trainer. Sie halten Vorträge, Seminare, Workshops zu den eigenen Schwerpunktthemen und profitieren in dieser Tätigkeit auch von ihrer Coaching-Kompetenz. Hierdurch kann man zum einen seine Expertise untermauern und sich andererseits bekannter machen. Nicht selten helfen einem die neu gewonnene Kontakte beim Aufbau der Coachingtätigkeit in dem man darüber neue Kunden gewinnen kann.

Tipp 9 – Mit Herzblut dabei sein

Hab nicht bei jedem Auftrag nur die Dollar-Zeichen im Blick. Natürlich willst Du mit Deiner Arbeit als Coach Geld verdienen, keine Frage. Doch wenn Du bei jeder Sitzung mit Deinen Klienten nur an die später auszustellende Rechnung denkst, bist Du mit Deiner Aufmerksamkeit nicht wirklich beim Klienten. Das wird er merken…Zeige Deinen Klienten lieber, dass Du Deine Arbeit tatsächlich gerne machst und mit Herzblut dabei bist. Das rechnet sich aus meiner Erfahrung deutlich mehr.

Tipp 10– Steuerberater

Nicht zuletzt ist ein Steuerberater sinnvoll, der Auskunft darüber geben kann, welche Geschäftsform sinnvoll sein kann, was alles absetzbar ist, was bei der Buchführung zu beachten ist usw. Aus meiner Erfahrung macht es Sinn, sich bereits deutlich vor Eröffnung einer Coachingpraxis von einem Steuerberater beraten zu lassen, um möglichst viele Anfängerfehler zu vermeiden (Ein beliebter Fehler ist z. B. die Einnahmen als Gewinn zu betrachten ;-))

Zum Schluss erscheint es mir noch wichtig die Geduld ins Spiel zu bringen. Nicht als Tipp sondern eher als gut gemeinten Ratschlag. Ich kenne keinen Coach dessen Praxis von Anfang an überlaufen war. Es braucht mindestens 3 – 5 Jahre, bis man sich einen Namen gemacht hat. Sei geduldig mit Dir selbst und Deinen Klienten. Dann kommt der Erfolg fast von alleine.

Welche Erfahrungen hast Du am Anfang Deiner Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würdest Du gerne weitergeben? Oder hast Du Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Im letzten Blogbeitrag der Artikelserie „Gruppenleitung ohne Angst“  wollte ich Dir zeigen, wie Du Konflikte im Seminar (die unweigerlich in kleinerer oder größerer Form auftreten) managst, und produktiv für das Lernen der Teilnehmer nutzt. Diesen Blogartikel widme ich einem Thema, dass Du sicher aus endlosen Meetings, langweiligen Seminaren oder einschläfernden Trainings (nicht) kennst: Begeisterung und wirklichen Lerntransfer!

Gehörst Du zu denen die glauben, dass Wissensvermittlung mit möglichst vielen Informationen auch für viel Lerntransfer sorgt? Vielleicht hältst Du selbst öfters Powerpoint-Präsentationen und wunderst Dich, dass von Deinen 80 Folien die ersten Zuhörer schon nach der 10. Folie gähnen? Vielleicht überrascht es Dich oder möglicherweise bist Du gar geschockt: In den nun 10 Jahren in denen ich als Trainer in Organisationen, Unternehmen oder Bildungseinrichtungen arbeite, kann ich die gehaltenen Powerpoint-Präsentationen an einer Hand abzählen. Du willst wissen warum? Ich zeige Dir 3 Schritte, die Du gleich in Deinem nächsten Seminar ausprobieren und umsetzen solltest.


3 Schritte, die Dein Training oder Deinen Vortrag nach vorne bringen

1. Aktiviere das Vorwissen Deiner Teilnehmer

In der Lernfoschung wurde viel Aufwand betrieben um zu überlegen: „Wie können wir Schülern nachhaltiges Wissen vermitteln?“ Dass Schulen oft „reine Belehrungsanstalten“ sind, in denen es eher um „Selektion“ als um nachhaltiges Lernen geht, weißt du bestimmt längst. Trotzdem hat die Lernforschung viele gute Erkenntnisse gewinnen können, z. B. wie wir am Besten lernen können. So ist es nicht möglich, dass Wissen wie in einem „Nürnberger Trichter“ in den Kopf hineinzuschütten. Stattdessen lernen wir durch Verknüpfungen. Das funktioniert so, dass neues Wissen mit vorhandenem Wissen verknüpft wird, in dem dieses an die Lebenswelt oder den Wissensstand der Teilnehmer im Seminar andockt.

2. Sorge für emotionale Inhalte und emotionale Beteiligung

Dieser Punkt setzt unmittelbar am 1. Punkt an: Durch das Aktivieren von Vorwissen wird der Lerngegenstand authentisch, das heißt, er wird persönlich und damit emotional. Mit emotionaler Aktivierung ist keineswegs gemeint, dass Deine Teilnehmer allesamt in Tränen ausbrechen (vielleicht doch, dann vor Lachen…). Vielmehr ist die Bandbreite der möglichen Emotionen viel größer. Ich denke da an Betroffenheit, Freude, Heiterkeit, Inspiration, Nachdenklichkeit, uvm. Durch die emotionale Aktivierung der Lerninhalte schaffst Du den Nährboden, dass kognitives Wissen mit Gefühl aufgeladen wird und somit einen nachhaltigen Eindruck erzeugt.

3. Benutze Storytelling

Dieser Punkt gehört unweigerlich dazu, wenn Du Vorwissen Deiner Teilnehmer aktivieren willst und für emotionalen Transfer als Trainer oder Dozent sorgen willst. Geschichten erzählen, neudeutsch „Storytelling“ ist die Wunderwaffe gegen "dröge Folien" im Seminar. Geschichten können Beispiele sein, die Du zu einem Thema berichtest. Die erzählten Inhalte aktivieren in den Teilnehmern das Vorwissen und regen die eigene Fantasie an, mit dem Erzählten „zu spielen“. Dabei wäre es gar nicht mal wichtig, ob die „Geschichte“ die Du erzählst wirklich genau so war. Durch die Geschichten holst Du die Themen in den Raum und in Verbindung mit Emotionalität in die Köpfe der Teilnehmer. Das klingt einfach, ist aber manchmal gar nicht so leicht umzusetzen und braucht neben eigener Kreativität auch Anleitung, Mut zum Ausprobieren und vor allem Übung.

Keine Langeweile als Trainer oder Dozent

In diesem Artikel wollte ich Dir zeigen, warum ich im Grunde gänzlich auf Powerpoint verzichte und mit den genannten 3 Punkten mich sehr wohl fühle. Natürlich habe ich je nach Art des Trainings oder Vortrags ein Handout, ein Skript und benutze gerne ein Flipchart, am liebsten in Kombination mit einem Whiteboard. Auf dem Flipchart habe ich strukturelle Informationen, auf dem Whiteboard skizziere ich Ideen und Zeichnungen aus dem Moment, welche die oben genannten 3 Punkte anreichern.

Im nächsten Artikel will ich Dir zeigen, wie Du in die Königsklasse als Trainer aufsteigen kannst durch das „Erzählen von Geschichten“. Vielleicht denkst Du, dass „Storytelling“ ein verdammt „alter Hut“ sei. In der heutigen Zeit von Informationsüberflutung und Massenmedienkonsum ist er allerdings aktueller und dringender denn je.

Im zweiten Teil der Artikelserie hast Du erfahren, wie wichtig es für Deine Trainertätigkeit ist, dass Du Dich selbst gut kennst und führen kannst. In der TZI, der Themenzentrierten Interaktion, nennt man das auch das „chairperson postulat“. Elementar ist es, sich selbst differenziert wahrnehmen zu können und Verantwortung für sein Tun zu übernehmen. Wichtig war mir auch, auf eine Grundkompetenz aufmerksam zu machen, die in direktem Zusammenspiel mit Dir als Leitungsperson steht: Folgen und Führen. Um eine lebendige Lernatmosphäre herzustellen, solltest Du ein gutes Gefühl dafür haben, wann Du in die Gruppenleitung gehst und wann Du der Gruppe „folgst“. Hier schließt sich auch der Kreis zur Führung von Menschen in Gruppen: Nur wer sich selbst gut führen kann, kann auch andere führen.

Heute geht es darum, ein großes „Schreckgespenst“ für Trainer, Dozenten oder Seminarleiter zu entschärfen: Konflikte. Dazu will ich Dir an einem Praxisbeispiel zeigen, wie Du produktiv mit Konflikten umgehen kannst und diese Motor für ein lernorientiertes Gruppenklima sein können.

Harmoniesüchtige oder „Krawaller“ im Training?

Eins vorweg: Störungen und Konflikte im Seminar sind normal. Wo Menschen miteinander arbeiten oder etwas gemeinsam tun gibt es unterschiedliche Sichtweisen, Herangehensweisen, Bedürfnisse, usw. Entscheidend ist für Dich als Trainer wie Du damit umgehst. In der Praxis gibt es sehr unterschiedliche Seminaraufträge: Wirst Du von einer Firma für ein Seminar zur Teamfindung gebucht, werden an Dich als Trainer ganz andere Anforderungen gestellt als in einem Seminar zur Entwicklung von soft skills. Der Auftrag bestimmt sehr Dein Leitungsverhalten. Anhand eines Praxisbeispiels will ich Dir verschiedene Handlungsmöglichkeiten beim Auftreten einer „Störung“ aufzeigen.

Ein ganz normaler Traineralltag…

Beispiel: In einem Führungskräftetraining mit 7 Teamleitern (vier Frauen, drei Männer) soll der konstruktive Umgang mit Konflikten geschult werden. Das Training findet in einem Seminarraum im Unternehmen statt und ist für 3 Tage angesetzt. Der Raum selbst hat viel Tageslicht und eine angenehme Arbeitsatmosphäre (Teppichboden, bequeme Stühle, Schrank mit Materialien wie Flipchart und Moderationskoffer, Kaffee und Getränke, usw.). Alle Teilnehmer kennen sich. Du beginnst mit einer ressourcenorientierten Einstiegsrunde. Da Du mehr über die Teilnehmer erfahren möchtest und neue Perspektiven erlebbar machen willst, lässt Du zirkulär fragen: Herr Meier, was würden Sie sagen, was sind die drei größten Stärken von Frau Schmitt? Dann fragst Du Frau Schmitt: „Was würden Sie sagen sind die drei größten Stärken von Frau Günther“, usw. Während der Gesprächsrunde bemerkst Du „Seitengespräche“, welche die Konzentration und die Aufmerksamkeit ablenken und den Fokus stören. Wie gehst Du damit um?

Vorsicht Trainerfalle…

Als unerfahrener Trainer beziehst Du möglicherweise die „Störung“ gleich auf Dich und fragst Dich: Was habe ich denn jetzt (schon wieder) falsch gemacht? Warum hören die nicht zu? Was soll denn dieser „Ungehorsam“? Und vielleicht weiter: „Ich fühle mich als Trainer überhaupt nicht ernstgenommen hier…und … deswegen bin ich gleich „beleidigt“ und will nicht mehr „mitspielen“…. Möglicherweise hoffst Du bereits jetzt, dass ein anderer mal „seine Kollegen“ zur Ordnung ruft. Das sei ja ein echter „Sauhaufen“ hier, schließlich wolle man ja ein Seminar zur Konfliktlösung besuchen…

Vielleicht musst Du jetzt schmunzeln, das hier aufgezeigte Beispiel mag lustig klingen. In dem Moment kann die Situation für den Trainer aber schnell unangenehm und „heiß“ werden, wenn Du nicht weißt was jetzt am besten zu tun ist. Vielleicht werden bereits jetzt „alte Muster“ aktiviert und es gab schon einmal Situationen, in denen Du das Gefühl hattest das Dir etwas „entgleitet“. Oder Du erinnerst Dich, wie Deine ersten Erfahrungen mit „Störungen“ und „Ungehorsam“ waren und denkst: „Die muss ich jetzt mal zur Ordnung rufen (oder brüllen)!.“ Und während Du gerade Dein „eigenes Konflikttraining in Dir selbst“ austrägst, quasseln die Seitengespräche munter weiter.

1. Schritt: Wahrnehmen was ist - Distanz und Meta Ebene als Leiter

Ein konstruktiver Schritt, um gelassen und angstfrei mit der Situation umzugehen ist, auf die Meta-Ebene zu wechseln.

„Äh…liebe Teilnehmer…ich habe gerade den Eindruck, dass etwas anderes wichtiger für Sie ist, als die Einstiegsrunde, ich nehme gerade recht viel Bewegung in der Gruppe wahr…..Pause….Es fällt mir gerade sehr schwer, Frau Schmitt konzentriert zuzuhören und ich kann mir vorstellen, dass Ihnen das ebenso geht…Pause…Ich frage Sie einfach, wie geht es Ihnen selbst gerade damit?“

Mit dieser „Intervention“ wechselst Du auf die Beobachtungsebene, auch „Meta“ genannt. Du sprichst sozusagen über das Seminargeschehen selbst und teilst mit, wie es Dir gerade damit geht. Damit beschreibst Du Deine momentane Wahrnehmung und bittest die Gruppenteilnehmer, ebenso zu beschreiben wie es für Sie ist.
Wichtig: Den Gruppenteilnehmern Zeit zu geben sich zu sammeln und ggf. zu äußern. Falls sich niemand „trauen“ sollte könntest Du einen Gruppenteilnehmer gezielt ansprechen:

„Herr Döppenschmidt, wie ist es für Sie gerade im Moment, wie nehmen Sie das wahr?“

Erstaunlich seine Antwort: “Ja, Herr Reitz, wie soll ich sagen. Es gibt im Moment ein Thema, was uns im Unternehmen sehr beschäftigt. Ein Teil unseres Unternehmens soll an eine Firma aus Kanada verkauft werden. Im Moment gibt es dazu Verhandlungen und die Unternehmensleitung ist sehr spärlich mit Ihren Informationen. Heute Morgen erst kam eine ganz kurze Meldung über das Intranet.“

In diesem Moment wird klar, dass ein „übergeordnetes Bedürfnis“ im Moment da ist und der Grund für die „Störung“. Wichtig ist, dass der Grund für die momentane „Gruppenbewegung“ benannt wird und die Menschen sich damit „gesehen und gehört“ fühlen.

„Ah, ich verstehe, ich kann mir vorstellen, dass dies eine große Unsicherheit bedeuten kann und vielleicht auch Zukunftssorgen“…..

Mehr muss darüber vielleicht gar nicht gesagt werden. Sollte das Thema aber sehr brisant sein, könntest Du genau diesen Anlass auch „utilisieren“ und zum Gegenstand des Seminarthemas machen.

„Ich sehe, das beschäftigt sie sehr. Wäre es für Sie OK, wenn wir die Einstiegsrunde noch beenden und anhand dieses aktuellen, brisanten Anlasses zum Thema innere und äußere Konflikte gehen?“

Mit dieser Eingabe könntest Du ganz aktuell und praxisnah zum Thema innere Konflikte arbeiten.

Beispiel für inneren Konflikt: im Seminar das Seminargeschehen verfolgen / mit den Kollegen über die aktuellen Ereignisse sprechen

Beispiel für äußeren Konflikt: Das Unternehmen weiterentwickeln / Angst vor Arbeitsplatzverlust und Veränderung.
So wäre das Thema des Seminars direkt anschlussfähig an das Thema, das zweifellos im Moment eine hohe Betriebstemperatur hat. Gesagt werden muss aber auch: Das genannte Vorgehen erfordert mutiges, entschlossenes und kreatives Trainerhandeln und erfordert sicher auch Erfahrung.

Dein „Handwerkskasten“ als Trainer

Zeigen wollte ich Dir an einem alltäglichen Praxisbeispiel, wie Du Konflikte ganz praktisch (ohne Angst!) in Dein Seminargeschehen integrieren kannst und für das Lernen der Teilnehmer nutzbar machst. Selbstverständlich gäbe es noch viel mehr Möglichkeiten, in der oben genannten Situation zu reagieren. Je nach Seminarthema und Kontext könnte eine andere Vorgehensweise viel sinnvoller und hilfreicher sein, als die hier gezeigte Möglichkeit.

Du möchtest „Dein persönliches Konfliktset“ aufbauen oder ausbauen und in „brenzligen“ Situationen vielfältiges Handwerkszeug haben?

Am 8. Februar beginnt unsere Strukturierte Trainerausbildung bei Frankfurt am Main.

Im nächsten Artikel zeige ich Dir, wie Du einen sagenhaften Lerntransfer schaffst in dem Du das wichtigste Kapital Deiner Teilnehmer aktivierst und ins Seminargeschehen bringst.

Donnerstag, 08 Dezember 2016 22:31

Gruppenleitung ohne Angst - Teil 1/3

Wie Du souverän mit Unterschiedlichkeit im Seminar umgehst und dies ein Gewinn für alle wird

Arbeitest Du als Coach, Therapeut oder Berater kommst Du irgendwann in die Situation, eine Gruppe anzuleiten. Vielleicht hast Du zum Thema Gruppenbildung schon den Artikel "Vom Teilnehmer zum Team" gelesen. Die Leitungsaufgabe kann ein simpler Vortrag sein den Du hältst, vielleicht aber auch eine Präsentation vor einem Kunden. Selbst als Führungskraft kommst Du um die Moderation vor anderen Menschen nicht herum. Häufig ist das Sprechen vor anderen mit Angst und/oder Unwohlsein verbunden. Manchmal taucht die Frage auf: Ja, wie mache ich es denn jetzt? In dieser Artikelserie möchte ich Dir zeigen, wie Du mit Hilfe von TZI (Themenzentrierte Interaktion) in die Rolle des Moderators, Dozenten, Seminarleiters und Trainers hineinwachsen kannst. Durch die Anwendung der Axiome (Leitsätze) wirst Du Dich vor allem selbst sehr stark weiterentwickeln. Ich werde Dir diese Leitsätze kurz erläutern und dabei auf wichtige Grundbedürfnisse eingehen, die wir Menschen in Gruppen haben. Vor dem Hintergrund dieses Wissens werde ich Dir an einem Beispiel aufzeigen, wie Du einen vordergründig „anspruchsvollen“ Seminarteilnehmer für alle Beteiligten gewinnbringend integrieren kannst.

Kurz zur Theorie der Themenzentrierten Interaktion

Die Themenzentrierte Interaktion ist ein Entwurf von Ruth Cohn, zur Leitung bzw. Arbeit mit Gruppen. Das Hauptanliegen von TZI ist es, effektive Arbeitsprozesse zu gestalten mit der Anforderung von menschenwürdiger und kooperativer Arbeitshaltung. Ruth Cohn selbst war Psychoanalytikerin und Therapeutin und entwickelte mit Einflüssen der humanistischen Psychotherapie und der Gestalttherapie ihre Methode der Themenzentrierten Interaktion. Die Einflüsse der humanistischen Gesprächstherapie nach Rogers spiegeln sich besonders in Ihrem Menschenbild der Themenzentrierten Interaktion wieder.

Grundhalten von TZI - eine Anleitung zum Menschsein

Sie geht von grundsätzlichen Annahmen über den Menschen aus und den daraus resultierenden prägenden Faktoren über das Verhalten von Gruppen. Aus dieser Prämisse leiten sich für den praktisch arbeitenden Trainer bzw. Seminarleiter wichtige Handlungsleitlinien ab, die das eigene Leitungsverständnis untermauern.

1. Axiom der TZI:

Der Mensch ist sowohl ein Individuum, als auch abhängig von anderen Menschen, mit denen er in Beziehung tritt.

2. Axiom der TZI

Der Mensch ist ein Wesen, das nach Wachstum und Entfaltung strebt. Das bedeutet aber auch, dass er Entscheidungen treffen muss und wahrnehmen bzw. erkennen muss, wo er wichtige Entscheidungen (für sich) zu treffen hat.

3. Axiom der TZI

Ich erkenne Grenzen (meine und die des anderen an) weiß aber, dass diese nicht unverrückbar sind und ich diese auch erweitern kann.

Was bedeutet dies für Deine Arbeit als Referent oder Dozent?

Wichtige Grundbedürfnisse für das Verhalten in Gruppen für Dich als Gruppenleiter

Jeder Mensch bewegt sich permanent in Gruppen. Sei es in der Familie, im Freundeskreis, dem Arbeitsplatz oder im Verein. Auch wenn ich stets „Ich-Selbst“ bin, verhalte ich mit in verschiedenen Gruppen stets unterschiedlich. Unsere Art des Menschseins verhält sich „interdependent“, das bedeutet, dass wir stets in wechselseitigem Austausch mit unserer Umwelt sind (soziale Umwelt = andere Menschen). Systemisch ausgedrückt könnten wir auch sagen, dass wir uns stets in Systemen bewegen die uns beeinflussen und die wir beeinflussen. Meine Art mich zu verhalten hängt also immer auch vom Kontext, also dem Handlungsrahmen ab, wie mir andere Menschen begegnen. Wichtige Grundbedürfnisse die unser Verhalten in Gruppen beeinflussen sind Anerkennung, Zugehörigkeit und Sicherheit. Diese sind prinzipiell für alle Menschen gleich, in Ihrer Ausprägung aber verschieden. Dieses Wissen ist besonders bedeutungsvoll um zu verstehen, wie wir Menschen uns in Gruppen verhalten und wie individuelles Gruppenerleben zustande kommt.

Was bedeutet dies für dich als Gruppenleiter, Trainer oder Dozent?

Ein Beispiel: In einem Seminar über Rhetorik leitest Du Rollenspiele zum Ausprobieren von neuem Verhalten an. Die Gruppe besteht aus 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Deine Aufgabe als Trainer hast Du so definiert, dass Du Hintergrundinfos zur Rhetorik vermittelst und dass die Teilnehmer dieses Wissen dann anschließend ausprobieren können. Um das Thema anschaulicher zu machen, lässt Du nach Deiner Anleitung zwei Personen ein Rollenspiel vor der Gruppe vormachen. In dem zweitätigen Seminar ist Dir bereits aufgefallen, dass ein Teilnehmer mit sehr viel Vorwissen im Seminar ist, der Dir oft ins Wort fällt und Dich „verbessert“. An Dir selbst merkst Du, dass Dich dieses Verhalten „ärgerlich“ macht. Konntest Du es am Anfang noch gut verbergen hast Du mittlerweile Angst, dass die Gruppe dies merken könnte und Dich vielleicht für unprofessionell und unkundig hält. Außerdem hast Du den Eindruck, dass die anderen Seminarteilnehmer in der Gruppe vom Verhalten dieser Person genervt sind. Was tust Du?

Deine Rolle als Trainer, Anleiter und Dozent

Vor dem Hintergrund der Grundbedürfnisse Anerkennung, Zugehörigkeit und Sicherheit ist es Deine Aufgabe, einen Lernraum für möglichst alle Teilnehmer zur Verfügung zu stellen. Das können sowohl schon weit fortgeschrittene Teilnehmer im Thema sein, als auch Anfänger die sich einfach mal informieren möchten, ob das Thema überhaupt etwas ist. Welche Möglichkeiten gibt es nun vor dem obigen Hintergrund, mit dem Teilnehmer umzugehen vor dem Hintergrund der Themenzentrierten Interaktion:

Sein Bedürfnis nach Anerkennung: "Seht, ich habe schon viel zu dem Thema gemacht und kenne mich schon recht gut aus, im Grunde bin ich auch schon viel weiter als ihr, vielleicht weiß ich sogar mehr als der Trainer."

Sein Bedürfnis nach Zugehörigkeit: "Ich habe diesen Kurs gebucht und ein Recht darauf, hier zu sein und dazugehören zu dürfen."

Sein Bedürfnis nach Sicherheit: "Ich habe ein Recht darauf, dass ich gehört und gesehen werde, meine Meinung kundtun kann und ernst genommen werde."

Vor dem Hintergrund dieser Grundbedürfnisse ergeben sich verschiedene „Interventionen“ als Trainer

1. Bedürfnis nach Anerkennung stärken: Ich sehe, Du hast schon viel in dem Thema gemacht und kennst Dich aus. Ich ernenne Dich implizit zur Co-Leitung, in dem ich bei wichtigen Fragen Deine Meinung einhole und Deinen Rat. So fühlst Du Dich gesehen und ich als Trainer und die Gruppe profitiert von Deinem Fachwissen.

2. Bedürfnis nach Zughörigkeit: Über obiges Verhalten stärke ich auch das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, in dem ich Dir die Rolle des Wissenden gebe. So musst Du mir nicht den Platz der Leitung streitig machen, da Du als Wissender Deinen guten Platz finden kannst.

3. Bedürfnis nach Sicherheit: Da ich Dich regelmäßig von mir aus einbeziehe, bist Du Dir Deiner Rolle sicher und fühlst Dich anerkannt und zugehörig.

Vielleicht bist Du schon als Trainer, Seminarleiter oder Dozent tätig und hast Dich in diesem Beispiel wiedererkannt. Oder du warst als Teilnehmer „Zeuge“ in einem Seminar bzw. Kurs, in dem die Leitung in einen Machtkampf mit einem ähnlich wie hier genannten Teilnehmer gegangen ist.

Anhand der drei einfachen Axiome wollte ich Dir in diesem Artikel anhand eines Praxisbeispiels zeigen, wie Du mit dem Hintergrundwissen der Themenzentrierten Interaktion die Möglichkeit bekommst, Gruppenprozesse zu steuern und dadurch sehr viel souveräner zu agieren. Im nächsten Teil möchte ich dir zeigen, wie Du leitest durch Deine eigene Person.

Du willst in die professionelle Leitungspraxis von Gruppen einsteigen oder Dein vorhandenes Wissen erweitern und vertiefen?

Am 8. Februar beginnt unsere Strukturierte Trainerausbildung in Gelnhausen.
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Mittwoch, 16 November 2016 07:58

Trainer und Coach - Zwei unschlagbare Partner

Trainerin und Coach

Eine Selbstständigkeit als Coach zu realisieren ist heute ungleich schwieriger als noch vor 10 Jahren. Die Konkurrenz ist gestiegen und da heißt es sich abzugrenzen. Einerseits natürlich dadurch, dass Du Dein Profil als Coach so scharf formulierst, dass wirklich erkennbar wird wofür Du der Experte bzw. die Expertin bist. Andererseits kann es sinnvoll sein, sich ein zweites Standbein aufzubauen über welches Du im besten Fall sogar neue Klienten generieren kannst. Ich möchte Dir kurz vorstellen warum ich sowohl als Coach als auch als Trainerin arbeite.

Mit dem Zweiten steht man besser - auch als Coach

Neben Deiner Arbeit als Coach hat es sehr viele Vorteile, auch als Trainer bzw. Dozent unterwegs zu sein. Gerne will ich Dir kurz von meinem beruflichen Werdegang berichten: Als ich mit der Coachingtätigkeit begann, hatte ich vorher schon viele Jahre als Trainerin gearbeitet. Wissen strukturiert zu vermitteln, mich auf immer neue Gruppen einzustellen, Lernfortschritte zu sehen und zu begleiten, hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Doch irgendwann hatte ich das Bedürfnis mich auf weniger Menschen gleichzeitig konzentrieren zu müssen. Ich suchte das Eins-zu Eins Gespräch und wechselte zum Coaching, was ich bis heute nicht bereue. Die individuellen Sitzungen mit meinen Klienten sind bereichernd und anspruchsvoll zugleich. Das Vertrauen, dass mir entgegen gebracht wird, beeindruckt mich stets aufs Neue. Anfangs dachte ich, dass es viel einfacher und entspannter sein müsste mit nur einer Person zu arbeiten, da ich mich „nur“ auf eine Person und nicht auf eine ganze Gruppe konzentrieren muss. Doch stellte ich nach einer gewissen Zeit fest, dass dem nicht so ist. Ein intensives Coachinggespräch fordert ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit.

Nicht, dass Du Dich als Trainerin nicht konzentrieren musst. Doch bedingt durch die Dynamik in einer Gruppe, verteilt sich die Aufmerksamkeit und Du stehst als Trainerin nicht ständig im Fokus Deiner Seminarteilnehmer, im Vergleich zum Coaching. Das war eine interessante Erkenntnis für mich, die auf Dauer dazu geführt hat, dass ich nicht nur als Coach sondern zusätzlich wieder als Trainerin arbeite und dies hat für mich enorme Vorteile.

Am meisten lernt der Lehrende - das gilt auch für Trainer

Durch die Arbeit als Trainerin bleibe ich meiner strukturierten Denk- und Arbeitsweise treu, was mir auch dabei hilft einen Coaching-Prozess entsprechend zu steuern. Außerdem erweitere ich durch die Seminartätigkeit meinen Horizont. Denn natürlich lerne ich bei jedem Seminar das ich halte , eine ganze Menge dazu. Wie heißt es doch so schön: „Am meisten lernt der Lehrende“. Weiterhin empfinde ich es als sehr erfrischend und abwechslungsreich, sowohl als Trainer als auch als Coach zu arbeiten. Während ich als Dozentin meinen Seminarteilnehmern neues Wissen vermittle und ihnen auch mal mit einem Ratschlag oder Tipp zu Seite stehe, geht es beim Coaching doch eher darum, einen persönlichen, individuellen Veränderungsprozess meines Klienten zu begleiten, wobei ich mich selber zurücknehmen muss. Auf den Punkt gebracht heißt das: Bei einem Seminar steht das zu vermittelnde Wissen mit Dir als Trainer im Mittelpunkt. Beim Coaching steht Dein Klient im Mittelpunkt. Das ist von der Herangehensweise und der damit verbundenen Einstellung ein riesiger Unterschied.

Durch Schwerpunkte als Trainer bekannt werden

Unabhängig davon, dass es für mich persönlich sinnvoll ist beide Tätigkeiten parallel auszuüben, ist es auch wirtschaftlich von Vorteil. Es gibt immer Zeiten, in den die Auftragslage nicht so rosig ist, wie gewünscht. Da bieten Seminare in aller Regel eine bessere Planungssicherheit als Coachings. Hier besteht z. B. die Möglichkeit, mit verschiedenen Bildungsträgern zusammen zu arbeiten um sich mit einem oder mehreren Spezialthemen einen „Namen" zu machen. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil besteht darin, dass mich meine Seminarteilnehmer nicht nur fachlich sondern auch persönlich kennenlernen können und sich so die Möglichkeit bietet, weitere Aufträge zu generieren, sowohl als Trainer aber auch als Coach.

Doch so unterschiedlich die Arbeit als Trainer bzw. Coach vielleicht klingen mag, gibt es doch viele Gemeinsamkeiten. So kann ich meine Fähigkeiten als Coach im Training einfließen lassen und umgekehrt. So beeinflussen sich doch beide Tätigkeiten und bilden für mich ein sinnvolles Ganzes.

- Wie du als Trainer einen „bunten Haufen“ zu einer performanten Weiterbildungsgruppe begleitest -

Kennst Du langweilige Redner oder Seminarleiter, die vor allem sich selbst gerne reden hören und sich dabei ganz toll finden? Vielleicht noch solche, die auch gerne von der Gruppe hören wie toll sie eigentlich sind und dabei eigentlich nur den „Applaus“ suchen? Du denkst ich übertreibe? Ich selbst habe solche Menschen kennengelernt und musste feststellen, dass es fachlich absolute Koryphäen gibt die aber in der Weitergabe ihres Wissens absolute Nieten waren. In diesem Artikel möchte ich Dir zeigen, wie wichtig eine planvolle Gruppenleitung als Trainer ist und Du vor allem immer wissen solltest, was Du tust.

Man nehme eine Handvoll Menschen und gebe ihnen eine Aufgabe, alles andere erlegt sich von selbst…leider ist es nicht ganz so einfach. Damit eine Gruppe arbeitsfähig wird und eine entsprechende Performance (also Arbeitsleistung) erreichen kann, braucht es verschiedene Schritte. Am Beispiel des Phasenmodells von Bruce Tuckman erkläre ich Dir, wie Du es angehen kannst. Das Modell ist in der Praxis sehr weit verbreitet und bietet eine gute Hilfestellung und Orientierung.

Phasenmodell von Tuckman im Training

Das Phasenmodell besteht in seiner Grundfassung in vier Phasen:

1. Phase: Forming:

In dieser Phase steht das Ankommen in der Gruppe und dazu das gemeinsame Kennenlernen der Gruppenmitglieder im Vordergrund. Ich finde das immer einen ganz „heiligen Moment“. Der Raum ist erfüllt von gespannter Erwartung, Aufmerksamkeit aber vielleicht auch etwas „Angst“ was jetzt gleich kommt. „Ungestellte Fragen“ liegen oft im Raum: Wer sind die anderen? Was genau wird von mir erwartet? Wer macht hier die Regeln und was darf hier sein?

Dein Job als Trainer:

Sorge für einen sicheren Rahmen. Ganz wichtig ist es am Beginn eines Seminars, für möglichst viel Transparenz zu sorgen um das Bedürfnis der Teilnehmer nach „Sicherheit“ zu befriedigen. Das sind neben organisatorischen Belangen auch die Möglichkeit, die anderen kennenzulernen, gesehen und gehört zu werden (wichtig zu sein) und auch (im Rahmen der Möglichkeiten) mitgestalten zu können. Am Beginn eines Seminars, nach der ersten Einführung und dem Kennenlernen sage ich oft den Satz (und schreibe ihn auch an!): Bitte sorgt gut für euch! Damit möchte ich die Verantwortung jedes einzelnen Teilnehmers und das persönliche Autonomieerleben stärken. Hier beginnt der Einzelne bereits, seinen Platz in der Gruppe zu suchen, sich anzunähern bzw. abzugrenzen.

2. Phase: Storming

Als Trainer kannst Du von der Forming-Phase hierzu gut überleiten, in dem Du die Gruppe mehr und mehr einbindest in das Seminar. In dieser Phase haben sich die Teilnehmer schon weiter kennengelernt. Sympathien aber auch Abneigungen bzw. Vorurteile die vielleicht schon in der 1. Phase da waren haben sich verfestigt oder wurden vielleicht aufgelöst. Manchmal kristallisieren sich auch schon unterschwellige Konflikte heraus oder es bilden sich Grüppchen.

Dein Job als Trainer:

Versuche, die entstehenden Konflikte bzw. Unterschiede konstruktiv für die Bildung wichtiger Gruppenmerkmale zu nutzen. Ein wichtiges Gruppenmerkmal ist das Vorhandensein von Diversität (Unterschiedlichkeit). Eine arbeitsfähige Gruppe braucht also verschiedene Rollen (z. B. die Rolle des Kritikers, die Rolle des Visionärs, Rolle des Antreibers, etc.). Wichtig ist es, diese Phase der Gruppenbildung zu nutzen um das Ziel der Gruppe in den Fokus zu lenken. Wichtig ist auch zu signalisieren, dass diese Unterschiedlichkeit (der Gruppenmitglieder) sein darf und von der Gruppenleitung wertgeschätzt wird. Mit dieser, meist implizit transportierten „Gruppenregel“ transportiert die Leitung Offenheit aber auch einen Rahmen, der vor Eskalation schützt bzw. schützen sollte. Diese Phase ist immens wichtig, damit wir zur nächsten Phase gelangen können.

3. Phase: Norming

In der Norming-Phase werden Prozesse und Regeln mehr und mehr sichtbar (implizit oder explizit), mit denen die Gruppe als Team arbeiten kann. Jetzt sind (hoffentlich) wichtige Rollen, die in der Storming-Phase „umkämpft“ waren gefunden und die Gruppe kann sich mehr und mehr dem eigentlichen „Sachthema“ zuwenden.

Dein Job als Trainer:

Begleite die Gruppe bei der Findung der Regeln und achte auf deren Einhaltung. Je stärker bzw. besser sich diese etablieren, desto eher kannst Du von Deiner anfänglichen Führungsrolle in die Rolle des Moderators oder Coaches gehen.

4. Phase: Performing

Hier wären wir nun in der eigentlichen „Performance-Phase“ angekommen, in der die Gruppe als Ansammlung von Seminarteilnehmern ein Team wurde, dass sich der gemeinsamen Bewältigung einer „Problemstellung“ (Aneignung von Wissen, Kompetenzaufbau, Erfahrungslernen, etc.) zuwenden kann.

Dein Job als Trainer:

Kern Deiner Aufgabe in dieser Phase sollte es sein, die Zielerreichung der Gruppe weiter im Auge zu behalten und die Weiterentwicklung (z. B. Problemlösekompetenz, Einbringen in der Gruppe, Übernehmen von Aufgaben, etc.) der einzelnen Mitglieder zu stärken. Ist die Gruppe gut „ans Arbeiten“ gekommen, kannst Du Dich noch mehr in der Rolle des Moderators wiederfinden.

Von der Theorie in die Trainer-Praxis

Nicht alle Phasen werden in der Praxis gleich lang durchlaufen. Je nach Zusammenstellung der Gruppe, Anlass, Gruppengröße und noch anderen Faktoren sind die einzelnen Phasen unterschiedlich stark ausgeprägt. In der Praxis bietet das Modell aber eine große Hilfe, wenn Du kompetent als Trainer agieren möchtest und eine Gruppe wirklich führen willst.

Du möchtest wissen, wie Du methodisch in den einzelnen Phasen agieren kannst? Du findest das Thema Trainerrolle, Wissensvermittlung und Gruppenleitung sowie Gruppendynamik spannend?

Am 8. Februar beginnt unsere Strukturierte Trainerausbildung in Gelnhausen (bei Frankfurt). In dieser Ausbildung geben wir unsere jahrzehntelange Erfahrung als Trainer an Dich weiter und helfen Dir, Dein wichtigstes Kapital als Trainer zu entwickeln: Deine Persönlichkeit! Du willst uns kennenlernen und hast noch weitere Fragen zur Ausbildung? Dann mache jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin mit uns aus.

Mittwoch, 21 September 2016 08:59

Coach oder Trainer? 5 Kriterien zur Entscheidung

Coach oder Trainer

Du merkst, jetzt ist die Zeit reif: Du möchtest eine Weiterbildung machen, kannst Dich aber nicht zwischen Coach und Trainer entscheiden. Du arbeitest gerne mit Menschen, bist kommunikativ und strukturiert? Dann könnte eine Coaching-Ausbildung das Richtige für Dich sein. Du vermittelst aber auch gerne Wissen? Dann also doch lieber eine Ausbildung zum Trainer?

Wodurch unterscheidet sich eigentlich die Arbeit eines Coaches von der eines Trainers? Diese Frage stellen sich viele Personen, die sich für eine unserer Ausbildungen interessieren. Da es Dir vielleicht ähnlich geht, möchte ich Dir heute 5 Kriterien aufzeigen, welche die beiden Berufsbilder voneinander unterscheiden und Dir gleichzeitig aufzeigen, welche Voraussetzungen Du für die eine oder andere Ausbildung mitbringen solltest.

Was macht eigentlich ein Coach?

Coaching ist eine lösungsorientierte Prozessbegleitung, durch die Dein Klient befähigt werden soll, sein Anliegen bzw. Problem mithilfe seiner Ressourcen selbstständig zu lösen. Um diesem Ziel möglichst nahezukommen, förderst Du als Coach bei Deinem Klienten sowohl die Selbstwahrnehmung als auch die Selbstreflexion und unterstützt ihn in der Bewusstwerdung seines Verhaltens. Coaching im weitesten Sinn hat immer mit der Entwicklung der Persönlichkeit zu tun, also mit dem, was einen im Innersten ausmacht (Einstellungen, Verhaltensmuster, Werte). Ausserdem basiert Coaching auf der Freiwilligkeit des Klienten.

Was macht eigentlich ein Trainer?

Bei einem Training geht es um strukturierte Vermittlung von Wissen oder Fertigkeiten. Als Trainer hast Du gegenüber Deinen Teilnehmern in aller Regel einen Wissensvorsprung, der es Dir ermöglicht einen Lernprozess zu gestalten. Als Trainer präsentierst Du also ein bestimmtes Thema und sorgst im besten Fall für eine Atmosphäre, in der Lernen Spaß machen kann. Du solltest dabei möglichst viele Sinneskanäle ansprechen, da es unterschiedliche Lerntypen in einer Gruppe gibt. So gibt es Menschen, die eher durch zuhören lernen, andere wiederum benötigen eine bildhafte Präsentation. Als Trainer solltest Du Dich also nicht nur fachlich auskennen sondern Dich zusätzlich mit Methodik und Didaktik beschäftigen. Im Gegensatz zum Coaching kommen in ein Training auch häufig Menschen, die von ihren Vorgesetzten „geschickt“ werden, was eine besondere Herausforderung an das Thema Motivation stellt.

Mit diesen beiden Definitionen ist grundsätzlich alles gesagt ist, oder? Doch nicht unbedingt. Es gibt durchaus Parallelen zwischen den beiden, weshalb es tatsächlich nicht immer so einfach ist sich zu entscheiden und es sich durchaus lohnen kann sowohl das eine als auch das andere zu machen.

Selbstständig als Coach oder Trainer

Nehmen wir mal an, Du hast Sozialpädagogik studiert und schon einige Jahre Berufserfahrung. Deine Arbeit in einer Familien-Beratungsstelle macht Dir grundsätzlich Spaß. Du hast das Gefühl, dass Du Dich gut auf die verschiedensten Menschen einstellen kannst und sie sich Dir anvertrauen. Doch irgendetwas fehlt Dir. Du bist in einen Arbeitsalltag eingebunden, der Dich im wahrsten Sinne des Wortes bindet. Gerne würdest Du losgelöst von einer gemeinnützigen Einrichtung Dein "eigenes Ding" machen; Deinen Arbeitstag selber planen, für die Akquisition Deiner Kunden selber verantwortlich sein. Du möchtest das Gefühl haben, dass Deine Arbeit auch finanziell geschätzt wird.

Schon immer hast Du Dich für das Thema Kommunikation und seit einiger Zeit auch für das Thema Resilienz interessiert. Diese Themen würdest Du gerne einem größeren Kreis von Menschen zugänglich machen. Andererseits reizt es Dich, individuelle „Beratungen“ durchzuführen; Menschen dabei zu unterstützen ihr Kommunikationsverhalten zu verbessern, Konflikte zu bewältigen oder auch in Krisenzeiten zu überwinden.

Da Du mit Deiner momentanen Arbeit grundsätzlich zufrieden bist, kann es Sinn machen zunächst nebenberuflich als Coach und Trainerin zu arbeiten. So hättest Du ein gesichertes Einkommen bis sich Deine Neuausrichtung rechnet.

Auf die Reihenfolge kommt es an

Aus meiner Sicht könnte es Sinn machen, sich zunächst auf eine Coaching-Ausbildung zu konzentrieren und zwar aus folgenden Gründen:

  • Während einer Coaching-Ausbildung lernst Du einiges über die Grundbedürfnisse von Menschen, was Dir als Trainerin ebenfalls helfen kann um Dich auf heterogene Gruppen einzustellen
  • Du lernst verschiedenste Fragetechniken kennen, die Du auch im Training einsetzen kannst.
  • Du lernst während der Coaching-Ausbildung eine ganze Menge über Dich selber, was Dir auch bei einer Trainertätigkeit helfen kann.
  • Du lernst Deine „blinden“ Flecken kennen, was Dir den Umgang mit vermeintlich „schwierigen“ Teilnehmern erleichtern kann.
  • Du entwickelst Deine Persönlichkeit, was zu einer selbstbewussten Trainerhaltung führen kann
  • Nebenbei lernst Du, vor einer Gruppe zu sprechen und Dinge auf den Punkt zu bringen

Dies sind nur ein paar Beispiele, dafür, dass eine Coaching-Ausbildung einer Trainer-Ausbildung vorangestellt werden könnte, wenn Du vorhast beides anzubieten. Übrigens halten die meisten Coaches zusätzlich Seminare bzw. Workshops um sich ein zweites Standbein aufzubauen. Dies ist ausserdem einegute Möglichkeit sich einen Namen zu machen und darüber hinaus Klienten für ein Coaching zu gewinnen.

Würdest Du nach einer Coaching-Ausbildung noch eine Trainer-Ausbildung absolvieren wollen, hättest Du bereits die besten Voraussetzungen. Denn in der Trainer-Ausbildung geht es in erster Linien darum,

  • wie Du Dein fachliches Thema strukturiert präsentieren kannst
  • Du eine ansprechende Lernatmosphäre schaffen kannst
  • Du einen Lernprozess in der Gruppe moderieren kannst und wie
  • Du als Trainer-/in authentisch rüberkommst und
  • Wie Du mit vermeintlichen „Störern“ umgehen kannst.

Das, was ich eben geschrieben habe, soll aber nicht heißen, dass jeder eine Coaching-Ausbildung machen muss, der als Trainer arbeiten möchte. Nur, wenn Du Dir grundsätzlich beides vorstellen kannst, würde die beschriebene Reihenfolge aus meiner Sicht Sinn machen.

Grundsätzlich lässt sich folgendes sagen:

Eine Trainer-Ausbildung kann für Dich Sinn machen, wenn Du

  • gerne vor Gruppen stehst
  • strukturiert und kommunikativ bist
  • gerne Dein Wissen teilst
  • Spaß an der Gestaltung von Lernprozessen hast
  • Spaß am Lernerfolg anderer hast

Eine Coaching-Ausbildung kann für Dich Sinn machen, wenn Du:

  • mehr über Dich selbst erfahren möchtest,
  • Deine Persönlichkeit weiterentwickeln möchtest
  • lernen möchtest, wie Du andere Menschen bei deren Zielerreichung unterstützen kannst,
  • strukturiert und kommunikativ bist
  • Spaß an der Gestaltung von Entwicklungsprozessen hast
  • Spaß am Erfolg anderer hast

Ich hoffe, ich konnte Dir einen kleinen Einblick in die Unterschiede und Parallelen einer Coaching-Ausbildung bzw. Trainer-Ausbildung geben.

Wenn Du Fragen zu der ein oder anderen Ausbildung hast, kannst Du Dich gerne bei uns melden. Vielleicht hilft Dir auch unser Buch „Jetzt werde ich Coach!“ , das im April im Beltz Verlag erscheinen ist weiter.

Arbeitest Du auch im Vollerwerb selbstständig als Trainer, Dozent oder Coach, hast Du Dich sicher auch schon einmal mit dem Thema „Altersvorsorge" oder Rentenversicherung beschäftigt. Während Angestellte automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung = DRV) pflichtversichert sind, ist dies für selbstständig Tätige nicht automatisch der Fall. In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du das etwas „heikle Thema" gelassen angehen kannst und für Dich eine gute Entscheidung triffst.

Gesetzliche Grundlage

Das Sozialgesetzbuch §2 S 1 Nr. 1 und Nr. 9 besagt:
Bestimmte Selbstständige sind rentenversicherungspflichtig. Hierzu gehören u. a.:

• selbstständige Lehrer und Erzieher, die in ihrem Betrieb keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, .....
• Selbstständige mit einem Auftraggeber, die im Zusammenhang mit ihrer selbstständigen Tätigkeit keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen."

Dieser Gesetzestext sorgt bei vielen Coaches für Verunsicherung. Gehöre ich zu dem Kreise der hier genannten? Und wenn ja, was bedeutet das für mich konkret? Coaches, Trainer und Dozenten werden nach diesem Passus einer „lehrenden Tätigkeit" zugeordnet. Darunter versteht die DRV das vermitteln von Fertigkeiten und Kenntnissen. Der Lehrbegriff wird also recht weit gefasst.

Coaching im Portfolio

Solltest Du zu den Coaches gehören, die neben ihrer Coachingtätigkeit auch als Trainer oder Berater arbeiten, gibt es eine weitere Regelung. Hier ist der Anteil der „lehrenden" Tätigkeit zu bestimmen. Geprüft werden muss daher, ob die lehrende Tätigkeit (nach Auslegung des Gesetzes) den Schwerpunkt der Arbeit bildet. Ist dies der Fall, liegt nach Maßgabe der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherungspflicht vor.

Dazu noch ein Beispiel:
Mal angenommen, Deine Coachingtätigkeit bestimmt 30% Deiner gesamten Arbeit. Liegt der Gewinn dafür über der sogenannten Geringfügigkeitsgrenze (derzeit 5400 Euro, oder 450 Euro monatlich), musst Du für den erzielten Betrag Beiträge zur Rentenversicherung bezahlen. Bleibst Du allerdings unter der Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro, ist dies nicht der Fall. Auf die erzielten Einnahmen anderer Tätigkeiten (die nicht im o.g. genannten Sinne als „lehrend" eingestuft werden), entfallen keine Beiträge.

Arbeiten bis zum Umfallen?

Die Frage nach der Altersvorsorge wird gerne verdrängt. Schließlich ist man ja fit und gesund, und so arbeitet man eben weiter bis 85 oder wie alt man eben wird. Die Einstellung, bis ins hohe Alter einer Tätigkeit nachzugehen, die man gerne tut halte ich für sehr erstrebenswert. Oder willst Du etwa wie viele Rentner nach dem Frühstück gleich den Fernseher einschalten? Ich bestimmt nicht. Trotzdem macht es Sinn, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Schließlich ist überhaupt nicht klar, ob man tatsächlich so lange arbeiten kann und das in diesem Alter auch noch möchte. Viele Selbstständige fürchten die Rentenversicherungspflicht und auch auf einmal einen nicht unerheblichen Teil ihres Gewinns der RV-Pflicht zu unterwerfen. Das ist sicherlich nicht unbegründet, beträgt doch der derzeit gültige Satz (Stand 2016) 18,7 Prozent. Bei einem Einkommen von 3000 Euro wären dies schon über 560 Euro, die Du Monat für Monat an die Rentenversicherung abführen müsstest. Während bei Angestellten der Beitrag je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen wird, müsstest Du diesen komplett selbst aufbringen. Der Gesetzgeber hat aber bei der maximalen Beitragshöhe einen Riegel vorgeschoben: So ist derzeit die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze bei 6200 Euro, was bei dem genannten Prozentwert einen maximalen Rentenbeitrag von knapp 1200 Euro ergibt (Quelle: www.deutsche-rentenversicherung.de). Über einem Verdienst von 6200 Euro steigt also der Rentenbeitrag nicht mehr.

Wo Schatten ist, ist auch Licht

Bei genauerer Überlegung kann eine Rentenversicherung in der Gesetzlichen aber durchaus Sinn machen. So bekommst Du beim Eintritt in das Rentenalter tatsächlich eine Rente. Und nicht nur das: Auch eine Rehabilitation bei (drohender) Arbeitsunfähigkeit übernimmt die Rentenversicherung. Nicht zuletzt hilft sie bei Erwerbsunfähigkeit. Solltest Du vorzeitig ableben, haben auch die Hinterbliebenen etwas davon, egal ob dies nun die Ehefrau oder Kinder sind, falls diese noch nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Und ganz wichtig: All das ohne Aufpreis oder Zusatzbeiträge. Vielleicht hast Du das Thema bereits für Dich ordentlich durchgekaut und hast Dich bei einer privaten Rentenversicherung versichert. Dafür gibt es bestimmt auch gute Gründe. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass die Privaten immer mit entsprechendem Wirtschaftswachstum rechnen und diese Faktoren in ihrer Kalkulation berücksichtigen. Sollte allerdings die Wirtschaft bzw. die „Geldkreisläufe" straucheln, kommt dieses System auch recht schnell ins „trudeln". Bei den „Privaten" werden unter Umständen auch bestimmte Risikoaufschläge fällig, welche die Rendite schmälern oder die Beiträge schlichtweg verteuern.

„Befreiung" von der Rentenversicherungspflicht

Hier siehst Du einige Möglichkeiten, die Rentenversicherungspflicht zu „umgehen" um somit keine Pflichtbeiträge einzahlen zu müssen:

Beratende Tätigkeit: Bist Du Consultant, Unternehmensberater, Lebensberater oder ähnliches? Die gesetzliche Rentenversicherungspflicht versteht unter Beratung die Unterbreitung konkret ausgearbeiteter und aufbereiteter Lösungsvorschläge bzw. Entscheidungsvorschläge.
• Lehrende Tätigkeit unterhalb der sogenannten Geringfügigkeitsgrenze im Haupt- oder Nebenerwerb
Nicht lehrende Tätigkeiten im Sinne des Gesetztes wie Vortragsredner, Autorentätigkeit, Diagnostik, u.a.
• Die Anstellung eines sozialversicherungspflichtigen Angestellen (muss über 450 Euro verdienen) oder mehreren Minijobbern, die gemeinsam die Einkommensgrenze von 450 Euro überschreiten.
• Nebenberufliche Tätigkeit von maximal 50 Tage pro Jahr, z.B. bei einem Rechtsanwalt, der nebenbei Kurse gibt oder als Coach tätig ist.

In diesem Artikel wollte ich Dir aufzeigen, dass das Thema Rente für Coaches ein ganz wichtiges ist und die gesetzliche Versicherungspflicht viele Vorteile aber auch Steuerungsmöglichkeiten hat. Vergessen hatte ich noch, dass die Rentenbeiträge zu einem großen Teil steuerlich abzugsfähig sind, also Deine Steuerlast mindern. Der Artikel kann aber freilich nicht alle Details bis ins Kleinste abbilden, noch eine Gewähr für die hier dargestellten Informationen übernehmen. Sinnvoll ist, einen sogenannten Rentenberater aufzusuchen oder den Steuerberater zu kontaktieren, falls dieser mit dem Thema kundig ist (sollte er!).

Coach oder Trainer

Du merkst, jetzt ist die Zeit reif: Du möchtest eine Weiterbildung machen, kannst Dich aber nicht zwischen Coach und Trainer entscheiden. Du arbeitest gerne mit Menschen, bist kommunikativ und strukturiert? Dann könnte eine Coaching-Ausbildung das Richtige für Dich sein, oder doch lieber eine Ausbildung zum Trainer? Wodurch unterscheidet sich eigentlich die Arbeit eines Coaches von der eines Trainers? Diese Frage stellen sich häufig Interessenten, die sich für eine unserer Ausbildungen interessieren. Da es Dir vielleicht ähnlich geht, möchte ich Dir heute 5 Kriterien aufzeigen, die die beiden Berufsbilder voneinander unterscheiden und Dir gleichzeitig aufzeigen, welche Voraussetzungen Du für die eine oder andere Ausbildung mitbringen solltest.

Was macht eigentlich ein Coach?

Coaching ist eine lösungsorientierte Prozessbegleitung, durch die Dein Klient befähigt werden soll, sein Anliegen bzw. Problem mithilfe seiner Ressourcen selbstständig zu lösen. Um diesem Ziel möglichst nahezukommen, förderst Du als Coach bei Deinem Klienten sowohl die Selbstwahrnehmung als auch die Selbstreflexion und unterstützt ihn in der Bewusstwerdung seines Verhaltens. Coaching im weitesten Sinn hat immer mit der Entwicklung der Persönlichkeit zu tun, also mit dem, was einen im Innersten ausmacht (Einstellungen, Verhaltensmuster, Werte). Coaching basiert auf der Freiwilligkeit des Klienten.

Was macht eigentlich ein Trainer?

Bei einem Training geht es um strukturierte Vermittlung von Wissen oder Fertigkeiten. Als Trainer hast Du gegenüber Deinen Teilnehmern in aller Regel einen Wissensvorsprung, der es Dir ermöglicht einen Lernprozess zu gestalten. Als Trainer präsentierst Du also ein bestimmtes Thema und sorgst im besten Fall für eine Atmosphäre, in der Lernen Spaß machen kann. Du solltest dabei möglichst viele Sinneskanäle ansprechen, da es unterschiedliche Lerntypen in einer Gruppe gibt. So gibt es Menschen, die eher durch zuhören lernen, andere wiederum benötigen eine bildhafte Präsentation. Als Trainer solltest Du Dich also nicht nur fachlich auskennen sondern Dich zusätzlich mit Methodik und Didaktik beschäftigen. Im Gegensatz zum Coaching kommen in ein Training auch häufig Menschen, die von ihren Vorgesetzten „geschickt“ werden, was eine besondere Herausforderung an das Thema Motivation stellt.

Nach diesen beiden Definitionen könnte ich den Artikel eigentlich beenden, da damit grundsätzlich alles gesagt ist, oder? Doch nicht unbedingt. Es gibt durchaus Parallelen zwischen den beiden, weshalb es tatsächlich nicht immer so einfach ist sich zu entscheiden.

Selbstständig als Coach oder Trainer

Nehmen wir mal an, Du hast Sozialpädagogik studiert und schon einige Jahre Berufserfahrung. Deine Arbeit in einer Familien-Beratungsstelle macht Dir grundsätzlich Spaß. Du hast das Gefühl, dass Du Dich gut auf unterschiedliche Menschen einstellen kannst und sich die Menschen Dir anvertrauen. Doch irgendetwas fehlt Dir. Du bist in einen Arbeitsalltag eingebunden, der Dich im wahrsten Sinne des Wortes bindet. Gerne würdest Du losgelöst von einer gemeinnützigen Einrichtung Dein eigenes Ding machen. Deinen Arbeitstag selber planen, für die Akquisition Deiner Kunden selber verantwortlich sein. Du möchtest das Gefühl haben, dass Deine Arbeit auch finanziell geschätzt wird.

Schon immer hast Du Dich für das Thema Kommunikation und seit einiger Zeit auch für das Thema Resilienz interessiert. Diese Themen würdest Du gerne einem größeren Kreis von Menschen zugänglich machen. Andererseits reizt es Dich, individuelle „Beratungen“ durchzuführen; Menschen dabei zu unterstützen ihr Kommunikationsverhalten zu verbessern, Konflikte zu bewältigen oder auch in Krisenzeiten zu überwinden.

Da Du mit Deiner momentanen Arbeit grundsätzlich zufrieden bist, kann es Sinn machen zunächst nebenberuflich als Coach und Trainerin zu arbeiten. So hättest Du ein gesichertes Einkommen bis sich Deine Neuausrichtung rechnet.

Auf die Reihenfolge kommt es an

Aus meiner Sicht könnte es Sinn machen, sich zunächst auf eine Coaching-Ausbildung zu konzentrieren und zwar aus folgenden Gründen:

  • Während einer Coaching-Ausbildung lernst Du einiges über die Grundbedürfnisse von Menschen, was Dir als Trainerin ebenfalls helfen kann um Dich auf heterogene Gruppen einzustellen
  • Du lernst verschiedenste Fragetechniken kennen, die Du auch im Training einsetzen kannst.
  • Du lernst während der Coaching-Ausbildung eine ganze Menge über Dich selber, was Dir auch bei einer Trainertätigkeit helfen kann.
  • Du lernst Deine „blinden“ Flecken kennen, was Dir den Umgang mit vermeintlich „schwierigen“ Teilnehmern erleichtern kann.
  • Du entwickelst Deine Persönlichkeit, was zu einer selbstbewussten Trainerhaltung führen kann
  • Nebenbei lernst Du, vor einer Gruppe zu sprechen und Dinge auf den Punkt zu bringen

Dies sind nur ein paar Beispiele, dafür, dass eine Coaching-Ausbildung einer Trainer-Ausbildung vorangestellt werden könnte, wenn Du vorhast beides anzubieten. Übrigens bieten die meisten Coaches zusätzlich Seminare bzw. Workshops an. Nicht zuletzt ist es ein tolles Instrument sich einen Namen zu machen und darüber hinaus Klienten für ein Coaching zu gewinnen.

Würdest Du nach einer Coaching-Ausbildung noch eine Trainer-Ausbildung absolvieren wollen, hättest Du bereits die besten Voraussetzungen. Denn dann, in der Trainer-Ausbildung, geht es in erster Linien darum,

  • wie Du Dein fachliches Thema strukturiert präsentieren kannst
  • Du eine ansprechende Lernatmosphäre schaffen kannst
  • Du einen Lernprozess in der Gruppe moderieren kannst und wie
  • Du als Trainer-/in authentisch rüberkommst und
  • Wie Du mit vermeintlichen „Störern“ umgehen kannst.

Das, was ich eben geschrieben habe, soll aber nicht heißen, dass jeder eine Coaching-Ausbildung machen muss, der als Trainer arbeiten möchte. Nur, wenn Du Dir grundsätzlich beides vorstellen kannst, würde die beschriebene Reihenfolge aus meiner Sicht Sinn machen.

Grundsätzlich lässt sich folgendes sagen:

Eine Trainer-Ausbildung kann für Dich Sinn machen, wenn Du

  • gerne vor Gruppen stehst
  • strukturiert und kommunikativ bist
  • gerne Dein Wissen teilst
  • Spaß an der Gestaltung von Lernprozessen hast
  • Spaß am Lernerfolg anderer hast

Eine Coaching-Ausbildung kann für Dich Sinn machen, wenn Du:

  • mehr über Dich selbst erfahren möchtest,
  • Deine Persönlichkeit weiterentwickeln möchtest
  • lernen möchtest, wie Du andere Menschen bei deren Zielerreichung unterstützen kannst,
  • strukturiert und kommunikativ bist
  • Spaß an der Gestaltung von Entwicklungsprozessen hast
  • Spaß am Erfolg anderer hast

Ich hoffe, ich konnte Dir einen kleinen Einblick in die Unterschiede und Parallelen einer Coaching-Ausbildung bzw. Trainer-Ausbildung geben.

Wenn Du Fragen zu der ein oder anderen Ausbildung hast, kannst Du Dich gerne bei uns melden. Vielleicht hilft Dir auch unser Buch „Jetzt werde ich Coach!“ , das im nächsten Monat im Beltz Verlag erscheinen wird.

Kennst Du sie - die Online Marketing und social-media Berater, die das „Blaue vom Himmel" versprechen? „Ich zeige Dir, wie Du Deine facebook-Kontakte in Kunden verwandelst! - Baue Dir Dein Traumbusiness auf. Du bist nur einen Klick davon ent-fernt!" Kennst Du diese Phrasen auch? Sie schießen förmlich wie Pilze aus dem Bo-den, die sogenannten social-media Berater und „Experten". Die Namen mögen vielfältig sein. Auffallend ist, dass sich viele dieser Berater in jüngster Zeit die Zielgruppe der selbstständigen Coaches oder Berater ausgesucht haben. Das erweckt in mir den Eindruck, dass diese es offensichtlich sehr nötig haben, einiges über Marketing und social-media Strategien zu lernen. Oftmals ist es ja auch so, dass jemand fachlich wirklich top ist, in der Darstellung seiner Dienstleistung nach Außen aber eher ein Flop.

Schau her, ich zeige was ich habe

Mit sexy Ausstrahlung und Sonnenbrille, entspanntem „feel" unter der Sonne am Strand, in der Nobelkarosse sitzend oder vielleicht ihren letzten Jahresumsatz vor sich hertragend, wollen sie Dir vor allem eines zeigen: „Sieh her, das habe ich gemacht. Und : Das kannst Du auch!" Kaufe jetzt den Kurs xyz und lerne, wie Du...dann kann Dich und Dein neues Business (in dem Du auch sexy wirst und Sonnenbrille aufhast, am Strand sitzt, usw.) nichts mehr trennen. Zumindest ist das die Botschaft die bei mir ankommt.

Who´s who?

Ich bin jemand, der sich auch immer für die Person interessiert, die hinter einer Dienstleistung und einem Angebot steht. Hier ist oft Fehlanzeige angesagt und Sätze wie „Unternehmerin aus Leidenschaft" oder „Social-Media Marketing ist meine Passion" sind manches Mal die dürftigen Informationen, aus denen ich mir zusammenreimen muss, wer denn nun hinter der Dienstleistung steht. Oft suche ich dann nach der Erfahrung (z.b. als Coach, Berater Trainer), aus der sich nun eben Expertise aufbaut, meist vergeblich.

Bist Du Coach, Trainer oder Berater?

Jawoll, bin ich! Und spätestens jetzt hellwach, wenn es darum geht, dass andere Marketingstrategien für Coaches vorstellen. Insbesondere dann, wenn sich diese Bezeichnungen geben wie „Experten". Vielleicht weißt Du, dass ich auch gerne dazulerne und mich selbst auch als „lernende Organisation" begreife. So freue ich mich immer, etwas Neues dazuzulernen. Bei genauerem Hinschauen auf die oben genannten Angebote ist mir allerdings etwas doch recht merkwürdiges passiert.

Die Gretchenfrage

Ich stelle dann nämlich gerne die Frage nach den Referenzen im beworbenen Bereich der Coaches und Trainer. Also, wie viele Kunden hat jemand tatsächlich durch die beworbenen Aktivitäten gewonnen. Dann wird es entweder lustig oder ganz arg traurig. Hier habe ich schon Antworten zu hören bekommen wie: „Diese Frage ist aber ganz schön plump" oder „Man weiß ja schließlich, dass Online-Marketing funktioniert". Als ich diese Aussage einmal in Frage gestellt habe (da kommt dann doch der Coach in mir durch), bin ich sogar aus einer facebook-Gruppe ausgeschlossen worden. Spannend, nicht? Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass z.B. Online-Marketing funktioniert und sich zum Beispiel gute Selbstlernkurse verkaufen lassen - diese auch wirklich einen Mehrwert bieten, wenn sie gut gemacht sind und der Anbieter vor allem eines hat: Feldkompetenz und Erfahrung im Metier für das er angibt Experte zu sein! Das gute an dieser „Produktform" des Online-Kurses ist, dass sie von überall auf der Welt (Internetzugang vorausgesetzt) konsumiert und auch umgesetzt werden kann. Falls du selbst Berater, Coach oder Trainer bist, „klingelt" es vielleicht auch gerade bei Dir: Die angesprochene Dienstleistung des Coaches etc. wird in aller Regel in einem face to face Setting erbracht (Ausnahmen mögen hier die Regel bestätigen), so zum Beispiel in Unternehmen, Organisationen oder in einer Praxis. So halte ich das reine Online(Kurs)-Medium für einen Coach, Berater oder Trainer für ungeeignet. Dies zu verstehen ist aber tatsächlich nur möglich, wenn Du entsprechende Feldkompetenz in diesem Bereich hast. Insbesondere dann, wenn Du Deine Dienstleistung regional anbietest (z. B. als Personalcoach), musst du unbedingt noch andere Register „ziehen" um in Erscheinung zu treten. Ich frage mich allen Ernstes: Wie glaubwürdig sind solche Angebote von Menschen, die von der Arbeitsweise (so ganz unterschiedlicher Berater oder Coach-Dienstleistungen) keine Ahnung haben, aber sagen (oder den Eindruck erwecken wollen), sie hätten welche, in dem sie explizit die Berufsgruppe der Coaches und Trainer, etc. ansprechen? Aus meiner Sicht werden hier sicherlich funktionierende Regeln des „digital-business" auf eine Berufsgruppe übertragen, deren Dienstleistung in aller Regel nicht digital erbracht wird.

Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins...

Nun gibt es aber wirklich Berater, die echt was drauf haben und ihr Handwerk verstehen. Ich finde es im Übrigen auch gar nicht schlimm, wenn jemand Berufsanfänger in seinem Bereich ist und das auf Nachfrage auch so sagt. Hier ist manchmal das Engagement für einen Kunden wirklich etwas zu bewegen und sich "ins Zeug zu legen" sehr hoch. Oder eben kundtut, dass es einfach noch keine Referenzen gibt. Das halte ich für zehnmal glaubwürdiger als solche „Verallgemeinerungen" oder „Ausweichmanöver", wie oben beschrieben. Aus meiner Erfahrung möchte ich Dir noch zwei Tipps an die Hand geben, wie Du Beraterprofis erkennen kannst die tatsächlich ihr Geld Wert sind:

Tipp 1:

  • Erfrage immer die Expertise: Was genau qualifiziert eine Person, „Experte" in einem Bereich zu sein, z. B. im Marketing von Coaches und Trainern? Nicht jeder der „Olympiasieger" trainiert, muss selbst mal ein Olympiasieger gewesen sein. Dennoch sollte Erfahrung in diesem Bereich vorhanden sein, am allerbesten eigene ;-)

Tipp 2:

  • Frage nach konkreten Referenzen im „beworbenen" Bereich. Mit konkret meine ich nicht „Hurra, der Kurs war toll" oder „Oh ja, ich habe 1000 neue likes auf mein Profil" bekommen. Hinter konkreten Kundenreferenzen stehen Menschen die auch „handfestes" liefern, die also tatsächlich ihr Business „messbar" verbessert haben. Zum Beispiel durch ein höheres Honorar oder bessere (quantitativ- qualitativ) Abschlüsse. Wenn Du schon eine Weile selbstständig arbeitest weißt du längst, dass diese Beurteilung für den Unternehmer mindestens einige Monate braucht, um diese „Effekte" überhaupt kausal einigermaßen auf die Beratung zurückzuführen. Hier empfinde ich es als hilfreich, wenn solche Referenzen genannt werden können und es auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme gibt. Wenn es keine Referenzen gibt, sollte man dies aber auch genauso sagen und dazu stehen. Sollte hier „rumgeeiert" werden wäre das für mich schon ein KO-Kriterium.

Ich brauche Deine Hilfe

Nun kann ich nur auf meine eigene, bescheidene Erfahrung von nunmehr 10 Jahren als hauptberuflicher Coach und Trainer zurückblicken. Viel spannender finde ich aber, wie andere, die auch hauptberuflich in diesem Bereich arbeiten ihr Business begründet und sich etabliert haben. Findest Du das auch spannend? In unserem Buch „Jetzt werde ich Coach" haben wir drei hauptberuflich arbeitende Coaches aus ganz Deutschland nach deren Werdegang befragt. Eine wahre Inspirationsquelle!

Noch etwas ist mir wichtig: In diesem Artikel habe ich Dir meine Wahrnehmung und Beobachtung, aber auch meine ganz subjektive Erfahrung geschildert. Wenn Du andere Erfahrungen gemacht oder noch mehr Tipps auf Lager hast, wie man einen guten Berater erkennt freue ich mich über Deinen Kommentar! Vielleicht habe ich auch einen fundamentalen Denkfehler? Danke, dass Du mir hilfst zu lernen!

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