Peter Reitz

Peter Reitz

Peter Reitz arbeitet seit fast zwanzig Jahren freiberuflich / selbstständig. Nach beruflicher Tätigkeit in der IT-Branche und einer künstlerischen Ausbildung, arbeitet er seit über zehn Jahren im Bereich Lehre, Kompetenzentwicklung & Coaching. Er ist systemisch ausgebildet und betreibt ein Weiterbildungsinstitut für Beratung & Therapie. Sein Motto: „Menschen in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen zu begleiten ist immer spannend.

- Wie du als Trainer einen „bunten Haufen“ zu einer performanten Weiterbildungsgruppe begleitest -

Kennst Du langweilige Redner oder Seminarleiter, die vor allem sich selbst gerne reden hören und sich dabei ganz toll finden? Vielleicht noch solche, die auch gerne von der Gruppe hören wie toll sie eigentlich sind und dabei eigentlich nur den „Applaus“ suchen? Du denkst ich übertreibe? Ich selbst habe solche Menschen kennengelernt und musste feststellen, dass es fachlich absolute Koryphäen gibt die aber in der Weitergabe ihres Wissens absolute Nieten waren. In diesem Artikel möchte ich Dir zeigen, wie wichtig eine planvolle Gruppenleitung als Trainer ist und Du vor allem immer wissen solltest, was Du tust.

Man nehme eine Handvoll Menschen und gebe ihnen eine Aufgabe, alles andere erlegt sich von selbst…leider ist es nicht ganz so einfach. Damit eine Gruppe arbeitsfähig wird und eine entsprechende Performance (also Arbeitsleistung) erreichen kann, braucht es verschiedene Schritte. Am Beispiel des Phasenmodells von Bruce Tuckman erkläre ich Dir, wie Du es angehen kannst. Das Modell ist in der Praxis sehr weit verbreitet und bietet eine gute Hilfestellung und Orientierung.

Phasenmodell von Tuckman im Training

Das Phasenmodell besteht in seiner Grundfassung in vier Phasen:

1. Phase: Forming:

In dieser Phase steht das Ankommen in der Gruppe und dazu das gemeinsame Kennenlernen der Gruppenmitglieder im Vordergrund. Ich finde das immer einen ganz „heiligen Moment“. Der Raum ist erfüllt von gespannter Erwartung, Aufmerksamkeit aber vielleicht auch etwas „Angst“ was jetzt gleich kommt. „Ungestellte Fragen“ liegen oft im Raum: Wer sind die anderen? Was genau wird von mir erwartet? Wer macht hier die Regeln und was darf hier sein?

Dein Job als Trainer:

Sorge für einen sicheren Rahmen. Ganz wichtig ist es am Beginn eines Seminars, für möglichst viel Transparenz zu sorgen um das Bedürfnis der Teilnehmer nach „Sicherheit“ zu befriedigen. Das sind neben organisatorischen Belangen auch die Möglichkeit, die anderen kennenzulernen, gesehen und gehört zu werden (wichtig zu sein) und auch (im Rahmen der Möglichkeiten) mitgestalten zu können. Am Beginn eines Seminars, nach der ersten Einführung und dem Kennenlernen sage ich oft den Satz (und schreibe ihn auch an!): Bitte sorgt gut für euch! Damit möchte ich die Verantwortung jedes einzelnen Teilnehmers und das persönliche Autonomieerleben stärken. Hier beginnt der Einzelne bereits, seinen Platz in der Gruppe zu suchen, sich anzunähern bzw. abzugrenzen.

2. Phase: Storming

Als Trainer kannst Du von der Forming-Phase hierzu gut überleiten, in dem Du die Gruppe mehr und mehr einbindest in das Seminar. In dieser Phase haben sich die Teilnehmer schon weiter kennengelernt. Sympathien aber auch Abneigungen bzw. Vorurteile die vielleicht schon in der 1. Phase da waren haben sich verfestigt oder wurden vielleicht aufgelöst. Manchmal kristallisieren sich auch schon unterschwellige Konflikte heraus oder es bilden sich Grüppchen.

Dein Job als Trainer:

Versuche, die entstehenden Konflikte bzw. Unterschiede konstruktiv für die Bildung wichtiger Gruppenmerkmale zu nutzen. Ein wichtiges Gruppenmerkmal ist das Vorhandensein von Diversität (Unterschiedlichkeit). Eine arbeitsfähige Gruppe braucht also verschiedene Rollen (z. B. die Rolle des Kritikers, die Rolle des Visionärs, Rolle des Antreibers, etc.). Wichtig ist es, diese Phase der Gruppenbildung zu nutzen um das Ziel der Gruppe in den Fokus zu lenken. Wichtig ist auch zu signalisieren, dass diese Unterschiedlichkeit (der Gruppenmitglieder) sein darf und von der Gruppenleitung wertgeschätzt wird. Mit dieser, meist implizit transportierten „Gruppenregel“ transportiert die Leitung Offenheit aber auch einen Rahmen, der vor Eskalation schützt bzw. schützen sollte. Diese Phase ist immens wichtig, damit wir zur nächsten Phase gelangen können.

3. Phase: Norming

In der Norming-Phase werden Prozesse und Regeln mehr und mehr sichtbar (implizit oder explizit), mit denen die Gruppe als Team arbeiten kann. Jetzt sind (hoffentlich) wichtige Rollen, die in der Storming-Phase „umkämpft“ waren gefunden und die Gruppe kann sich mehr und mehr dem eigentlichen „Sachthema“ zuwenden.

Dein Job als Trainer:

Begleite die Gruppe bei der Findung der Regeln und achte auf deren Einhaltung. Je stärker bzw. besser sich diese etablieren, desto eher kannst Du von Deiner anfänglichen Führungsrolle in die Rolle des Moderators oder Coaches gehen.

4. Phase: Performing

Hier wären wir nun in der eigentlichen „Performance-Phase“ angekommen, in der die Gruppe als Ansammlung von Seminarteilnehmern ein Team wurde, dass sich der gemeinsamen Bewältigung einer „Problemstellung“ (Aneignung von Wissen, Kompetenzaufbau, Erfahrungslernen, etc.) zuwenden kann.

Dein Job als Trainer:

Kern Deiner Aufgabe in dieser Phase sollte es sein, die Zielerreichung der Gruppe weiter im Auge zu behalten und die Weiterentwicklung (z. B. Problemlösekompetenz, Einbringen in der Gruppe, Übernehmen von Aufgaben, etc.) der einzelnen Mitglieder zu stärken. Ist die Gruppe gut „ans Arbeiten“ gekommen, kannst Du Dich noch mehr in der Rolle des Moderators wiederfinden.

Von der Theorie in die Trainer-Praxis

Nicht alle Phasen werden in der Praxis gleich lang durchlaufen. Je nach Zusammenstellung der Gruppe, Anlass, Gruppengröße und noch anderen Faktoren sind die einzelnen Phasen unterschiedlich stark ausgeprägt. In der Praxis bietet das Modell aber eine große Hilfe, wenn Du kompetent als Trainer agieren möchtest und eine Gruppe wirklich führen willst.

Du möchtest wissen, wie Du methodisch in den einzelnen Phasen agieren kannst? Du findest das Thema Trainerrolle, Wissensvermittlung und Gruppenleitung sowie Gruppendynamik spannend?

Am 8. Februar beginnt unsere Strukturierte Trainerausbildung in Gelnhausen (bei Frankfurt). In dieser Ausbildung geben wir unsere jahrzehntelange Erfahrung als Trainer an Dich weiter und helfen Dir, Dein wichtigstes Kapital als Trainer zu entwickeln: Deine Persönlichkeit! Du willst uns kennenlernen und hast noch weitere Fragen zur Ausbildung? Dann mache jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin mit uns aus.

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„Da hat mich doch so ein Ausländer um meine Beförderung gebracht. Sagen Sie mal, ist Ihnen das auch schon einmal passiert, dass Ihnen einfach jemand vor die Nase gesetzt wurde?“ Fragend schaut der Klient Dich an und wartet auf eine Antwort.

In dem Artikel möchte ich Dir zeigen, wie Du im Coaching mit privaten Fragen von Klienten umgehen kannst, ohne diesen vor den Kopf zu stoßen und seinem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Zustimmung Rechnung trägst.

Klarheit bringt Sicherheit im Coaching

Früher oder später wirst Du in Deiner Coaching-Praxis mit dieser Situation konfrontiert werden. Vielleicht kennst Du diese geflügelten Redewendungen wie: „Coaching auf Augenhöhe“, oder, „Prozessbegleitung side by side“. Das ist vom Grunde her richtig da hiermit gemeint ist, dass der Klient Experte ist für seine Situation und der Coach als Prozessbegleiter fungiert. Schauen wir genau hin, stimmt das allerdings nicht ganz. Der Klient ist in gewisser Weise in einer „unterlegenen Situation“, da er Hilfe sucht und den Coach als Helfer wahrnimmt. Im besten Fall hast Du Dich bereits in Deiner Coachingausbildung mit der Frage beschäftigt: Was will ich im Coaching von mir preisgeben? Es ist nämlich sehr hilfreich, bereits im Vorfeld sich darüber im Klaren zu sein, welche Dinge man von sich selbst erzählen möchte und welche gar nicht.

Selbstöffnung oder Abstinenz als Coach?

Bist Du der Coach, der jede Frage Deines Klienten mit einer Gegenfrage beantwortet? Oder bist Du jemand, der sich sehr darüber freut, dass endlich mal die eigene Meinung gefragt ist und Du auch mal zu „Deinem Recht“ kommst? Bei einer vollständigen Abstinenz, wenn Du also jede „Persönlichkeit“ im Coaching ablehnst, kann dies für den Klient verstörend und auch schnell sehr künstlich und kalt wirken. Außerdem verstärkt dieser Umstand auch noch mehr das Ungleichgewicht im Beratungssetting. Ungünstig ist es auch, sich hinter pseudo-berufsständischen, institutionellen Scheinbarrieren zu verstecken wie: „Ich würde Ihnen ja gerne antworten, aber meine Berufsethik lässt eine derartige Antwort auf Ihre Frage nicht zu.“ Auch eine „agressiv-abwertende“ Reaktion wird häufig als „barsche Abfuhr“ aufgefasst: „Wie können Sie mir denn so eine Frage stellen? Sie können sich doch denken, dass ich Ihnen darauf nicht antworte!“

Manchmal sind gestellte Fragen auch einfach belanglos und dienen eher von Klientenseite als Small-talk. Hierzu zähle ich Fragen wie: „Sind Sie eigentlich auch verheiratet? Haben Sie Kinder? Arbeiten Sie schon immer als Coach?“ Dies ist gerade dann unverfänglich, wenn z.B. in Deiner Coachingpraxis ein Kinderbild hängt oder ein Familienfoto auf dem Schreibtisch steht. Solche Fragen können auch gut als gemeinsames „Warm up“ betrachtet und genutzt werden, zum Thema der Stunde zurückzukehren oder überzuleiten. Manchmal werden persönliche Fragen auch als „Entlastungsfrage gestellt“, um von einem im Moment schwierigen Thema „abzulenken“. Hier ist es die Aufgabe des Coaches, wohlwollend aber bestimmt zum eigentlichen Thema zurückzukehren, sonst kann schnell der Eindruck einer „Plauderei“ entstehen.

Empathie oder Egoismus des Coaches?

Eine Selbstöffnung in Maßen fördert aus meiner Sicht auch die menschliche Seite und damit Sympathie beim Klienten. Es fördert das Vertrauen und macht den Coach greifbarer. Für nicht ratsam halte ich, eigene Schwächen in das Coaching-Setting einzubringen, die das Bild eines „hilflosen Coaches“ implizieren. „Ja, ich habe auch seit einem Monat Steuerschulden beim Finanzamt und weiß auch nicht, wo ich das Geld dafür auftreiben soll.“ Grundsätzlich ist es wichtig sich selbst zu überprüfen, welches Motiv hinter einer möglichen Selbstöffnung stehen könnte. Sinnvoll ist diese, wenn Sie dem Fortgang des Coachings oder des Beratungsprozess dient. Hierbei denke ich an Beziehungsaufbau und Motivation des Klienten. Genauso kann der Coach auch eine Modellfunktion einnehmen und für den Klienten damit ein Leuchtturm sein, wenn beispielsweise ein Thema selbst bearbeitet und überwunden wurde. Das kann Akzeptanz fördern. Vorsicht ist geboten, wenn der Klient dies als „Verbrüderung“ gegen ein (vom Klient ausgemachtes) „Feindbild“ betrachtet.

Ein Beispiel: Du hattest viele Jahre Rückenschmerzen, die lange Zeit unklar waren. Zufällig bist Du an einen Therapeuten gekommen, der durch seine Behandlung die Rückenschmerzen zum Verschwinden gebracht hat. Der Klient berichtet ebenfalls unter anderem von Rückenschmerzen, die ihn schon lange Jahre plagen. In der dritten Sitzung erzählst Du eher beiläufig, dass Du viele Jahre auch dieses Problem hattest und die Therapie XY hilfreich war. Dies kann der Klient zum Anlass nehmen, auf die „bösen und unfähigen“ Ärzte zu schimpfen und erkennt in Dir vielleicht seinen „Bruder oder Schwester“ im Geiste. Hierbei solltest Du achtsam sein, wenn der Klient von Dir erwartet auf dieses Thema „einzusteigen“.

Kritisch überprüfen sollte man eigene, „egoistische“ Motive. Als Coach sollte man sich daher eingehend mit der Frage beschäftigt haben: Wozu brauche ich meine Klienten? Sonst könnte der Coachingprozess „missbräuchlich“ sein, in dem ich durch Selbstoffenbarung mein eigenes Äußerungsbedürfnis befriedige oder die Anerkennung des Klienten suche (und brauche).

Bestimmt aber nicht unhöflich

Empathie und das Eingehen auf den Klienten sind elementare Wirkfaktoren im Coaching. Trotzdem gibt es im Coaching Grenzen die Du freundlich aber bestimmt Vertreten können musst: „Das ist bestimmt eine interessante Frage für sie, das kann ich gut verstehen. Trotzdem möchte ich ihnen sagen, dass mir die Frage zu persönlich ist und ich darauf nicht antworten möchte.“ Um mit dieser Aussage keinen „Bruch“ im Arbeitsbündnis oder eine Kränkung auszulösen, solltest Du aufmerksam sein wie der Klient mit Deiner Äußerung umgeht, ggf. auch dafür Raum geben.

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„Erkenne Dich selbst“ - so soll es, der Überlieferung zufolge, am Eingang des Orakels von Delphi stehen. Doch warum ist diese „Selbsterkenntnis“ so wichtig für die Arbeit im Coaching? Geht es nicht eher darum, ein möglichst großes Methodenrepertoire zu haben und damit die Antwort geben zu können, auf möglichst viele „Fragen“ des Klienten?

In diesem Artikel möchte ich Dir aufzeigen, warum die Entwicklung der Coach-Persönlichkeit ganz entscheidend zu einer professionellen „Beratungshaltung“ beiträgt, Dir bessere Arbeitsergebnisse ermöglicht und Dich letztendlich sicherer und zufriedener im Coaching agieren lässt.

 

Viele Teile ergeben ein Ganzes

Keine Frage, als Coach solltest Du natürlich Dein „Handwerkszeug“ beherrschen. Gemeint ist damit, ein erprobtes Methodenrepertoire zur Verfügung zu haben, welches in unterschiedlichen Situationen dem Klienten helfen kann. Zum Beispiel um dem Klienten neue Erfahrungen zu ermöglichen, neue Perspektiven zu eröffnen, eigene Anteile zu erkennen, sich selbst besser kennenzulernen und die Selbststeuerung zu erhöhen. All das erfordert sicheres, methodisches Vorgehen. Ein gut ausgebildeter Coach sollte allerdings noch viel mehr bieten.

Über folgende Eigenschaften auf der persönlichen, intrapsychischen Ebene sollte ein Coach verfügen:

  • Eine gute Kenntnis der eigenen Person, mit allen Stärken und Schwächen
  • Selbststeuerung und Selbstregulationskompetenz eigenen emotionalen Erlebens
  • Sehr gute Kommunikationsfähigkeit
  • Kompetenz zu prozessorientierten Denken und Handeln
  • Frustrationstoleranz

Ausbildung der Coach-Persönlichkeit

Für den Musiker ist das Musikinstrument sein „Arbeitswerkzeug“, für den Coach ist es seine Persönlichkeit. Auch diese benötigt, wie beim Erlernen z. B. einer musischen Fähigkeit, entsprechendes Training und Formung.

Folgende Themen sollten aus unserer Sicht in der Ausbildung von Coaches eine Rolle spielen:

  • Blick in die Lebensgeschichte:Als Coach hast Du Deine Vergangenheit, Dein gelebte Leben immer „mit dabei“. Diese kannst und sollst Du an der Bürotür nicht einfach abstreifen. Wie in jeder Biografie gibt es Momente, Situationen oder Phasen, die Dir positive Erfahrungen vermittelt und Dich stark gemacht haben. In aller Regel gibt es aber auch Zeiten, in denen Du Hindernisse und Widerstände überwinden musstest. Vielleicht hast Du sogar Leid ertragen müssen. Beim Blick in die Lebensgeschichte geht es darum, all diese Situationen zu integrieren, in dem man sich diese anschaut. Dies muss nicht in aller Tiefe geschehen. Jedoch solltest Du Deine „eigenen Prozesse“ kennen. Dinge die wir kennen, verlieren ihre Angst und somit sind wir von diesen nicht so schnell „okkupiert“, wenn auch „Schweres“ im Coaching mit Klienten angeschaut wird. Für den Coach ergibt sich dadurch eine Reifung der Persönlichkeit.
  • Ausbildung emotionaler Kompetenz: Hierzu gehört das Bewusstwerden eigener emotionaler Muster und Gewohnheiten. Auch die Ausbildung einer emotionalen Stabilität und Selbstregulationsfähigkeit findet sich hier. Diese trägt dazu bei, mit dem Klienten in emotionale Prozesse einzutauchen und auch Aushalten zu können. Zu guter Letzt ist Empathie (das einfühlende und mitfühlende Verstehen) eine Basiskompetenz von Coaches.
  • Aufbau von gesundem Selbstwertgefühl: Jeder Mensch benötigt ein gutes Gefühl für sich selbst und den eigenen Wert. Als Coach, Berater oder Therapeut solltest Du noch darüber hinaus an der Stärkung der eigenen Resilienz (Widerstandsfähigkeit) und konsequentem Aufbau der eigenen „Selbstwertsäulen“ arbeiten. Dazu gehört außerdem, ein bewusster Umgang mit privaten und vielfältigen beruflichen Belastungen also auch Strategien, bei Überlastungen sinnvolle Hilfsmechanismen (z.B. Supervision, Netzwerke) aktivieren zu können. Hilfreich ist auch eine Analyse von „Selbstwertfressern“, z. B. nicht hilfreiche Überzeugungen, Konflikte, belastete Beziehungen, usw.
  • Aufbau- und Ausbau der Coach-Identität: Hierunter verstehen wir die Gesamtheit unseres Handelns im Coach-Kontext. Ein Teil davon ist die Entwicklung der eigenen Arbeitsphilosophie (wofür stehe ich? Was ist mir wichtig? Entwicklung des eigenen Coaching-Stils), eigene Stärken und Schwächen kennen und der bewusste Umgang damit. Dazu kommen auch Impulse für die eigene Weiterentwicklung auf der persönlichen, aber auch der fachlichen Ebene und der Planung und Steuerung des eigenen „Entwicklungsweges“.
  • Umgang mit „schweren Themen“ im Coaching: Tod, Verlusterfahrungen und Trauer gehören zum Leben dazu. Der eigene Umgang mit diesen Themen sollte auch in einer Coaching-Ausbildung eine Rolle spielen (dürfen). Der bewusste Umgang damit hilft, auch bei schweren Themen den professionellen Rahmen zu halten und empathisch mitzugehen.

Ich hoffe ich konnte Dir mit meinen Ausführungen zeigen, wie wichtig die Persönlichkeit des Coaches im Coaching-Prozess ist. „Bauchweh“ bekomme ich manchmal, wenn angehende Coaches oder Berater eine reine „Methodenausbildung“, die für sich genommen gut sein kann, besuchen, und die notwendige „Aus-Bildung“ der Coach-Persönlichkeit fehlt. Schlussendlich ist die Weiterentwicklung (hoffentlich) nie abgeschlossen und Du hast Zeit und Lust, Dich immer weiter zu entwickeln und auch besser zu werden. Sich in seinem Fach weiter zu qualifizieren ist dabei nicht mit „Unvollständigkeit“ gleichzusetzen sondern mit dem Willen, für die Menschen mit denen man arbeitet und für sich selbst der Beste zu sein, der man sein könnte.

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Bereits im ersten Teil wollte ich Dir klarmachen, dass eine genaue Formulierung Deines Angebotes unabdingbar ist, wenn Du Dich in einer Marktnische platzieren willst. Ohne Nische wird es nicht gehen, sonst bleibst Du der „Wald-und-Wiesen“ Coach. Eine Platzierung (manchmal auch Positionierung genannt) schafft auch Wiedererkennungswert für Dein Angebot. Wenn Du „ernst machst“, hast Du bereits im Teil 1 eine Standortanalyse durchgeführt. Du weißt, wo Du schon gut bist bzw. welches Thema Dir am Herzen liegt. Nun liegt es an Dir, den nächsten Schritt zu gehen und Dich als Experte zu positionieren. Im heutigen, zweiten Teil der Artikelserie zeige ich Dir, wie Du in Deinem Coaching-Thema ein Experte wirst. Damit meine ich, dass Du von anderen (im besten Fall natürlich von potentiellen Kunden) als Koryphäe und Profi in Deinem Fach wahrgenommen wirst. Sonst werkelst Du „still und heimlich“ in Deinem Kämmerlein vor Dich hin, niemand weiß aber von Dir und Deiner Kompetenz.

Eins vorweg: Die hier gezeigten steps funktionieren nicht über Nacht! Du brauchst Fleiß und eine gute Portion Ausdauer, sonst wird es nichts werden.

Starte einen Blog und sorge für regelmäßigen Content

Falls potentielle Kunden sich im Internet auf die Suche nach Lösungen für Ihre Probleme machen, spielt die „Relevanz“ Deiner Seite für Google eine große Rolle. Es ist kein Geheimnis, dass eine Seite mit zielgruppenrelevanten Inhalten, für Google „interessanter“ ist als solche Seiten, die nur wenig Inhalte haben. Interessanter bedeutet in dem Moment, dass sie ein höheres Ranking besitzt und weiter oben angezeigt wird, dem Suchenden also eher ins Auge sticht. Bevor Du Deinen Blog startest mache Dir allerdings Gedanken darüber, was Deine Zielgruppe lesen möchte bzw. nach was diese sucht.

Beispiel aus meiner Praxis: Die Personalabteilung einer Bank hat „Probleme“ mit einem neu eingestellten Bereichsleiter. Dieser ist zwar fachlich sehr gut und glänzte in der vorigen Stellung mit ausgezeichneten Zahlen. In der neuen Anstellung zieht er aber „Konflikte“ an und es kommt zu lautstarken Auseinandersetzungen mit Teamleitern, die ihm unterstellt sind. Das alarmiert auch die Personalabteilung, da drei der Teamleiter mit Kündigung gedroht haben, einer hat bereits gekündigt. Da im Unternehmen noch sehr wenig Erfahrung mit dem Thema Coaching besteht, recherchiert man im Internet - auf der Suche nach kompetenter Hilfe. Folgende „Schlagworte“ werden eingegeben: „Wie findet man einen kompetenten Coach?“, „Coaching bei Konflikten im Team“ sowie „Team-Coaching“. Jetzt könntest Du z.B. einen Blog-Artikel schreiben mit: „Wie findet man einen kompetenten Coach? - Die fünf Kriterien zur perfekten Auswahl“. Achte darauf, dass Dein Artikel nicht zu kurz ist - als Faustregel gelten 500-800 Wörter. Bedenke auch, dass Du wichtige „Schlüsselwörter“ wie Coach, Coaching, Kompetenz, Kriterien, usw. auch noch 1-3 Mal im Text benennst. Das mag Google. So leitest Du potentielle Interessenten über zielgruppenrelevante Inhalte auf Deine Webseite, auf der Du in entsprechenden Beiträgen Deine Expertise zeigst.

Mache es Dir zur Angewohnheit, regelmäßig Artikel zu schreiben. Das muss nicht jede Woche sein, wäre aber gut. Als Minimum solltest Du es Dir zur Aufgabe setzen, einen Artikel pro Monat zu schreiben. Sinnvoll ist es, die Beiträge gegenlesen zu lassen um „grobe Schnitzer“ herauszufiltern und die Verständlichkeit Deiner Texte sicherzustellen und stetig zu verbessern.

Zeige Dich

„Mache ich doch schon, ich habe ja den Blog“. Diese Denke ist prinzipiell richtig. Es gibt aber auch Zielgruppen, die eher in Printmedien, z.B. Anzeigen oder Artikeln in Zeitschriften, nach Lösungen suchen. Achte hierbei auf das passende Printmedium. Das kann eine Tages- oder Wochenzeitung sein die regional erscheint. Vielleicht ist es auch eine bestimmte Branchenzeitung, die von Dir einen Fachartikel entgegennimmt. Im Aufbau von Expertise hat sich auch gezeigt, dass das Vertrauen in die Person des Coaches eine sehr große Rolle spielt. Vielleicht liegt es Dir, zu Deinem Thema einen Ausschnitt in einem kostenlosen Vortrag vorzustellen und im Nachgang noch einen Artikel zu platzieren oder in einem Blog-Artikel darüber zu berichten.

Schreibe Artikel für andere

Zurück zum Internet: Gibt es Blogs, die über Dein Thema oder ein ähnliches berichten? Frage nach, ob es Bedarf gibt an Gastartikeln. Auch hier erzeugst Du Aufmerksamkeit. Nicht, in dem Du „plump“ für Dein Angebot wirbst, sondern dadurch, dass Du kompetent über Dein Thema schreibst und dem Leser eine Lösung für sein Problem anbietest.
Weiter oben erwähnte ich bereits sinngemäß: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Solltest Du Neuling im Bereich Coach-Marketing sein gebe ich Dir noch einen brandheißen Tipp auf den Weg: Fange an!
Im dritten und letzten Teil werde ich Dir berichten, wie Du in Deinem Bereich in die „Königsklasse“ aufsteigst.
Sei gespannt! :-)

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