Peter Reitz

Peter Reitz

Peter Reitz arbeitet seit fast zwanzig Jahren freiberuflich / selbstständig. Nach beruflicher Tätigkeit in der IT-Branche und einer künstlerischen Ausbildung, arbeitet er seit über zehn Jahren im Bereich Lehre, Kompetenzentwicklung & Coaching. Er ist systemisch ausgebildet und betreibt ein Weiterbildungsinstitut für Beratung & Therapie. Sein Motto: „Menschen in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen zu begleiten ist immer spannend.

Zu Social-Media Kanälen wie Facebook, XING, Twitter & Co. scheiden sich die Geister. Während die einen es für unverzichtbar halten, auf möglichst vielen präsent oder gar ständig online zu sein, scheuen andere den Kontakt damit wie der Teufel das Weihwasser. In dem heutigen Artikel zeige ich Dir, wie Du Bekanntheit aufbaust und welche 3 Dinge Du dafür brauchst.

1. Setze Prioritäten

Zur Stunde gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich in sogenannten sozialen Netzwerken zu bewegen. Und es gibt eine Tendenz, dass ständig neue hinzukommen. Damit wächst auch für viele der Druck, präsent zu sein - schließlich möchte man ja nichts verpassen. Die Auswahl wird auch nicht kleiner. Doch welches macht wirklich Sinn?

Zu allererst: Entscheide Dich für eine mögliche Form des Netzwerkens. Als Faustregel kann gelten: Bist Du eher businessorientiert, ist XING die erste Wahl. Dieses ist vom Charakter her eher auf Businesskontakte ausgelegt. Das kannst Du schon alleine daran sehen, dass Menschen dort Ihre beruflichen Lebensläufe und Werdegänge aufzeigen.
Facebook ist ganz anders gestrickt: Hier geht es eher darum, persönliches zu zeigen und durch manchmal ausgefallene Ideen, Videos oder Content Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ich persönlich halte es für schwierig, auf beiden Kanälen gleichermaßen präsent zu sein. Zu allererst entscheide Dich also für eine Variante. Eine Hilfe zur Entscheidung ist Deine Zielgruppe. Frage Dich also: Ist Dein Angebot eher businessorientiert? So wärst Du im Businessmetier eindeutig besser bei XING aufgehoben, während Du bei Facebook vor allem private Leute ansprichst. Dazu beigetragen hat sicherlich auch eine „Du-Kultur“, die bereits bei der Ansprache z. B. in posts vertraulich wirkt bzw. wirken kann.

2. Erzeuge spannende Inhalte

Vielleicht fragst Du Dich jetzt: Was sind denn eigentlich interessante Inhalte? Die Antwort ist ganz einfach: Dinge die andere interessieren! ;-) Und da wären wir auch schon wieder bei der Unterscheidung zwischen Business und eher Privat, sprich: XING und Facebook. Bereits durch die Ausrichtung der beiden Netzwerke gibt es ein deutliches Unterscheidungskriterium und auch die Antwort auf die Frage nach spannenden Inhalten: Spannend ist, was andere für spannend halten! Die Betonung liegt also auf „andere“. In XING sind es eher die Problemlösungen für ganz bestimmte Sachverhalte. Vielleicht hast Du eine ganz bestimmte Botschaft, die eine Aufgabe, leichter, einfacher oder schlichtweg preisgünstiger erledigen lässt? Wichtig ist hier, die Lösung für ein bestimmtes Problem zu kommunizieren oder anderen dabei zu helfen (vielleicht unentgeltlich?), ein Problem zu lösen.
Anders bei facebook: Hier wird das „Banale“ zur Maxime. Im Grunde ist facebook eine Ansammlung von Belanglosigkeiten, wenn man einmal von den Gruppen absieht. Wer hier Aufmerksamkeit erzeugen will, muss entweder außergewöhnliche Bilder zeigen (solche, die emotional betroffen machen -auch solche die abstoßend sein können), oder solche, die einfach Klamauk sind. Du siehst, das was spannend ist liegt zu einem großen Teil im Auge des Betrachters.

Spannende Inhalte kannst Du übrigens auch dadurch erzeugen, indem Du Beiträge anderer teilst. Das ermuntert wiederum auch diese, mal einen Beitrag von dir in ihr Netzwerk zu teilen. Auch dadurch erzeugst Du Reichweite und somit Aufmerksamkeit.

3. Sei beharrlich

Aufmerksamkeit in sozialen Medien erzeugst Du nicht dadurch, dass Du einmal ein posting machst. Ganz im Gegenteil: Durch kontinuierliche Inhalte machst Du Dich bekannter. Wichtig ist: Deine Inhalte sollten unbedingt zu Deinem Thema passen! Es würde also wenig Sinn machen, wenn Du als Paarcoach Inhalte erstellst oder teilst, bei denen es um Kochrezepte oder Kinderspielzeug geht. Sinnvoller wäre es, Beiträge aus Deinem Blog zu verlinken oder interessante Beiträge (auch aus anderen Blogs), die thematisch passend sind zu posten. So baust Du Dir ganz nebenbei für Dein Thema auch einen Expertenstatus auf. Und wann soll ich das alles machen?

Das ist eine gute Frage! Wie alles andere braucht die Präsenz auf sozialen Medien einfach Zeit und Einsatz. Wenn Du clever bist, sind die Aktivitäten in den sozialen Medien ein Bestandteil Deines Marketing-Mixes. Hast Du bereits einen Marketing-Plan? Super! Falls nicht: Komme am 22.11. in unser Webinar: Jetzt rühre ich die Werbetrommel. Übrigens findest Du in unserem Buch „Jetzt werde ich Coach!“ jede Menge Tipps, wie Du das Marketing findest, das zu Deinem Produkt passt. Du weißt noch nicht, welches Produkt Du eigentlich anbietest? Kein Problem! Auch dazu bietet das Buch eine Fülle von Anregungen und Arbeitsvorlagen.

Du willst keinen Artikel mehr verpassen?
Dein Vorname*:
Dein Nachname*:
Deine E-Mail Adresse*:

Eines der schwierigsten, aber auch eines der aufregendsten Schritte auf dem Weg zu Deiner Coach-Profession ist die Suche nach einer Marktnische. Wenn Du nicht eine „Wald-und-Wiesen“ Dienstleistung anbieten willst die leicht austauschbar ist, kommst Du um eine genaue Formulierung Deines Angebotes nicht herum. In dieser Artikelserie zeige ich Dir, was Du bei der Suche nach Deiner optimalen Zielgruppe beachten solltest und welche Schritte du gehen solltest, um darin ein Experte zu werden.

Standortanalyse


Ein Beispiel aus der Praxis:

Corinna M. arbeitet als Verwaltungsangestellte in einem kleinen Betrieb und möchte gerne als Elterncoach arbeiten. Sie sieht täglich die geplagten Eltern mit ihren Problemen in ihrem Büro und möchte ihnen unterstützend zur Seite stehen. Besonders das Thema Kindererziehung liegt ihr am Herzen, dort gibt es besonders viel zu verbessern. Sie selbst hat aber keine Kinder. Das Beispiel mag etwas „platt“ wirken, ich habe es aber selbst so erlebt. Hier wird recht schnell klar, dass die Glaubwürdigkeit von Corinna problematisch sein könnte, als Elterncoach im Bereich „Eltern“ keine Feldkompetenz zu haben. Hier wäre es ratsam, sich einen Bereich zu suchen in dem auch entsprechende Erfahrung besteht.

Überlege Dir zunächst einmal, in welchem Bereich Du bereits eine Expertise hast, z. B. durch Deinen gerade ausgeübten Beruf oder eine Tätigkeit, die Du längere Zeit ausgeübt hast oder noch ausübst. Das kann auch ein Ehrenamt sein. Damit Dein Angebot glaubwürdig ist, solltest Du nämlich in Deinem Thema auch Feldkompetenz mitbringen.

Vielleicht bist Du Übungsleiter im Sport oder hilfst jungen Menschen, einen Beruf zu finden. Wenn Du möchtest, mache Deine Überlegungen gleich schriftlich. Falls Du eine Gedankenstütze brauchst, schaue einfach mal in Deinen letzten Lebenslauf. Gerne kannst Du den Artikel ausdrucken und gleich hier unten reinschreiben.

Ausgeübte Tätigkeit(en) von - bis

_____________________________________________________________

____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

Welche Ehrenämter habe ich bisher ausgeübt?

____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

Jetzt überlege Dir, welche dieser Bereiche Dir besonders am Herzen liegt. Schreibe Dir diese hier unten noch einmal gesondert auf:

Besonders am Herzen liegt mir:

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

 

Nutze Deine Expertise und Feldkompetenz

Nun haben wir das „eingesammelt“, mit dem Du Dich besonders gut auskennst und was Dir am Herzen liegt. Nehmen wir einmal an, Du bist Vereinsvorsitzender in einem großen Sportverein und diese Tätigkeit macht Dir besonders viel Spaß. Du liebst es, Dinge auf die Beine zu stellen und zu organisieren. Trotzdem kannst Du gut delegieren und vor allem Menschen begeistern und mitnehmen. Durch Deine 10-jährige Erfahrung bist Du auch durch Höhen und Tiefen gegangen. Vielleicht denkst Du jetzt: „Und nun, was hat das mit einer Coaching-Tätigkeit zu tun?“ Als Kenner der Branche überlegst Du, welche Probleme heutzutage Vereine haben und überlegst Dir, wie Du daraus ein Angebot im Bereich Coaching machen könntest und wer das braucht.





Die drängendsten Bereiche sind Mitgliederwerbung und Konflikte. Das weißt Du auch aus Deiner über 10-jährigen Erfahrung. Aus diesem Grund entschließt Du Dich, ein Coaching für Vereinsvorstände anzubieten, um diese bei Konflikten und der Selbst- und Vereinsführung zu unterstützen. Parallel dazu hast Du auch eine Recherche über die gängigen Suchmaschinen gemacht und geschaut, ob es ein ähnliches Angebot schon gibt. Da Du im Umkreis von 100 km kein vergleichbares Angebot findest machst Du Dich an die Konkretisierung Deines Angebotes und einen Plan, wie Du Deine Akquise gestalten willst. Dein Honorar legst Du auf 150 Euro pro Stunde plus Mwst. fest.

Anhand dieses Beispiels wollte ich Dir zeigen, dass es gar nicht so schwer ist Deine Marktnische zu finden. Sinnvoll ist es, Deine bereits vorhandene Feldkompetenz zu nutzen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit für Dein Angebot und hilft Dir, sich schneller in einem Bereich zu etablieren. Im nächsten Teil zeige ich Dir, wie Du in Deiner Marktnische zum Experten wirst.

Möchtest Du noch etwas weiter in dieses Thema einsteigen?

Dann komm in unser Webinar zum Thema: Jetzt finde ich meinen Idealklienten!
Es findet am 7. Juni um 19 Uhr statt und ist natürlich kostenfrei.
Hier meldest Du Dich an.

Du willst keinen Artikel mehr verpassen?
Dein Vorname*:
Dein Nachname*:
Deine E-Mail Adresse*:

Keine Frage: Coaching boomt und viele fühlen sich offenbar als Coach und Berater berufen. Schließlich sind wir in einer Beratungsgesellschaft angekommen. Das kannst Du auch sehr gut daran sehen, wenn Du Dir die Regale über Ratgeberbücher in der Buchhandlung Deines Vertrauens mal anschaust. Es ist auch kein Geheimnis, dass die Schere zwischen Coaches die richtig gut im Geschäft sind und denen, die am Existenzminimum „krautern“ sehr groß ist.

Falls Du Dein Business als Coach startest, dann sind diese Zeilen für Dich genau richtig. In diesem Artikel beleuchte ich, wie Du die schlimmsten Fehler von vorneherein erkennen kannst und diese im besten Fall vermeidest. Man muss ja nicht jeden Fehler selbst machen, oder?

Fehler 1:

Blinder Aktionismus - Ich gründe mal drauflos. Schließlich bin ich jetzt Coach und fange mal an. Mal schauen, wer da so in meine Praxis kommt.

Leider ist es oft so, dass viele angehende Coaches eine völlig unklare Vorstellung haben von ihrer Zielgruppe (also dem Kunden, der ihre Dienstleistung braucht), und wie sich diese Zielgruppe erreichen lässt. Dementsprechend ist die Verwunderung groß, wenn sich schlichtweg niemand oder nur wenige für das Angebot interessieren, da es entweder nicht glaubwürdig ist, von den falschen Personen wahrgenommen wird oder es ein Überangebot gibt. Stichwort Positionierung: Auch wenn das Wort „Positionierung“ abgedroschen erscheint macht es ganz viel Sinn, Dein Angebot (vorher) zu überprüfen und Dir auch von anderen Feedback geben zu lassen und zwar (nur) von solchen, die dir konstruktives Feedback geben. Miesmacher, Verderber und Neider halte auf jeden Fall von dir fern. Lass dir also Rückmeldung geben, wie Dein Angebot wahrgenommen wird, ob es glaubwürdig ist und auch, ob es zu Dir passt!


Fehler 2:

Mangelhafte (Finanz-) Planung.

Natürlich habe ich mir erst einmal eine schöne Praxis angemietet. Meine Räume sollten schon auch repräsentativ sein und meine Klienten sich bei mir einfach wohlfühlen. Das lasse ich mir selbstverständlich auch etwas kosten.Das klingt nach Romantik ala Rosamunde Pilcher und taugt bestenfalls für einen Groschenroman. Tatsächlich solltest Du als Coach Unternehmer sein (falls noch nicht, schnellstens werden). Dazu gehört auch, dass Du Deine Finanzen im Griff hast und auch genau prüfst, was ist wirklich für die Ausübung Deiner Tätigkeit unbedingt notwendig. Was sind vielleicht Kostenposten, die Du gerade am Anfang tunlichst vermeiden solltest? Sei hier besonders kritisch! Auch die Erstellung eines Businessplans vor der Gründung macht Sinn. Selbst dann, wenn Du ihn für Deine Gründung nicht brauchst. Auf diesem hast du nämlich noch einmal schwarz auf weiß Dein Konzept, Deine Liquiditätsplanung inkl. Budgets und was sonst noch wichtig ist. Kostenfreie Businesspläne bekommst Du übrigens hier.

Er hilft Dir oder zwingt Dich gar dazu, Dich wirklich ernsthaft mit Deiner Geschäftsidee auseinanderzusetzen und alles festzuhalten. Damit fällt es Dir auf jeden Fall leichter, Dein Unternehmen zu steuern und „Gegenmaßnahmen“ zu ergreifen, falls etwas nicht so laufen sollte wie erwartet. Denn: Machen sich Existenzängste breit und Du hast Geldsorgen, kann es recht schnell vorbei sein mit der Euphorie der Selbstständigkeit und den Traum vom eigenen „Chef. Vielleicht kennst Du auch den landläufigen Spruch: „Das Geld, kann man nur einmal ausgeben“.

Fehler 3:

Ich bin jetzt mein eigener Chef und kann mir meine Arbeit einteilen.Das ist prinzipiell richtig. Sehr schnell wirst Du aber sehen, dass sich Deine Arbeit eben nicht von alleine macht. Du wärst nicht der erste (und vermutlich auch nicht der letzte Coach), der recht ratlos vor dem weißen Papier oder dem PC sitzt und senden/empfangen drückt - möge doch endlich eine Kundenanfrage hereinkommen oder vielleicht ein Bekannter oder Freund die quälende Leere im Kopf unterbrechen. Ohne eine Struktur und auch (zumindest grobe) Tagesplanung passiert es schnell, etwas vielleicht Wichtiges zu vergessen. Gerade Neueinsteiger sind auch vom „prokrastinieren“ befallen. Du weißt noch nicht was das ist? Gemeint ist, sich durch irgendwelche anderen Tätigkeiten von seinem eigentlichen Tun ablenken zu lassen. Dies kann soweit gehen, dass die eigene wertvolle Arbeitszeit komplett verplempert wird. Hier findet Du noch eine Strukturhilfe, wie Du Deinen Arbeitstag bzw. die Arbeitswoche gut planen kannst.


Fehler 4:

Meine Webseite ist jetzt online, die Vistenkarten und Flyer gedruckt und die Kunden rennen mir jetzt die Bude ein.


Ganz ehrlich: Das würde ich Dir wünschen! Wenn Du Dich mit anderen Coaches unterhältst, die hauptberuflich (oder auch nebenberuflich) arbeiten wirst Du ähnliches hören: Ein Geschäft aufzubauen braucht Zeit, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und auch eine gehörige Portion Entscheidungsfreude. By the way: Hast Du eigentlich schon den Selbstcheck „Hast Du das Zeug zum Coach gemacht“? Hier erfährst Du, welche Eigenschaften Du als Coach und Unternehmer bereits mitbringen solltest. Zusätzlich kommt auch der Punkt 2 nochmal ins Spiel: Solltest Du hauptberuflich gründen, brauchst du eine solide Finanzplanung die Dir sagt, wieviel Geld Du im Monat brauchst und woher Du dieses bekommst. Im besten Falle hast Du also Rücklagen gebildet. Gründest Du nebenberuflich, sollte Deine berufliche Tätigkeit soviel einbringen, dass die Fixkosten gedeckt sind.


Fehler 5:???

Welcher Fehler führt aus Deiner Sicht noch zum Misserfolg?

Was denkst Du, vielleicht aus Deiner eigenen Erfahrung: Welcher Fehler führt aus Deiner Sicht garantiert noch zum Misserfolg?
Schreibe mir in den Kommentar oder per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! dann kann ich diesen Punkt noch ergänzen.

Zu guter Letzt: Hast Du Dich in dem einen oder anderen Punkt selbst erkannt? Ich freue mich über Deinen Kommentar.

Du willst keinen Artikel mehr verpassen?
Dein Vorname*:
Dein Nachname*:
Deine E-Mail Adresse*:
Freitag, 15 April 2016 07:56

Top-Performance als Coach!

5 Tipps, wie Du als Newbie im Coach-Business Deinen Tag so strukturierst, dass es sich abends gut anfühlt.

Gerade Neueinsteiger im Coaching- oder Trainerbusiness haben manchmal romantische Vorstellungen vom Leben eines Freiberuflers. Als solche arbeiten nämlich die allermeisten selbstständigen Coaches. Gerade dann, wenn Du vorher angestellt in einem Unternehmen warst und einen festen Arbeitsplatz hattest, ändert sich so einiges mit der Selbstständigkeit. In diesem Artikel gebe ich Dir 5 Tipps an die Hand die Dir helfen, Dich selbst besser kennenzulernen und Deinen Arbeitstag so zu strukturieren, dass Du nicht in die altbekannte „Prokrastinationsfalle“ tappst.

„Keinen Chef mehr zu haben, der einen mit irgendwelchen Arbeitsaufträgen nervt. Die lästigen Kollegen, die einen öfter mal von der Arbeit abhalten. Sein eigener Herr sein und die eigene Zeit selbstständig einteilen: Kurzum die grenzenlose Freiheit!“ Was ich hier schreibe, ist sicherlich zu einem Teil so auch richtig. Allerdings gibt es noch eine Kehrseite der Medaille und zwar: „Wie strukturiere ich jetzt als freelancer meinen Tag so, dass ich auch performant arbeiten kann und abends das gute Gefühl habe, wirklich auch etwas geschafft zu haben?“

Tipp 1: Selbsterkenntnis

Vielleicht hast Du als Angestellter bereits die Erfahrung gemacht, dass Du nicht den ganzen Tag gleich leistungsfähig bist. Damit meine ich gar nicht mal das gute alte „Suppenkoma“ nach dem Mittagessen. Auch an anderen Zeiten des Tages sind wir unterschiedlich leistungsfähig. Vielleicht bist Du ein Morgenmensch und hast morgens eine Zeit, in der Du Dich gut konzentrieren kannst. Oder Du bist eher ein Nacht- oder Abendmensch (wie ich) und hast abends ein Hoch. Diesen Artikel hier schreibe ich gerade um 23 Uhr. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich zwischen 23 Uhr und 24 Uhr sehr gut schreiben kann und wirklich kreativ sein kann. Da ich aber gewohnt bin auch in den Abendstunden zu arbeiten, ist das für mich günstig. Tatsächlich habe ich auch schon Artikel vormittags geschrieben. Diese wurden entweder furchtbar umständlich (weil mir die Ideen fehlten..) oder ich habe ewig lang für wenige Zeilen gebraucht.

DO: Beobachte Dich selbst einmal während eines Tages und schreibe Dir abends die Tageszeiten auf, in denen Du sehr leistungsfähig warst und notiere Dir, wann du eher müde oder erschöpft warst. Mach dies an fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Was fällt Dir auf? Gibt es evtl. Gemeinsamkeiten während der fünf Tage?

Tipp 2: Mittelweg zwischen Routine und Spaß

Auch als Coach gibt es Tätigkeiten die Dir Spaß machen (z.B. coachen!) und auch solche, die Dir vielleicht eher weniger liegen aber dennoch gemacht werden müssen. Ich denke da an solche Sachen wie Ablage, Steuererklärung, Konzepte ausarbeiten, Businessplan uvm.

DO: Nimm ein Blatt Papier und ziehe einen senkrechten Strich in der Mitte des Blattes. In die linke Seite trage die Tätigkeiten ein, die Dir Spaß machen. In die rechte Spalte diejenigen, die für Dich eher Routine sind oder vielleicht sogar eher langweilig. 

Tipp 3: Entscheide Dich

„Planung ist was für Anfänger, das Genie beherrscht das Chaos….

Den Spruch kennst Du bestimmt in ähnlicher Form. Wenn Du allerdings das Chaos (noch) nicht beherrschst, solltest Du Dir einen Plan machen, der Dir hilft Dich zu strukturieren.

DO: Lade Dir jetzt den von uns bereitgestellten Muster- Wochenplan herunter. Trage in diesen Deine wöchentlichen Aktivitäten ein unter Berücksichtigung Deiner in Tipp1 festgestellten Hochs und Tiefs. In die Hochzeiten lege die Tätigkeiten, die hochgeistigen Anspruch benötigen. In die Tiefs packe die Sachen, die Du eher routinemäßig erledigen kannst. Finde eben einen Mittelweg zwischen den Dingen die abgearbeitet werden müssen und solchen, die Dir Spaß machen.

Tipp 4: Dienst ist Dienst, Schnaps ist Schnaps

Eine Einstellung, die mir als 16 jährigen Jugendlichen bei der Bahn (habe damals dort eine technische Ausbildung gemacht, lange ist´s her…) mitgegeben wurde und für Dich als freiberuflich arbeitenden Coach immens wichtig ist, wenn der Tag für Dich zufriedenstellend sein soll. Zu leicht lässt man sich ablenken von E-Mails, Telefonaten, SMS, Whats app usw. Diese Dinge sind eine echte Leistungsfalle und wahre Aufmerksamkeitskiller. Ich selbst habe übrigens überhaupt kein Whats app, mein Handy ist während meiner Arbeit stummgeschaltet und mein E-Mail Briefkasten rufe ich nur zu bestimmten Zeiten ab.

DO: Versuche „Ablenkungen“ während Deiner Hochzeiten weitestgehend zu vermeiden. Ich weiß: Die Versuchung ist groß, bei jeder eingehenden neuen Nachricht schnell zu schauen, wer geschrieben hat. Auch das „geöffnete facebook“ im Hintergrund trägt nicht zu wirklicher Arbeitsperformance bei.

Tipp 5: Sei gnädig mit Dir selbst

Einen Wochenplan zu haben kann Dir das gute Gefühl geben, die Sachen „im Griff“ zu haben. Allerdings kann er auch ein starres und unflexibles Korsett sein und Du hast das Gefühl, darin gefangen und damit unflexibel zu sein.

DO: Lasse in Deinem Plan auch Lücken für Unvorhergesehenes wie Telefonanrufe oder Anfragen die du schnell bearbeiten oder beantworten musst. Schaue auch am Ende des Tages, wie Du mit Deiner Planung hingekommen bist. Vielleicht hast Du auch den Aufwand für bestimmte Tätigkeiten falsch eingeschätzt? Lerne aus diesen Dingen und übertrage die gewonnenen Erkenntnisse in den nächsten Wochenplan. Sei auch gnädig mit Dir, wenn nicht alles so geklappt hat wie Du es Dir vorgenommen hast.

In diesem Artikel wollte ich Dir zeigen, wie Du Struktur und Performance in Deine Arbeitswoche reinbringen kannst. Übrigens: Ich selbst arbeite auch mit einem Wochenplan – schon alleine deshalb, um nichts wirklich Wichtiges zu vergessen. In unserem Buch „Jetzt werde ich Coach findest Du zu diesem Thema noch weitere Anregungen. Unter anderem: Welche Tätigkeiten sind eigentlich wichtig als Coach und einen Beispielwochenplan für Personal- und Businesscoaching.

 

Du willst keinen Artikel mehr verpassen?
Dein Vorname*:
Dein Nachname*:
Deine E-Mail Adresse*:
  • Telefon: 04371 - 60 39 002
  • Telefon: 01525-39 49 994