Peter Reitz

Peter Reitz

Peter Reitz arbeitet seit fast zwanzig Jahren freiberuflich / selbstständig. Nach beruflicher Tätigkeit in der IT-Branche und einer künstlerischen Ausbildung, arbeitet er seit über zehn Jahren im Bereich Lehre, Kompetenzentwicklung & Coaching. Er ist systemisch ausgebildet und betreibt ein Weiterbildungsinstitut für Beratung & Therapie. Sein Motto: „Menschen in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen zu begleiten ist immer spannend.

Arbeitest Du auch im Vollerwerb selbstständig als Trainer, Dozent oder Coach, hast Du Dich sicher auch schon einmal mit dem Thema „Altersvorsorge" oder Rentenversicherung beschäftigt. Während Angestellte automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung = DRV) pflichtversichert sind, ist dies für selbstständig Tätige nicht automatisch der Fall. In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du das etwas „heikle Thema" gelassen angehen kannst und für Dich eine gute Entscheidung triffst.

Gesetzliche Grundlage

Das Sozialgesetzbuch §2 S 1 Nr. 1 und Nr. 9 besagt:
Bestimmte Selbstständige sind rentenversicherungspflichtig. Hierzu gehören u. a.:

• selbstständige Lehrer und Erzieher, die in ihrem Betrieb keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, .....
• Selbstständige mit einem Auftraggeber, die im Zusammenhang mit ihrer selbstständigen Tätigkeit keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen."

Dieser Gesetzestext sorgt bei vielen Coaches für Verunsicherung. Gehöre ich zu dem Kreise der hier genannten? Und wenn ja, was bedeutet das für mich konkret? Coaches, Trainer und Dozenten werden nach diesem Passus einer „lehrenden Tätigkeit" zugeordnet. Darunter versteht die DRV das vermitteln von Fertigkeiten und Kenntnissen. Der Lehrbegriff wird also recht weit gefasst.

Coaching im Portfolio

Solltest Du zu den Coaches gehören, die neben ihrer Coachingtätigkeit auch als Trainer oder Berater arbeiten, gibt es eine weitere Regelung. Hier ist der Anteil der „lehrenden" Tätigkeit zu bestimmen. Geprüft werden muss daher, ob die lehrende Tätigkeit (nach Auslegung des Gesetzes) den Schwerpunkt der Arbeit bildet. Ist dies der Fall, liegt nach Maßgabe der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherungspflicht vor.

Dazu noch ein Beispiel:
Mal angenommen, Deine Coachingtätigkeit bestimmt 30% Deiner gesamten Arbeit. Liegt der Gewinn dafür über der sogenannten Geringfügigkeitsgrenze (derzeit 5400 Euro, oder 450 Euro monatlich), musst Du für den erzielten Betrag Beiträge zur Rentenversicherung bezahlen. Bleibst Du allerdings unter der Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro, ist dies nicht der Fall. Auf die erzielten Einnahmen anderer Tätigkeiten (die nicht im o.g. genannten Sinne als „lehrend" eingestuft werden), entfallen keine Beiträge.

Arbeiten bis zum Umfallen?

Die Frage nach der Altersvorsorge wird gerne verdrängt. Schließlich ist man ja fit und gesund, und so arbeitet man eben weiter bis 85 oder wie alt man eben wird. Die Einstellung, bis ins hohe Alter einer Tätigkeit nachzugehen, die man gerne tut halte ich für sehr erstrebenswert. Oder willst Du etwa wie viele Rentner nach dem Frühstück gleich den Fernseher einschalten? Ich bestimmt nicht. Trotzdem macht es Sinn, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Schließlich ist überhaupt nicht klar, ob man tatsächlich so lange arbeiten kann und das in diesem Alter auch noch möchte. Viele Selbstständige fürchten die Rentenversicherungspflicht und auch auf einmal einen nicht unerheblichen Teil ihres Gewinns der RV-Pflicht zu unterwerfen. Das ist sicherlich nicht unbegründet, beträgt doch der derzeit gültige Satz (Stand 2016) 18,7 Prozent. Bei einem Einkommen von 3000 Euro wären dies schon über 560 Euro, die Du Monat für Monat an die Rentenversicherung abführen müsstest. Während bei Angestellten der Beitrag je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen wird, müsstest Du diesen komplett selbst aufbringen. Der Gesetzgeber hat aber bei der maximalen Beitragshöhe einen Riegel vorgeschoben: So ist derzeit die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze bei 6200 Euro, was bei dem genannten Prozentwert einen maximalen Rentenbeitrag von knapp 1200 Euro ergibt (Quelle: www.deutsche-rentenversicherung.de). Über einem Verdienst von 6200 Euro steigt also der Rentenbeitrag nicht mehr.

Wo Schatten ist, ist auch Licht

Bei genauerer Überlegung kann eine Rentenversicherung in der Gesetzlichen aber durchaus Sinn machen. So bekommst Du beim Eintritt in das Rentenalter tatsächlich eine Rente. Und nicht nur das: Auch eine Rehabilitation bei (drohender) Arbeitsunfähigkeit übernimmt die Rentenversicherung. Nicht zuletzt hilft sie bei Erwerbsunfähigkeit. Solltest Du vorzeitig ableben, haben auch die Hinterbliebenen etwas davon, egal ob dies nun die Ehefrau oder Kinder sind, falls diese noch nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Und ganz wichtig: All das ohne Aufpreis oder Zusatzbeiträge. Vielleicht hast Du das Thema bereits für Dich ordentlich durchgekaut und hast Dich bei einer privaten Rentenversicherung versichert. Dafür gibt es bestimmt auch gute Gründe. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass die Privaten immer mit entsprechendem Wirtschaftswachstum rechnen und diese Faktoren in ihrer Kalkulation berücksichtigen. Sollte allerdings die Wirtschaft bzw. die „Geldkreisläufe" straucheln, kommt dieses System auch recht schnell ins „trudeln". Bei den „Privaten" werden unter Umständen auch bestimmte Risikoaufschläge fällig, welche die Rendite schmälern oder die Beiträge schlichtweg verteuern.

„Befreiung" von der Rentenversicherungspflicht

Hier siehst Du einige Möglichkeiten, die Rentenversicherungspflicht zu „umgehen" um somit keine Pflichtbeiträge einzahlen zu müssen:

Beratende Tätigkeit: Bist Du Consultant, Unternehmensberater, Lebensberater oder ähnliches? Die gesetzliche Rentenversicherungspflicht versteht unter Beratung die Unterbreitung konkret ausgearbeiteter und aufbereiteter Lösungsvorschläge bzw. Entscheidungsvorschläge.
• Lehrende Tätigkeit unterhalb der sogenannten Geringfügigkeitsgrenze im Haupt- oder Nebenerwerb
Nicht lehrende Tätigkeiten im Sinne des Gesetztes wie Vortragsredner, Autorentätigkeit, Diagnostik, u.a.
• Die Anstellung eines sozialversicherungspflichtigen Angestellen (muss über 450 Euro verdienen) oder mehreren Minijobbern, die gemeinsam die Einkommensgrenze von 450 Euro überschreiten.
• Nebenberufliche Tätigkeit von maximal 50 Tage pro Jahr, z.B. bei einem Rechtsanwalt, der nebenbei Kurse gibt oder als Coach tätig ist.

In diesem Artikel wollte ich Dir aufzeigen, dass das Thema Rente für Coaches ein ganz wichtiges ist und die gesetzliche Versicherungspflicht viele Vorteile aber auch Steuerungsmöglichkeiten hat. Vergessen hatte ich noch, dass die Rentenbeiträge zu einem großen Teil steuerlich abzugsfähig sind, also Deine Steuerlast mindern. Der Artikel kann aber freilich nicht alle Details bis ins Kleinste abbilden, noch eine Gewähr für die hier dargestellten Informationen übernehmen. Sinnvoll ist, einen sogenannten Rentenberater aufzusuchen oder den Steuerberater zu kontaktieren, falls dieser mit dem Thema kundig ist (sollte er!).

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Kennst Du sie - die Online Marketing und social-media Berater, die das „Blaue vom Himmel" versprechen? „Ich zeige Dir, wie Du Deine facebook-Kontakte in Kunden verwandelst! - Baue Dir Dein Traumbusiness auf. Du bist nur einen Klick davon ent-fernt!" Kennst Du diese Phrasen auch? Sie schießen förmlich wie Pilze aus dem Bo-den, die sogenannten social-media Berater und „Experten". Die Namen mögen vielfältig sein. Auffallend ist, dass sich viele dieser Berater in jüngster Zeit die Zielgruppe der selbstständigen Coaches oder Berater ausgesucht haben. Das erweckt in mir den Eindruck, dass diese es offensichtlich sehr nötig haben, einiges über Marketing und social-media Strategien zu lernen. Oftmals ist es ja auch so, dass jemand fachlich wirklich top ist, in der Darstellung seiner Dienstleistung nach Außen aber eher ein Flop.

Schau her, ich zeige was ich habe

Mit sexy Ausstrahlung und Sonnenbrille, entspanntem „feel" unter der Sonne am Strand, in der Nobelkarosse sitzend oder vielleicht ihren letzten Jahresumsatz vor sich hertragend, wollen sie Dir vor allem eines zeigen: „Sieh her, das habe ich gemacht. Und : Das kannst Du auch!" Kaufe jetzt den Kurs xyz und lerne, wie Du...dann kann Dich und Dein neues Business (in dem Du auch sexy wirst und Sonnenbrille aufhast, am Strand sitzt, usw.) nichts mehr trennen. Zumindest ist das die Botschaft die bei mir ankommt.

Who´s who?

Ich bin jemand, der sich auch immer für die Person interessiert, die hinter einer Dienstleistung und einem Angebot steht. Hier ist oft Fehlanzeige angesagt und Sätze wie „Unternehmerin aus Leidenschaft" oder „Social-Media Marketing ist meine Passion" sind manches Mal die dürftigen Informationen, aus denen ich mir zusammenreimen muss, wer denn nun hinter der Dienstleistung steht. Oft suche ich dann nach der Erfahrung (z.b. als Coach, Berater Trainer), aus der sich nun eben Expertise aufbaut, meist vergeblich.

Bist Du Coach, Trainer oder Berater?

Jawoll, bin ich! Und spätestens jetzt hellwach, wenn es darum geht, dass andere Marketingstrategien für Coaches vorstellen. Insbesondere dann, wenn sich diese Bezeichnungen geben wie „Experten". Vielleicht weißt Du, dass ich auch gerne dazulerne und mich selbst auch als „lernende Organisation" begreife. So freue ich mich immer, etwas Neues dazuzulernen. Bei genauerem Hinschauen auf die oben genannten Angebote ist mir allerdings etwas doch recht merkwürdiges passiert.

Die Gretchenfrage

Ich stelle dann nämlich gerne die Frage nach den Referenzen im beworbenen Bereich der Coaches und Trainer. Also, wie viele Kunden hat jemand tatsächlich durch die beworbenen Aktivitäten gewonnen. Dann wird es entweder lustig oder ganz arg traurig. Hier habe ich schon Antworten zu hören bekommen wie: „Diese Frage ist aber ganz schön plump" oder „Man weiß ja schließlich, dass Online-Marketing funktioniert". Als ich diese Aussage einmal in Frage gestellt habe (da kommt dann doch der Coach in mir durch), bin ich sogar aus einer facebook-Gruppe ausgeschlossen worden. Spannend, nicht? Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass z.B. Online-Marketing funktioniert und sich zum Beispiel gute Selbstlernkurse verkaufen lassen - diese auch wirklich einen Mehrwert bieten, wenn sie gut gemacht sind und der Anbieter vor allem eines hat: Feldkompetenz und Erfahrung im Metier für das er angibt Experte zu sein! Das gute an dieser „Produktform" des Online-Kurses ist, dass sie von überall auf der Welt (Internetzugang vorausgesetzt) konsumiert und auch umgesetzt werden kann. Falls du selbst Berater, Coach oder Trainer bist, „klingelt" es vielleicht auch gerade bei Dir: Die angesprochene Dienstleistung des Coaches etc. wird in aller Regel in einem face to face Setting erbracht (Ausnahmen mögen hier die Regel bestätigen), so zum Beispiel in Unternehmen, Organisationen oder in einer Praxis. So halte ich das reine Online(Kurs)-Medium für einen Coach, Berater oder Trainer für ungeeignet. Dies zu verstehen ist aber tatsächlich nur möglich, wenn Du entsprechende Feldkompetenz in diesem Bereich hast. Insbesondere dann, wenn Du Deine Dienstleistung regional anbietest (z. B. als Personalcoach), musst du unbedingt noch andere Register „ziehen" um in Erscheinung zu treten. Ich frage mich allen Ernstes: Wie glaubwürdig sind solche Angebote von Menschen, die von der Arbeitsweise (so ganz unterschiedlicher Berater oder Coach-Dienstleistungen) keine Ahnung haben, aber sagen (oder den Eindruck erwecken wollen), sie hätten welche, in dem sie explizit die Berufsgruppe der Coaches und Trainer, etc. ansprechen? Aus meiner Sicht werden hier sicherlich funktionierende Regeln des „digital-business" auf eine Berufsgruppe übertragen, deren Dienstleistung in aller Regel nicht digital erbracht wird.

Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins...

Nun gibt es aber wirklich Berater, die echt was drauf haben und ihr Handwerk verstehen. Ich finde es im Übrigen auch gar nicht schlimm, wenn jemand Berufsanfänger in seinem Bereich ist und das auf Nachfrage auch so sagt. Hier ist manchmal das Engagement für einen Kunden wirklich etwas zu bewegen und sich "ins Zeug zu legen" sehr hoch. Oder eben kundtut, dass es einfach noch keine Referenzen gibt. Das halte ich für zehnmal glaubwürdiger als solche „Verallgemeinerungen" oder „Ausweichmanöver", wie oben beschrieben. Aus meiner Erfahrung möchte ich Dir noch zwei Tipps an die Hand geben, wie Du Beraterprofis erkennen kannst die tatsächlich ihr Geld Wert sind:

Tipp 1:

  • Erfrage immer die Expertise: Was genau qualifiziert eine Person, „Experte" in einem Bereich zu sein, z. B. im Marketing von Coaches und Trainern? Nicht jeder der „Olympiasieger" trainiert, muss selbst mal ein Olympiasieger gewesen sein. Dennoch sollte Erfahrung in diesem Bereich vorhanden sein, am allerbesten eigene ;-)

Tipp 2:

  • Frage nach konkreten Referenzen im „beworbenen" Bereich. Mit konkret meine ich nicht „Hurra, der Kurs war toll" oder „Oh ja, ich habe 1000 neue likes auf mein Profil" bekommen. Hinter konkreten Kundenreferenzen stehen Menschen die auch „handfestes" liefern, die also tatsächlich ihr Business „messbar" verbessert haben. Zum Beispiel durch ein höheres Honorar oder bessere (quantitativ- qualitativ) Abschlüsse. Wenn Du schon eine Weile selbstständig arbeitest weißt du längst, dass diese Beurteilung für den Unternehmer mindestens einige Monate braucht, um diese „Effekte" überhaupt kausal einigermaßen auf die Beratung zurückzuführen. Hier empfinde ich es als hilfreich, wenn solche Referenzen genannt werden können und es auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme gibt. Wenn es keine Referenzen gibt, sollte man dies aber auch genauso sagen und dazu stehen. Sollte hier „rumgeeiert" werden wäre das für mich schon ein KO-Kriterium.

Ich brauche Deine Hilfe

Nun kann ich nur auf meine eigene, bescheidene Erfahrung von nunmehr 10 Jahren als hauptberuflicher Coach und Trainer zurückblicken. Viel spannender finde ich aber, wie andere, die auch hauptberuflich in diesem Bereich arbeiten ihr Business begründet und sich etabliert haben. Findest Du das auch spannend? In unserem Buch „Jetzt werde ich Coach" haben wir drei hauptberuflich arbeitende Coaches aus ganz Deutschland nach deren Werdegang befragt. Eine wahre Inspirationsquelle!

Noch etwas ist mir wichtig: In diesem Artikel habe ich Dir meine Wahrnehmung und Beobachtung, aber auch meine ganz subjektive Erfahrung geschildert. Wenn Du andere Erfahrungen gemacht oder noch mehr Tipps auf Lager hast, wie man einen guten Berater erkennt freue ich mich über Deinen Kommentar! Vielleicht habe ich auch einen fundamentalen Denkfehler? Danke, dass Du mir hilfst zu lernen!

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Während ich frühmorgens diesen Artikel schreibe, sitze ich im ICE Richtung Erfurt. Vor mir mein „Uralt-Laptop", wir sind zusammen eine „treue Seele", auch wenn er schon fast 10 Jahre alt ist und wirklich lahm, kann ich mich doch nicht von meinem „Lappi" trennen. Ich treffe mich mit Christiane in Weimar und zusammen werden wir an neuen Projekten arbeiten die Dich als angehenden Coach unterstützen, Deine Karriere zu starten. Oder falls Du schon die ersten Schritte als Coach gemacht hast, Dir helfen besser zu werden und nicht nur das: einen echten Sprung zu tun. Ich mag solche ungestörten Reisen im Zug sehr. Ich kann frei meinen Gedanken nachhängen und das „Nichtstun" ist für mich so gesehen ungemein produktiv. Es hilft mir, meine Gedanken zu ordnen und auch Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. So gesehen werde ich dadurch immer sehr geerdet. Spannend in diesem Zusammenhang ist gerade die Erkenntnis, dass es bei der Bahn noch immer kein freies W-LAN zu geben scheint. Aber das ist vielleicht auch gerade im Moment gut so. Zusammen mit dieser Zugfahrt will ich Dir von einem etwas sentimentalen Ereignis berichten, dass ich vor einigen Tagen hatte und das gerade sehr gut in meine Stimmung passt. Und ich will Dir erzählen, wie das Buch von Bodo Schäfer meine Arbeit als Coach sehr stark beeinflusst hat.

Mal wieder aufräumen...

Vor einigen Tagen habe ich eine alte Bücherkiste aufgeräumt. Von Zeit zu Zeit sortiere ich alte Bücher aus, um sie zu verschenken oder in die örtliche Bibliothek zu geben. Unter anderem hatte ich auch Bodo Schäfers Bestseller „In sieben Jahren die erste Million" in der Hand. Ich erinnere mich noch gut, als das Buch um 2000 herauskam. Wie viele andere besorgte ich mir das Buch und las es voller Neugier. Ich erinnere mich nicht mehr an die Einzelheiten des Buches. Es ging viel um Geldbewusstsein, Selbstwert, aber auch um konkrete Anlagestrategien und Finanztipps. Drei Dinge aus dem Buch habe ich aber noch so „brennend heiß" vor Augen, als wäre es gestern gewesen.

1. Wenn Du etwas erreichen willst, musst Du investieren

„Aha, das weiß doch jeder", wirst Du jetzt vielleicht sagen. Während Bodos Buch eher darauf abzielte, zu sparen und dieses Geld z. B. in Fonds anzulegen (zu investieren), bezog ich dies eher auf die Weiterentwicklung meiner Person bzw. Persönlichkeit. Es führte mir sehr stark vor Augen, dass durch Nichtstun sich auch nichts tut... . Ich habe mich damals nach Veränderung in meinem Leben gesehnt und war auf der Suche. Das hing zum großen Teil damit zusammen, dass mein damaliger Job in der IT-Branche mir zum Hals raushing, ich meine Kollegen wie ferngesteuerte Zombies empfand und ich mich in einer Art „emotionalen Diaspora" befand, zwischen Schwermut und Hoffnungslosigkeit. Durch das Buch wurde mir klar, dass wenn ich eine Veränderung in meinem Leben wollte, ich etwas tun kann und musste.

2. Suche Dir positive Unterstützer

Das umzusetzen ist mir nicht leicht gefallen, zumal ich Menschen die ich gerne mag auch von meinen Ideen und Gedanken erzählt habe, auch wenn sie nicht so positiv darauf reagiert haben. Dazu muss ich sagen, dass ich während der Jahrtausendwende mein Angestelltendasein „abgegeben" habe und die Selbstständigkeit gegangen bin. Dabei habe ich festgestellt, dass nicht alle die Freude meines Aufbruchs teilen. Ich habe besonders zu Beginn eine ganze Bandbreite erlebt von „abfälligen Bemerkungen", madig machen bis hin dazu, dass man versucht hat die eigenen Ängste auf mich zu übertragen. Ein Umstand, der mich seinerzeit schon auch belastet hat, da mein Entschluss zwar fest stand, ich aber auch Momente des Zweifelns hatte. Ich hatte damals aber auch großes Glück Menschen um mich zu haben, die mich haben „machen lassen", die mir vertraut haben (zumindest habe ich das so wahrgenommen). Das waren oft gar nicht die großen Worte die da gesprochen wurden sondern eher eine Art „subtiler Unterstützung". Wahrscheinlich unbewusst habe ich mich an die Menschen gehalten, die mir und meiner neuen Selbstständigkeit wohlgesonnen waren, sonst hätte ich bestimmt bald wieder „aufgesteckt". Noch heute suche ich mir positive Unterstützer und schaue immer nach Menschen, die dem Leben positiv gegenüberstehen, mir aber auch (konstruktive) Kritik geben.

3. Konstant lernen und wachsen

Zweifellos der „Tipp", der mich auch heute noch sehr stark durch mein Leben begleitet, auch wenn es schon fast 15 Jahre her ist dass ich dieses Buch gelesen habe. Zu lernen bedeutet für mich immer zu wachsen. Konstant in diesem Zusammenhang meint für mich, beständig „dran zu bleiben", sich eigene Ziele zu setzen aber auch und vor allen Dingen den Blick für sich bietende Chancen zu haben. So lerne ich nicht nur über Bücher oder Blogs die ich lese, ich besuche auch Weiterbildungsveranstaltungen. Das können auch Vorträge oder Messen sein. Intensiv lerne ich auch immer auch von den Menschen mit denen ich arbeite, seien es Klienten in der Coaching-Praxis oder Seminarteilnehmer. Diese persönlichen Begegnungen erlebe ich als ungemein bereichernd und diese sind durch nichts zu ersetzen. Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was ein Coach – Berater – Therapeut von seinen Klienten (noch) lernen kann, er muss doch am besten wissen wie es läuft? Ich lerne spannende Biografien kennen und bekomme „Zugang" zu Menschen auf eine Art und Weise, die vielen verborgen bleibt. Ich lerne Menschen kennen, die in ihrem Leben großes geleistet haben in dem sie z B. unter widrigsten Bedingungen „überlebt" haben und trotzdem nie aufgegeben haben. Vieles mehr könnte ich Dir noch erzählen. Konstant lernen und wachsen bedeutet für mich aber auch, Fehler zu machen (und machen zu dürfen) um daraus lernen zu können. Auch der Umgang mit eigenen Fehlern kann ein Lernfeld sein, in dem ich mit mir „gnädig bin" und auch die Fehler anderer tolerieren und akzeptieren kann. So gesehen sind alles nur Menschen.

Nun bin ich fast in Erfurt angekommen, wo ich dann noch einmal nach Weimar umsteigen muss. Die Sonne scheint in das Fenster herein und ich freue mich sehr auf den Tag. Zu reisen und unterwegs zu sein ist für mich nicht nur eine Metapher - die „Ortsveränderung" im Außen bewirkt auch eine Veränderung im Inneren. Jetzt muss ich mich beeilen, sonst komme ich noch mehr ins erzählen. Ich merke gerade, das wird ganz sicher nicht der letzte Artikel zu diesem Thema werden. Vielleicht waren diese Zeilen für Dich schon inspirierend. Für mich sehr, da das Schreiben meine Gedanken ordnet...auch ein Thema für einen ganzen Artikel...;-)

Auf den Punkt

Ich will mich für heute von dir verabschieden mit einem Satz, der mich positiv durch die vielen Jahre begleitet hat und das hoffentlich auch weiter tut. Einer meiner damaligen „Mentoren" sagte einmal: Wer Probleme sucht, der wird welche finden. Wer aber nach Chancen und Möglichkeiten sucht, dem werden sie reichlich geboten. In diesem Sinne wünsche ich Dir sehr, dass Du stets die Möglichkeiten sehen kannst und auch den zweiten Schritt gehst, nämlich Chancen zu ergreifen die sich Dir bieten. Von daher hat sich Bodo Schäfers Buch für mich sehr viel mehr ausgezahlt, als eine oder mehrere Millionen auf dem Konto!

Hast Du auch einen Mentor (gehabt), der Dich in Deiner Selbstständigkeit begleitet hat oder hättest Du vielleicht gerne einen? Schreibe mir, ich freue mich auf Deine Nachricht!

Im April erscheint unser Buch „Jetzt werde ich Coach!" – in diesem Praxisbuch vereinen wir unsere jahrelange Praxis als Coach um Dir zu helfen, den direkten Weg in die erfolgreiche Selbstständigkeit zu gehen.

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Bist Du nach Deiner Coachingausbildung auch „heiß" auf coachen? Dann solltest Du auf jeden Fall nicht lange warten und gleich anfangen :-) Vielleicht hast Du schon mit einer Reihe von Probeklienten gearbeitet und bist nach diesen Probecoachings bereit, mit „echten" Klienten zu arbeiten. Wenn da nicht noch Dein „Hauptjob" wäre, der Dich auch ganz schön in Anspruch nimmt. Vielleicht hast Du auch noch Familie, für die Du ebenfalls noch da sein möchtest. Wie und wo kann denn da noch Platz sein für eine Coaching-Tätigkeit?

In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du neben Deinem Hauptjob den Einstieg in das professionelle Coaching-Business schaffst und Deine work-life balance dabei nicht zu kurz kommt.

Aller Anfang hat ein Ende

Besonders während oder am Ende einer Ausbildung zum Coach ist die Motivation hoch, das Gelernte gleich in die Praxis zu bringen. Dies auch zu Tun macht aus vielerlei Gründen Sinn: Du bist im Thema drin, hast die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und bist motiviert, auch in der praktischen Arbeit positive Erfahrungen zu machen. Wenn da nicht der kleine Mann (oder die kleine Frau) im Ohr wäre und sagen würde: „Oh, ich muss erst noch „die-und-die" Weiterbildung machen, dann kann ich mit professionellem Coaching anfangen." Dieser innere Dialog ist oft ein großer Hemmschuh und steht dem mutigen Anfang im Wege. Daher, einfach mal ignorieren und den ersten Schritt wagen. Nämlich:

Schärfe Dein Profil

Bevor du loslegst solltest Du allerdings wissen, wen Du in Deiner Praxis haben möchtest, also wer Dein Kunde sein soll. Im besten Fall gehörte dieser Schritt bereits zum Coach-Konzept Deiner Coaching-Ausbildung dazu. Eine klare Festlegung zu treffen hilft Dir nämlich, Dein Angebot auf Deine Kundschaft auszurichten und die Lösung eines Problems für Deinen Kunden in den Vordergrund zu stellen. Getreu nach dem Motto: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler! Übertragen auf Dein neues Business: Dein Internetauftritt, Deine Außendarstellung sollte selbstverständlich für dich stimmig und authentisch sein - Dein Kunde muss sich aber definitiv darin wiederfinden können. Sonst wird es ihn nicht ansprechen. Damit sind wir auch schon bei einem weiteren, oft unterschätzen Punkt:

Zeige Dich

Ein Fehler den viele angehende Coaches machen ist das von Giso Weyand (Marketing-Experte) sehr treffend genannte „Neutralitätsprinzip". „Bloß nichts von mir preisgeben", lautet dabei die Devise. Ein Fehler, den Du aber nicht machen wirst. Zeige her, wer Du bist. Damit ist nicht gemeint, dass Du ellenlang über Deine zig Qualifikationen berichten sollst. Vielmehr solltest Du Deinem Kunden sagen wie Du arbeitest, warum Dir was wichtig ist und wofür Du stehst. Dies schafft vielmehr Vertrauen in Dich und Deine Fähigkeiten als ellenlange und unpersönliche Texte über Kochrezepte und Dinge, Die für Deinen Kunden überhaupt nicht relevant sind(kein Witz, das mit den Kochrezepten habe ich selbst kürzlich auf einer Webseite gelesen). Wie Du sicherlich weißt, werden Geschäfte zwischen Menschen gemacht. Und um diese anzubahnen braucht es Vertrauen. Dazu gehört nicht nur ein ansprechendes Bild oder mehrere Bilder von Dir, sondern auch eine positive und ansprechende Botschaft in dem Sinne, dass Deine Kompetenz gezeigt wird ohne aufdringlich zu wirken. Das kann zum Beispiel durch die Nennung von Empfehlungen oder Referenzen geschehen.

Mache auf Dich aufmerksam

Eine gute Webseite zu haben ist das eine, von Deinem Zielpublikum wahrgenommen zu werden das andere. Daher ist es ratsam, neben Deinem Coaching-Angebot und Deiner Internetseite auch Vorträge zu Deinem Thema zu halten. Nehmen wir mal an, Du hilfst berufstätigen Frauen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben nach der Familienzeit. Dazu könntest Du beispielsweise kostenlose Vorträge anbieten zu Themen, die unmittelbar damit in Verbindung stehen. Stell Dir mal vor, Du bist als Frau viele Jahre zu Hause gewesen und hast Dich um den Aufbau und das Wohlergehen Deiner Familie gekümmert. Jetzt sind die Kinder schon groß und Du hast schlichtweg keine Ahnung, wie Du den Wiedereinstieg in das Berufsleben anpacken solltest. Würde Dich ein Vortrag mit dem Thema: „Finde jetzt den Traumjob - Wiedereinstieg nach der Familienzeit" nicht auch ansprechen? Übrigens sind die Volkshochschulen dankbare Ansprechpartner für diese Art von Vortragsthemen. Durch Vorträge in Erscheinung zu treten hilft Dir also ganz gezielt, Deinen Expertenstatus aufzubauen. „Nebenbei" lernt Dein Zielpublikum Dich und Dein Angebot bei einem Vortrag kennen. Vergiss also auch nicht, Dein Angebot am Schluss des Vortrages vorzustellen und entsprechende Flyer oder Karten auszulegen.

Wann soll ich das denn alles machen?

Wenn Du in einem Hauptjob arbeitest macht es Sinn, Deine Ziele bezüglich Deiner Coaching-Tätigkeit zu strukturieren und Prioritäten zu setzen. Das machst Du sicherlich sowieso schon in Deiner Haupttätigkeit. Ohne Planung geht es also nicht. Sinnvoll ist es, dass Du Dein Umfeld (Familie, Lebenspartner) in diese Planung mit einbeziehst und klar machst, dass Du Dir pro Woche eine gewisse Zeit für Dein Coaching-Business reservierst. Das können pro Woche vielleicht 2 - 4 Stunden sein, natürlich auch mehr. Achte aber immer darauf, dass Deine persönliche Balance (Spannung - Entspannung) gewährleistet bleibt. Das heißt nicht, dass es nicht auch mal anstrengend werden darf. Vielleicht bist Du jemand (wie ich zum Beispiel), der unter Stress sehr gute Leistungen erbringt, danach aber auch Zeiten zur Erholung (spazieren gehen, rumgammeln) braucht. Wie Du weißt, wurde Rom nicht an einem Tag erbaut. Dein Coaching-Business braucht sorgfältige Planung und auch Zeit zum Wachsen.

Zu guter Letzt

Verstricke Dich nicht in endloser Planung. Wenn Du Deine „Hausaufgaben" gemacht hast fange an. Ein guter Richtwert das eigene Business zu starten ist erfahrungsgemäß bei 60 - 80 Prozent der Planungen. Ein typischer Anfängerfehler ist, das eigene Konzept ellenlang im Kopf durchzuspielen und vor lauter „Perfektionismus" nicht ins Handeln zu kommen. Wenn Du beginnst, machst Du Erfahrungen und diese sind durch nichts zu ersetzen. Sei auch „gnädig" mit Dir, wenn Du mal nicht alles so hinbekommst wie Du es dir erhofft hast. Gerade mit Familie gibt es oft unvorhergesehenes was dann Priorität hat. Eines kann ich Dir aber versichern: In der Praxis wirst Du Erfahrungen machen, die Du in der „Theorie" niemals für möglich gehalten hättest.

Möchtest Du schon bald mehr erfahren und wissen, wie Du Dein Coaching-Business unwiderstehlich machst? Dann merke Dir schon jetzt den 11. April vor, hier erscheint unser Buch „Jetzt werde ich Coach". Ein Arbeitsbuch mit vielen Tipps und Checklisten für den selbstständig arbeitenden Coach.

 

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