Peter Reitz

Peter Reitz

Peter Reitz arbeitet seit fast zwanzig Jahren freiberuflich / selbstständig. Nach beruflicher Tätigkeit in der IT-Branche und einer künstlerischen Ausbildung, arbeitet er seit über zehn Jahren im Bereich Lehre, Kompetenzentwicklung & Coaching. Er ist systemisch ausgebildet und betreibt ein Weiterbildungsinstitut für Beratung & Therapie. Sein Motto: „Menschen in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen zu begleiten ist immer spannend.

Vielleicht bist du aus dem Rhein-Main Gebiet und hörst wie ich häufig Radio. Dann kennst Du vielleicht noch die Mini-Hörfunksendung „Moment mal" des Hessischen Rundfunks in Frankfurt. Ich bin mir gar nicht sicher, ob es die Sendung noch gibt, zumindest habe ich sie lange nicht mehr gehört. Der Hörbeitrag wurde oft moderiert von einem „Geistlichen", bei uns würde man sagen Pfarrer. Dabei ging es überhaupt gar nicht um kirchliche Themen. Im Vordergrund stand das ganz Alltägliche, mit einfachen Denkanstößen dazu. Ich habe diese Sendung oft gehört und mich davon inspirieren lassen. Eine willkommene Pause, die ich gerne genutzt habe, meine Gedanken schweifen zu lassen.

In dem heutigen Artikel will ich Dir kurz aufzeigen, warum „hektische Betriebsamkeit" des Freiberufler-Lebens nicht zwangsläufig erfolgsversprechend ist und warum Du, auch wenn es mal wieder hoch hergeht, Ruhepausen und Abstand zum täglichen Business unbedingt einplanen solltest, wenn Du als Coach erfolgreich sein möchtest. Wenn Dein Bizz schon läuft, dann willst Du sicherlich dass es so bleibt, oder?


Auf die Plätze, fertig, los!

Insbesondere am Beginn der Coaching-Tätigkeit gibt es ja viel zu tun: Ein Businessplan muss geschrieben werden, eine Internetseite muss her, vielleicht feilst Du auch noch an Deinem Konzept und richtest Dir gerade Dein Büro oder Dein Praxisraum ein. Puh! Wie soll man da bloß an Pause denken? Da weiß man manchmal gar nicht, wo man zuerst anfangen soll und wo einem der Kopf steht. Wenn Du voller Leidenschaft und Tatendrang Deine Coaching-Tätigkeit vorantreibst, möchte ich Dich auf jeden Fall beglückwünschen! Braucht es Doch gerade diese Magie und diesen Drive, um etwas auf die Beine zu stellen, um eine Sache groß zu machen und um die nötige Motivation zu haben, auch unangenehmes anzugehen (die wenigsten haben Lust auf Steuererklärung und Papierkram...). Bestimmt kennst Du das Sprichwort von Hermann Hesse „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne". Solltest Du jemals etwas ganz Neues gewagt haben, kennst Du das Prickeln und die freudige Gespanntheit. Diese innere Neugier und unbändige Kraft die Dir sagt: „Jetzt bin ich dran!"

Unendliche Task-Listen

Gut so! Fleiß und Ausdauer sind unabdingbare Eigenschaften erfolgreicher Unternehmer! Vielleicht hast Du schon einmal Biografien gelesen von erfolgreichen Menschen wie zum Beispiel Arnold Schwarzenegger, Coco Chanel oder Aenne Burda. Falls noch nicht, tu es! So unterschiedlich die Herkunft und der Werdegang dieser Menschen ist, eines haben sie alle gemeinsam: Sie hatten ein Ziel und den Willen, dies auch gegen äußere Widerstände zu erreichen. Möglicherweise denkst Du jetzt: „OK, da bin ich ja noch ganz weit von weg!" Wenn ich auf meine Liste schaue dann steht da so etwas wie: Dem Elektriker Bescheid sagen wegen der Steckdose, den Webdesigner fragen wie groß ich die Fotos formatieren soll, bei der IHK nachhaken ob mein Businessplan schon gesichtet wurde und das längst fällige Gespräch mit dem Steuerberater, um nur einige zu nennen.... . Man könnte auch sagen: Kleinkram!

Perspektivenwechsel tut gut

Wenn Du bereits als Coach ausgebildet bist, weißt Du auch wie Coaching funktioniert. Dir ist bekannt, dass Menschen so gestrickt sind, dass sie eben nur ihre Welt, ihre Sicht der Dinge kennen und an diesen wachsen, oder „verzweifeln" - vielleicht sogar leiden! Und Du weißt wie ein guter Coach arbeitet: Er lädt Menschen ein, neue Erfahrungen zu machen um dadurch ihre „eigene Welt" neu oder anders zu sehen. Oft ist es schon dieser Perspektivenwechsel, der Blockaden löst und neuen „Schwung" in das „eigene Denksystem" bringt. Ich rate Dir: So solltest Du es auch machen!

Mit Blindheit „geschlagen"

„Wurschtelst" Du jeden Tag im selben Wust rum, passiert es leicht, schlichtweg das Wichtige und Wesentliche nicht mehr zu sehen, glaube mir - ich weiß wovon ich spreche! So hänge ich manchmal innerlich an Dingen, für die es längst eine viel einfachere und bessere Lösung gäbe. Aber ich bin „blind" und sehe diese nicht. Damit meine ich: Meine eigene Sicht der Dinge versperrt mir gerade den Weg zu einer viel eleganteren Möglichkeit oder Lösung. Insbesondere bei Frauen, die ganz neu ins Coaching-Business starten erlebe ich oft das Streben nach Perfektionismus oder den inneren „Radar", sich klein zu halten. Eigene Stärken werden zu Selbstverständlichkeiten gemünzt und der Glaube, alles ganz allein meistern zu müssen führt oftmals zu einem großen, gefühlten Mühlstein um den Hals. Da ist ein berufliches Fortkommen doppelt schwer.

...dann hol ich mir ein Snickers raus...

Oder mache einfach mal Pause, trinke einen Tee, gehe spazieren, mache einen Anruf, schreibe eine E-Mail. Was für mich besonders gut funktioniert ist Bewegung (spazieren gehen) oder Fahrrad fahren. Das sind meine eigenen „Kreativitäts-Booster". Kennst Du das Sprichwort: „Wer den ganzen Tag arbeitet, hat keine Zeit zum Geld verdienen?". Ohne den oben erwähnten Fleiß und eine klare Vision von Deinem Business wird´s nichts werden. Ich sehe (fast) jeden Tag Menschen im Coaching, die innerlich gelähmt und blockiert sind, weil ein klares Ziel fehlt. Fehlt ein Ziel, nutzt auch der größte Fleiß nichts da gar nicht klar ist, wohin die Reise gehen soll. Fakt ist aber auch: Wer sich nur „abrackert", dem gehen die Ideen aus, dem fehlt die Leichtigkeit, der übersieht Möglichkeiten und Chancen.

Das Gute liegt so nah.
..

Jetzt habe ich Dir viel von mir erzählt. Wie machst Du das in Deinem Berufsalltag? Wie kannst Du innerlich Abstand gewinnen und schaffst Raum, für neue Ideen?


Ich freue mich, in einer Pause Deinen Kommentar zu lesen! :-)

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Das Thema Werbung bzw. Marketing ist insbesondere für Coaching-Einsteiger ein brandheißes Thema. Neben der eigenen Webseite und weiteren Online-Aktivitäten wie zum Beispiel social media fragen viele Neulinge sich auch, ob Printwerbung oder gar das Drucken von eigenen Flyern oder Visitenkarten Sinn macht und Aufmerksamkeit erzeugt. In diesem Blog-Artikel möchte ich Dir berichten, wie eine Broschüre die ich habe erstellen lassen mein Berufsleben ziemlich radikal verändert hat, und das bis zum heutigen Tag.

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Zunächst müssen wir aber 10 Jahre zurückgehen, denn um diese Zeit startete ich offiziell mein Business als Coach. Zugegeben, war ich damals noch recht unerfahren im Coaching-Business, wenn auch nicht blauäugig. Das Thema Selbstständigkeit war mir zu diesem Zeitpunkt doch schon viele Jahre vertraut. Meine Internetseite war am Anfang noch „selbstgebastelt" und ich bemühte mich, weitere Schritte und auch Geld in die Professionalisierung meiner Außendarstellung als Coach zu investieren. Spannend fand ich es, eine eigene Broschüre zu haben. In dieser wollte ich Interessenten über das Thema „Berufswahlcoaching" aufklären und den Nutzen meiner Arbeit zeigen. Das Thema lag mir persönlich sehr am Herzen und ich hatte auch von meinen ersten Klienten sehr gute Rückmeldungen bekommen. Parallel dazu bot ich einem regionalen Bildungsträger Vorträge zum Thema Coaching und Entwicklung für junge Menschen zur „Ausbildungs- oder Studienreife" an. Zu dieser Ausschreibung legte ich auch eine Broschüre bei, um über dieses spezielle Angebot zu informieren, aber auch um meinen professionellen Anspruch zu zeigen.

Meine persönliche Mondlandung

Ich freute mich sehr, als ich eine E-Mail bekam mit der Nachricht, dass meine Coaching-Vorträge angeboten werden würden. Ich war natürlich hocherfreut, konnte ich doch einem Publikum meine Ideen vorstellen, so der Plan. Etwas Zeit verging, als ich eine weitere E-Mail bekam, vielleicht war es auch ein Anruf, ich bin nicht mehr ganz sicher. Fakt ist aber, dass ich zu einem Gespräch eingeladen wurde mit der Geschäftsführung und dem Fachbereichsleiter für Bildungsthemen. Ich war natürlich sehr gespannt, wusste ich doch gar nicht, was mich erwarten würde. Ich betrat das Besprechungszimmer und auf dem Tisch lag meine Broschüre! Aha, möglicherweise ging es genau darum. Aber um was genau? Etwas warm wurde mir schon. Immerhin wollte die Geschäftsführung mich sprechen. Hatte ich etwas „verbotenes" getan? Vielleicht ein „Copyright" verletzt? Das Gedankenkino ging los und mein Kopf suchte in allen möglichen Schubladen nach dem Grund meiner „Einberufung". Man bot mir schließlich einen Platz an und ein Glas Wasser. Puh, ein Schluck Wasser tat wirklich gut und ich hatte etwas zum Festhalten in der Hand. Meine Aufregung legte sich etwas und ich dachte bei mir, dass es so schlimm schon nicht werden wird. Außerdem war die Stimmung recht freundlich, doch das muss ja auch erst mal nichts heißen. Etwas „Vorgeplänkel" erwartete mich und man kam dann doch schon alsbald zur Sache.

Ein kleiner Schritt für die Menschheit...aber!

Man habe sich meinen Flyer genauer angeschaut, so sagte man mir. Auf dem Flyer bewarb ich eine Art „Coaching-Programm", das junge Menschen durchlaufen konnten um sich über Ihre Fähigkeiten, Motive aber auch Interessen bezüglich der Studien- und Berufswahl klar zu werden. Und man fragte mich, wie oft ich dieses wohl schon durchgeführt habe. „Schon ein paarmal" antwortete ich, „auch wenn manchmal nur Teile des Programms gebucht werden" antwortete ich weiter.
Ich sah Stirnrunzeln und fragte mich, was wohl jetzt kommt. Sodann schauten sich der Geschäftsführer und Bildungsleiter an und dann fragte mich der eine, ob ich mir vorstellen könnte, Seminare zum Übergang von der Schule in den Beruf in Schulen durchführen zu können. Ich fühlte mich erst, als ob ein Bus mich überfahren hätte und war mir nicht klar, ob ich mich nicht doch verhört hätte. „Ja, wir führen zusammen im Rahmen eines Arbeitskreises Seminare zur Berufswahl für Jugendliche durch". Um ehrlich zu sein, wusste ich überhaupt gar nicht was auf mich zukommen wird. Man reichte mir ein Konzeptpapier, das ich sogleich eifrig studierte. Nach einer gefühlten Minute sagte ich dann: „Na klar, dass kann ich mir auf jeden Fall vorstellen". Ich witterte meine Chance! Um ehrlich zu sein, hatte ich noch nicht den blassesten Dunst, was jetzt auf mich zukommen würde. „Bitte nehmen Sie das Konzeptpapier und kalkulieren Sie für uns ihren Preis"! Na, das war mal ein Wort. Um die Geschichte etwas abzukürzen: Ich bedankte mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und machte mich alsbald an die Kalkulation und unterbereitete ein Angebot.

Eine echte Rakete

„Gerne möchten wir mit Ihnen zu den angegebenen Konditionen zusammenarbeiten". Ich weiß es noch genau, dieser Satz stand in der drei Tage nach meiner Angebotsmail zurückgesandten Nachricht. Was soll ich sagen: Ich fühlte mich wie der Kaiser von China, wie Superman der gerade noch ein Red Bull trinkt und dem es gerade förmlich „den Vogel raushaut".
Übrigens führte ich viele Jahre diese Seminare durch und lernte unglaublich viel! Das lag sicher auch daran, dass meine Arbeit sehr gut war und meine Auftraggeber entsprechend zufrieden waren, so die Rückmeldungen. Davon abgesehen lernte ich in dieser Zeit sehr viele Kollegen kennen, aus denen sich bis heute sehr fruchtbare Kooperationen und so etwas wie berufliche Freundschaften ergeben haben.
So blöd es klingen mag, hätte es diese Broschüre nicht gegeben, hätte ich wahrscheinlich nicht diese Aufmerksamkeit erzeugt, die wiederum neugierig gemacht hat auf meine Person und meine Arbeit. Spannend auch, dass heute noch ab und an Personen anrufen, die irgendwann einmal eine solche Broschüre mitgenommen haben und nach vielen, vielen Jahren anrufen und nach dem Coaching-Programm fragen. Das überrascht mich doch immer wieder, dass selbst nach so vielen Jahren noch „Rückläufer" da sind.

10....9......8....7... - wann startest Du?

Mittlerweile hat sich mein Schwerpunkt im Coaching deutlich erweitert, selbstverständlich auch meine Kompetenz und mein Wirkungskreis. Ich wollte Dir heute aus meiner Erfahrung berichten, dass in Zeiten digitaler Medien ein Flyer oder eine Broschüre mit einer konzentrierten Information über Dein Angebot, an der richtigen Stelle platziert, viel Wirkung entfalten kann! Solltest Du auch über so etwas nachdenken, kann es sehr sinnvoll sein, eine Broschüre oder einen Flyer professionell gestalten zu lassen. Das muss und darf nicht hunderte von Euro kosten. Es sollte aber von jemandem gemacht werden, der sich damit auskennt - ist es doch für einen potentiellen Kunden oder Auftraggeber der erste Eindruck.

Und für diesen gibt es bekanntlich keine zweite Chance.


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Du möchtest Dein Coaching-Business starten und überlegst gerade, ob Du haupt- oder nebenberuflich beginnen sollst? In diesem Artikel erörtere ich Dir Vor- und Nachteile beider Konstellationen.

Nebenberuflich erfolgreich

Vielleicht hast du als (angehender) Coach bereits große Ambitionen. Du siehst Dich als erfolgreicher Coach im Personal-Bereich oder im Business. Du wirst überhäuft von E-Mail Anfragen. Dein Terminkalender ist prall gefüllt mit Aufträgen und deine Expertise spricht sich rum. Um eines vorweg zu sagen: Das würde ich Dir von Herzen wünschen! In der Realität wird es aber in den allerwenigsten Fällen gleich von Beginn an so gut laufen. Für einige Coaches kommt daher der Start in die Selbstständigkeit im Nebenberuf in Frage. So kannst Du einer angestellten Tätigkeit nachgehen, die Du möglicherweise in reduzierter Stundenanzahl ausführst und damit ein Grundeinkommen sicherst. Der nebenberufliche Start bietet viele Vorteile. Ein ganz großer Vorteil: Du minimierst Dein finanzielles Risiko. In der Regel hast Du monatliche Lebenshaltungskosten, die gedeckt werden müssen. Vielleicht hast Du Kredite laufen, und musst monatliche Raten bedienen. Möglicherweise hast Du Familie und noch mehrere Personen sind von einem bzw. Deinem Einkommen unmittelbar abhängig. Um es auf den Punkt zu bringen: Du hast weniger finanziellen Druck, um jetzt gleich erfolgreicher sein zu müssen. Es sei denn, Du hast finanzielle Rücklagen gebildet oder kannst vom Einkommen einer anderen Person profitieren. Eine Festanstellung bietet aber noch weitere Sicherheit: So bist Du durch einen Arbeitsvertrag Renten- und Krankenversichert. Die Nachteile sollen aber auch nicht verschwiegen werden. So kannst Du nur an bestimmten Tagen Termine machen und eben auch nur zu bestimmten Zeiten Dein eigenes Unternehmen vorantreiben. Schließlich gibt es viel zu tun: Eigenes Geschäftsprofil entwerfen und Feedback einholen, Marketingmaßnahmen planen und umsetzen, Netzwerke aufbauen, Gespräche führen und auswerten, und vieles mehr. Für sicherheitsorientierte Menschen ist dieser Weg sicherlich die 1. Wahl. Dein Business kann in aller Ruhe wachsen.

Hauptberuflich durchstarten

Das oben gesagte dauert Dir viel zu lange! Du bist ein Anpacker, ein Macher und willst es wissen. Unter Druck bist du ein Kreativitätsgenie. Vielleicht hast Du bereits Erfahrung als Unternehmer und kannst eine Existenzgründung bereits mit geübtem Auge überblicken. Möglicherweise hast Du auch im Vorfeld schon wichtige Kontakte zu potentiellen Auftraggebern oder Kunden gesammelt. Überhaupt brauchst Du in vielen Dingen erst die richtige Betriebstemperatur, um Höchstleistungen zu bringen. Falls dies zutrifft, ist wahrscheinlich der direkte Weg in die hauptberufliche Existenz als Coach der richtige für Dich. Wählst Du diesen Weg, solltest Du Dir allerdings 2-3 Jahre Zeit geben. Dies ist aus unserer Erfahrung keinesfalls zu hoch gegriffen. Sollte Dein Coaching-Angebot sich schneller am Markt etablieren, ist das natürlich umso besser. Für die Zeit in der Du noch kein oder erst einmal wenig Einkommen generieren kannst, brauchst Du Geld, um Deine monatlichen Ausgaben zu decken, aber auch um notwendige Investitionen in deine Büroinfrastruktur, Werbung und Deinen öffentlichen Auftritt zu investieren. Über die Möglichkeit von Rücklagen oder der Nutzung von „alternativen Einkommen", z.B. dem des Lebenspartners, wurde oben bereits gesprochen. Allerdings gibt es mindestens noch einen weiteren Weg: Du besorgst Dir ein Existenzgründerdarlehen. An erster Stelle für ein solches Darlehen kann hierbei die kfw, Kreditanstalt für Wiederaufbau genannt werden. Diese vergibt entsprechende Darlehen an Neugründer. Da die Verfahren zur Vergabe sich ändern, informiere Dich direkt unter www.kfw.de. Dort erhältst Du auch weitere Informationen, wie das Beantragungsprocedere abläuft. Für die Beantragung eines Kredites solltest Du in Deinem Vorhaben schon sehr sattelfest sein, denn Du musst einen Kreditberater von Deinem Vorhaben überzeugen. Außerdem benötigst Du dafür zwingend einen Businessplan. Ein Existenzgründungsberater der sich mit den Modalitäten auskennt, kann dabei hilfreiche Dienste leisten.

Du bist selbst Coach oder möchtest Dein Business in Kürze starten? Was ist bzw. war Dein Weg? Ich freue mich über Deine Nachricht!

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Heute schreibe ich Dir ein paar ganz persönliche Zeilen. Das kürzlich geführte Gespräch mit einem Kollegen hat mich dazu inspiriert, über meine Coaching-Tätigkeit zu schreiben und wie ich zum Coaching kam. Dazu muss ich ein klein wenig ausholen und wir gehen gemeinsam zurück ins Jahr 2000.

Zum Coach geboren?

Es wird Dich wenig überraschen, dass ich nicht als Coach auf die Welt gekommen bin :-). Wie viele Coaches habe ich auch einmal „etwas Richtiges" gelernt. Damals arbeitete ich seit vielen Jahren in der IT-Branche bei einem Telekommunikationsunternehmen. Ziemlich frustriert von den Arbeitsbedingungen, der weiten Anfahrt und enttäuschter Versprechungen fristete ich mehr schlecht als recht dort mein Dasein. Von Arbeitsfreude oder gar Motivation war nun wirklich nichts zu spüren. Ehrlich gesagt hatte ich längst die innere Kündigung ausgesprochen. Morgens quälte ich mich aus meinem Bett in mein im Sommer „heißes Büro", bei dieser Witterung hatten wir weit über 30 Grad. Meine Arbeit bestand überwiegend darin, Zahlenkolonnen in Geräte einzutippen. Das mag für andere ein Traum sein und hochwichtig, für mich war es einfach nur langweilig und öde. Noch dazu hat die Branche um die Jahrtausendwende „gesponnen". Riesige Horrorszenarien wurden wegen der „Milleniumsumstellung" heraufbeschworen. Man hatte große Angst, dass im neuen Jahrtausend nichts mehr funktioniere. Ganz viele Leute die „superwichtig" waren, oder sich dafür hielten", schwangen große Reden und beeindruckten damit sicher auch viele Leute. Langsam aber sicher entschwand der Rest meiner Lebensfreude. Ich kam abends um halb sieben nach Hause und hatte nur noch die Kraft, den Fernseher anzuschalten, um ihn um halb zwölf wieder auszuschalten, um dann schlecht zu schlafen.

Judgement day

Dann passierte etwas Furchtbares: Mein bester Freund, der sich auch in einem ungeliebten Job bei einer Großbank quälte, nahm sich um die Jahrtausendwende das Leben. Das Schlimme: Ich wusste um seinen Frust und seinen Ärger, habe aber von seinen geplanten Absichten nichts bemerkt. Doch dieses Ereignis und was danach folgte wurde ein Schlüsselmoment in meinem Leben. Ich weiß es noch so genau, als wäre es gestern gewesen. Am 1. Mai 2000 lag ich in meinem Liegestuhl entspannt in der Sonne auf meinem Balkon und fasste einen folgenreichen Entschluss: „Ich kündige meinen Job und mache etwas anderes. Was kann mir schon passieren? Wenn es nicht klappt, kann ich immer wieder in meine alte Branche zurückgehen", so dachte ich. An diesem Tag hatte ich wirklich einen klaren Moment und am nächsten Tag kündigte ich mein Arbeitsverhältnis. Mein alter Arbeitgeber zog noch alle Register, um mich zu halten. So hatte ich bei einer kürzlich vorher stattgefundenen Gehaltsverhandlung 1000 DM (war damals noch DM...) im Monat mehr gefordert, die aber abgelehnt wurden mit der Begründung, dass die Personalabteilung dies nie genehmigen würde. Auf einmal ging es doch - aber ich hatte meine Entscheidung getroffen.

Zurück auf Null

Was danach folgte, ist im Rückblick betrachtet schon fast unglaublich. Ich machte mich auf meinen Weg in die Selbstständigkeit. Wie der ein oder andere vielleicht weiß, habe ich auch eine künstlerische Ausbildung und fing von null an, mein neues Leben und auch Einkommen aufzubauen. Ich war mir über meine Pläne zwar klar, bin damit aber nicht überall auf Gegenliebe gestoßen. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich gerade am Anfang meiner neuen Pläne aus meinem persönlichen Umfeld auch „Hohn und Spott" mir anhören musste. Schließlich verließ ich einen „sicheren Job" und ein sicheres Einkommen....so die Argumente. Daraus habe ich eine ganz wichtige Erkenntnis gewonnen: „Erst legen, dann gackern". Klingt etwas seltsam und meint, andere erst dann mit eigenen Plänen zu konfrontieren wenn diese fest sind und man selbst dafür eine halbwegs sichere Basis in sich hat. So lassen sich Pläne und Vorhaben nicht so schnell zerreden. Aus eigenem Interesse heraus hatte ich immer eine Affinität zu dem Thema berufliche Neuorientierung und persönliche Standortbestimmung. Und zu diesem Thema wollte ich gerne ein Angebot machen. Also erstellte ich eine Webseite, überlegte mir einen Namen und holte mir zu meinem Angebot viel Feedback ein. Dabei musste ich feststellen, dass meine Eigenwahrnehmung und die Wahrnehmung anderer in manchen Punkten doch auch ganz weit auseinander lagen. Dies nutzte (und nutze ich noch heute) als große Lernchance. Und ich wollte unbedingt lernen, wie ich andere Menschen in Veränderungsprozessen kompetent begleiten kann. Dazu machte ich eine Coaching-Ausbildung und bekam dadurch viele Impulse und wichtige Anregungen, doch fehlte mir der rote Faden und die Frage beschäftigte mich: Wie lassen sich Veränderungsprozesse strukturieren und noch besser „lernbar machen"?

Viele Hilfen aufgrund einer Entscheidung

Ich feilte weiter an meinem Angebot und bot ein erstes Seminar bei einem Bildungsträger an. Dieser nahm das Kursangebot dankbar an und der Leiter der Bildungseinrichtung lud mich zu einem Gespräch ein. Er war Durch das Kursangebot und meine Werbebroschüre auf mich aufmerksam geworden. Er sagte zu mir: „Können Sie sich vorstellen, dass Sie für uns Trainingsseminare in Schulen Durchführen?" „Na klar", sagte ich und er bat mich um ein Angebot. Ich setzte das Angebot recht hoch an, auch um zu testen. Und er sagte „JA"! So hatte ich viele Jahre ein gutes Standbein im Bereich Training und entwickelte mich im Bereich der Strukturierung von Gruppenlernprozessen sehr stark weiter. Der Leiter der Bildungseinrichtung hat mir vertraut und ich habe sein Vertrauen gerechtfertigt. Ich habe in dieser Zeit viele Menschen getroffen, die für mich starke Mentoren waren und Türöffner. Menschen, die mich in meiner persönlichen Entwicklung sehr viel weitergebracht haben aber auch Reibungsfläche boten, die ich zu der Zeit dringend brauchte. All dies wäre aber nicht möglich gewesen ohne das Wichtigste dahinter: Ich habe am 1. Mai 2000 eine Entscheidung getroffen, mein Leben zu ändern!

Und in der Zwischenzeit...

Mittlerweile sind über 15 Jahre seit dieser Entscheidung vergangen. Ich danke dem Leben jeden Tag (nein, in jedem Atemzug!), dass ich diese Entscheidung mutig getroffen habe. Seitdem ist viel passiert. Im Coaching arbeite ich immer noch mit Menschen in Neuorientierung, manchmal auch Krisen. Durch meine persönliche Vergangenheit habe ich hier auch einiges an Feldkompetenz. Ich fühle mich durch meine berufliche Tätigkeit reich beschenkt, an der ein oder anderen Stelle eine Art Geburtshelfer zu sein. Stand ich doch selbst einmal an dieser Stelle und musste „gebären". Dazugekommen ist im Laufe der Zeit die Arbeit mit Führungskräften. Hier geht es viel um Wachstum durch persönliche Reflektion und Rollenklärung und das, was ein Führungsalltag so mit sich bringt.
Was ich ganz spannend finde ist, dass mein heutiges Einkommen um einiges höher ist als das seinerzeit in der „sicheren" IT-Branche. Auch wenn das gar nicht mein Ziel war. Ich getraue es mich kaum zu sagen: In den ersten 2-3 Jahren meiner Selbstständigkeit war mein Einkommen unter dem, was man heute als „Hartz-IV" Satz bezeichnet. Trotzdem hatte ich eine eigene, sogar ziemlich große Wohnung, ich hatte ein Auto, bin in den Urlaub gefahren, abends weggegangen und hatte auch noch Geld für Weiterbildung übrig. Ich musste mich nirgends einschränken und hatte niemals das Gefühl, das ich mir etwas nicht leisten konnte was ich benötigte. Das war für mich auch eine ganz wichtige Erkenntnis zu merken, was ich wirklich zum Leben brauche und was wirklich „Schnick-Schnack" ist. Ich hatte zum Beispiel viele Jahre keinen Fernseher, so auch heute nicht. Ein Umstand, der für viele unglaublich und undenkbar ist. Dafür gilt für mich der Grundsatz: Jeden Tag eine Stunde Weiterbildung.

Was ist heute?

Seit ein paar Jahren beschäftige ich mich viel mit der Kompetenzentwicklung angehender Berater und Coaches. Dabei spielt die Frage: Wie lässt sich Coaching- und Beratungskompetenz am besten lernen?, eine große Rolle. Dazu habe ich mit Christiane Richter eine strukturierte Coaching-Ausbildung entwickelt, die ich damals selbst gerne besucht hätte. Diese Ausbildung lehrt nicht nur „Tools", sondern macht Coaching auch lernbar und verstehbar. Weiterhin reduziert strukturiertes Vorgehen im Coaching-Prozess die Komplexität, also auch die „Unberechenbarkeit". Und es gibt dem eigenen Arbeiten mehr Sicherheit. Mehr Sicherheit bedeutet mehr Kompetenz - mehr Kompetenz mehr Sicherheit. Das eine bedingt das andere.


Heute kann ich sagen: Mit Menschen zu arbeiten ist meine Berufung. Du wirst es nicht glauben aber: Ich lerne unglaublich viel von den Menschen, die mir in Coachings und Seminaren begegnen. Alleine hierüber könnte ich ein Buch schreiben. Schlussendlich hat auch das „eintippen von Zahlenkolonnen in elektrische Geräte", also das was ich vor gut 15 Jahren machte, seine Berechtigung gehabt. Wäre ich damals nicht an diesem Punkt gewesen, wer weiß was jetzt wäre?

Ich hoffe, ich konnte Dir mit meiner Geschichte Mut machen, Deinen Weg zu gehen, es lohnt sich!

Du arbeitest selbst als Coach? Was war Dein Weg zum Coaching? Ich bin gespannt auf Deine Geschichte!

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