Peter Reitz

Peter Reitz

Peter Reitz arbeitet seit fast zwanzig Jahren freiberuflich / selbstständig. Nach beruflicher Tätigkeit in der IT-Branche und einer künstlerischen Ausbildung, arbeitet er seit über zehn Jahren im Bereich Lehre, Kompetenzentwicklung & Coaching. Er ist systemisch ausgebildet und betreibt ein Weiterbildungsinstitut für Beratung & Therapie. Sein Motto: „Menschen in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen zu begleiten ist immer spannend.

systemischer coach werden in frankfurtDas Wort "systemisch" oder "systemischer Coach" sind Begriffe, die im Moment stark nachgefragt werden. Im Rahmen von Fachweiterbildung für angehende Coaches, aber auch für Führungskräfte und Personalverantwortliche, treten die systemische Haltung im Umgang mit Mitarbeitern und Kollegen immer mehr in den Vordergrund. Im Unternehmenskontext spricht man manchmal auch von Kommunikationskultur, die im Rahmen von einem Unternehmensleitbild entwickelt oder gefördert werden soll. im nachfolgenden Artikel will ich aufzeigen, was einen systemisch arbeitenden Coach ausmacht und wie wichtig dazu die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit ist.
Grundregel als systemischer Coach: Meine Welt...deine Welt. Ein systemischer Coach weiß, dass es die EINE Welt bzw. EINE Wirklichkeit nicht gibt. So arbeitet er immer mit subjektiver Realität, also mit der Realität, die für den Klienten als real empfunden wird.


Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine Betriebswirtin Mitte 40 kommt ins Karrierecoaching. Sie berichtet, dass ihr Betrieb von Umstrukturierung betroffen war und sie dadurch Ihren Job verloren hat. Der "Bruch" mit ihrem alten Arbeitgeber bedeutete für Sie einen großen Einschnitt. Sie war bei allen stets beliebt und machte sogar unbezahlte Überstunden. Umso überraschender erreichte sie die Kündigung, die sie bis heute noch nicht verstehen kann. Über das Arbeitsgericht hatte sie eine Abfindung in Höhe von 120.000 Euro erstritten. Sie berichtet weiter, dass sie von großen Existenzängsten geplagt ist, auch wenn sie das Einkommen eigentlich nicht bräuchte. Ihr Mann ist Ingenieur und hat ein gutes Einkommen, das für beide reichen würde.

Das Beispiel soll zeigen, dass die Dame im Coaching "objektiv" keine Ängste zu haben bräuchte. Die gezahlte Abfindung würde problemlos reichen, zwei Jahre ohne Arbeitsstelle zu überbrücken. Noch dazu hat der Mann ja ein gutes Einkommen, das für beide reichen würde. An der Fallvignette soll klar werden, dass es aber nicht um die Weltsicht des Coaches geht, sondern um die erlebte Realität der Klientin. Ein systemisch arbeitender Coach weiß also, dass genau mit dieser "Subjektivität" gearbeitet wird und er den Klienten in seiner Welt abholen muss.
Perspektivenwechsel durch systemischen Coach. Genau an oben genanntem Aspekt knüpft auch das Aufzeigen von anderen, möglichen Wirklichkeitsaspekten durch Perspektivenwechsel an. So könnte tatsächlich der erlebte "Bruch" die "Schnittstelle" sein, etwas ganz neues zu machen. Der systemisch arbeitende Coach weiß also, dass Menschen an Ihrer subjektiv empfundenen Realität leiden können. Mit Hilfe eines anderen Aufmerksamkeitsfokus könnte ein ganz neuer Punkt in den Vordergrund treten. Eine systemische Frage dazu wäre zum Beispiel: Für was ist ihr Problem eine Lösung?

Ressourcenorientierung als systemischer Coach

Wie oben gezeigt, bestimmt das individuelle Weltbild und die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte, wie Ereignisse aufgefasst oder interpretiert werden. Die Entlassung wurde als "Bruch" empfunden und als großen Einschnitt in die eigene Selbstwirksamkeit. Dies geht soweit, dass Ängste entwickelt werden gegenüber der Zukunft, die sich auch schon auf andere Lebensbereiche übertragen (Angst, keine adäquate Arbeitsstelle mehr zu finden). Der systemische Coach weiß, dass die Fokussierung auf ganz bestimmte Situationen oder Gedanken Realität schafft. Im genannten Fall nimmt die Beschäftigung mit dem als problematisch erlebten Ereignis einen großen Raum ein. Der systemische Coach würde dieses Verhaltensmuster versuchen zu unterbrechen mit Fragen wie: Was läuft gut im Moment? Was darf so bleiben wie es ist? Wie würden sie in 3, 5, 10 Jahren an die Zeit heute zurückdenken? Könnten sie sich vorstellen, dass die momentane Situation auch etwas Gutes haben könnte?

Innere Haltung als systemischer Coach: Der Klient ist Experte

Er soll Experte sein, sucht sich aber einen Coach? Wie soll das zusammenpassen? Der systemisch arbeitende Coach geht davon aus, dass der Klient seine eigene Welt am besten kennt. Schließlich hat er es bis zum heutigen Tage geschafft, sein Leben zu leben, sich Herausforderungen zu stellen, Probleme zu bewältigen, Kompetenzen zu entwickeln und vieles mehr. Auch hat der Klient im Laufe seines Lebens viele Ressourcen entwickelt. Würde der systemische Coach dem Klienten Ratschläge erteilen oder seine Situation vielleicht bagatellisieren (sehen sie das mal nicht so eng, sie haben doch jetzt erstmal ein finanzielles Polster, ihr Mann verdient doch gut), könnte sich das in einem "nicht-Ernst-nehmen" ausdrücken. Warum ist nun der Klient Experte in seiner Welt? Als Coach gehen wir davon aus, dass der Klient wichtige Ressourcen entwickelt hat und diese vielleicht in anderen Situationen schon angewendet hat. Systemische Fragen dazu wären zum Beispiel: Hatten sie schon einmal eine ähnliche Situation, in denen sie solche Ängste hatten? Was war da hilfreich? Mal angenommen, wir würden ihren Lebenspartner fragen wie sie diese Krise gemeistert haben, was würde er sagen?

Wer andere führen will, muss sich selbst gut führen können

Als systemischer Coach ist klar: Menschen lernen durch Erfahrungen, die sie in ihrem Leben machen. So lässt sich der Umgang mit Menschen im Coaching in der Regel nicht durch ein Literaturstudium oder kognitives Wissen erlernen. Praktisches know-how ist gefragt. Ein Umstand der unmittelbar einleuchtet. So lässt sich beispielsweise eine Sportart wie Volleyball nicht durch das Lesen von Büchern erlernen. Es braucht dazu fachliche Anleitung, Übung und Unterstützung durch Feedback und Motivation. Wichtig in der Ausbildung von praktischer Handlungskompetenz als systemischer Coach ist, auch eigene Themen zu integrieren, sich dadurch weiterzuentwickeln und zur einer Führungskraft von sich selbst zu werden.

Erprobtes Toolset als systemischer Coach - Klasse statt Masse

Zu guter letzt soll das Handwerkszeug des systemischen Coaches angesprochen werden. Gemeint ist hierbei der geübte Umgang mit praxistauglichen Interventionen. Verständlich ist dabei manchmal der Wunsch, eine möglichst große Anzahl von Tools zur Verfügung zu haben. Viel wichtiger ist aber, verschiedene Veränderungswerkzeuge zur Hand zu haben, die geübt in der Anwendung wirklichen Praxisnutzen bieten können. Der geübte Umgang macht es möglich, diese zu variieren und verschiedenen Situationen und Klienten anzupassen. Als sinnvoll hat sich erwiesen, Ein Grundset an kognitiven, emotionsfördernden und imaginativen Interventionsmöglichkeiten in petto zu haben.
Der Artikel wollte wichtige Aspekte der Arbeit als systemischer Coach aufzeigen. Sicherlich wäre die Liste noch erweiterbar. So gehört regelmäßige Weiterbildung, der Austausch mit Kollegen und eine gute work-life balance ebenso zur verantwortungsvollen Tätigkeit.

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Coach Marketing3 Tipps, wie Du ohne "selbsternannte Experten" gutes Marketing betreiben kannst.

Ein schwieriges Thema für viele, gute Coaches ist die Gestaltung der eigenen Außenwirkung und der Umstand, sich mit dem eigenen Angebot zu zeigen bzw. nach Außen hin darzustellen. Vielleicht hast Du auch schon den Artikel zum Thema "Positionierung" von Oliver Kissner gelesen, der eine große Resonanz hatte. Aus der Sorge, potentielle Kunden "zu vergraulen" nimmt man oft keine oder nur wenig Spezialisierung vor. Das haben auch die vermeintlichen Coach-Marketer erkannt, mit der sich mittlerweile die "Straßen pflastern“ lassen. Wer sich hier einmal umschaut sieht allerlei Phrasen wie: "Kunden auf Knopfdruck"...."in einem Monat 10.000 Euro Umsatz" uvm. Fragt man die selbsternannten Experten mal etwas genauer, woher sich die eigene Expertise speist, wird schnell klar: Hier soll vor allem der eigene Geldbeutel schnell gefüllt werden. In aller Regel sind hier nicht wirklich Coaches am Werk die ihre Erfahrung und Feldkompetenz weitergeben. Ganz schlimm kann es werden, wenn man nach Referenzen fragt. Nicht selten wird dann auf eine "Referenzen-Seite" geleitet mit Kommentaren wie: "Das Training hat mir sehr geholfen", oder: "Danke, dass du ein toller Trainer bist". Ich mache mir manchmal den "Spaß" und frage nach konkreten Telefonreferenzen, also nach konkreten Kunden die tatsächlich einen Mehrwert im Sinne von Kunden durch eine Beratung gewonnen haben. Dabei sind mir schon die verrücktesten Sachen passiert. Erst kürzlich antwortete ein "Berater": Ich muss mich nicht mit dir unterhalten, die Kunden kommen zu mir...

Lies selbst, ich habe den thread kommentiert, damit Du besser nachvollziehen kannst, wer was geschrieben hat.

 

Referenzen Coaching

 

Spätestens hier trennt sich die "Spreu vom Weizen". Ein seriöser Marketer sollte hierbei stets mit "offenen Karten" spielen und entsprechende Referenzen nennen können. Alles andere könnte unglaubwürdig wirken und das Angebot nicht nachvollziehbar machen.

Nachhilfe für die "dummen Coaches"?

Ich ziehe daraus den Schluss, dass es für Coaches offenbar viel "Nachhilfebedarf" beim Marketing gibt. Aber auch, dass sie offensichtlich als "leichte Beute" wahrgenommen werden. Für mehr als problematisch halte ich den Umstand Leuten weis zu machen, es gäbe EIN Marketing für alle Coaches. Ganz im Sinne von: Du musst nur diesen "Knopf" drücken, dann hast du jede Menge Aufträge. Authentisches Marketing bedeutet für mich immer, den Menschen - in diesem Falle den Coach - vor dem Hintergrund seiner Erfahrung, seiner Biografie und seiner Persönlichkeit zu sehen. Den Zusammenhang all dieser Einflüsse zu ordnen und zu bewerten ist dabei nicht immer leicht. Das eigene Angebot zu finden ist aus meiner Sicht immer ein Prozess der Zeit benötigt. Die Hilfe eines Coaches kann diesen Prozess beschleunigen helfen und für wichtige Impulse sorgen, keine Frage. Die Basis ist bzw. sollte immer die Person sein, die hinter dem Angebot steht, im beschriebenen Falle eben der Coach.

Endlich zertifizierter "Integralpädagogischer NLP-Coach"

Die Übergabe der Zertifikate war nochmal ein echtes Highlight, schwärmt Mara. "Was soll ich sagen, ein Traum ging für mich in Erfüllung!" Viele Monate hat sie für ihre Abschlussprüfung gebüffelt. Vor etwa 18 Monaten hatte sie sich an einer Fernschule zu dem genannten Fernstudium angemeldet, fleißig die Studienbriefe bearbeitet und die Einsendeaufgaben ausgefüllt. Und jetzt war es soweit. Das langersehnte Zertifikat hing in der eigenen Praxis. "Jetzt können die Kunden kommen, yeah, yeah, yeah", rief sie überglücklich. Leider meldete sich in den kommenden vier Wochen überhaupt niemand. Vielleicht war die Internetseite, die sie extra von einem Webdesigner hat herstellen lassen doch nicht so gut, zweifelte sie. Immerhin hatte sie 1500 Euro dafür ausgegeben. Allein das Logo für ihre neue Praxis hat noch einmal 300 Euro zusätzlich gekostet. Der Stapel Visitenkarten den sie hat gestalten und drucken lassen noch gar nicht mitgerechnet...."Was jetzt", dachte Sie...

Ich möchte Dir drei Punkte aufzeigen, die Dir helfen werden (ganz ohne selbstverliebten Marketing-Berater) wichtige Erkenntnisse über Dein zukünftiges Angebot zu sammeln.

1. Blick in Deine Biografie - in welchem Bereich hast Du Feldkompetenz gesammelt?

Dieser Punkt ist für mich die Nummer 1! Vielleicht hast Du in Deinem Berufsleben wichtige Erfahrungen als Führungskraft gesammelt. Oder Du hast als Projektleiter gearbeitet und kennst die vielfältigen Probleme, die dort auftreten und hast eine Lösung dafür. Vielleicht hast Du bisher als Sozialpädagogin im Jugendamt gearbeitet und kennst die fordernden bzw. herausfordernden Situationen für die Fachkräfte dort. Es ließen sich sicher noch viele Beispiele dazu anbringen. Wichtig ist: Deine Feldkompetenz, die sich aus Deinem Erfahrungshorizont speist, gibt Dir Sicherheit und Expertise in einem ganz speziellen Bereich. Es macht insbesondere am Anfang Sinn, Dein Coaching-Angebot mit dieser Expertise zu verbinden.

2. Beherrsche Dein Handwerk als Coach

"Zu viele Methoden verderben den Coach!". Diese Überschrift stammt aus unserem Buch "Jetzt werde ich Coach". Gemeint ist, dass es mehr Sinn macht, mit einem Grundset an Methoden zu starten, als noch zig Weiterbildungen "dranzuhängen". Häufig existiert der "Irrglaube", wenn nur die eigene Weiterbildungsbiografie mit genug Fortbildungen "gepflastert" sei, würden die Kunden dies honorieren. Ein Grundset an praxistauglichem Handwerkszeug sollte nach meiner Erfahrung unbedingt aus dem geübten Umgang mit Methoden der personzentrierten Beratung (nach Rogers) bestehen. Außerdem sollte der Umgang mit lösungsorientierter Fragetechnik kein Fremdwort sein. Offen gestanden habe ich "Bauchweh", wenn Coaches einen Drei-Tageskurs in Hypnose besuchen und dann (ohne entsprechende Selbsterfahrung) mit Klienten arbeiten. Ohne Selbsterfahrung kann das Coaching schnell zur "Eigentherapie" werden, ohne dass der Coach das möchte oder bemerkt. Hier leuchtet am Rande auch das Thema "Ethik im Coaching" auf.

3. Baue ein Netzwerk auf

Gut vernetzt zu sein, macht Dich und letztlich auch Dein Angebot stark. Baue Kontakte auf zu Kollegen und anderen Experten, die sich in Deinem oder einem ähnlichen Bereich befinden. Gib anderen großzügig Rat (wenn du danach gefragt wirst) oder Hilfestellung, wenn Du anderen etwas Gutes tun kannst. Schaue dabei auch, was Dein Angebot einzigartig macht und sich von dem potentieller Mitbewerber abhebt. Bleibe in Verbindung mit zufriedenen Kunden, diese sind Deine Multiplikatoren, deren Zufriedenheit Deine Botschaft in die Welt tragen.

Puh! Vielleicht denkst Du jetzt: Mann (oder Frau)...das ist ja richtig Arbeit. Ich sage Dir, genau das ist es. Kunden auf Knopfdruck...schnell den großen Umsatz...das sind Meldungen aus "Tausendundeinernacht". Wer sich diesen "Märchen" hingibt, wird vor allem eins schnell merken: Wie sein Budget für wirkliche Marketingmaßnahmen die etwas bringen ganz schnell schmilzt. Lade lieber Kollegen zu einem Netzwerktreffen ein und gebe "einen aus". Die Freude am gemeinsamen Miteinander und das Interesse am Anderen wird bestimmt ein Vielfaches sein und Du hast in etwas investiert, was sich immer auszahlt: Echte Menschen und wirkliche Kontakte!

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Positionierung für coachesDas Ziel der Positionierung für einen Coach ist grundsätzlich, sich von der Masse abzuheben. Dazu muss der Coach eine klare Position beziehen. WAS bietet er FÜR WEN an, welchen NUTZEN hat das und was für ein TYP bin ich. Damit zeigt er mit seiner Positionierung klar und deutlich: Das bin ich und auf diesem Gebiet bin ich Experte!

Mit einer klaren Positionierung die passenden Kunden finden

Silke ist Coach. Vor ein paar Monaten hat sie ihre nebenberufliche Ausbildung zum Personal Coach abgeschlossen. Sie hat lange dafür gebüffelt und viel an sich gearbeitet. Besonders spannend fand sie die praktischen Übungen, die sie mit Freunden und Bekannten durchgeführt hat. Für den Berufsalltag als Coach fühlt sie sich gut gerüstet, waren die Probleme ihrer Probanden doch vielfältiger Natur: Allgemeine Unzufriedenheit, berufliche Probleme, Stress, Beziehungsprobleme, Blockaden, Ängste, usw. Nebenbei hat Silke sogar noch eine NLP Ausbildung absolviert und ist sich sicher, dass sie ihren zukünftigen Klienten in jeder Lebenslage helfen kann. In den folgenden Wochen will Silke ihre Website erstellen. Von Marketing und Positionierung hat sie zwar schon gehört, für was das gut ist, ist ihr allerdings nicht klar. Sie konzentriert sich auf ihre beiden Schwerpunkte: 1. Beruf und Karriere und 2. Hilfe bei privaten Herausforderungen. Als Unterpunkte für die Website ergeben sich: Stressprävention, Karriereentwicklung, Führung und Kommunikation für den beruflichen Bereich und Lebenskrisen, Beziehungsprobleme und Ängste für den privaten Bereich. Mit dieser breiten Positionierung glaubt sie, die Bedürfnisse der meisten Menschen abzudecken und ist guten Mutes, so genügend Kunden zu gewinnen.

Hm, was glauben Sie: Ob Silke damit wohl Erfolg hat?

So einfach es vielen Coaches fällt, für Klarheit bei ihren Klienten zu sorgen, so schwer fällt es ihnen häufig, die eigene Positionierung klar darzustellen. Die Gründe, warum sich viele Coaches mit der eigenen Positionierung schwer tut, sind vielfältig. Der Eine hat von Positionierung noch gar nichts gehört, der Andere misst der eigenen Positionierung keine Bedeutung bei. Was mir in meinen Beratungen immer wieder begegnet: Es fehlt oft an Mut. Mut sich auf ein bestimmtes Thema und eine bestimmte Zielgruppe (Nische) festzulegen und Mut, sich so authentisch wie nur möglich zu positionieren. Auch wenn das bedeutet, den einen oder anderen zu vergraulen oder gar auf die Füße zu treten.

Der Mutige hebt sich von der Masse ab

Fakt ist: Derjenige, der sich klar positioniert, hebt sich von der Masse ab! Für einige ist das gleichbedeutend mit einem „Outing“, inklusive der Befürchtung, den Erwartungen des Publikums (der Wunschkunden) nicht entsprechen zu können. Aber: Ohne eine aufmerksame Positionierung werden Sie nicht wahrgenommen und werden sich mit der Kundengewinnung schwertun. Die Mutigen hingegen, die hervorstechen, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie heben sich von der Masse ab. Sie werden leichter gefunden, sind leichter weiterzuempfehlen und werden als Experte wahrgenommen. Mit ihrer authentischen Positionierung ziehen die Mutigen so aus der breiten Masse an potentiellen Zielkunden genau diejenigen an, die zu ihnen passen.

Warum sollte jemand Ihr Klient werden?

Wie Silke glauben viele, im Internetzeitalter sei es einfach, potenzielle Kunden zu finden und sein Unternehmen zu bewerben. Die Homepage wird mit entsprechenden Keywords gefunden und dann melden sich die Kunden von alleine. Oder? Na ja, wenn das so einfach wäre, würde dann nicht jedes Unternehmen höchst erfolgreich sein? Selbst wenn Ihre Seite gut gefunden wird, bleiben die Anfragen oft aus. Die Ursache: Die meisten Webseiten beantwortet die allesentscheidende Frage nicht. Nämlich die Frage, warum jemand Ihr Kunde werden soll? Das Ziel ihrer Positionierung ist, diese Frage zu beantworten.

  • Erkennt ein Interessent auf einen Blick den Mehrwert, den Sie bieten?
  • Wird deutlich, dass Sie der Experte für ein bestimmtes Thema sind?
  • Heben Sie sich mit Ihrem Angebot von der Masse ab?
  • Schaffen Sie es, sich so zu positionieren, dass ein Interessent sagt: „Ja, genau das will ich?“

Bedenken Sie: Auch, wenn Ihre Website für die Suchmaschine optimiert wurde und Ihre Angebote gefunden werden, heißt das noch lange nicht, dass sich die gewünschte Zielgruppe mit Ihrer Positionierung angesprochen fühlt.
Wer einen Coach oder Berater sucht, hat in der Regel ein spezifisches Anliegen. Er sucht nach einem Experten für ein bestimmtes Problem und möchte sich dort persönlich gut aufgehoben fühlen. Der Interessent wird sich sehr wahrscheinlich für den Coach entscheiden, dem er vertraut und bei dem er aus der Positionierung direkt erkennt: Dieser Coach kann mir bei meinem Problem helfen. Er hat eine Lösung für mich und ich mag die Art und Weise, wie er sich präsentiert (positioniert). Er wird - mehr oder weniger bewusst – denjenigen auswählen, der ihm sympathisch ist.

Dinge gehen lassen nach dem Motto: „Weniger ist mehr“

Manchmal fehlt der Mut zu einer klaren Positionierung aber auch dann, wenn es darum geht, Dinge gehen zu lassen. Als Coach haben Sie (genau wie Silke), vielseitige Wege erlernt, um Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen zu helfen. Menschen zu helfen - und zwar möglichst vielen -, ist Ihr Ziel und genau das spiegelt sich nun vielleicht in Ihrer Außendarstellung wider. Was für einen Gärtner durchaus sinnvoll ist, nämlich das verwenden einer Gießkanne, funktioniert in puncto Kundengewinnung allerdings leider nicht. Deshalb sollten Sie Ihre gewählte Positionierung überprüfen. Erzielen Sie genügend Aufmerksamkeit? Gewinnen Sie ausreichend Kunden? Passt das Ganze (noch) zu Ihnen? Macht es Ihnen Spaß? Oder sind Veränderungen an Ihrer Positionierung notwendig? Meines Erachtens gilt hier: Weniger ist mehr. Lassen Sie Dinge gehen, die zwar gut gemeint, aber nicht zielführend sind.

Fazit: Fokussierung und eine klare Positionierung

Ich denke mittlerweile ist klar, dass Silke mit ihrer Positionierung noch nicht ganz am Ziel ist. Fakt ist: Wenn jemand einen Coach sucht, wird er denjenigen auswählen, der aus der Masse hervorsticht, dem er bei der Lösung seines Problems vertraut und zu dem er sich hingezogen fühlt. Was würde wohl passieren, wenn Silke den Mut für eine klare Positionierung aufbringt und sich authentisch, mit allen Ecken und Kanten auf ihr Herzensthema fokussiert?

  • Sie würde als Expertin auftreten und als solche wahrgenommen
  • Sie würde eine starke Verbindung zu ihren Interessenten aufbauen
  • Sie würde diejenigen anziehen, die zu ihr passen und mit denen Sie arbeiten möchte
  • Sie würde hochmotiviert und mit Begeisterung von ihrer Arbeit berichten
  • Sie würde leichter neue Klienten gewinnen
  • Ihre Klienten wären hochzufrieden und würden sie weiterempfehlen
  • Sie darf deshalb auch gerne ein höheres Honorar vereinbaren

So, ich denke an diesem Beispiel es ist klargeworden, wie wichtig eine deutliche Positionierung für Sie und Ihre Kunden ist. In diesem Sinne wünsche ich ihnen von Herzen den nötigen Mut für Ihre Positionierung.

PS. Wenn es Ihnen ähnlich geht wie Silke und Sie auf der Suche nach einer ehrlichen und authentischen Positionierung sind, finden Sie hier den kostenfreien Ratgeber „Erfolgreiche Positionierung – Erfolgreich als Coach positionieren und durchstarten“.

Über den Autor:

Oliver Kissner Portrait


Oliver Kissner ist Experte für die erfolgreiche Positionierung von Coaches, die tolle Arbeit leisten, aber Schwierigkeiten haben, dies im außen darzustellen. Er hilft seinen Kunden, mit einer intelligenten und authentischen Positionierung leichter Neukunden zu gewinnen. Bereits mehr als 7.000 Coaches nutzen seine Publikationen, Workshops und Beratungsangebote, um sich von der Masse abzuheben und leichter Neukunden zu gewinnen. Weitere Informationen sowie nützliche und sofort umsetzbare Tipps zum Thema Positionierung und Marketing finden Sie hier.

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Im letzten Blogbeitrag der Artikelserie „Gruppenleitung ohne Angst“  wollte ich Dir zeigen, wie Du Konflikte im Seminar (die unweigerlich in kleinerer oder größerer Form auftreten) managst, und produktiv für das Lernen der Teilnehmer nutzt. Diesen Blogartikel widme ich einem Thema, dass Du sicher aus endlosen Meetings, langweiligen Seminaren oder einschläfernden Trainings (nicht) kennst: Begeisterung und wirklichen Lerntransfer!

Gehörst Du zu denen die glauben, dass Wissensvermittlung mit möglichst vielen Informationen auch für viel Lerntransfer sorgt? Vielleicht hältst Du selbst öfters Powerpoint-Präsentationen und wunderst Dich, dass von Deinen 80 Folien die ersten Zuhörer schon nach der 10. Folie gähnen? Vielleicht überrascht es Dich oder möglicherweise bist Du gar geschockt: In den nun 10 Jahren in denen ich als Trainer in Organisationen, Unternehmen oder Bildungseinrichtungen arbeite, kann ich die gehaltenen Powerpoint-Präsentationen an einer Hand abzählen. Du willst wissen warum? Ich zeige Dir 3 Schritte, die Du gleich in Deinem nächsten Seminar ausprobieren und umsetzen solltest.


3 Schritte, die Dein Training oder Deinen Vortrag nach vorne bringen

1. Aktiviere das Vorwissen Deiner Teilnehmer

In der Lernfoschung wurde viel Aufwand betrieben um zu überlegen: „Wie können wir Schülern nachhaltiges Wissen vermitteln?“ Dass Schulen oft „reine Belehrungsanstalten“ sind, in denen es eher um „Selektion“ als um nachhaltiges Lernen geht, weißt du bestimmt längst. Trotzdem hat die Lernforschung viele gute Erkenntnisse gewinnen können, z. B. wie wir am Besten lernen können. So ist es nicht möglich, dass Wissen wie in einem „Nürnberger Trichter“ in den Kopf hineinzuschütten. Stattdessen lernen wir durch Verknüpfungen. Das funktioniert so, dass neues Wissen mit vorhandenem Wissen verknüpft wird, in dem dieses an die Lebenswelt oder den Wissensstand der Teilnehmer im Seminar andockt.

2. Sorge für emotionale Inhalte und emotionale Beteiligung

Dieser Punkt setzt unmittelbar am 1. Punkt an: Durch das Aktivieren von Vorwissen wird der Lerngegenstand authentisch, das heißt, er wird persönlich und damit emotional. Mit emotionaler Aktivierung ist keineswegs gemeint, dass Deine Teilnehmer allesamt in Tränen ausbrechen (vielleicht doch, dann vor Lachen…). Vielmehr ist die Bandbreite der möglichen Emotionen viel größer. Ich denke da an Betroffenheit, Freude, Heiterkeit, Inspiration, Nachdenklichkeit, uvm. Durch die emotionale Aktivierung der Lerninhalte schaffst Du den Nährboden, dass kognitives Wissen mit Gefühl aufgeladen wird und somit einen nachhaltigen Eindruck erzeugt.

3. Benutze Storytelling

Dieser Punkt gehört unweigerlich dazu, wenn Du Vorwissen Deiner Teilnehmer aktivieren willst und für emotionalen Transfer als Trainer oder Dozent sorgen willst. Geschichten erzählen, neudeutsch „Storytelling“ ist die Wunderwaffe gegen "dröge Folien" im Seminar. Geschichten können Beispiele sein, die Du zu einem Thema berichtest. Die erzählten Inhalte aktivieren in den Teilnehmern das Vorwissen und regen die eigene Fantasie an, mit dem Erzählten „zu spielen“. Dabei wäre es gar nicht mal wichtig, ob die „Geschichte“ die Du erzählst wirklich genau so war. Durch die Geschichten holst Du die Themen in den Raum und in Verbindung mit Emotionalität in die Köpfe der Teilnehmer. Das klingt einfach, ist aber manchmal gar nicht so leicht umzusetzen und braucht neben eigener Kreativität auch Anleitung, Mut zum Ausprobieren und vor allem Übung.

Keine Langeweile als Trainer oder Dozent

In diesem Artikel wollte ich Dir zeigen, warum ich im Grunde gänzlich auf Powerpoint verzichte und mit den genannten 3 Punkten mich sehr wohl fühle. Natürlich habe ich je nach Art des Trainings oder Vortrags ein Handout, ein Skript und benutze gerne ein Flipchart, am liebsten in Kombination mit einem Whiteboard. Auf dem Flipchart habe ich strukturelle Informationen, auf dem Whiteboard skizziere ich Ideen und Zeichnungen aus dem Moment, welche die oben genannten 3 Punkte anreichern.

Im nächsten Artikel will ich Dir zeigen, wie Du in die Königsklasse als Trainer aufsteigen kannst durch das „Erzählen von Geschichten“. Vielleicht denkst Du, dass „Storytelling“ ein verdammt „alter Hut“ sei. In der heutigen Zeit von Informationsüberflutung und Massenmedienkonsum ist er allerdings aktueller und dringender denn je.

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